Eichenried ist der nach Einwohnerzahl kleinste Ortsteil in der Gemeinde Kalbach im osthessischen Landkreis Fulda.
Geographische Lage Eichenried liegt auf einer Höhe von 475 m über NN im Süden des Landkreises Fulda, im Naturpark Hessische Rhön. Der Ort grenzt im Nordwesten an Mittelkalbach, im Osten an Oberkalbach und im Süden an Veitsteinbach.
Der Landrückentunnel, der mit 10.779 m längste Tunnel Deutschlands, unterquert Eichenried mit einer Überdeckung von mehr als 100 m.
Geschichte Ortsgeschichte Der Fürstabt des Klosters Fulda, Johann III. von Henneberg-Schleusingen († 1541), ließ den Weiler im Jahre 1523 in der Gemarkung von Veitsteinbach anlegen. Veitsteinbach und Eichenried waren damals eine Gemeinde. Das führte 1534 zu einem Prozess zwischen Philipp von Eberstein und dem Kloster, da Philipp von Eberstein nun analog einen Anteil am Zehnten auch von Eichenried verlangte. Veitsteinbach wurde schon 953 genannt, ist also wesentlich älter als Eichenried. Da es im 14. und 15. Jahrhundert von seinen Einwohnern vorübergehend verlassen worden war, wurde seine Gemarkung zwischen Eichenried und Mittelkalbach aufgeteilt.
Eichenried gehörte zum Oberamt Neuhof der Fürstabtei Fulda das 1803 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an das Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda viel. Während der napoleonischen Zeit stand das Amt Neuhof – und damit auch Eichenried – ab 1806 unter französischer Militärverwaltung und gehörte dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt. Anschließend fiel es an das Kurfürstentum Hessen zurück. Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, die Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise einteilte, kam Eichenried in den Kreis Fulda. Veitsteinbach war bis 1837 ein Ortsteil von Eichenried, wurde dann wieder selbstständig.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen gab es Veränderungen. Zum 1. September 1969 wurde die Gemeinde Eichenried in die Gemeinde Veitsteinbach eingegliedert. Zum 1. April 1972 schlossen sich im Zuge der Gebietsreform die Gemeinden Mittelkalbach, Niederkalbach und Veitsteinbach unter dem Namen Mittelkalbach zusammen. Diese wurde aber bereits zum 1. August 1972 kraft Landesgesetz in der Gemeinde Kalbach eingegliedert. Für Eichenried, Mittelkalbach. Niederkahlbach und Veitsteinbach wurden, wie für die anderen Ortsteile von Kalbach, je ein Ortsbezirk eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Eichenried angehört(e):
vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstabtei Fulda, Oberamt Neuhof ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Amt NeuhofDurch den Reichsdeputationshauptschluss. 1806–1810: Kaiserreich Frankreich,Infolge der Napoleonischen Kriege. Fürstentum Fulda, Amt Neuhof (Militärverwaltung) 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Salmünster ab 1816: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Provinz Fulda, Amt Neuhof ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis FuldaVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 76.Trennung von Justiz (Justizamt Neuhof) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Fulda ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1969: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Gemeinde Veitsteinbach ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Gemeinde MittelkalbachVom 1. April bis 31. Juli 1972. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Gemeinde Kalbach
Bevölkerung Einwohnerentwicklung
• 1812: 37 Feuerstellen, 326 Seelen
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 152 katholische (= 100 %) Einwohner • 1961: 152 römisch-katholische (= 99,35 %), ein evangelischer (= 0,65 %) Einwohner
Politik Für Eichenried besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Eichenried) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2026 traten nur die Freien Wähler für Eichenried (FWfE) zur Ortsbeiratswahl an.Ergebnis der Ortsbeiratswahl auf Votemanager, abgerufen am 7. September 2026. Der Ortsbeirat wählte Marcel Möller zum Ortsvorsteher.Ortsbeiräte von Kalbach. In: Webauftritt der Gemeinde Kalbach, abgerufen am 7. September 2026.
Sehenswürdigkeiten mini|Uranustafel am Planetenwanderweg Neuhof–Kalbach
Vom Aussichtspunkt Eichenrieder Weitblick hat man eine Weitsicht über Neuhof, den Gieseler Forst, dem Vogelsberg, bis hin zum Knüll. Außerdem befinden sich dort einige Tafeln mit Bezug zum Sternenpark. Der ca. 9 Kilometer lange Planetenwanderweg führt von der Johannes-Kepler-Schule bis nach Eichenried am Bürgerhaus. Jeder Planet hat eine eigene Tafel mit wissenswerten Informationen.
Infrastruktur Eichenried hat ein eigenes Bürgerhaus. Durch den Ort führt die Landesstraße 3207. Die nächstgelegenen Autobahnen sind die A66 mit der Auffahrt Neuhof Süd und die A7 mit der Auffahrt Bad Brückenau-Volkers. Die Linie 52 der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Fulda (LNG Fulda) stellt im ÖPNV die Verbindung zu den umliegenden Orten sicher. Sie endet am Bahnhof Neuhof. Die RE50 führt von Neuhof über das Kinzigtal nach Fulda oder Frankfurt am Main.
Literatur Reimer, Heinrich: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Marburg 1926, S. 1069.
Weblinks Gemeindeportrait In: Webauftritt der Gemeinde Kalbach.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Kategorie:Ort im Landkreis Fulda Kategorie:Geographie (Kalbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fulda) Kategorie:Gemeindeauflösung 1969 Kategorie:Ort in der Rhön