Arif Mirsojew (aserbaidschanisch Arif Abdulla oğlu Mirzəyev; * 10. April 1944 in Baku, Sowjetunion) ist ein sowjetischer, russischer, aserbaidschanischer Komponist, Organist und Pianist.

Leben Arif Mirsojew wuchs in Baku in einer Intellektuellenfamilie mit alten musikalischen Traditionen auf. Seine musikalische und Komponistenausbildung schloss er am Staatskonservatorium Aserbaidschans bei Qara Qarayev ab und studierte Theorie und Geschichte der Orgelmusik am Moskauer Konservatorium (N. Malina, S. Dischur). Er arbeitete auch als Musikpädagoge. Arif Mirsojews Musik wurde von einer Reihe bekannter Interpreten gespielt (F. Badalbeli, N. Gavrilova, N. Gureeva, L. Dedova, N. Kogan, M. Makarova, A. Markov, A. Sevidov, A. Slobodiannik, Alexander Fiseisky, N. Yashvili).

Zurzeit lebt Arif Mirsojew in Fulda.

Künstlerisches Konzept

Arif Mirsojew verbindet als Komponist in polystilistischer Weise westliche Polyphonie, orientalische Improvisationstechniken (Mughamat) und Musikstile verschiedener religiöser Richtungen – des Islams sowie der evangelischen und katholischen Musik. Zweimal wurde er zum Staatspreis der Russischen Föderation (2000, 2002) im Bereich Kunst nominiert. Er ist ein Fachmann für die Musik von Johann Sebastian Bach und Mitglied der Komponistenvereinigung Russlands und Aserbaidschans seit 1979, der Societas Bach Internationalis (Leipzig, 1994).

Mirsojews Hauptinstrument ist die Orgel, daneben ist er auch Komponist vieler Kammer-, Vokal- und Jazzstücke.

Werke Choral und klassische Fuge für Orgel Solo (1963) Klavierzyklus „24 Präludien“ (1966–1989) Streichquartett für zwei Geigen, Alt und Cello (1978) Sonate für Geige und Klavier („Leipziger“, 1969) Jazzkonzertino für zwei Flügel (1989) Solo Orgelsynphonie in memoriam Johann Sebastian Bach (1984) Islamische Trauermesse Januarpassionen (1992) Sarabande für Prinzessin Diana, Orgel solo (1997) New-Yorker Passionen für Kammerorchester (2001) Zweite Orgelsymphonie Üzeyir Hacıbəyov (2008)

Uraufführungen Moskauer Konservatorium, großer Saal (Moskau, UdSSR, 1985) Katholische Stadtkirche (Kiew, Ukraine, 1986) Konzertsaal Pjotr Iljitsch Tschaikowski (Moskau, UdSSR, 1987) Niguliste kirik (Tallinn, Estland, 1987) Kaliningrad Regional Philharmonie (Königsberg / Kaliningrad, Russland, 1987) Matthiaskirche (Budapest) (Budapest, Ungarn, 1987) Radio MDR, Leipzig, 1994 Haus der Orgel- und Kammermusik ("Deutsche Kirche"), Baku, Aserbaidschan, 1994 Kathedrale St Giles, Edinborough, UK, 1996 Westminster Abbey, London, UK, 1996 Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis (Moskau), Moskau, Russland, 2002 Elisabethenkirche, Fulda, Deutschland, 2007 Stockholms stadshus, Stockholm, Schweden, 2009 Sankt Petersburger Philharmonie, Sankt Petersburg, Russland, 2009 Nikolaikirche (Leipzig), Leipziger OrgelHerbst, Leipzig, Deutschland, 2010 St.Peter, München, Deutschland 2012 Gabala Music Festival, Gabala, Aserbaidschan, 2014 Haus der Orgel- und Kammermusik, Baku, Aserbaidschan Center for World Music (CWM), der Universität Hildesheim, Hildesheim, Deutschland, 2016

In der russischen und europäischen Presse wird Arif Mirsojew „J. S. Bach des Orients“ genannt (A. Kotlarewski, Kurt Masur, Udo Zimmermann).

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