Die A1GP-Saison 2008/09 wurde vom 4. Oktober 2008 bis zum 3. Mai 2009 auf insgesamt sieben Rennstrecken ausgetragen. Als Weltmeister ging Irland hervor.

Überblick mini|GP von Südafrika in Kyalami am 22. Februar 2009 Die Saison 2008/2009 war die vierte der A1GP-Serie, die nun infolge des mit Ferrari geschlossenen Motorenausrüster-Vertrags in Kombination mit einem brandneuen Rennboliden den Zusatz Powered by Ferrari trug. Die Saison wurde durch Fertigungsschwierigkeiten des neuen Chassis und finanzielle Engpässe der Serie geprägt. Irland mit Adam Carroll am Steuer gewann nach fünf Rennsiegen den Titel vor dem Meisterteam der vergangenen Saison, der Schweiz, die vier Rennen als Erster beenden konnten. Meisterschaftsdritter wurde erstmals das portugiesische Team mit einem Rennerfolg. Ebenfalls Rennsiege verbuchen konnten die Teams aus Frankreich, Malaysia und den Niederlanden (zwei Mal).

Auto Als Einheitsauto kam der neue A1-Ferrari mit Michelin-Bereifung zum Einsatz, siehe A1GP-Autos. Er war von Beginn an anfälliger als der Vorgängerwagen, was mit der relativ kurzen Entwicklungs- und Testzeit begründet werden kann.

Teams Es traten offiziell 23 Teams an (siehe Team- und Fahrerübersicht), jedoch nahmen nur 21 auch tatsächlich an Rennwochenenden teil. Von den zwei offiziell gelisteten aber rennabstinenten Teams trat Pakistan immerhin beim offiziellen Test am 2. und 3. Oktober in Snetterton und bei einem zweitägigen privaten Test mit dem A1GP-Auto auf dem Phakisa Freeway in Erscheinung (Februar 2009), bei Kanada sind keinerlei Tests bekannt. Team Tschechien gehörte der Serie nicht mehr an, Korea und Monaco stiegen neu ein.

Nicht alle Teams nahmen durchgehend teil. Die Teams aus Großbritannien, Indien und Mexiko fehlten beim ersten Rennwochenende aufgrund der Chassisproblematik. Team Deutschland trat erst ab dem Kyalami-Wochenende an, da nach dem Rückzug von Seatholder Willi Weber zuerst ein Nachfolger gefunden und das Team restrukturiert werden musste.

Team- und Fahrerübersicht Team Seatholder Rennstall Fahrer Rennwochenenden SR HR RG Alan Jones Alan Docking Racing John Martin 1–7 7 7 14 Emerson Fittipaldi Felipe Guimarães 1–7 7 7 14 Liu Yu Ho-Pin Tung 1–3, 5–6 5 5 10 Cheng Cong Fu 4, 7 2 2 4 Rolf Beisswanger GU-Racing Michael Ammermüller 5, 7 2 2 4 André Lotterer 6 1 1 2 Jean Paul Driot Connor Racing Loïc Duval 1, 3–4 3 3 6 Nicolas Prost 2, 5–7 4 4 8 Tony Clements eigener Danny Watts 2–3, 5 3 3 6 Dan Clarke 4, 6–7 3 3 6 A1 Team India Limited Narain Karthikeyan 1–7 7 7 14 Bagoes Hermanto Satrio Hermanto 1–4, 7 5 5 10 Zahir Ali 5–6 2 2 4 Teddy Yip juniorJohn P. Hynes Status Grand Prix Adam Carroll 1–7 7 7 14 Piercarlo Ghinzani Team Ghinzani Fabio Onidi 1 1 1 2 Edoardo Piscopo 2–5 4 4 8 Vitantonio Liuzzi 6–7 2 2 4 unbekannt unbekannt Jung-Yong "Joshua" Kim Hwang Jin-woo 1–3 3 2 5 Tameem Auchi Daniel Morad 1–7 7 7 14 A1 Team Malaysia Sdn Bhd eigener Fairuz Fauzy 1–6 6 6 12 Aaron Lim 7 1 1 2 Juan CortinaJulio JáureguiJosé Ramón Elizondo David Garza 2–3 2 2 4 Salvador Durán 4–7 4 4 8 Clivio PiccioneHubertus Bahlsen eigener Clivio Piccione 1–7 7 7 14 Colin Giltrap Earl Bamber 1, 3, 5–7 5 5 10 Chris van der Drift 2, 4 2 2 4 Jan Lammers Racing for Holland Jeroen Bleekemolen 1, 3, 5, 7 4 4 8 Robert Doornbos 2, 4, 6 3 3 6 Adam Khan unbekannt Luís Vicente Filipe Albuquerque 1–7 7 7 14 Max Welti Neel Jani 1–7 7 7 14 Tokyo Sexwale Adrian Zaugg 1–6 6 6 12 Alan van der Merwe 7 1 1 2 Michael AndrettiKim GreenKevin Savoree Andretti Green Racing Charlie Kimball 1 1 1 2 Marco Andretti 2–6 5 5 10 J. R. Hildebrand 7 1 1 2 Rookies Team Fahrer Rennwochenenden Ashley Walsh 3–5 Felipe Guimarães 2–4 Ana Beatriz 6 Adderly Fong 4 Michael Ammermüller 5 André Lotterer 6 Nicolas Prost 2–7 Danny Watts 2–3, 5 James Winslow 4 Dan Clarke 6 Aaron Steele 7 Narain Karthikeyan 2 Armaan Ebrahim 3 Parthiva Sureshwaren 4–7 Zahir Ali 2–6 Niall Quinn 2–4, 6–7 Christian Montanari 2 Stefano Coletti 3 Vitantonio Liuzzi 6 Hwang Jin-woo 2–3 Daniel Morad 2–5 Jimmy Auby 6–7 Aaron Lim 2–7 David Garza 2 Juan Pablo García 4–5 Hubertus Bahlsen 4–7 Chris van der Drift 2, 4 Earl Bamber 3, 5–6 Dennis Retera 2–7 Armando Parente 3, 6 António Félix da Costa 4–5 Alexandre Imperatori 2–7 Gavin Cronje 3, 5 Cristiano Morgado 4, 6–7 Marco Andretti 2 J. R. Hildebrand 3–5, 7 Robbie Pecorari 6

