mini|Symbol der Olympiastützpunkte
Olympiastützpunkte (OSP) sind Einrichtungen für den Leistungssport in Deutschland. Neben den Bundesstützpunkten, den Landes- und Bundesleistungszentren sind sie ein Strukturelement innerhalb des Stützpunktsystems des deutschen Spitzensports.
Sie werden aus zweckgebundenen Mitteln des Bundesministeriums des Innern, der jeweiligen Länder sowie ggf. weiterer Zuwendungsgeber finanziert.
Kennzeichen mini|Skulptur an einem Olympiastützpunkt (OSP) in Baden-Württemberg Im StützpunktkonzeptStützpunktkonzept des Deutschen Sportbundes Bereich Leistungssport 2004. des damaligen Deutschen Sportbundes (heute: Deutscher Olympischer Sportbund) vom Dezember 2004 wurden die Olympiastützpunkte erstmals beschrieben. Der DOSB beschreibt sie wie folgt:
Die Olympiastützpunkte erfüllen gemäß dem Stützpunktkonzept des DOSB von 2013 im Einzelnen folgende Zwecke:DOSB: . (PDF, 1,13 MB). 21. März 2013. Online auf www.dosb.de. Abgerufen am 22. August 2016. „Deutsche Athleten/innen sollen gesund trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen und im Verletzungs- oder Krankheitsfall schnell und fachkundig versorgt und nach Möglichkeit wieder in den Trainingsprozess integriert werden können.“ „Der tägliche Trainingsprozess soll fortwährend trainingswissenschaftlich begleitet werden können, um Leistungsvoraussetzungen zu schaffen, Bewegungen zu verbessern, Trainingsbelastungen zu steuern sowie Athlet/in und Trainer/in in Fragen der Trainingsgestaltung zu beraten.“ „Durch Trainingsstätten und Trainerbeschäftigung werden wesentliche Voraussetzungen für den Trainings- und Wettkampfbetrieb geschaffen.“ „Die Athleten/innen sollen Schule, Ausbildung und Beruf mit dem Leistungssport vereinbaren können.“ „Durch sportpsychologisches Training sollen die zu betreuenden Athleten/innen lernen können, sich auf die Anforderungen des Leistungssports einzustellen.“ „Die Athleten/innen sollen sich gesund und abwechslungsreich ernähren können.“
Stützpunkte Bestehende Olympiastützpunkte miniatur|Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald miniatur|Olympiastützpunkt Westfalen in Dortmund (Rudern) Das Stützpunktsystem verfügt zurzeit über folgende 17 Olympiastützpunkte: OSP Bayern OSP Berlin OSP Brandenburg (Cottbus/Frankfurt (Oder)/Potsdam) OSP Freiburg-Schwarzwald OSP Hamburg/Schleswig-Holstein (u. a. mit der Ruderakademie Ratzeburg und dem Olympiazentrum Schilksee) OSP Hessen (bis Feb. 2008 OSP Frankfurt-Rhein-Main) OSP Mecklenburg-Vorpommern OSP Niedersachsen OSP Rheinland OSP Rheinland-Pfalz/Saarland OSP Rhein-Neckar OSP Rhein-Ruhr OSP Sachsen (Chemnitz/Dresden/Leipzig) OSP Sachsen-Anhalt OSP Stuttgart OSP Thüringen OSP Westfalen miniatur|Der ehemalige Olympia- und heutige Bundesstützpunkt Tauberbischofsheim (Fechten)
Ehemalige Olympiastützpunkte OSP Chemnitz/Dresden (1992–2018, in Olympiastützpunkt Sachsen eingegliedert) OSP Leipzig (1992–2018, in Olympiastützpunkt Sachsen eingegliedert) OSP Tauberbischofsheim (1986–2017)Spiegel: Nach 31 Jahren: Tauberbischofsheim kein Olympiastützpunkt mehr. 20. Juli 2017. Online auf www.spiegel.de. Abgerufen am 3. Oktober 2017.
Fusionen Im Dezember 2008 kam es zur Zusammenführung der Olympiastützpunkte Cottbus/Frankfurt (Oder) und Potsdam zum Olympiastützpunkt Brandenburg.
Situation in anderen Ländern Norwegen In Norwegen gibt es mit dem Olympiatoppen ein Zentrum in Oslo, das dem norwegischen Olympischen und Paralympischen Komitee sowie den norwegischen Konföderation der Sportarten dient und für die Ausbildung des norwegischen Spitzensports verantwortlich ist.
