mini|hochkant=1.35|Sicht vom Burgberg auf das Burgthanner Tal

Burgthann (Fränkisch: „Burchdann“) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land in Bayern.

Geographie Lage mini|Burg Thann und der Ort Die Gemeinde Burgthann liegt ca. 20 Kilometer südöstlich von Nürnberg zwischen dem Ludwig-Donau-Main-Kanal und dem Flüsschen Schwarzach. Sie ist die sich am weitesten nach Süden erstreckende Gemeinde des Landkreises Nürnberger Land, im Süden und Osten grenzt sie an den Regierungsbezirk Oberpfalz.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Burgthann hat 17 Gemeindeteile. Nachstehend eine Aufstellung unter Angabe des Siedlungstyps und der jeweiligen Einwohner:

GemeindeteilSiedlungstypHauptwohn- sitze (2025)GemeindeteilSiedlungstypHauptwohn- sitze (2025)BachmühleWeilerOsterhofWeilerBurgthannPfarrdorf3.832PattenhofenDorfDörlbachDorf211PeuntingDorfEzelsdorfKirchdorf2.345RübleinshofSiedlungGroßvoggenhofDorfSchwarzenbachDorf726GrubDorf684SteinbachDorfHeinleinshofWeilerUnterferriedenKirchdorf1.176MimbergDorf1.741WesthaidWeilerOberferriedenPfarrdorf1.228

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die Gemarkungen Burgthann, Dörlbach, Ezelsdorf, Grub, Oberferrieden (Gemarkungsteil 0), Schwarzenbach und Unterferrieden. Die Gemarkung Burgthann hat eine Fläche von 7,531 km². Sie ist in 3658 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2058,73 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Mimberg und Pattenhofen.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind, von Norden aus im Uhrzeigersinn: Stadt Altdorf bei Nürnberg, Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, Markt Postbauer-Heng, Markt Pyrbaum und Gemeinde Schwarzenbruck.

Naturräumliche Zuordnung Nach der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (gemäß Meynen/Schmithüsen et al.) liegt Burgthann in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Fränkisches Keuper-Lias-Land, das Bestandteil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes ist (nach Ssymank). Das Gemeindegebiet von Burgthann befindet sich in der naturräumlichen Haupteinheit Vorland der mittleren Frankenalb.

Geologie mini|Eisensandstein (Dogger): Brentenberg bei Ezelsdorf (Burgthann)

Die Geologie des stark profilierten Burgthanner Landschaftsraumes wird durch Schichten des Keupers und des Lias (Schwarzer Jura) bestimmt. Im Südosten des Gemeindegebiets, der an die Oberpfalz angrenzt, sind zudem Schichten des Braunjuras (Dogger) dominierend. Im Schwarzachtal haben sich quartäre Talfüllungen abgelagert. Entlang der Schwarzach kommen die Feuerletten aus dem Mittleren Keuper (Trossingen-Formation) vor. Dieser tiefrote Tonstein und Tonmergelstein weist lokal konglomeratische Kalksteinbänke und -knollen sowie sandige Einlagerungen auf. Die Feuerletten und die darüberliegenden Rhätoliasschichten aus der Schwarzjura-Gruppe bilden die erste, zum Steilanstieg der Frankenalb vermittelnde Schichtstufe (Schichtstufenlandschaft).

Die höchste Schicht stellt der Dogger im Gemeindegebiet dar. Ein Höhenzug verläuft von Westhaid in Richtung Gespannberg. Östlich von Ezelsdorf, Osterhof führt ein bogenförmiger Dogger-Ausläufer zum Gespannberg. Der Hochpunkt dieser hügeligen Landschaft bildet der östlich des Gemeindegebiets befindliche Dillberg, dessen Gipfel aus Schichten der Weißjura-Gruppe (Malm) aufgebaut ist und eine Höhe von aufweist.

Der östlich von Ezelsdorf gelegene Brentenberg stellt die höchste Erhebung im Burgthanner Gemeindegebiet mit einer Höhe von dar. Der Brentenberg besteht aus Dogger-Schichten der Eisensandstein-Formation. Der Dogger Beta-Eisensandstein wurde vor rund 174 bis 170 Millionen Jahren in einem flachen Meer abgelagert und kann zwischen 20 und 80 Meter mächtig sein. Das Eisen wurde bereits frühzeitig von Menschen genutzt.

