Wilhelmine Karoline von Wobeser (geb. Wilhelmine Karoline von Rebeur; * 19. Februar 1769 in BerlinELAB (Evangelisches Landeskirchliches Archiv in Berlin / Archion)-Hrsg.: Taufregister Nikolaikirche Berlin, Nr. 51/1769.; † 1807 auf Gut Wirschen bei Stolp in Pommern) war eine deutsche Schriftstellerin.
Leben Wilhelmine Karoline von Wobeser entstammte der briefadeligen Familie von Rebeur, die in Preußen nobilitiert wurdeG. A. von Mülverstedt, Ad. M. Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. 6. Band/9, Abgestorbener Meklenburgischer Adel. Bauer und Raspe (Emil Küster), Nürnberg 1894, S. 83. und 1840 genealogisch ausstarb.Genealogisch-Diplomatisches Jahrbuch für den Preußischen Staat und zunächst für dessen Adel und die höheren Stände überhaupt. I, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1841, S. 114. Sie wurde geboren 1769 als älteste Tochter des JuristenHeinrich Wilhelm Rotermund: Fortsetzungen und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinem Gelehrten-Lexiko. Band 6, Johann Georg Heyse, Bremen 1819, S. 1492. und Buchautoren Christian Ludwig von Rebeur (* 1741; † 11. Januar 1809), der zum Kammergerichtsrat berufen wurde und später königlich-preußischen Kammer-Präsidenten war, ab 1764.Johann Georg Meusel: Das gelehrte Deutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller. Band 16, 5. Auflage, Verlag Meyer Lemgo 1812, S. 371. Vater Christian Ludwig von RebeurKönigl. Justiz-Ministerium (Hrsg.): Jahrbücher für die Preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung. Band 58, Selbstverlag, Berlin 1842, S. 312 f.Vgl. Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA GR, Rep. 54, Nr. 31 Fasz. 13.Beauftragung des Kammmergerichtspräsidenten Christian Ludwig de Rebeur mit der Justizvisitation bei der neumärkischen Regierung, dem Magistrat in Frankfurt (Oder) und dem uckermärkischen Obergericht., In: Deutsche Digitale Bibliothek. lebte in Berlin und teils auf seinem Gut Criewen in der Uckermark.Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 2, Friedrich Maurer, Berlin 1805, S. 534 f.Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg oder Geschichte der einzelnen Kreise, Städte, Rittergüter, Stiftungen und Dörfer in derselben, als Fortsetzung des Landbuch’s Kaiser Karl’s IV. Band IV, Selbstverlag, Berlin 1864, S. 203 f. Durch ihren Vater erhielt sie eine gute Bildung, die neben der Lektüre deutscher Schriften auch französische Literatur umfasste. Im Jahr 1797 heiratete sie den königlich-preußischen Hauptmann Friedrich von Wobeser, der aus einem alten pommerschen Adelsgeschlecht stammte. In seinem Besitz befand sich das Gut Wirschen bei Stolp in Pommern, wo Wilhelmine Karoline von Wobeser 1807 verstarb.
Familie Karoline von Wobeser heiratete am 13. Januar 1797 den Hauptmann Friedrich von Wobeser (* 17. August 1762; † 6. März 1832). Dieser nahm 1800 seinen Abschied und zog sich auf sein neuerworbenes Gut Reichenbach zurück. Das Paar hatte mehrere Kinder: Sophie Maria Magdalene (* 7. November 1802; † 4. April 1870) ⚭ 1822 Philipp von Braunschweig (* 9. September 1792; † 7. August 1882), Herr auf Sorchow (Anteil A)Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1912. Sechster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1911, S. 97 Maria (* 26. Mai 1801; † 22. September 1887) ⚭ Carl von Paschwitz (* 9. Februar 1793; † 7. März 1872), OberstAd. M. Hildebrandt: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. XXV. Jahrgang, Hrsg. Herold (Verein), Carl Heymanns Verlag, Berlin 1897, S. 309. Antonie (1803–1804)
Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Wobeser im Jahr 1812 Johanna Guhl. Aber 1813 musste Wobeser das Gut verkaufen und erhielt eine Anstellung bei der Gendarmerie. Dort wurde er noch 1814 Kreisbrigadier.
Werk Ihr Werk Elisa, oder das Weib wie es seyn sollteWobeser, Wilhelmine Karoline von: Roman Elisa, In: Zeno.org. erschien anonym 1795 und wurde ein großer Erfolg. Bereits 1800 kam die fünfte Auflage des Romans bei Heinrich Gräff in Leipzig heraus, zahlreiche Raubdrucke sowie Übersetzungen u. a. ins Englische und Französische führten zu einer weiten und internationalen Verbreitung. Gleichzeitig sorgte die im Roman rigoros geforderte Unterordnung der Frau unter den Mann, die gerade in einer Selbstaufgabe der Frau mündete, für zahlreiche Gegenschriften, aber auch Fortsetzungen und Nachahmungen.
Wilhelmine Karoline von Wobeser nannte ihren Namen trotz Bitte ihres Verlegers Heinrich Gräff in keiner der Neuauflagen, was sie u. a. mit ihrer Schwangerschaft und den Pflichten als Hausfrau begründete, so sagt noch Schindel, dass „ihr Verdienst als Schriftstellerin […] von dem weit übertroffen [wurde], welches sie in der kurzen Zeit ihres Lebens als Gattin und Mutter besaß“Carl Wilhelm Otto August von Schindel: Die deutschen Schriftstellerinnen des neunzehnten Jahrhunderts. Zweiter Theil M-Z. Brockhaus, Leipzig 1825, S. 437 f.. Als Verfasserin wurden so u. a. Christiane Sophie Ludwig, Benedikte Naubert, Friederike Lohmann, Caroline Auguste Fischer und sogar deren Ehemann Christian August Fischer vermutet.
Nach dem Tod Wilhelmine Karoline von Wobesers fanden sich in ihren Unterlagen einige wenige vermischte Aufsätze moralischen und naturhistorischen Inhalts, die jedoch nicht veröffentlicht wurden.
Literatur Carl Wilhelm Otto August Schindel: Die deutschen Schriftstellerinnen des neunzehnten Jahrhunderts. Zweiter Theil: M–Z. F. A. Brockhaus, Leipzig 1825, S. 436–444. Albrecht Wilhelm von Wobeser: Nachrichten von dem adeligen Geschlechte der von Wobeser. Th. Schatzky, Breslau 1893, S. 66. Lydia Schieth: „Nachwort“. In: Wilhelmine Karoline von Wobeser: Elisa oder das Weib wie es sein sollte. In: Frühe Frauenliteratur in Deutschland 8, Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Graeff. Verlag Olms, Hildesheim u. a. 1990, ISBN 3-487-09268-9, S. 1–39.
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