mini|Haltestellen-Schild der Station Unfallkrankenhaus Meidling (63A)
Der Busverkehr in Wien umfasst Stadtbus-, Regionalbus- und Flughafenbus-Linien im Stadtgebiet von Wien.
Stadtbus Geschichte mini|Doppeldeckerbus der Wiener Verkehrsbetriebe, 1921 mini|Fross-Büssing W IV O mini|Saurer 5 GF-ST mini|Gräf & Stift – Büssing U10 mini|Doppeldeckerbus Gräf & Stift DDU auf der Linie 61A, 1970 mini|Citybusse in der Wiener Innenstadt, 1993 mini|Gelenkbus Gräf & Stift GU 230, seit 2001 nicht mehr im Einsatzmini|Linie 78M am Schwedenplatz, 2014 mini|Mehrere neue Mercedes-Benz Citaro II Euro-6-Busse der Wiener Linien in der Betriebsgarage Spetterbrücke, vor ihrem ersten Einsatz mini|Stadtbuslinie betrieben von den Verkehrsbetrieben Gschwindl Der Autobusbetrieb wurde in Wien am 23. März 1907 aufgenommen, als einer der Proponenten gilt der langjährige Straßenbahndirektor Ludwig Spängler. Zuerst wurde mit Akkumulatorwagen und Gleislosen Bahnen experimentiert, ehe sich nach dem Ersten Weltkrieg die ersten Buslinien mit „Benzinbussen“ behaupten konnten. Vor allem in der historischen Innenstadt, wo aus Platzgründen kein Straßenbahnnetz mehr erstellt werden konnte, wurden nach und nach immer mehr Buslinien eingeführt. 1924 war der Fuhrpark bereits so groß, dass eine eigene Hauptwerkstätte errichtet werden musste, die sich heute auf der Simmeringer Haide befindet.
Der große Durchbruch bei der Wagenkonstruktion gelang 1928 mit dem Bau der legendären Fross-Büssing-Busse mit der Typenbezeichnung „W IV O“.
Zwischen 1936 und 1953 – unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg, in dem sämtliche 130 Busse beschädigt oder zerstört wurden – wurden die Busse auf Dieselmotoren umgestellt.
Inzwischen baute die Industrie auch neue Busse, wobei besonders die Langhauben-Typen 120-OGW von Gräf & Stift und 5 GF von Saurer lange Zeit das Stadtbild Wiens prägten. Um jedoch eine moderne Buskonstruktion zu schaffen, stellte die Industrie mehrere Versuchswagen her, woraus sich die neue Standard-Type kristallisierte: Der Großraum-Trambus Type U10 mit Büssing-Unterflurmotor und Automatikgetriebe. Diese Type wurde ab 1958 dem jeweils aktuellen Stand der Technik angepasst und vielfach eingesetzt.
Um die Leistungsfähigkeit der Busse zu erhöhen, wurden ab 1960 Doppeldeckerbusse (in Betrieb bis 1991) und ab 1963 Gelenkbusse eingesetzt. Kultstatus genießt in Wien die, ehemals mit Doppeldeckerbussen betriebene, Linie 13A. Sie löste 1961 die Straßenbahnlinie 13 ab und verkehrte zwischen Alser Straße und Südbahnhof (heute Hauptbahnhof). Für eine Nostalgieveranstaltung kehrten im November 2016 Doppeldeckerbusse auf die Neubaugasse zurück und sorgten für großes Aufsehen. Das auf der Linie 13A eingesetzte Doppeldeckermodell, von dem heute nur noch zwei Busse weltweit existieren, fasste 120 Fahrgäste, die heutigen Gelenkbusse, die diese Strecke nun bedienen, 150 Personen.
Zwischen 1963 und 1977 wurden rund 300 Busse so umgebaut, dass sie mit einem Diesel-/Flüssiggasgemisch betrieben werden können. Ab 1977 wurden alle neuen Busse mit speziellen Otto-Gas-Motoren ausgestattet, um von nun an mit reinem Flüssiggas betrieben werden zu können. Seit 1988 werden die Busse auch mit Abgas-Katalysatoren ausgestattet.
Eine besondere Busart, die für die beengten Verhältnisse der Wiener Innenstadt entwickelt wurde, waren die „City-Busse“. Diese kleinen Wagen waren von 1977 bis 1995 in Betrieb, ab 1992 wurden sie aber durch umweltfreundlichere „Midi-Busse“ ersetzt, die wiederum von VW-Citybussen abgelöst wurden, die kleiner und leiser waren.