Klima Die Gemeinde liegt in der kühl-gemäßigten Klimazone und weist ein humides Klima auf. Die Burgthanner Landschaftsräume befinden sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima. Nach der Klimaklassifikation von Köppen/Geiger zählt Burgthann zum gemäßigten Ozeanklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C und die des kältesten Monats über −3 °C. Die Lias-Dogger-Landschaft erwärmt sich im Frühjahr und Herbst schneller als die wiesengeprägten Aueflächen entlang des Schwarzachtales.

Geschichte Gründung und frühes Mittelalter Die Gründung der Gemeinde geht auf das 12. Jahrhundert zurück, als es im Umfeld der dort errichteten Burg Thann zur Gründung mehrerer Siedlungen kam. Im Jahre 1225 wird Jutta von Thann urkundlich erwähnt, als sie dem Ägidienkloster zu Nürnberg drei Höfe schenkte.

Der Reichsministeriale Heinrich von Thann geriet in der Auseinandersetzung des Stauferkaisers Friedrich II. mit den Päpsten Gregor IX. und Innozenz IV. zwischen die landesherrlichen Fronten. In Folge dieser Auseinandersetzung war die Burg Thann um 1250 schweren Zerstörungen seitens der Nürnberger Burggrafen ausgesetzt. Die Kosten für den Wiederaufbau versuchten die Thanner durch den Verkauf von Gütern zu erlösen. Unter anderem veräußerte Heinrich von Thann am 5. März 1272 dem Deutschen Orden seine Güter in „Bosbawer (~ Postbauer) mit allem was dazugehört“.

Dem Druck der mächtigen Zollern auf Burg Nürnberg versuchte Heinrich von Thann durch den Verkauf seiner Burg an den bayrischen Herzog und Pfalzgrafen bei Rhein Ludwig II. mit Urkunde vom 31. Juli 1287 zu entgehen, indem er sich ihm als Lehensmann andiente. Zwar wurde Heinrich von Thann zunächst wieder mit Burg Thann belehnt, Ludwig II. verkaufte die Burg jedoch noch im selben Jahr an König Rudolf I. von Habsburg. Dieser überließ Burg Thann am 31. August 1288 dem Nürnberger Burggrafen Friedrich III., der die Burg den Thannern zunächst wieder als Lehen überließ.

Das ansbachische Amt Burgthann Im Jahre 1331 erwarb der Nürnberger Burggraf Friedrich IV. die Stadt Ansbach mit den dazugehörigen Territorien von den Grafen von Oettingen, so dass Burgthann ab diesem Jahre den „Ansbachischen Besitzungen“ zugeordnet werden kann. Nachdem die Nürnberger Burggrafen beziehungsweise Ansbacher Markgrafen im Jahre 1335 mit dem Kauf der Dörfer Ober- und Unterferrieden ihre Besitzungen um Burgthann (zu denen auch mehrere Güter zu Ezelsdorf, Grub und Schwarzenbach zählten) abgerundet hatten, gründeten sie 1346 das Pflegamt Thann als Sitz der lokalen Verwaltung. Letztmals sind dort um das Jahr 1360 „Thanner“ auf ihrem Stammsitz nachgewiesen. Dabei handelt es sich um Engelhard und Vokolt von Thann, die in Burgthann noch Burghuten innehatten. Über Vokolt von Thann ist auch bekannt, dass er mit einer Tochter des Adelsgeschlechts Smid verheiratet war und am 17. März 1335 Güter zu Tauernfeld und Leutenbach an das Kloster Seligenporten verkaufte.

1366 diente das Pflegamt Thann als Hochzeitsgabe, als die Tochter des Burggrafen Friedrich V., Elisabeth von Hohenzollern, den Pfalzgrafen Ruprecht heiratete. Bis zur Zahlung der restlichen Mitgift im Jahre 1404 war das Amt Burgthann daraufhin Teil der Pfalzgrafschaft bei Rhein. Danach wurde Burgthann von den Ansbacher Markgrafen wieder in Besitz genommen

