Pinball Dreams ist ein Computerspiel des schwedischen Entwicklungsstudios Digital Illusions aus dem Jahr 1992. Die Flippersimulation wurde vom Publisher 21st Century Entertainment vertrieben, und war ein so großer finanzieller Erfolg, dass in den Folgejahren eine Serie von Fortsetzungen veröffentlicht wurde.
Spielprinzip und Technik
Der Hauptunterschied und gleichzeitig die wichtigste Innovation von Pinball Dreams im Vergleich zu früheren Flipperspielen war, dass nicht der komplette Tisch auf dem Screen gezeigt wird, sondern nur etwa ein Drittel. Dieser Bildausschnitt wird je nach der Lage der Spielkugel vertikal gescrollt. Auch das Sounddesign wurde von der Kritik gelobt, da das Spiel die verschiedenen Soundeffekte und die musikalische Untermalung gekonnt miteinander verbindet.
Von realen Flipperautomaten wurde der zwischen den beiden Paddeln befindliche Pin („Center Post“) übernommen, der hilft zu verhindern, dass eine Kugel direkt senkrecht nach unten fallen kann. Dagegen fehlt die an realen Flippertischen typische Multiball-Funktion, bei der mehrere Kugeln gleichzeitig auf dem Spielfeld gespielt werden. Dies wurde erst in einem der Nachfolgetitel, Pinball Illusions, realisiert.
Pinball Dreams enthält vier thematisch unterschiedliche Tische:
Ignition: thematisiert Raumfahrt Steel Wheel: bietet Wild-West-Ambiente inkl. Banjo-Musik Beat Box: wartet mit Musik- und Chartthemen auf Nightmare: bietet Gruselatmosphäre auf einem Friedhof
Als technisch und spielerisch gelungenste Umsetzung gilt nach wie vor die Amiga-Originalversion, die auf zwei Disketten erschien. Die PC-Portierung wurde mit einem Installationsschutz ausgestattet, der eine Installation des Spiels nur dreimal zulässt, indem eine versteckte Datei auf der Originaldiskette angelegt und deren enthaltene Information bei Folgeinstallationen abgefragt wurde.
Entwicklungs- und Veröffentlichungsgeschichte
Pinball Dreams war finanziell ein großer Erfolg; 650.000 Einheiten wurden abgesetzt.
Neben der Amiga-Version gibt es Umsetzungen für PC, SNES, Game Boy und Game Gear. Im Dezember 2008 erschien eine Portierung des Spiels für das iPhone und iPod touch. Im Oktober 2009 folgte eine Version für PlayStation Portable über den PlayStation Store der PlayStation 3. Seit Mitte Dezember 2009 kann diese Version auch direkt als Minigame auf der PlayStation 3 gespielt werden.
Mit Billigung der ursprünglichen Entwickler veröffentlichte eine Privatperson eine Konvertierung für den Heimcomputer Atari Falcon 030.Fatal-Design.com: Eine weitere Privatperson erstellte eine Demoversion eines nicht autorisierten Demakes für den Commodore 64, das allerdings seit 2006 nicht mehr weiterentwickelt wird. 2019 veröffentlichte eine Gruppe Privatpersonen eine nicht autorisierte Portierung für den Schneider CPC.
Nachfolger
1992: Pinball Fantasies 1994: Pinball Dreams 2 1995: Pinball Illusions 1995: Pinball Mania 1995: Pinball World 1996: Pinball 3D-VCR 1996: Slamtilt 1996: Pinball Construction Kit
Rezeption
Das deutsche Printmagazin Retro Gamer lobte 2026 retrospektiv die Spielphysik und die „tollen, thematisch passenden“ Hintergrundmusiken, die auch nach fast 35 Jahren noch überzeugten. Die Grafik wirke aber nur noch „nett“, und im Vergleich zu zeitgenössischen Flipperspielen mache sich eine fehlende Optionsvielfalt bemerkbar - Redakteur Stephan Freundorfer nannte als Beispiele für fehlende Features mehrere unterschiedlich positionierte Flipper und eine Multiball-Option.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Amiga-Spiel Kategorie:Atari-ST-Spiel Kategorie:Computerspiel 1992 Kategorie:DOS-Spiel Kategorie:Flippersimulation Kategorie:Game-Boy-Spiel Kategorie:Game-Gear-Spiel Kategorie:SNES-Spiel