mini|Vodafone-Campus in Düsseldorf mini|Der Standort von Vodafone an der Ratinger Rehhecke
Die Vodafone GmbH ist ein deutsches Tochterunternehmen des britischen Telekommunikationsunternehmen Vodafone Group. Sie bietet in Deutschland Mobilfunk, DSL, Kabelinternet, Festnetztelefonie, Kabelfernsehen und IPTV an. Vodafone gehört mit rund 87,4 Mio. geschalteten SIM-Karten zum Ende des Jahres 2025 zu einem der größten Mobilfunkanbieter nach Anschlusszahlen in Deutschland, zusammen mit der Telekom Deutschland und Telefónica Deutschland Holding.
Geschichte mini|Erstes Logo von D2 (1992–1999) Gegründet wurde die Vodafone GmbH 1990 in Düsseldorf. Im Jahr 2000 wurden im Zuge der feindlichen Übernahmen des Mannesmann-Konzerns durch die Vodafone Group die Aktivitäten im Bereich Telekommunikation in den Folgejahren in die Vodafone GmbH eingegliedert.Verivox: Wie Mannesmann und Arcor zu Vodafone wurden, abgerufen am 11. Februar 2017. Des Weiteren wurde später die Vodafone Stiftung Deutschland gegründet.
Geschichte Mobilfunk 1988 wurde vom Bundesministerium für Post und Telekommunikation eine Lizenz für ein GSM-Netz ausgeschrieben. Es bildeten sich daraufhin mehrere Bewerberkonsortien, unter anderem eines unter Führung der Mannesmann AG. Am 8. Dezember 1989 erhielt das Mannesmann-Konsortium den Zuschlag für die GSM-Lizenz. Noch im Dezember 1989 ging aus dem erfolgreichen Bewerberkonsortium die Mannesmann Mobilfunk GmbH (MMO) als erster privater deutscher Netzbetreiber mit Sitz in Düsseldorf hervor. Vorsitzender der Geschäftsführung war Peter Mihatsch (1940–2018). Bis Ende 1990 war die Beschäftigtenzahl bereits auf 350 angestiegen. Im Februar 1991 wurde die GSM-Lizenz auch auf das Beitrittsgebiet der deutschen Wiedervereinigung erweitert.
Nach A-, B- und C-Netz der Deutschen Bundespost wurde nun das digitale Mobilfunknetz „D-Netz“ nach GSM-Standard in Deutschland aufgebaut. Erstmals hatte die Bundespost damit im Mobilfunk-Bereich mit Mannesmann einen Konkurrenten – zur Abgrenzung wurden die Netze jeweils mit der Kurzbezeichnung „D1“ (Bundespost) bzw. „D2“ (Mannesmann) vermarktet. Der kommerzielle Betrieb des D2-Netzes begann mit der Auslieferung der ersten Endgeräte am 30. Juni 1992. Gegen Ende des Jahres 1992 konnte bereits der 100.000. Kunde im D2-Netz eingebucht werden.
Die Mobiltelefone wurden zunächst über Fernsehhändler und Kaufhäuser zu einem Preis von knapp unter 3000 DM angeboten. Mit etwa 200 Antennenstationen begann D2 zunächst in einigen deutschen Großstädten wie Hamburg, Bremen, Hannover, Frankfurt am Main und Stuttgart. Schon Ende 1992 erreichte das D2-Netz 80 Prozent Deutschlands. Die Gebühren lagen unter denen des bestehenden C-Netzes der Post. Von Anfang an waren Übergänge an das Festnetz der Telekom vorgesehen. Ab Dezember 1993 schrieb das Unternehmen schwarze Zahlen.
mini|Logo von D2 Mannesmann (1999–2002) Bei Mannesmann wandelte sich 1999 der Produktname, von zunächst „D2 privat“ zu „D2 Mannesmann“; das Wort „privat“ hatte seine Zugkraft verloren. Der Mannesmann-Konkurrent Deutsche Bundespost betrieb sein GSM-Netz zunächst unter der Marke „D1“ – zuständig für D1 war bei der Deutschen Bundespost das Zentralamt für Mobilfunk, beim Nachfolger Telekom wurde das GSM-Netz u. a. als „T-D1“ bei der DeTeMobil geführt, und schließlich als „T-Mobile“.
Für Vodafone bedeutete dieser Zukauf eine enorme Steigerung des Marktanteils, zumal damit gleich mehrere Firmenbeteiligungen von Mannesmann an Mobilfunkunternehmen außerhalb Deutschlands übernommen wurden. Einige Beteiligungen wurden integriert (z. B. Omnitel in Italien oder SFR in Frankreich), andere Konzernteile mussten aufgrund behördlicher Auflagen verkauft werden (Orange in Großbritannien) oder wurden freiwillig verkauft (Telering in Österreich).