Rennkalender Der Kalender der Saison 2008/2009 enthielt sieben Rennwochenenden.

Nr. Datum Rennstrecke Sieger Zweiter Dritter 1. 4. – 5. Oktober 2008 2. 7. – 9. November 2008 3. 21. – 23. November 2008 4. 23. – 25. Januar 2009 5. 20. – 22. Februar 2009 6. 10. – 12. April 2009 7. 1. – 3. Mai 2009 Vor der Saison wurden drei offizielle Tests abgehalten. Sie fanden in Donington (9. / 11. September) und Snetterton (23. / 24. September sowie 2. / 3. Oktober) statt. Hinzu kam ein weiterer Test am 23. / 27. Oktober in Silverstone.

Der Saisonstart musste wegen der Probleme bei der Fertigstellung der neuen Chassis verschoben, das für den 19. – 21. September geplante Rennwochenende in Mugello ersatzlos gestrichen werden. In Zandvoort zwei Wochen später verfügten immer noch nur 17 Teams über ein Chassis, von denen acht ihr Auto auch erst kurz vor dem Rennwochenende – fünf sogar unmittelbar – ausgehändigt bekamen und zum Teil noch während der Trainings (und, in Einzelfällen, des Qualifyings) zusammenbauen mussten. Nur die Teams aus Australien, Italien, Malaysia, Neuseeland, den Niederlanden und Südafrika sowie Irland, Libanon, Monaco und Pakistan hatten ihr Chassis früher erhalten und damit die Gelegenheit zur Teilnahme an Testfahrten gehabt.

Zu den Problemen war es durch einen Unfall des österreichischen Testpiloten Patrick Friesacher nach einem Bruch einer Strebe der hinteren rechten Radaufhängung während eines Tests in Magny-Cours (in der schnellen Estoril-Passage) gekommen, bei dem sich dieser drei Brustwirbel brach, was den eng bemessenen Test-Zeitplan völlig über den Haufen warf. Es wurden Nachbesserungen in diesem Bereich des Autos nötig, die eine entsprechende Zeit in Anspruch nahmen.

Das zunächst für Anfang November geplante Rennwochenende in Lippo Village wurde auf Anfang Februar verschoben; die ursprünglich für Mitte Dezember angesetzte Veranstaltung in Chengdu übernahm daraufhin den Termin. Trotz der nun erhaltenen zusätzlichen Bauzeit konnte die Strecke nahe Jakarta aufgrund starker Regenfälle, die bereits vorasphaltierte Abschnitte wieder zerstörten, in sicherheitsrelevanten Bereichen nicht rechtzeitig für die FIA-Streckenabnahme fertiggestellt werden, sodass eine Grade-2-Einstufung nicht erfolgte, die A1GP-Serie gar nicht erst anreiste und nur einheimische Serien wie die indonesische GT-Meisterschaft tatsächlich Läufe austrugen.