Am Vormittag des 21. Mai 2007 wurde von den Wiener Linien der letzte Hochflurbus mit Stufen bei den Türen (Type LU 200 M11) offiziell aus dem Verkehr gezogen. Da es sich dabei um einen Bus der Linie 14A handelte, die durch den 5. Wiener Gemeindebezirk führt, geschah dies beim Bezirksamt Margareten. Wegen des Flüssiggasantriebs wäre ein Verkauf an einen anderen Betreiber kaum möglich gewesen, so dass entweder eine Verschrottung oder ein Verkauf an das Verkehrsmuseum Remise gedacht war, wo sich seit dem 24. Dezember 2003 ein Hochflurbus im Museumsbestand befindet. Schließlich wurde der Bus an einen privaten österreichischen Sammler verkauft.
Auf den City-Bus-Linien 2A und 3A verkehren Batteriebusse von Rampini/Siemens. Sie ersetzten die zuvor auf diesen Linien verkehrenden VW-Kutsenits-Kleinbusse. Die neuen Wagen sind mit einem Elektromotor ausgestattet, der an den Endhaltestellen mittels Stromabnehmer und einer kurzen Oberleitung aufgeladen wird. Im Gegensatz zu Oberleitungsbussen wird jedoch der am Dach befindliche Stromabnehmer im Fahrbetrieb nicht benötigt. Insgesamt sind zwölf solcher Busse im Bestand.
Im Herbst 2013 begann darüber hinaus die Kompletterneuerung der übrigen 500 Fahrzeuge umfassenden Busflotte. Bei den ersten Neufahrzeugen handelt es sich um 217 Mercedes-Benz Citaro und 6 Volvo Hybrid-Busse (an Hersteller zurückgegeben). Der erste Mercedes-Benz Citaro II G Euro 6 traf im November 2013 in der Garage Spetterbrücke ein, seit dem 7. Jänner 2014 stehen sie im Linieneinsatz auf den Linien 7A und 35A, seit dem 25. April 2014 auch auf der Linie 48A., abgerufen am 8. Jänner 2014 Einige Linien im Süden Wiens wurden ab 2024 auf elektrischen Betrieb mit eCitaro von Mercedes-Benz umgestellt, die Linie 39A wird seit 2025 mit Wasserstoffbussen des Herstellers CaetanoBus betrieben.
Liniennetz Derzeit gibt es 135 Stadtbuslinien (inkl. NightLine), die durch die Wiener Linien oder in deren Auftrag betrieben werden.
A- und B-Linien Die Tageslinien werden mit einer ein- oder zweistelligen Zahl und dem Suffix „A“ oder „B“ gekennzeichnet, wobei man sich am Liniensystem der Straßenbahn orientiert, was in der Frühzeit des Busbetriebes nicht der Fall war. A- und B-Linien mit derselben Nummer kennzeichnen in einigen Fällen Linienbündel wie beispielsweise die Linien 68A und 68B oder gegenläufige Rundkurse wie zum Beispiel die Linien 46A und 46B.
Von den derzeit 119 Linien sind 88 A-Linien und 31 B-Linien. 49 dieser Linien werden von den Wiener Linien selbst betrieben, der Rest wird von Subunternehmen im Auftrag der Wiener Linien betrieben. Die Fahrpläne werden für alle A- und B-Linien von den Wiener Linien erstellt, egal ob die Linie von den Wiener Linien selbst oder einem Subunternehmen geführt wird.
Folgende Busverkehrsunternehmen verkehren im Auftrag der Wiener Linien: Dr. Richard (26 Linien) Gschwindl (17 Linien) Blaguss (14 Linien) Wiener Lokalbahnen (7 Linien) Zuklinbus (7 Linien, davon 1 saisonal)
Die Österreichische Postbus AG hat mit Auslaufen der Aufträge für den 68A/B mit 31. Dezember 2024 ihre Tätigkeit im reinen innerstädtischen Verkehr in Wien nach ca. 90 Jahren beendet.
Die Bäderlinie 20B sowie die Friedhofslinien 38B und 39B verkehren nur an bestimmten Tagen.
Die nach Fahrgastzahlen nachgefragteste Buslinie ist die Linie 13A, die von den Wiener Linien selbst betrieben wird. Stärkste Auftragslinie ist die Linie 5B, die von Gschwindl im Auftrag der Wiener Linien geführt wird. Die dichteste Fahrtenfolge (Spitzenintervall 3 Min.) gibt es auf der durch Dr. Richard geführten Linie 34A.
Früher wurden die A-Linien von den städtischen Wiener Linien selbst oder in deren Auftrag betrieben. Auf den B-Linien verkehrten Privatunternehmen in Tarifgemeinschaft mit den Wiener Linien, wobei Fahrkarten der Wiener Linien bzw. des Verkehrsverbundes (VOR) anerkannt, aber nur Fahrscheine ohne Umsteigeberechtigung zum billigeren Haustarif im Bus verkauft wurden. Heute gibt es diesbezüglich keinen Unterschied mehr. Durch einen Gemeinderatsbeschluss von 2007 wurden alle auslaufenden Konzessionen an die Wiener Linien übertragen. Gleichzeitig wurden diese verpflichtet, einen Anteil auszuschreiben und an Subunternehmer zu vergeben.Sitzungsbericht der 29. Sitzung des Wiener Gemeinderates am 14. Dezember 2007, Seite 9, Punkt 13, abgerufen am 27. Dezember 2022. Seit dem 13. Oktober 2015 ist die Übertragung der Konzessionen aller Stadtbuslinien an die Wiener Linien abgeschlossen und es werden nun sämtliche Linien von ihnen oder in deren Auftrag betrieben.
