mini|hochkant|Kirche St. Martinus Qualburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Bedburg-Hau im Kreis Kleve am Niederrhein. Der Ort hat 923 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2022).
Archäologie und Geschichte Qualburg wird häufig mit dem römischen Auxiliarkastell Quadriburgium identifiziert. Quadriburgium ist eines jener Kastelle, die Caesar Julian laut Ammianus Marcellinus im Jahr 359 hat erneuern lassen.Res gestae 18,2,4 f. Im Dorfgebiet sind zahlreiche römische Fundstellen bis ins 5. Jahrhundert nach Christus bezeugt.Clive Bridger, Neufunde aus Qualburg. In: Bonner Jahrbücher 190, 1990, S. 373–403, insbes. 397 f., Nr. 74–75, doi:10.11588/bjb.1990.0.58704. In diesem Zusammenhang steht auch der Römerhelm im Wappen.
Bei der Kirche St. Martin wurden frühmittelalterliche Gräber des 6./7. Jahrhunderts angeschnitten, u. a. ein Sarkophag mit einer für den Raum ungewöhnlichen Gürtelschnalle.Robert Scholten, Qualburg im Kreis Kleve und seine Umgebung. Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 54, 1892, S. 175–197Frank Siegmund, Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 358 f. Nahe bei der Kirche fanden sich auch frühmittelalterliche Siedlungsreste.Bridger: Neufunde aus Qualburg. 1990, S. 373 ff.Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. 1998, S. 359.
Das mittelalterliche Qualburg wird um 1100 erstmals erwähnt. Die Kirche St. Martinus gelangte 1143 an das Stift Bedburg und wurde diesem 1324 inkorporiert. Der Ort gehörte zum klevischen Richteramt Kleverhamm. Im 19. Jahrhundert kam Qualburg an die Bürgermeisterei Till. Der mittelalterliche Chor der Kirche wurde 1888 bis 1890 in einen neugotischen Neubau einbezogen.
Im nahegelegenen Reichswald und im Umfeld des heutigen Ortes tobte im Frühjahr 1945 die sogenannte Schlacht im Reichswald. In dieser Schlacht um den Niederrhein wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Wappen
Weblinks Private Homepage über Qualburg Qualburg auf bedburg-hau.de
Belege
Kategorie:Geographie (Bedburg-Hau) Kategorie:Ort im Kreis Kleve