Mit dem Markenwechsel von D2 zu Vodafone wurde 2002 die Mannesmann Mobilfunk GmbH in Vodafone D2 GmbH umbenannt.
Zum 17. Januar 2023 stellte Vodafone den MMS-Dienst ein.pcwelt.de
Geschichte Festnetz
mini|Logo von Arcor AG & Co. KG Der Festnetzbereich von Vodafone ging seinerzeit aus einem Joint Venture von Mannesmann und Deutsche Bank namens Communications Network International (CNI) hervor. Im Juni 1996 hatte die CNI 49 Prozent der DBKom, dem ausgegliederten Telekommunikationsbereich der Deutschen Bahn übernommen. Hieraus entstand 1996/1997 die damalige Mannesmann Arcor AG & Co. KG, als Keimzelle des heutigen Unternehmensbereichs.
Arcor hatte sich im Laufe der Zeit einige Beteiligungen und Übernahmen gesichert. Als größte Übernahmen sind hier die o.tel.o communications GmbH & Co., callisto germany.net GmbH und ISIS Multimedia Net GmbH & Co. KG zu nennen. o.tel.o wurde 2001 operativ in Arcor integriert und spielte seitdem im Festnetz keine Rolle mehr. Arcor dehnte sich im Regierungsbezirk Düsseldorf mit der Übernahme von ISIS, einem ehemaligen regionalen Carrier an Rhein und Ruhr, im Dezember 2005 aus. Die Verschmelzung mit dieser erfolgte rückwirkend zum 1. April 2005, dem damaligen Beginn des Arcor-Geschäftsjahres.
Nachdem zuerst die Überlegungen bestanden, Arcor komplett zu verkaufen, entschied sich die Vodafone Group 2008 dazu, die restlichen Anteile der Deutschen Bank AG zu übernehmen und Arcor mit der deutschen Tochter zu fusionieren. Im Laufe des Jahres 2009 wurde die Arcor AG & Co. KG zunächst in Vodafone AG & Co. KG umbenannt, um dann am 10. Dezember 2009 mit der Vodafone D2 GmbH zu fusionieren. Damit kam das Aus für die Marke Arcor; Vodafone integrierte deren Produkte in die eigene Produktpalette. So entstand der erste voll integrierte Telekommunikationsanbieter in Deutschland, der in der Lage war Festnetz, Mobilfunk und TV aus einer Hand anzubieten.
Arcor war seit Beginn der vollständigen Liberalisierung des TK-Sektors im Festnetzbereich der größte alternative Wettbewerber der Deutschen Telekom in Deutschland. Seit April 2005 gehörte Arcor auch zu den Providern für IP-Telefonie (auch als „Voice over IP“, kurz: VoIP bekannt). Bei Arcor wurde dieser Dienst als „Arcor-Sprache VoIP“ etabliert und zunächst in den „Persönlichen Internet Assistenten“ (kurz: PIA) integriert. Seit Ende 2006 wurde Voice over IP bei der Bereitstellung von Sprachtelefonie an Teilnehmeranschlüssen mit DSL zunehmend als Regeltechnologie genutzt, jedoch in der künstlich begrenzen Variante NGN. Festnetztelefonie über Breitbandkabel wurde von Anfang an bei allen Anbietern als NGN realisiert.
Unter dem Markennamen Arcor wurde das Webportal arcor.de betrieben, worüber auch Zugang zu verschiedenen Webdiensten bestand. So begann Arcor nach der Übernahme von germany.net erst mit nexgo, später unter arcor.de auch als Webhoster aufzutreten. Dieses Tätigkeitsfeld wurde jedoch zum 31. Januar 2017 komplett eingestellt, was das Aus für kostenpflichtige wie auch für die unter der URL home.arcor.de gratis eingestellten privaten Websites bedeutete. Alle anderen Dienste wie die E-Mail-Accounts werden jedoch weitergeführt.
Geschichte Kabel
mini|Ehemaliges Logo der Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH (2003–2015) mini|Ehemaliges Logo der Unitymedia GmbH (2012–2020) mini|hochkant|GigaTV Cable Box 2 mit externer Festplatte mini|hochkant|Kabelroutermodem Vodafone-Station mit DOCSIS 3.0 und 3.1 Im September 2013 erreichte Vodafone eine Aktienmehrheit von 75 Prozent an dem deutschen Unternehmen Kabel Deutschland. Seit dem 2. September 2015 ist nun die heutige Vodafone Deutschland GmbH für die Kabel-Festnetz- und Kabel-TV-Angebote verantwortlich.
Vodafone ist über sein Kabelnetz in der Lage, unabhängig von der „letzten Meile“ der Telekom in 13 Bundesländern Angebote aus Telefon, Internet und Fernsehen anzubieten mit Übertragungsraten, die das herkömmliche Festnetz via DSL, VDSL und Vectoring nicht bietet.
