Die Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH, abgekürzt Friedrichshafen oder auch FF, war ein bedeutender Hersteller für deutsche Großbomber und Seeflugzeuge im Ersten Weltkrieg.

Geschichte mini|hochkant|Theodor Kober Das Unternehmen wurde am 17. Juni 1912 in Friedrichshafen am Bodensee von Theodor Kober mit einem Kapital von 372.000 ℳ (entspricht heute etwa  EUR)Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 100.000 EUR gerundet und bezieht sich auf Januar . gegründet, u. a. unterstützt von Ferdinand Graf von Zeppelin, der sich als Förderer der Luftfahrt auch finanziell am Unternehmen beteiligte. Kober übernahm zunächst die alte Zeppelinhalle in Manzell als Produktionsstätte. Im Sommer 1916 entstand als Zweigwerk die Werft Warnemünde des Flugzeugbau Friedrichshafen, nachdem vor Ort bereits seit Juli 1914 Teile einer Halle angemietet worden waren. Im März 1917 wurde eine Produktionsstätte für Schwimmer in den Räumen einer ehemaligen Spinnerei in Weingarten mit 100–120 Beschäftigten aufgebaut.Elmar Wilczek: Wasserflugzeuge vom Bodensee (= Wolfgang Meighörner (Hrsg.): Zeppelins Flieger). Wasmuth, Tübingen 2006, ISBN 3-8030-3316-0, S. 163. 1913 wurde Karl Gehlen Leiter des Konstruktionsbüros. Ende 1918 hatte FF in den Werken Manzell und Friedrichshafen zusammen eine Belegschaft von 3240 Mitarbeitern. Nach dem Krieg musste das Unternehmen den Flugzeugbau aufgeben. Im November 1920 übernahmen die Dinos-Automobilwerke die Warnemünder Werft. Für das Stammwerk in Manzell wurde am 15. Mai 1921 die Maschinen- und Schiffbau GmbH mit einem Stammkapital von 2.000.000 ℳ gegründet, deren Teilhaber der FF und die A. Gründer & Cie. KG waren. Im Mai wurde der Luftschiffbau Zeppelin Gesellschafter des FF und übernahm die Anteile der Gründer KG. Die Dornier-Werke folgten im August des Jahres und übernahmen die Produktionseinrichtungen in Manzell, während die Werft in Seemoos aufgelöst wurde. Mit Stand 12. Dezember 1924 hielten Zeppelin und Dornier Gesellschafteranteile von jeweils 97.500 ℳ und 102.000 ℳ, der FF lediglich 500 ℳ. Am 31. Dezember 1925 ging die Maschinen- und Schiffbau GmbH und somit auch der FF in die Liquidation.

Flugzeugentwicklungen Zunächst produzierte das Unternehmen Wasserflugzeuge nach dem Vorbild von Curtiss, dem damals führenden Unternehmen für „Hydroplanes“, übernahm unter der Leitung von Chefingenieur Karl Gehlen auch eigene Entwicklungen und baute schließlich auch Großbomber und andere Landflugzeuge nach eigenen Entwürfen. Führend war Friedrichshafen bei der Lieferung von Seekampfflugzeugen, die von deutschen Seefliegerstationen aus über Nordsee und Ostsee eingesetzt wurden. Nach Angaben der Seeflugzeugabnahmekommission (SAK) waren 908 der insgesamt 2150 an die Kaiserliche Marine gelieferten Seeflugzeuge Konstruktionen der FF GmbH.Ulrich Israel: Deutsche Bordflieger bis 1918. In: Fliegerrevue Extra, Nr. 10. Möller, Berlin 2005, , S. 18. Daneben bewährte sich besonders der zweimotorige Großbomber G.III im Fronteinsatz.

Seeflugzeuge mini|Friedrichshafen FF 29 mini|Friedrichshafen FF 33 mini|Friedrichshafen FF 49 1912: Friedrichshafen FF 1 experimentelles Seeflugzeug 1913: Friedrichshafen FF 17 Seeflugzeug 1914: Friedrichshafen FF 19 Seeflugzeug 1914: Friedrichshafen FF 21 Flugboot 1914: Friedrichshafen FF 27 Seeflugzeug 1914/15: Friedrichshafen FF 29 Seeflugzeug 1915: Friedrichshafen FF 31 Seekampfflugzeug 1915/16: Friedrichshafen FF 33 Seekampfflugzeug 1916: Friedrichshafen FF 24 Seeaufklärer 1916: Friedrichshafen FF 35 Torpedoflugzeug 1916: Friedrichshafen FF 40 Seekampfflugzeug 1916: Friedrichshafen FF 41 Seekampfflugzeug 1916: Friedrichshafen FF 43 Seejagdflugzeug 1917: Friedrichshafen FF 39 Seekampfflugzeug 1917: Friedrichshafen FF 44 Seekampfflugzeug 1917: Friedrichshafen FF 48 Seekampfflugzeug 1917: Friedrichshafen FF 49 Seekampfflugzeug 1918: Friedrichshafen FF 53 Torpedoflugzeug 1918: Friedrichshafen FF 59 Seekampfflugzeug 1918: Friedrichshafen FF 60 Seegroßflugzeug 1918: Friedrichshafen FF 63 Seekampfflugzeug 1918: Friedrichshafen FF 64 1919: Friedrichshafen FF 71

Bewaffnete Aufklärungsflugzeuge 1916: Friedrichshafen C.I Aufklärer (FF 37)

Bomber mini|Friedrichshafen G.III mini|Friedrichshafen G.V 1915: Friedrichshafen G.I Bomber (FF 30) 1916: Friedrichshafen G.II Bomber (FF 38) 1917: Friedrichshafen G.III Bomber (FF 45) 1918: Friedrichshafen G.IV Bomber (FF 62) 1918: Friedrichshafen G.V Bomber 1918: Friedrichshafen N.I Nachtbomber

Jagdflugzeuge mini|Friedrichshafen D 1916: Friedrichshafen D.I Jagdeinsitzer (FF 46) 1917: Friedrichshafen D.II Jagdeinsitzer

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Literatur Seeblatt – Tage- und Anzeigeblatt der Stadt Friedrichshafen, Nr. 138, Donnerstag, den 20. Juni 1912. Günter Kroschel; Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8. Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914–18. München 1959. Siegfried Borzutzki: Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH – Diplom-Ingenieur Theodor Kober. Berlin 1993.

Weblinks

Einzelnachweise

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