Die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts, die den künstlerischen Nachlass von Richard Wagner pflegen und das Festspielhaus in Bayreuth dauerhaft für die Nachwelt erhalten soll. Sie wurde 1973 errichtet und ist seither Eigentümerin und Trägerin des Bayreuther Festspielhauses und seiner Nebengebäude.Festspielhaus: Nichts außer Wagner in: Nordbayerischer Kurier vom 3./4. Juli 2021, S. 9. Außerdem wählt sie den Festspielleiter der Bayreuther Festspiele.

Die Satzung regelt auch die Leitung der Festspiele. Diese ist grundsätzlich einem oder mehreren Mitgliedern der Familie Wagner vorbehalten. Bereits im Jahr 1999 hatte der Stiftungsrat das Verfahren zur Regelung der Nachfolge des damals 80-jährigen Festspielleiters Wolfgang Wagner in Gang gesetzt. Nach fast zweijährigem Streit hatte Wagner jedoch auf seinen lebenslangen Vertrag bestanden und damit die Diskussion um seine Nachfolge von sich aus für beendet erklärt..

Der Vorstand der Stiftung besteht aus drei Mitgliedern, die jeweils vom Bund, dem Land Bayern und der Familie Wagner benannt werden.Stiftungsurkunde vom 2. Mai 1973.

Die Mitglieder des Stiftungsrates haben insgesamt 24 Stimmen. Bundesrepublik Deutschland: 5 Stimmen Freistaat Bayern: 5 Stimmen Familie Wagner: 4 Stimmen Stadt Bayreuth: 3 Stimmen Gesellschaft der Freunde von Bayreuth: 2 Stimmen Bayerische Landesstiftung: 2 Stimmen Bezirk Oberfranken: 2 Stimmen Oberfrankenstiftung: 1 Stimme

Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist seit Oktober 2023 der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Oberfranken Florian Luderschmid. Geschäftsführer des Stiftungsrates ist der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth (seit 2026: Andreas Zippel). Die Festspiele werden seit 1986 von der 1985 gegründeten Bayreuther Festspiele GmbH durchgeführt, die die Liegenschaften von der Stiftung mietet. Deren Gesellschafter-Geschäftsführer war bis zu seinem Rücktritt zum 1. September 2008 Wolfgang Wagner.

Im Jahre 2001 wurde Eva Wagner-Pasquier mit 22 von 24 Stimmen zur Nachfolgerin ihres Vaters Wolfgang Wagner gewählt. Jedoch weigerte sich ihr Vater, den Platz frei zu machen.Focus 28/2007 Nachdem sowohl Katharina Wagner als auch Eva Wagner-Pasquier ihre Bereitschaft zur Kooperation erklärt hatten,, festspiele.de, 18. April 2008. kündigte Wagner in einem Brief an den Stiftungsrat an, zum 31. August 2008 sein Amt als Festspielleiter niederzulegen., festspiele.de, 29. April 2008. Die Bewerbungsfrist für eine neue Leitung der Festspiele lief bis Ende August 2008. Kurz vor Ablauf der Frist reichte eine weitere Urenkelin Richard Wagners, Nike Wagner, gemeinsam mit dem renommierten Kulturmanager Gerard Mortier eine Bewerbung zur gemeinschaftlichen Festspielleitung ein.„Nike Wagner und Mortier erläutern ihr Konzept“, FAZ, 27. August 2008.

Am 1. September 2008 entschied sich der Stiftungsrat für das Duo Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner. Die Entscheidung wurde von der Konkurrentin und Cousine der beiden neuen Leiterinnen als „befremdliche Prozedur“ kommentiert. Mit dem Ausscheiden von Wolfgang Wagner werden die Festspiele nun von der Bayreuther Festspiele GmbH veranstaltet. Diese setzt sich zu je 36 % Stimmanteilen aus Vertretern der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern zusammen sowie der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth (15 % Stimmanteil), die Stadt Bayreuth hält 13 % an der Bayreuther Festspiele GmbH.

Weblinks Richard-Wagner-Museum: Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth Richard-Wagner-Museum: Stiftungsurkunde vom 2. Mai 1973 Bayreuther Festspiele

Einzelnachweise

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