mini|hochkant|Martin Brambach (2014) Martin Brambach (* 28. Oktober 1967 in Dresden) ist ein deutscher Schauspieler.

Herkunft, Kindheit und Jugend Martin Brambach wurde 1967 in Dresden als Sohn der aus Breslau stammenden Kostümbildnerin Heidi Brambach und eines Architekten geboren. Er wuchs in Dresden-Altcoschütz und in Berlin-Prenzlauer Berg bei seiner Mutter und dem Regisseur Karlheinz Liefers auf. Mit zwölf Jahren erfuhr er, dass er nicht dessen leiblicher Sohn ist. Schleswig-Holstein am Wochenende, 28. Oktober 2017 Der Schauspieler Jan Josef Liefers ist sein Stiefbruder.

Im Alter von 15 Jahren spielte Brambach am Jugendtheater 76 in Berlin-Weißensee. 1984 nutzte seine Mutter als Reisekader der Berliner Volksbühne einen Aufenthalt in Finnland, um mit ihren noch gültigen Ausreisepapieren nach West-Berlin überzusiedeln. Ein halbes Jahr später folgte ihr Brambach kurz nach seiner Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule Berlin bei Rudolf Penka in den Westen. Zunächst zog er mit seiner Mutter ins südfinnische Lahti, später nach Hamburg. Das Gymnasium in Hamburg verließ er ohne Abitur und wechselte an die Westfälische Schauspielschule Bochum.Thomas Gehringer: Martin Brambach, der bekannteste Unbekannte. In: Tagesspiegel.de, 30. Mai 2013

Karriere Ab 1985 gehörte Brambach dem Ensemble des Bochumer Schauspielhauses an. Nach einem weiteren festen Engagement am Schauspielhaus Köln wechselte er Ende der 1980er Jahre an das Wiener Burgtheater, wo er u. a. mit den Regisseuren George Tabori, Einar Schleef und Claus Peymann arbeitete. Von 1999 bis 2001 zählte er zum Ensemble der Berliner Schaubühne. Seitdem arbeitet Brambach als freier Schauspieler.

Sein Leinwanddebüt gab Brambach 1994 in Franz Novotnys Filmsatire Exit II – Verklärte Nacht. In Michael Hanekes Kafka-Verfilmung Das Schloß übernahm er 1997 die Rolle des Schwarzen. Seine schauspielerische Leistung in Stephan Wagners Filmkomödie Kubanisch rauchen als Polizist brachte ihm 1999 den Preis für den besten Darsteller ein. In der Folgezeit trat er in zahlreichen Film- und Fernsehrollen in Erscheinung. Er wirkte u. a. in kleineren Rollen bei Kinofilmen wie Sophiiiie! (2002) Good Bye, Lenin! (2003), Das Leben der Anderen (2006), Fleisch ist mein Gemüse (2008), Der Vorleser (ebenfalls 2008), Oh Boy (2012) und Lindenberg! Mach dein Ding (2020) mit. Wiederholt arbeitete er mit dem österreichischen Regisseur Stefan Ruzowitzky zusammen, etwa für den Medizin-Thriller Anatomie 2 (2003) und das Holocaust-Filmdrama Die Fälscher (2007).

Brambach übernahm 2009 in der Sat.1-Filmkomödie Barfuß bis zum Hals in der Rolle des Helmut Steiner seine erste Spielfilmhauptrolle. Er wurde für diese Rolle für den Deutschen Fernsehpreis 2010 in der Kategorie „Bester Schauspieler“ nominiert. 2014 war er in Michael Rowitz’ Filmkomödie Mit Burnout durch den Wald als der als Würstchen verkleidete Langzeitarbeitslose Alfred Schuster in einer der Hauptrollen zu sehen. Für seine Rolle des Reiner Pfeiffer in dem Zweiteiler Der Fall Barschel (2015) wurde er mit dem Bayerischen Fernsehpreis, dem Deutschen Fernsehpreis sowie dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet. 2017 verkörperte er den kommunistischen Politiker und Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker an der Seite von Johanna Gastdorf als Margot Honecker in der ARD-Komödie Willkommen bei den Honeckers.

Brambach gastiert wiederholt in diversen Fernsehserien und Krimireihen, wie Kommissar Rex, Ritas Welt, Polizeiruf 110, Wilsberg, Das Duo, Nachtschicht, Ein starkes Team, Das Quartett und Die Drei von der Müllabfuhr. Er übernimmt darüber hinaus auch mehrere feste und wiederkehrende Rollen. In der Krimiserie SOKO Wismar war er von 2004 bis 2006 als Kriminaloberkommissar Winfried ‚Winnie‘ Scheel zu sehen. Von 2006 spielte er mit Unterbrechung bis 2025 an der Seite von Natalia Wörner in der ZDF-Krimireihe Unter anderen Umständen den Kriminalhauptkommissar Arne Brauner. Von 2007 bis 2010 übernahm er in KDD – Kriminaldauerdienst die Rolle des Thomas Behrens.

