Als Samter-Trias (benannt nach Max Samter; auch Samter-Syndrom,Gerd Harald Herold: Innere Medizin 2023, Selbstverlag, Köln 2023, ISBN 978-3-9821166-2-4, S. 361. Morbus Samter oder Morbus Widal genanntLudger Klimek u. a.: In: 5. Jahrestagung der Deutschen Akademie für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 27. Mai 2006.) bezeichnet man eine Unverträglichkeitsreaktion nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) oder anderen nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR).

Definition 1922 beobachteten Georges Fernand Isidore Widal und Kollegen, dass die ASS-Unverträglichkeit sehr häufig gemeinsam mit nasalen Polypen und Asthma bronchiale auftritt. Sie bezeichneten dieses Syndrom als Aspirintrias. Die Samter-Trias (Sinusitis, nasale Polypen, Asthma bronchiale) ist jedoch nicht auf ASS beschränkt. Die Symptome treten auch bei der Einnahme anderer nichtsteroidaler Antiphlogistika auf, weswegen auch die Bezeichnung Analgetikaintoleranz verwendet wird.

Heute wird das Samter-Syndrom diagnostiziert, wenn das Asthma-Analgetika-Syndrom mit vasomotorischer Rhinitis (Rhinitis vasomotorica), Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) und nasaler Polyposis (Polyposis nasi) assoziiert ist.Gerd Harald Herold: Innere Medizin 2023, Selbstverlag, Köln 2023, ISBN 978-3-9821166-2-4, S. 361. Die Samter-Trias wird dagegen beschrieben als ein nicht atopisches und nicht intrinsisches Asthma bronchiale mit einer begleitenden hyperplastischen Rhinosinusitis mit nasaler Polyposis und eventuell zusätzlich drittens mit einer Intoleranz von Azetylsalizylsäure.Tinsley Randolph Harrison: Harrisons Innere Medizin. 20. Auflage, Georg Thieme Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-13-243524-7, Band 3, S. 2433.

Patienten mit Samter-Trias haben mit der Standardtherapie der Sinusitis eine deutlich erhöhte Rezidivneigung.

Häufigkeit Bei Asthmatikern beträgt der Anteil der Patienten mit ASS-Intoleranz etwa 8 bis 20 %, bei Patienten mit Nasenpolypen etwa 6 bis 15 %.

Pathomechanismus Der diesem Syndrom zugrundeliegende Pathomechanismus ist noch unverstanden. Die Immunpathologie in Bronchialbiopsien und im Sputum ist wahrscheinlich mit der Immunpathologie eines allergischen Asthmas identisch. Es wird eine genetische (erbliche) Prädisposition vermutet.A. May u. a.: Familienuntersuchung bei Patienten mit ASS-Intoleranz und Rhinosinusitis. In: HNO. 48, 2000, S. 650–654.

Diagnostik

Durch Anamnese ist die Diagnose von Unverträglichkeitsreaktionen auf ASS oder Analgetika schwierig zu stellen, da oft gleichzeitig ein Infekt besteht. Hinweise auf eine Samter-Trias ergeben sich aus:

Asthmaanfälle nach Einnahme von Schmerzmitteln Chronische Nasenenge / Polyposis / Pan-Sinusitis

Hauttests sind zur Diagnostik ungeeignet. Auch ist der Nutzen von Laboruntersuchungen noch nicht abschließend beurteilbar. Nasale Provokationstestungen unter Krankenhausbedingungen werden teilweise angewendet. An Zentren kann die orale oder bronchiale Provokation mit ASS als Test erwogen werden.B. A. Stuck: Leitlinie "Rhinosinusitis" der deutschen Gesellschaft für HNO. In: HNO. 55, 2007, S. 258–276.E. Nizankowska-Mogilnicka: Guideline: aspirin provocation tests for diagnosis of aspirin hypersensitivity. In: Allergy. Nummer 62, Oktober 2007, S. 1111–1118.

Differenzialdiagnose Ein pseudoallergisches Asthma (auch: Acetylsalizylsäure-Asthma) kann durch drei Substanzgruppen ausgelöst werden: Acetylsalicylsäure und andere nicht-steroidale Antiphlogistika, Tartrazin und andere Farbstoffe sowie Konservierungsmittel und andere Beimengungen in Lebensmitteln und in Genussmitteln und Röntgenkontrastmittel.Myron G. Sulyma (Hrsg.): Asthma bronchiale. Medikon-Verlag, München 1988, Band II, Lexikon der Pneumologie, ISBN 3-923866-18-6, S. 266.

Therapie

Als eine neuere unterstützende Therapie steht die adaptive Desaktivierung zur Verfügung. Hierzu nimmt man nach Einstellung durch den Arzt dauerhaft Acetylsalicylsäure ein und kann so erfolgreich der Polypenneubildung entgegenwirken.O. Pfaar u. a.: Adaptive Desaktivierung bei ASS-Intoleranz – Sicherheitsaspekte eines neuen Therapieprinzips mit intravenöser Applikation. Universität Düsseldorf.

Des Weiteren werden bei schweren Verlaufsformen Biopharmaka wie beispielsweise Dupilumab unterstützend angewandt.

Einzelnachweise

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