Vor dem Rennwochenende in Kyalami gab es erhebliche Verzögerungen bei der Anlieferung des Equipements. Durch diese wurde der Tagesablauf mancher Teams am Freitag entscheidend beeinträchtigt, die Trainings darum nach hinten verschoben, wobei jedoch die Rookie-Sessions für manche Teams immer noch zu früh stattfanden.

Das zuletzt für den 22. bis 24. Mai vorgesehene Rennwochenende in Mexiko-Stadt wurde wegen des Ausbruchs der Schweinegrippe abgesagt. Zuvor hatte es bereits Probleme mit der Homologierung der ursprünglich für den 13. bis 15. März angesetzten Strecke gegeben, da sich die FIA mit der im Vorjahr verwendeten Einfachschikane vor der gefährlichen Peralta(da)-Zielkurve nicht mehr zufriedengab und erst eine von der A1GP-Serie vorgeschlagene Dreifachschikane auf Akzeptanz stieß.

Ein von Medien ins Spiel gebrachtes Rennwochenende im brasilianischen Interlagos vom 15. bis 17. Mai 2009, das in den ersten Versionen des offiziellen A1GP-Kalenders als TBA-Veranstaltung Ende März aufgeführt war, kam nicht zustande. Der Ort und der spätere Termin waren ohnehin nie von den Serienorganisatoren offiziell bekanntgegeben worden.

Regeländerungen Die beiden Abschnitte des Rookie-Trainings wurden um je fünf Minuten auf 30 Minuten verlängert, die Pause von zehn auf 20 Minuten erhöht. Die Qualifikation bestand weiterhin aus vier Teilen; die Piloten hatten in jedem Segment nun jedoch nur noch zehn statt 15 Minuten Zeit um ihre Rundenzeiten zu erzielen. Während das Hauptrennen keine Regeländerungen erfuhr, ergaben sich für das Sprintrennen drei Veränderungen: Die Rennzeit wurde von 19 auf 24 Minuten plus eine Runde aufgestockt. Um größere Verschiebungen möglich zu machen, mussten die Teams jetzt auch in diesem Rennen einen Boxenstopp zwischen den Runden vier und acht einlegen. Das Punktesystem wurde ein weiteres Mal verändert und belohnte nur noch die ersten acht Fahrer des Sprintrennens. Der Sieger bekam zehn Zähler, für die weiteren Platzierungen wurden Punkte in den Schritten 8-6-5-4-3-2-1 vergeben.

Die Definition des „Rookies“ wurde einer weiteren Änderung unterzogen: So fielen in diese Kategorie nunmehr Fahrer, die noch nicht mehr als sechs Rennen in der A1GP-Serie bestritten hatten und auch noch nicht in einem der fünf stärksten Monoposto-Championate (Formel 1, GP2, Champ Car, Formel Nippon und Indy Cars) angetreten waren oder Fahrer, die für die „Motorsport-Entwicklungsländer“ China, Indonesien, Korea, Libanon sowie Pakistan an den Start gingen und noch nicht mehr als drei Top-Ten-Ergebnisse in der A1GP-Serie erzielt hatten.

Im Zuge der Verpflichtung von Magneti Marelli als Elektroniklieferant im Schlepptau von Ferrari wurden die neuen Fahrzeuge mit einer Launch Control ausgestattet. Das vormals strikte Verbot technischer Fahrhilfen war damit hinfällig.

Um den Nachteil, den die aufgrund der Chassis-Problematik beim Auftakt verhinderten Teams hinsichtlich des Meisterschaftsstands erlitten hätten, so gering wie möglich zu halten, wurden vor dem Zandvoort-Wochenende Streichresultate eingeführt. Die betroffenen Teams konnten damit das punktlose erste Rennwochenende aus der Wertung nehmen, wohingegen sich die an allen sieben Veranstaltungen teilnehmenden Nationen an anderer Stelle einen Doppelausfall leisten konnten.

Nach dem Rennwochenende in Chengdu wurde beschlossen, dass die Fahrer im Qualifying zukünftig in einer der vier gezeiteten Runden den PowerBoost-Knopf für 60 Zusatz-PS würden benutzen dürfen. Dieser bliebe dann die komplette Runde aktiviert, was in einem signifikanten Leistungsvorteil resultieren sollte. Die neue Regel kam in Sepang erstmals zum Einsatz und war ab der Veranstaltung in Kyalami Standard.

Neben den offiziellen Testfahrten und den Rennwochenenden gab es in dieser Saison erstmals die Möglichkeit, in einem speziell angepassten Simulator zu trainieren.

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