Österreich In Österreich gibt es sieben sogenannte Olympiazentren.Olympiazentrum.at Olympiazentren im Österreich. Online auf www.olympiazentrum.at. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
Schweiz In der Schweiz gibt es derzeit keinen speziellen Olympiastützpunkt, jedoch Bestrebungen des Spitzenverbands Swiss Olympic zur Errichtung eines Olympiastützpunktes für die Schweiz, um durch neue Impulse mit den internationalen Entwicklungen des Hochleistungssports mitzuhalten.. Online auf www.cxxl.swissolympic.ch. Abgerufen am 10. Oktober 2017.
Kritik Mittelverwendung und Transparenz Bei den Häusern der Athleten liegt die Aufgabe der Olympiastützpunkte darin, die zweckbestimmte Nutzung sicherzustellen, den Finanzbedarf aus Bundessicht zu ermitteln und die bereitgestellten Mittel zur Verfügung zu stellen und dies ggfs. mit den Trägern der Einrichtungen abzustimmen und zu prüfen. Die Olympiastützpunkte arbeiten jedoch mit sehr verschiedenen Modellen, die teilweise mit der räumlichen Struktur, teilweise mit der sehr unterschiedlichen personellen Ausstattung zusammenhängt. So sind die Kosten pro aus dem OSP resultierendem Olympiateilnehmer oder -medaillengewinner extrem unterschiedlich.Eike Emrich, Ronald Wadsack: Zur Evaluation der Olympiastützpunkte: Betreuungsqualität und Kostenstruktur. (= Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft. Band 6). Sport und Buch Strauß, Köln 2005, ISBN 3-89001-406-2. 2014 hat der Bundesrechnungshof die Verwendung der Bundesmittel in den OSPs kritisiert und die sachgerechte Verwendung angemahnt sowie auf das Einsparungspotential für den Bund in der Zukunft verwiesen.Bundesrechnungshof: Bes. S. 167ff. Da der DOSB hierauf nichts unternommen hat, hat der Bundesrechnungshof 2015 erneut gemahnt und die fehlende Transparenz bemängelt, durch den die Bundesfachverbände sehr unterschiedlich gefördert werden.Correctiv.org: .
Statistik
Verteilung der aktuellen und ehemaligen Olympiastützpunkte auf die deutschen Bundesländer
Bundesland Aktuelle OSP Ehemalige OSP Gesamt Baden-Württemberg OSP Freiburg-Schwarzwald, OSP Rhein-Neckar, OSP Stuttgart OSP Tauberbischofsheim 4 Bayern OSP Bayern - 1 Berlin OSP Berlin - 1 Brandenburg OSP Brandenburg - 1 Bremen - - 0 Hamburg OSP Hamburg/Schleswig-Holstein - 1 Hessen OSP Hessen - 1 Mecklenburg-Vorpommern OSP Mecklenburg-Vorpommern - 1 Niedersachsen OSP Niedersachsen - 1 Nordrhein-Westfalen OSP Rheinland, OSP Rhein-Ruhr, OSP Westfalen - 3 Rheinland-Pfalz OSP Rheinland-Pfalz/Saarland - 1 Saarland OSP Rheinland-Pfalz/Saarland - 1 Sachsen OSP Chemnitz/Dresden, OSP Leipzig - 2 Sachsen-Anhalt OSP Sachsen-Anhalt - 1 Schleswig-Holstein OSP Hamburg/Schleswig-Holstein - 1 Thüringen OSP Thüringen - 1
Die größten Olympiastützpunkte (gemessen an der Anzahl der betreuten Bundeskaderathleten)
Rang Olympiastützpunkt Bundeskaderathleten 1 OSP Bayern über 900 2 OSP Berlin über 500 3 OSP Westfalen etwa 500
Bundeszuwendungen Seit 2010 förderte das Bundesinnenministerium die Stützpunkte mit etwa 30 Mio. € im Jahr. 2016 erhielt der OSP Berlin mit 4,28 Mio. € das meiste Geld, vor dem OSP Bayern mit 4,03 Mio. €. Die geringste Förderung erhielt der OSP Freiburg-Schwarzwald mit 0,71 Mio. €. Insgesamt erhielten die Stützpunkte 2016 31,50 Mio. € Förderung.
Literatur Deutscher Olympischer Sportbund (Hrsg.): DOSB Stützpunktkonzept. Weiterentwicklung des Stützpunktsystems ab 2013. 20 Seiten. DOSB, Frankfurt am Main 2013.
Weblinks
Olympiastützpunkte
Einzelnachweise
Kategorie:Sportorganisation (Deutschland) Kategorie:Trainingsinstitution Kategorie:Leistungssport