Der Brandenburgische Landespokal ist ein seit 1991 ausgetragener Fußball-Pokalwettbewerb für brandenburgische Vereinsmannschaften. Er wird jährlich vom Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) veranstaltet. Er ist einer von derzeit 21 Verbandspokalwettbewerben. Gegenwärtiger Titelträger (2026) ist der VfB Krieschow.

Geschichte In den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands gab es keinen einheitlichen Landespokal. In der Spielzeit 1990/91 und 1991/92 wurde noch im „DDR-Modus“ um die jeweiligen Bezirkspokale für Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam gespielt. Die Sieger ermittelten anschließend in einem Dreierturnier den Gewinner des Landespokals.

Aufgrund der Umstrukturierungen im Spielbetrieb des neugegründeten Fußball-Landesverband Brandenburg (Auflösung der Bezirksligen, Einführung der Landesligen usw.) erfolgte zur Saison 1992/93 die Einführung des bekannten K.-o.-Systems.

Mit Beginn der Saison 2006/07 wurde zwischenzeitlich ein weiterer Pokalwettbewerb, der sogenannte Bereichspokal, ins Leben gerufen. In diesem regional geteilten Wettbewerb (Nord und Süd) nahmen die Pokalsieger der Fußballkreise sowie die nicht für den Landespokal qualifizierten Landesklasse-Mannschaften der Vorsaison teil. Die jeweiligen Sieger konnten in der darauffolgenden Saison am Landespokal teilnehmen. Der Bereichspokal ist inzwischen wieder abgeschafft worden.

Regelwerk Turnierform Alle Spiele im Landespokal werden über eine reguläre Spielzeit von 2 × 45 Minuten ausgetragen. Der Sieger eines Spiels zieht in die nächste Runde ein. Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, wird das Spiel um 2 × 15 Minuten verlängert. Steht es auch nach der Verlängerung noch Unentschieden, wird der Sieger in einem Elfmeterschießen ermittelt.

Teilnehmer Das Teilnehmerfeld für den Landespokal setzt sich aus den brandenburgischen Mannschaften der 3. Liga, Regionalliga, Oberliga, den Mannschaften der brandenburgischen Spielklassen Verbandsliga, Landesliga und Landesklasse (seit 2023/24) sowie den acht Kreispokalsiegern zusammen. Zur Saison 2010/2011 wurde der § 34 der Spielordnung des Landesverbandes Brandenburg geändert, wonach keine Zweitvertretungen mehr am Pokal teilnehmen dürfen.

Auslosung Die Paarungen der ersten Hauptrunde werden aus zwei Lostöpfen gezogen. Der erste Lostopf enthält die 8 Kreispokalsieger und jeweils 12 Landesliga-Teams aus beiden Staffeln. Im zweiten Lostopf befinden sich die jeweils besten 3 Teams beider Landesligen aus der Vorsaison, 16 Teams aus der Brandenburgliga sowie die brandenburgischen Vertreter aus der 3. Liga, Regionalliga oder Oberliga. Mannschaften des ersten Lostopfs haben Heimrecht.

Endspielort Der Endspielort wurde bis zur Saison 1998/99 im Losverfahren ausgewählt. Seither bekam derjenige Finalist Heimrecht, der in der niedrigeren Liga spielte. Bei gleicher Ligenzugehörigkeit der beiden Endspielteilnehmer entschied weiter das Losverfahren.

Ab der Saison 2019/20 wird der Endspielort durch den Fußball-Landesverband Brandenburg festgelegt. Die erste derartig ausgewählte Endspielstätte ist das Werner-Seelenbinder-Stadion in Luckenwalde, in dem das Endspiel der Saison 2019/20 stattfand. Auch in den Folgejahren fand in diesem Stadion das Endspiel statt. In der Saison 2022/23 wurde das Stadion der Freundschaft in Cottbus als Endspielort bestimmt, da in Luckenwalde am Austragungswochenende mit dem Luckenwalder Turmfest eine große Open-Air-Veranstaltung mit mehreren Tausend Besuchern geplant war, die nach Einschätzung der zuständigen Polizeidienststelle eine parallele Endspielaustragung ausschloss.

