Der Schloßbühl ist ein Berg bei Göggingen, einem Ortsteil der Gemeinde Krauchenwies im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. Aufgrund des Namens wird darauf ein Burgstall vermutet, der bisher allerdings nicht nachgewiesen werden konnte.
Lage Der Standort der abgegangene Burg ist nicht genau lokalisiert, doch lassen die Flurnamen „am Schloßbühl“ () und „am Burgstall“ () die einstige Burg nördlich des Dorfes Göggingen vermuten.Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band III: 1981 bis 2007. Göggingen. Mai 2007, S. 232.
Der Flurname „am Schloßbühl“ wurde 1686 urkundlich genannt und bezeichnet den Hügel, der sich linkerhand des Schlattwegs erhebt. Der Name könnte auf ein ehemaliges Schloss schließen lassen, was aber bisher nicht nachgewiesen werden konnte.Gustav Kempf: Das Gögginger Dorfbuch. Gemeinde Göggingen. Göggingen 1971, S. 127.
Der Flurname „am Burgstall“ (auch als „der Letten“ genannt) wurde 1396 erwähnt und bezeichnet eine Anhöhe nördlich vom „Schloßbühl“. Eine weitere Erwähnung stammt aus dem Jahr 1501 mit dem Flurnamen „auf dem weißen Rain am Burgstall“. Das Gelände hinter dem Schloßbühl fällt in eine Senke ab und erhebt sich sofort wieder zu einem Rücken, der höher ist als der Schloßbühl. Dort besteht eine gute Aussicht über das ganze Ablachtal und den weiten Umkreis. Die seltsamen Bodenerhebungen könnten auf Reste von Fundamentwerk hindeuten.
Die Lage kann auch auf einen römischen Wachturm zur Sicherung der Straßen hindeuten. So befand sich in Laiz eine wichtige Straßenkreuzung mit Furt durch die Donau, die Zeugnis des römisch besetzen Landes war.
Nordwestlich über dem „Schloßbühl“ befindet sich eine 1602 als „in der Fischgrueb“ und 1621 als „bei der Fischgrueben“ erwähnte Hochmulde. Dieses Gelände hat wasserreichen hochmoorigen Boden, noch in den 1970er Jahren wuchs Schilfrohr als letzter Zeuge einer offenbar dort einst angelegten Fischgrube.Gustav Kempf: Das Gögginger Dorfbuch. Gemeinde Göggingen. Göggingen 1971, S. 128.
Geschichte Über die Erbauer liegen keine gesicherten Informationen vor, doch könnten die Burg im Zusammenhang mit dem ehemaligen Ministerialegeschlecht der Ritter von Göggingen stehen. Diese wurden zwischen 1202 und 1473 urkundlich genannt.
Unweit nördlich des Schloßbühls führen zwei alte Straßen vorbei. Bei diesen als „Alte“ und „Neue Poststraße“ bekannten Wege könnte es sich um ehemalige Heer- beziehungsweise Römerstraßen handeln.Herbert Fießinger: Zwei vergessene Gögginger Landstraßen. In: Ders.: Gögginger Chronik. Band II: 1945 bis 1980. Göggingen. Juni 2005, S. 229–231.
Zwischen Frühherbst 1968 und Juli 1970 wurde das Teilstück Deutwang/Kalkofen bis Laiz der Bodensee-Wasserversorgung verlegt. Die mit Spannbetonrohren ausgeführte Leitung führt von Ringgenbach kommend unter der Ablach hindurch, den Steilhang auf dem Schloßbühl hinauf und über den Sattel zwischen Schloßbühl und Burgstall weiter in Richtung Laiz.Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band II: 1945 bis 1980. Göggingen. Juni 2005, S. 314 f.
Die Sage vom Gögginger Schloßbühl Gustav Kempf hat 1932 im Sankt-Konrads-Kalender die nachfolgende Geschichte „Der Schloßbühl“ über die Sage vom Gögginger Schloßbühl geschrieben. Die Geschichte lehnt sich inhaltlich an das bekannte Schloßbühl-Gedicht an.Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band III: 1981 bis 2007. Göggingen. Mai 2007, S. 111.Gustav Kempf: Der Schloßbühl. In: Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band III: 1981 bis 2007. Göggingen. Mai 2007, S. 110f.
Anlage Informationen zu Umfang und Architektur der Anlage sind aufgrund des unsicheren Standortes nicht bekannt. Jedoch könnte es sich bei den Bodenformen um die erhalten Reste von künstlichen Böschungen handeln. Eine Luftbilduntersuchung oder eine Grabung könnten Klarheit bringen.Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band II: 1945 bis 1980. Göggingen. Juni 2005, S. 28.
Auf eine erste Anfrage von Herbert Fießinger und Vor-Ort-Begehung mit einem Vertreter des Denkmalamtes 2007 sowie einer weiteren privaten Anfrage beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg bezüglich des Schutzstatus der Flurstücke ergab, dass vorerst keine Dringlichkeit und Interesse an einer archäologischen Untersuchung, geschweige denn Landesmittel für eine Sondage, Stratum oder Ausgrabung zur Verfügung stehen.
Man nannte Burgstall solche Stellen, auf denen einmal eine mittelalterliche Burg gestanden ist. Oft sind noch Ruinen, oder geringe Reste erhalten, oftmals aber blieb nur noch Name und Erinnerung wie in diesem Fall. Deshalb scheint es wahrscheinlicher, dass es sich hier einst entweder um eine keltische Viereckschanze oder Kultplatz handelte, oder eher einen römischen Wachturm zur Sicherung der nahen Römerstraße, die am Hohschirm im Wildpark Josefslust vorbei führte.
Die Burganlage, sollte es sie auf dem Schloßbühl geben, ist durch eine wandernde Abbruchkante an seiner Südwestseite, am sogenannten „Täschle“, bedroht. Diese ist auf einen Erdrutsch vom 28. Februar 1937 zurückzuführen, bei dem sich etwa 200 Kubikmeter Erde, Kies und Sand in Bewegung setzten. Dabei wurden viele kleine Tännchen und Fohren mitgerissen und zugedeckt.Vgl. Deutsche Bodensee-Zeitung vom 3. März 1937. In: Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band I: Bis 1945. Göggingen. Juni 2004, S. 463. Inwieweit die Fernwasserleitung der Bodensee-Wasserversorgung schuld an einem weiteren Abbröckeln des Schloßbühls ist, kann gegen die Meinung einiger Wenigen der Bevölkerung Göggingens nicht bewiesen werden.Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band II: 1945 bis 1980. Göggingen. Juni 2005, S. 27.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Literatur Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band I: Bis 1945. Göggingen. Juni 2004 Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band II: 1945 bis 1980. Göggingen. Juni 2005 Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band III: 1981 bis 2007. Göggingen. Mai 2007 Gustav Kempf: Das Gögginger Dorfbuch. Gemeinde Göggingen. Göggingen 1971 Gustav Kempf: Der Schloßbühl. In: Sankt-Konrads-Kalender. für das Jahr. katholischer Volkskalender der Erzdiözese Freiburg. Karlsruhe, Badenia, 1932
Weblinks Göggingen auf der Seite burgeninventar.de
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