Durch die Übernahme konnte Vodafone seinen Marktanteil am deutschen Breitbandmarkt leicht ausbauen. Vodafone hatte in den Jahren vor der Übernahme im DSL-Geschäft Breitbandkunden und Marktanteile verloren, während die Kundenzahl bei Kabel Deutschland stieg.
Seit dem 2. September 2015 wurde die Marke Kabel Deutschland nach außen hin nicht mehr aktiv genutzt. Einzig im Geschäft mit der Immobilienwirtschaft wurde der Name noch verwendet. Die ehemalige Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH firmierte seither bis Anfang 2021 als Vodafone Kabel Deutschland GmbH. Die neue Gesellschaft nutzte auch das Logo des Mutterkonzerns ohne den Zusatz „Kabel Deutschland“.
Im Dezember 2020 wurde bekannt, dass Vodafone seinen Anteil auf über 90 % erhöhen möchte. Mit diversen Anteilseignern sei man bereits handelseinig. Ziel war es jedoch die Kabel Deutschland Holding ganz zu übernehmen.
Am 18. Juli 2019 gab die EU-Wettbewerbskommission grünes Licht für die Übernahme des Kabelgeschäfts von Liberty Global, dazugehörig über die niederländische UPC Germany Holding BV die deutsche Tochtergesellschaft Unitymedia. Auf die EU-Genehmigung folgte am 1. August 2019 das sogenannte Closing, also der Vollzug des Kaufvertrages womit das Unternehmen eine vollständige Tochtergesellschaft von Vodafone wurde. Durch die Übernahme ist Vodafone nun auch in der Lage, unabhängig von der „letzten Meile“ der Telekom in den drei verbliebenen Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen Angebote aus Telefon, Internet und Fernsehen anzubieten. Seit der Fusion hat das britische Unternehmen eine Monopolstellung beim Kabelfernsehen in Deutschland inne.
Am 1. Februar 2020 wurde die Marke Unitymedia eingestellt, die Unitymedia GmbH firmierte seither als Vodafone West GmbH.
Durch die TKG-Novelle vom 1. Dezember 2021 fiel spätestens zum 1. Juli 2024 das Nebenkostenprivileg für die Mieter in Mehrfamilienhäusern. Die Kosten für den Kabelanschluss dürfen somit nicht mehr in den Mietnebenkosten dem Mieter in Rechnung gestellt werden. Dies betrifft besonders Vodafone als größten Kabelnetzbetreiber in Deutschland, deshalb bietet das Unternehmen der Immobilienwirtschaft eine neue Versorgungsvereinbarung an. Vodafone möchte damit den Zugang zu den Hausverteilnetzen in den Objekten gewährleisten und gestattet einer benannten Auftragnehmerfirma den Zugang bis hin zu den Wohnungen. Der Kabelnetzbetreiber möchte damit den Umbau vom Baumnetz in ein Sternnetz erreichen, um Nichtkunden abklemmen zu können. Die Alternative wäre lediglich eine Grundverschlüsselung.TV-Versorgung bzw. Signallieferung bis in die Wohnung Die monatlichen Kosten für Kabel TV belaufen sich für die Mieter auf 9,99 € monatlich bei Abschluss eines Versorgungsvertrages mit Vodafone. Dabei sind die Kosten für verschlüsselte Programme und Kabelinternet sowie der Rundfunkbeitrag nicht enthalten. Für den Vermieter entstehen keine Kosten. Für Kabelinternetkunden ist das unverschlüsselte TV- und Radiosignal weiterhin vorhanden, da eine Sperrung technisch nicht mehr gegeben ist.
Mit der Frequenzumstellung im Oktober 2023 wurde auch im ehemaligen Kabelfernsehnetz von Unitymedia die Abschaltung von UKW-Radio vollzogen.
Unternehmensstruktur Die deutsche Vodafone GmbH ist Teil der britischen Vodafone Group. Die Vodafone GmbH hatte mehrere Tochtergesellschaften, unter anderem die Vodafone Deutschland GmbH (ehemals Kabel Deutschland GmbH) sowie die Vodafone West GmbH (ehemals Unitymedia GmbH). Die Vodafone Deutschland GmbH wurde am 13. November 2025 mit der Vodafone GmbH verschmolzen und existiert seitdem nicht mehr.
Die Konzern-Standorte der heutigen Vodafone GmbH befinden sich in Düsseldorf-Heerdt (Vodafone-Campus und Zentrale), Eschborn und Berlin (Konzernrepräsentanz). Daneben gibt es insgesamt acht Regional-Niederlassungen: Hamburg und Hannover (Region Nord), Berlin (Region Nord-Ost), Dortmund (Region Nord-West), Eschborn/Frankfurt (Region Rhein-Main), Radebeul/Dresden (Region Ost), München (Region Süd), Stuttgart (Region Süd-West) sowie Ratingen/Düsseldorf (Region West).Vodafone-Standorte in Deutschland, abgerufen am 29. Januar 2017.
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