Wettbewerbsname Seit der Saison 2011/12 bis 2015/16 wurde der Landespokal, auf Grund einer Partnerschaft mit der Firma Krombacher, als Krombacher Pokal Brandenburg bezeichnet. Von der Saison 2016/17 bis zur Saison 2021/22 fungierte die AOK Nordost als Partner des Wettbewerbs.

Trophäe Als erste Mannschaft gewann 1991 der ESV Lokomotive Cottbus den Landespokal, damals in einem Dreierturnier. Die noch heute als Wanderpokal an den Landespokalsieger überreichte Trophäe wird durch den jeweiligen Sponsor gestiftet.

Pokalendspiele und Pokalsieger

In der Geschichte des brandenburgischem Landespokales errangen 12 verschiedene Vereine den Titel. Erfolgreichster Klub ist der FC Energie Cottbus mit 12 Pokalsiegen, gefolgt vom SV Babelsberg 03 mit 10 Erfolgen. Der Eisenhüttenstädter FC Stahl kann jeweils drei und der FSV Optik Rathenow jeweils zwei gewonnene Titel aufweisen. Insgesamt vier Vereine gewannen den Pokal mehrfach.

Lediglich eine Mannschaft konnte den Pokal als Teil des Doubles aus Pokalsieg und Meisterschaft gewinnen. Als erste und bisher einzige Mannschaft siegte 1998 der FC Energie Cottbus II im gleichen Jahr im Pokalwettbewerb und der brandenburgischen Landesmeisterschaft.

Der SV Babelsberg 03 konnte acht Mal hintereinander ins Endspiel um den brandenburgischen Landespokal einziehen und konnte sieben davon für sich behaupten. Insgesamt sieben Mal konnten Mannschaften ihren Titel im Folgejahr verteidigen; dem SV Babelsberg 03 gelang dieses gleich sechsmal (2000, 2007, 2008, 2009, 2010 und 2011).

Die häufigste Finalpaarung war bislang das Duell FC Energie Cottbus – SV Babelsberg 03 mit drei Partien (2001, 2018 und 2024), von denen Cottbus alle drei gewinnen konnte. Zweimal (1997 und 1998) bestritt der FC Energie Cottbus und der Eisenhüttenstädter FC Stahl die Endspiele gegeneinander, sowie gegen den FSV 63 Luckenwalde (2017 und 2023), hier waren jeweils die Cottbusser siegreich. Jeweils zweimal spielte der SV Babelsberg 03 im Finale gegen Märkischer SV 1919 Neuruppin (2005 und 2006), den SV Falkensee-Finkenkrug (2008 und 2012), dem FSV Union Fürstenwalde (2020 und 2021). Dabei mussten sich die Babelsberger lediglich einmal im Finale 2005 und 2012 geschlagen geben.

Mit sieben Niederlagen verlor der SV Babelsberg 03 auch am häufigsten ein Pokal-Endspiel. Die Babelsberger erreichten insgesamt 17 Endspiele, was vor dem FC Energie Cottbus (12 Endspiele) Platz 1 bei den häufigsten Finalteilnahmen bedeutet. Jeweils sechs Mal erreichte der Eisenhüttenstädter FC Stahl das Finale um den brandenburgischen Landespokal.

Rekordpokalsieger Alleiniger Rekordsieger im Landespokal Brandenburg ist seit 2023 der FC Energie Cottbus mit mittlerweile 12 errungenen Titeln. Zuvor teilte sich Cottbus den Titel des Rekordpokalsiegers ein Jahr lang mit dem SV Babelsberg 03. Dieser war über 15 Jahre lang alleiniger Rekordpokalsieger.