Nachtbus (NightLine)
Nachtbuslinien sind mit einem „N“ als Präfix gekennzeichnet und werden von den Wiener Linien betrieben. Das Nachtbusnetz umfasst 32 Buslinien, davon werden elf Linien ausschließlich und die Linie N35 Montag bis Freitag als Rufbus betrieben.
Rufbus Alle 18 Rufbus-Linien werden vom Unternehmen Wiener Lokalbahnen Verkehrsdienste (WLV) im Auftrag der Wiener Linien betrieben. 14 Linien verkehren ausschließlich als Rufbus (die Linien 25B, 44B und 49B sowie elf Linien der NightLine), die vier Buslinien 41A, 86A, 89A, N35 werden zu bestimmten Zeiten durch Rufbusse ersetzt.
Anrufsammeltaxi (ASTax) Alle frühere Anrufsammeltaxilinien (25A, 44T, 49T, N23, N29, N90) wurden 2020 aus rechtlichen Gründen durch Rufbusse ersetzt. mini|Ehemalige ASTAX-Linie 44T in Dornbach
Sonderlinien Friedhofslinie: Am Wiener Zentralfriedhof betreiben die Wiener Lokalbahnen im Auftrag der Friedhöfe Wien die Rundkurslinie ZF. Zusätzlich zu den Einzelfahrkarten sind die Fahrausweise der Wiener Linien gültig.
Casino-Linie: Die von Dr. Richard betriebene Linie 303 von Wien Oper über Casino Baden nach Bad Vöslau verkehrt auch in der Nacht, wobei zwischen Oper und Wienerberg keine Bedienung im Stadtverkehr mehr erfolgt. Diese Linie war früher als Linie 360 Bestandteil der Wiener NightLine.
Ersatzlinie: Buslinien, die vorübergehend als Ersatz für Straßenbahnlinien verkehren, erhalten in der Regel die Nummer der Straßenbahnlinie mit dem Suffix „E“. Zwischen März 2014 und dem 1. September 2017 verkehrte die von Blaguss im Auftrag der Wiener Linien betriebene Linie 67E als Schienenersatzverkehr für den wegen U-Bahn-Bauarbeiten eingestellten Streckenabschnitt der Straßenbahnlinie 67. Bei U-Bahn-Linien wird normalerweise das Suffix „Z“ vergeben, welches für „Zusatzverkehr“ steht, zum Beispiel „U4Z“.
Museumslinie: Seit September 2014 verkehrte von Mitte März bis Ende Oktober zum Sondertarif die vom „ÖOM Omnibusbetrieb“ betriebene Museumslinie 78M mit historischen Fahrzeugen zwischen Schwedenplatz und dem Verkehrsmuseum Remise, wobei ein Zwischenstopp beim Hundertwasserhaus eingehalten wurde. Mittlerweile wurde die Linie wieder eingestellt.
Gestrichene Linie: Die nur im Allerheiligenverkehr und an Heiligabend verkehrende Linie „39A gestrichen“ zum Sieveringer Friedhof war die letzte sogenannte gestrichene Linie in Wien. Sie wurde am 1. November 1985 eingeführt und verkehrte im Anschluss an die reguläre Linie 39A. Zum 1. November 2012 wurde sie schließlich in Linie 39B umbenanntWiener Linien: Kurze Intervalle zu Friedhöfen an Allerheiligen, Pressemeldung der Wiener Linien auf www.ots.at, abgerufen am 15. Februar 2016, d. h. sie verkehrte letztmals am 24. Dezember 2011.
Regionalbuslinien Alle Regionalbuslinien werden im Auftrag des Verkehrsverbund Ostregion (VOR) betrieben und sind mit dreistelligen Zahlen bezeichnet. Viele dieser Linien verbinden Wien mit dem Umland und übernehmen oft innerhalb der Wiener Stadtgrenze zusätzlich zu den Stadtbuslinien eine Erschließungsfunktion. Früher verkehrten einige Regionalbuslinien fast zur Gänze innerhalb der Stadtgrenze – diese sowie der Rundkurs im Zentralfriedhof wurden mit einem „100er“-Liniensignal versehen. Heute werden damit Express- bzw. Langläuferlinien im Regionalbusverkehr gekennzeichnet.
siehe: Regionalbus
Fuhrpark Seit dem 17. Mai 2007 sind alle im Linienverkehr eingesetzten Busse niederflurig. Seit dem 14. Oktober 2017 sind alle Busse in Wien klimatisiert.
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