Von 2012 bis 2014 spielte er in 18 Folgen der TNT-Serie Add a Friend die Rolle des Arztes Dr. Metzler. Seit 2016 ist er für den MDR in der Fernsehreihe Tatort, in der er bereits zuvor mehrere Gastrollen hatte, als Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel zu sehen.mdr.de: abgerufen am 10. September 2014. 2017 übernahm er neben Meike Droste in der sechsteiligen Comedy-Serie Frau Temme sucht das Glück die Rolle des kauf- und spielsüchtigen Versicherungsmitarbeiters Hans-Peter Mühlens.

Brambach beteiligte sich im April 2021 an der Protestaktion #allesdichtmachen, bei der über 50 prominente Schauspieler die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie in ironisch-satirisch gemeinten Videos kommentierten. Die Aktion löste kontroverse Diskussionen aus. Brambach und weitere Schauspieler zogen ihr Video zurück.

Im März 2024 beteiligte sich Brambach zusammen mit weiteren Prominenten und Influencern an einem öffentlichen Tierschutz-Aufruf, der sich an den Discounter Lidl richtete. Der Anlass dafür war, dass Lidl wegen tierquälerischer Zustände bei seinen zuliefernden Hühnermastbetrieben immer wieder Negativschlagzeilen machte („Lidl-Fleischskandal“). (Mit Quellen zu Pressemitteilungen)

Privates Brambach hat einen Sohn namens Paul aus seiner Ehe mit der Fotografin Lalo Jodlbauer. Er lebt mit der Schauspielerin Christine Sommer, ihren beiden Töchtern und dem gemeinsamen Sohn Anton (* 2010) in Recklinghausen.

Filmografie Kinofilme 1997: Comedian Harmonists 1998: Kubanisch rauchen 1999: Untersuchung an Mädeln 2002: Sophiiiie! 2003: Anatomie 2 2003: Good Bye, Lenin! 2003: Adam & Eva 2003: Böse Zellen 2004: Die Boxerin 2005: Der Clown – Payday 2006: Goldene Zeiten 2006: Klimt 2006: Das Leben der Anderen 2006: Wo ist Fred? 2007: Die Fälscher 2007: Yella 2008: Fleisch ist mein Gemüse 2008: Nordwand 2008: Der Vorleser 2009: Fräulein Stinnes fährt um die Welt 2009: Diamantenhochzeit 2010: Tag und Nacht 2011: 4 Tage im Mai 2012: Oh Boy 2012: Unter Frauen 2013: Harms 2014: Besser als Nix 2016: Frauen 2018: Kursk 2020: Lindenberg! Mach dein Ding 2024: Zwei zu eins 2025: Ganzer halber Bruder

Fernsehfilme

Fernsehserien und -reihen

Hörspiele (Auswahl) 2013: Karlheinz Koinegg: Robin, der Reimer – Regie: Angeli Backhausen (WDR) 2013: Hans van Ooyen: Die Tote in der Emscher – Regie: Angeli Backhausen (WDR) 2014: Mark Zak: Glaube, Liebe, Mafia – Die Frau des Paten – Regie: Thomas Leutzbach (WDR) 2014: Friedemann Schulz: Dancing queen — Regie: Thomas Wolfertz für den ARD Radio Tatort, Produktion: hr 2015: Maxi Obexer: Illegale Helfer – Regie: Martin Zylka (WDR) 2020: Robert Harris: Der zweite Schlaf (12 Teile) (Captain John Hancock) – Regie: Leonhard Koppelmann (Hörspielbearbeitung – HR/Der Hörverlag) 2021: Lars Werner: Mönche – Regie: Janine Lüttmann (Deutschlandfunk Kultur) 2023: Martin Mosebach: Frau mit gelbem Barett – Regie: Thomas Wolfertz für den ARD Radio Tatort, Produktion: hr

Bücher

Martin Brambach, Jan Wehn: Nice to meet you, Ruhrgebiet: Auf Entdeckungstour ins Herz vom Pott, Polyglott, München 2022, ISBN 978-3-8464-0904-6

Ehrungen und Auszeichnungen 2010: Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis als Bester Schauspieler für seine Hauptrolle im Film Barfuß bis zum Hals. 2011: Sondernominierung für den Adolf-Grimme-Preis für „seine stetige schauspielerische Leistung in unterstützenden Rollen“ in Tatort: Wie einst Lilly, Tatort: Schön ist anders und Fasten à la Carte.Grimme-Institut: abgerufen am 26. Januar 2011 2016: Bayerischer Fernsehpreis als Bester Schauspieler in den Kategorien „Fernsehfilme“ und „Serien und Reihen“ für seine Rollen in Der Fall Barschel (NDR/ARD), Unter Verdacht – Ein Richter (ARTE) und Tatort: Auf einen Schlag (MDR/ARD). 2017: Deutscher Fernsehpreis für seine Rollen in Der Fall Barschel (ARD) und Wellness für Paare (ARD/WDR) 2017: Deutscher Schauspielpreis als „Bester Schauspieler in einer Nebenrolle“ für Der Fall Barschel.. Abgerufen am 23. September 2017.

Weblinks

Martin Brambach bei der Agentur Daniela Stibitz

Einzelnachweise

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