Ab Amtmann Ab Amtmann Ab Amtmann Ab Amtmann 1346 Hermann von Golsdorf 1477 Hans von Schulenburg 1564 Sebastian von Muslohe 1624 Gottfried von Schlammersdorf 1404 W. Schenk zu Geyern 1488 Jörg von Embs 1579 Joachim von Lentersheim 1658 Friedrich von Zedwitz 1411 Apel von Seckendorf 1494 Hans von Embs 1581 Hans von Giech 1677 Christian Freiherr von Stein 1422 von Kottenheim 1500 Jörg von Embs 1582 Endres von Muslohe 1700 Adam von Goldacker 1443 Georg von Lichtenberg 1504 Hans von Schulenburg 1584 Hans von Giech 1704 Friedrich von Kniestädt 1444 Jörg von Klack 1505 Cunz Humler 1588 Endres von Muslohe 1710 Christian Freiherr von Stein 1458 Martin von Bardann 1507 Thomas von Kühdorf 1589 Wolf von Dobeneck 1723 Johann von Schaumburg 1459 Heinrich Talner 1532 von Thann 1590 Carl von Wildenstein 1740 Ernst Freiherr von Synker 1463 Hadamar von Absberg 1533 Ulrich Grünberger 1595 Jörg von Zedwitz 1745 Philipp Freiherr von Seckendorf 1464 Jörg von Klack 1535 Jörg von Embs 1606 Caspar von Seckendorf 1753 von der Streithorst 1468 Cunz von Erlbeck 1540 Hans von Embs 1620 Joachim von Damitz 1768 Philipp von Seckendorf 1563 Michael von Debitz

Im Jahre 1427 wurde die Burggrafschaft Nürnberg von den Hohenzollern an die Stadt Nürnberg verkauft, so dass das Ansbacher Pflegamt Burgthann von Nürnberger und Kurzpfälzischen Territorien umgeben war. Aufgrund dieser exponierten Lage hatte das Amt Burgthann während des Ersten Markgrafenkriegs (1449–1450) schwer unter Angriffen der Stadt Nürnberg und der Pfalzgrafen bei Rhein zu leiden. In Folge dieser Auseinandersetzung wurden nicht nur die Burg, sondern auch die Dörfer und Mühlen des Amts ein Raub der Flammen. Beim Wiederaufbau der Mühle Burgthann wurde neben der Mühle selbst auch ein Eisenhammer eingerichtet.

Im Jahre 1625 wurde die Burgthanner Hammerschmiede in eine Papiermühle umgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) kam es zu zahlreichen Kampfhandlungen im Ort, welche die dortigen Bauten stark in Mitleidenschaft zogen. Insbesondere die Burg nahm großen Schaden, als sie am 5. November 1635 von polnischen Landsknechten mit ihren Geschützen, die am Berglohe und beim Badbrunnen postiert waren, beschossen wurde. Bei der Stürmung der Burg durch 500 Landsknechte wurden der „Sohn des Amtmanns sowie der Bauer Rißmann jämmerlich erschossen“.

Als Markgraf Christian Friedrich Karl Alexander von Brandenburg mit Vertrag vom 16. Januar 1791 auf den Thron verzichtete, fiel das Oberamt Burgthann an Preußen. Im Juli 1796 besetzten preußische Husaren – soweit es nicht schon bisher zum Oberamt Burgthann gehörte – das Umland Burgthanns. Mit Ausnahme der Stadt Altdorf wurden alle bisher nürnbergischen Orte der preußischen Verwaltung mit Amtssitz Oberferrieden unterstellt. Von 1797 bis 1806 gehörte das Oberamt Burgthann dem Schwabacher Kreis an.

Burgthann wird bayerisch Mit Besitzergreifungspatent vom 20. Mai 1806 wurde die Markgrafschaft Ansbach und damit auch Burgthann dem Königreich Bayern angegliedert. Die bisherigen Pflegeämter – darunter auch das Oberamt Burgthann – wurden aufgelöst. Die Ruralgemeinde Burgthann, zu der auch die Weiler Ober- und Untermimberg zählten, wurde mit dem Gemeindeedikt von 1818 gebildet und dem Landgerichtsbezirk Altdorf zugeordnet.

Moderne Einem Großfeuer, das am 4. Juni 1842 ausbrach, vernichtete 7 Wohnhäuser. Am 6. Mai 1843 wurde der Ludwig-Donau-Main-Kanal eröffnet, der auch das Burgthanner Gebiet bei Rübleinshof durchquert. Auch 3 Kammerschleusen mit den Nummern 33 bis 35 wurden dort auf einer Strecke von nur rd. 850 Metern errichtet. Durch den Bau der Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg erhält Burgthann – mit Eröffnung der Teilstrecke Nürnberg-Neumarkt und deren Haltestelle in Burgthann (damals noch Haltestelle Rübleinshof) am 1. Dezember 1871 – Anschluss an das bayerische Fernbahnnetz. Ein erster Telefonanschluss wurde im Jahre 1900 durch das Oberpostamt Nürnberg nach Burgthann gelegt. Am 15. Dezember 1902 wurde Burgthann, mit Einweihung der eingleisigen Bahnstrecke Burgthann-Allersberg, zum Eisenbahnknoten. Eine erste Postagentur wurde im Jahre 1907 in einem Privathaus eingerichtet.