Zeitraum Verein Anzahl Titel ESV Lokomotive Cottbus 1 1992 ESV Lokomotive Cottbus und Eisenhüttenstädter FC Stahl 1 1993–1996 Eisenhüttenstädter FC Stahl 2 1996–2007 Energie Cottbus 3–5 2007–2008 Energie Cottbus und SV Babelsberg 03 5 2008–2021 SV Babelsberg 03 6–10 2021–2023 Energie Cottbus und SV Babelsberg 03 10 seit 2023 Energie Cottbus 10–12

Pokalendspiele

Jahr Sieger Ergebnis Finalist Endspielort Stadion Zuschauer1991 x25px ESV Lokomotive Cottbus (VL)(Sieger Dreierturnier)1992 x25px Eisenhüttenstädter FC Stahl (OL) (Sieger Dreierturnier)1993 x25px Eisenhüttenstädter FC Stahl (OL) 3:1 x25px SV Empor Mühlberg (VL) Ludwigsfelde Waldstadion1994 x25px BSV Brandenburg (OL) 5:1 x25px 1. FC Schwedt (OL) Luckenwalde Werner-Seelenbinder-Stadion 8001995 x25px Energie Cottbus (RL) 2:1 x25px FV Motor Eberswalde (OL) Königs Wusterhausen Stadion der Freundschaft 5631996 x25px Energie Cottbus (RL) 1:0 x25px Frankfurter FC Viktoria 91 (VL) Seelow Oderbruchstadion 1.2001997 x25px Energie Cottbus (RL) 6:1 x25px Eisenhüttenstädter FC Stahl II (VL) Guben Sportanlage am Baumschulenweg 2.2001998 x25px Energie Cottbus II (VL) 2:1 x25px Eisenhüttenstädter FC Stahl (RL) Jüterbog Sportplatz am Rohrteich 5001999 x25px SV Babelsberg 03 (RL) 5:2 x25px Eisenhüttenstädter FC Stahl (RL) Schöneiche Friedrich-Ludwig-Jahn Sportplatz 8002000 x25px SV Babelsberg 03 (RL) 2:1 x25px Frankfurter FC Viktoria 91 (VL) Frankfurt (Oder) Stadion der Freundschaft 8432001 x25px Energie Cottbus II (OL) 3:1 x25px SV Babelsberg 03 (RL) Cottbus Stadion der Freundschaft 9752002 x25px Eisenhüttenstädter FC Stahl (OL) 2:1 x25px Frankfurter FC Viktoria 91 (VL) Frankfurt (Oder) Stadion der Freundschaft 1.5002003 x25px Ludwigsfelder FC (VL) 1:0 x25px Brandenburger SC Süd 05 (OL) Ludwigsfelde Waldstadion 1.1002004 x25px SV Germania 90 Schöneiche (VL) 1:0 n. V. x25px FSV Optik Rathenow (OL) Schöneiche Jahn-Sportplatz 1.0502005 x25px MSV Neuruppin (OL) 2:1 n. V. x25px SV Babelsberg 03 (OL) Neuruppin Volksparkstadion 2.4432006 x25px SV Babelsberg 03 (OL) 2:1 x25px MSV Neuruppin (OL) Potsdam Karl-Liebknecht-Stadion 1.9212007 x25px SV Babelsberg 03 (OL) 3:2 x25px Ludwigsfelder FC (OL) Potsdam Karl-Liebknecht-Stadion 2.7222008 x25px SV Babelsberg 03 (RL) 1:0 x25px SV Falkensee-Finkenkrug (VL) Falkensee Sportplatz Leistikowstraße 1.9182009 x25px SV Babelsberg 03 (RL) 1:0 x25px SV Germania 90 Schöneiche (OL) Schöneiche Jahn-Sportplatz 1.2002010 x25px SV Babelsberg 03 II (VL) 4:3 n. E. x25px Brandenburger SC Süd 05 (OL) Potsdam Karl-Liebknecht-Stadion 1.8162011 x25px SV Babelsberg 03 (3L) 3:0 x25px VfB Hohenleipisch 1912 (LL) Hohenleipisch Sportgelände Bahnhofstraße 1.4762012 x25px SV Falkensee-Finkenkrug (VL) 2:1 x25px SV Babelsberg 03 (3L) Falkensee Sportplatz Leistikowstraße 1.7002013 x25px FSV Optik Rathenow (RL) 4:3 n. E. x25px SV Altlüdersdorf (OL) Altlüdersdorf Sportanlage in der Gasse 1.1322014 x25px FSV Optik Rathenow (RL) 3:1 x25px SV Babelsberg 03 (RL) Rathenow Stadion Vogelgesang 1.6952015 x25px Energie Cottbus (3L) 3:2 x25px FSV Union Fürstenwalde (OL) Fürstenwalde/Spree Friedrich-Friesen-Stadion 3.4422016 x25px SV Babelsberg 03 (RL) 3:1 x25px FSV 63 Luckenwalde (RL) Luckenwalde Werner-Seelenbinder-Stadion 3.0422017 x25px Energie Cottbus (RL) 2:0 x25px FSV 63 Luckenwalde (RL) Cottbus Stadion der Freundschaft 7.6672018 x25px Energie Cottbus (RL) 1:0 x25px SV Babelsberg 03 (RL) Potsdam Karl-Liebknecht-Stadion 9.0122019 x25px Energie Cottbus (3L) 1:0 x25px FSV Optik Rathenow (RL) Rathenow Stadion Vogelgesang 1.991 2020 x25px FSV Union Fürstenwalde (RL) 2:1 x25px SV Babelsberg 03 (RL) Luckenwalde Werner-Seelenbinder-Stadion 729 2021 x25px SV Babelsberg 03 (RL) 2:0 x25px FSV Union Fürstenwalde (RL) Luckenwalde Werner-Seelenbinder-Stadion 0 2022 x25px Energie Cottbus (RL) 2:0 x25px VfB Krieschow (OL) Luckenwalde Werner-Seelenbinder-Stadion 2.832 2023 x25px Energie Cottbus (RL) 4:1 x25px FSV 63 Luckenwalde (RL) Cottbus Stadion der Freundschaft 7.610 2024 x25px Energie Cottbus (RL) 3:1 x25px SV Babelsberg 03 (RL) Cottbus LEAG Energie Stadion 13.305 2025 x25px RSV Eintracht 1949 (OL) 1:0 x25px VfB Krieschow (OL) Neuruppin Volksparkstadion 2.134 2026 x25px VfB Krieschow (OL) 2:1 x25px Energie Cottbus (3L) Cottbus LEAG Energie Stadion 10.336 Abkürzungen: 3L – 3. Liga; RL – Regionalliga; OL – Oberliga; VL – Verbandsliga; LL – Landesliga; II – 2. Mannschaft/Amateurteam eines Profivereins

Rangliste Rang Titel Verein Finalt. Quote Triumphe1 12 x30px Energie Cottbus 13 92 % 1995 – 1996 – 1997 – 1998 – 2001 – 2015 – 2017 – 2018 – 2019 – 2022 – 2023 – 20242 10 x30px SV Babelsberg 03 17 59 % 1999 – 2000 – 2006 – 2007 – 2008 – 2009 – 2010 – 2011 – 2016 – 20213 3 x30px Eisenhüttenstädter FC Stahl 6 50 % 1992 – 1993 – 20024 2 x30px FSV Optik Rathenow 4 50 % 2013 – 20145 1 x30px ESV Lokomotive Cottbus 1 100 % 1991 1 x30px BSV Brandenburg 1 100 % 1994 1 x30px Ludwigsfelder FC 2 50 % 2003 1 30px SV Germania 90 Schöneiche 2 50 % 2004 1 x30px Märkischer SV 1919 Neuruppin 2 50 % 2005 1 30px SV Falkensee-Finkenkrug 2 50 % 2012 1 x30px FSV Union Fürstenwalde 3 33 % 2020 1 x25px RSV Eintracht 1949 1 100 % 2025 1 x25px VfB Krieschow 3 33 % 2026

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