mini|200px|Aviatik B.I. Die Aviatik B-Typen waren Militärflugzeuge der deutschen Fliegertruppe und der k.u.k. Luftfahrtruppen im Ersten Weltkrieg.

Entwicklung Robert Wild, der Konstrukteur der Automobil und Aviatik AG in Mülhausen (Elsass), entwickelte bereits 1913 vor dem Ersten Weltkrieg als Kopie eines französischen Rennflugzeugs den zweisitzigen Doppeldecker P.14, von dem 98 Stück geliefert wurden und der als Aviatik B auch von der Fliegertruppe verwendet wurde.

1914 wurde die Produktion des leicht modifizierten Flugzeugs fortgesetzt. Mit seinem 100-PS-Motor wurde es als Aviatik B.I (Werksbezeichnung P.15B) klassifiziert. Da keine Waffe zu bedienen war, saß der Pilot hinten. Das Fahrwerk besaß einen Hecksporn.AERO Heft 16, S. 442. Auch die österreichische Tochtergesellschaft Österreichische Flugzeug Fabrik baute die B.I in Lizenz für die k.u.k. Luftfahrttruppen, ebenso die italienische Flugzeugfirma Società Anonima Meccanica Lombarda (S.A.M.L.), die später ihre SAML S-Typen daraus entwickelte. Die B.I trug ihren Kühler auf der linken unteren Tragfläche, die 1915 erscheinende B.II (Werksbezeichnung P.15A) erhielt dagegen einen Seitenkühler am Rumpf, kürzere Tragflächen, ein verstärktes Seitenleitwerk und einen auf 120 PS verstärkten Motor.

Einsatz Der unbewaffnete „Kavalleriedoppeldecker“ B.I wurde bereits zu Kriegsbeginn 1914 an der Front eingesetzt, gefolgt von der B.II Anfang 1915. Beide Flugzeuge wurden 1915/1916 aus den Fronteinheiten abgezogen, aber noch lange weiter als Schulflugzeuge verwendet.

Weiterentwicklung Die B.II war auch die Basis für die Aviatik C.I, den ersten bewaffneten deutschen Zweisitzer.

Die Österreichische Aviatik entwickelte die B.I eigenständig zur B.II weiter, die in einer kleinen Serie für die österreichisch-ungarische Fliegertruppe geliefert wurde. Auch diese B.II wurde als bewaffnete Version B.III an die k.u.k. Luftfahrttruppen geliefert, wurde jedoch wegen ihrer aufgrund der Zusatzbelastung unsicheren Flugeigenschaften im Fliegerjargon als „Gondel“ bezeichnet und war bei den Besatzungen daher wenig beliebt.

Technische Daten Kenngröße B (P.14) B.II (P.15B) Einsatz 1913 1915 Besatzung 2 2 Länge 8,70 m 7,10 m Spannweite 14,50 m 12,49 m Höhe 3,20 m Flügelfläche 45,0 m² 43,0 m² Leermasse 650 kg 700 kg Startmasse 970 kg 980 kg Triebwerk ein wassergekühlter 6 Zyl.-Reihenmotor Mercedes D.I, Mercedes D.II, Höchstgeschwindigkeit 100 km/h 110 km/h Steigzeit auf 800 m 10 min Steigzeit auf 1200 m praktische Gipfelhöhe Reichweite 540 km 400 km maximale Flugdauer Bewaffnung (MG) keine

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Literatur Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Die Flugzeuge. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Falken-Verlag, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9, (Falken-Handbuch in Farbe). Reinhard Keimel: Österreichs Luftfahrzeuge. Weishaupt-Verlag, Graz 1981, ISBN 3-900310-03-3. Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8. Karl R. Pawlas: Deutsche Flugzeuge. 1914–1918. Eine Dokumentation. Pawlas, Nürnberg 1976, ISBN 3-88088-209-6, (Luftfahrt-Dokumente 20), S. 63–65. Michael Sharpe: Doppeldecker, Dreifachdecker & Wasserflugzeuge. Gondrom, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1872-7.

Weblinks Technische Daten Foto französische Piloten testen eine erbeutete Aviatik B.II

Einzelnachweise

Aviatik B.0102 Kategorie:Erstflug 1913