Isaac Lipschits (* 19. November 1930 in Rotterdam; † 24. Mai 2008 in Groningen) war ein niederländischer Historiker, Politologe und Holocaustüberlebender.
Leben und Wirken mini|hochkant|Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Lipschits in Rotterdam Isaac Lipschits wurde 1930 in Rotterdam geboren und wuchs dort auf. Seine jüdische Familie war seit dem 18. Jahrhundert in den Niederlanden ansässig. Die Eltern arbeiteten auf dem zentralen Markt der Stadt. 1942 veranlassten sie ihn, sich selbst und seinen jüngeren Bruder zu verstecken. So gelang es beiden Kindern, die Judenverfolgungen und den Zweiten Weltkrieg zu überleben, während der Rest der Familie nach Osteuropa deportiert und umgebracht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er mit seinem Bruder in ein jüdisches Waisenhaus in Rotterdam.Mark Kurlansky: A Chosen Few. The Resurrection of European Jewry, Addison-Wesley, Boston 1995, ISBN 978-0-201-60898-4, S. 97 Vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Lipschits in der Agniesestraat 59 in Rotterdam erinnern Stolpersteine an die vier ermordeten Mitglieder. (abgerufen am 8. Juni 2022)
1951 schrieb sich Isaac Lipschits an der Universiteit van Amsterdam ein. Er studierte Politikwissenschaften und lehrte nach seiner Promotion an verschiedenen Universitäten in den Niederlanden und Israel. 1973 wurde er Professor für Zeitgeschichte an der Universität Groningen. 1990 ging er in den Ruhestand.
Eines seiner Hauptanliegen bestand zeitlebens darin, an die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden zu erinnern. So enthält sein 1992 erschienenes Buch Onbestelbaar („Unzustellbar“) einen Brief an seine Mutter, in dem er von dem Schicksal erzählt, das ihm und seiner Familie widerfuhr. In diesem Werk ging Lipschits mit der Judenverfolgung scharf ins Gericht.
Nach seiner Pensionierung widmete er einen Großteil seiner Zeit dafür, den holländischen Opfern des Holocaust ein Denkmal zu setzen. Dies gelang ihm auf eindrucksvolle Weise als Gründer des Projektes Digitales Denkmal der jüdischen Gemeinde in den Niederlanden, an dem er auch selbst maßgeblich beteiligt war. Eine Vielzahl der dort enthaltenen Biographien geht auf seine eigenen historischen Recherchen zurück.
Lipschits wurde bekannt als erster Übersetzer des oft nachgedruckten vollständigen ersten Teiles von Marx’ Das Kapital in niederländischer Sprache (Jubiläumsjahr 1967).
Literatur von Isaac Lipschits (Auswahl) 1962: La politique de la France au Levant 1939–1941 1966: Honderd jaar NIW: het Nieuw Israëlietisch Weekblad, 1865–1965 1971: Simulaties in de internationale politiek 1977: Politieke stromingen in Nederland: inleiding tot de geschiedenis van de Nederlandse politieke partijen 1977: Ontstaansgeschiedenis van de Nederlandse politieke partijen 1977 e.v.: Verkiezingsprogramma's 1977, 1981, 1986, 1989, 1994, 1998: verkiezingen voor de Tweede Kamer der Staten-Generaal 1992: Onbestelbaar: herinneringen in briefvorm 1997: Tsedaka: een halve eeuw Joods Maatschappelijk Werk in Nederland 2001: De kleine sjoa: Joden in naoorlogs Nederland (engl.: The Little Shoa)Review von Joel Fishmann in: Jewish Political Studies. Jerusalem Center for Public Affairs 2002 2004: Rafael GerstenfeldRafael Gerstenfeld ist der Vater von Manfred Gerstenfeld.. 1900–1976: een man van goede daden
Weblinks Werkübersicht, Königliche Bibliothek der Niederlande
Einzelnachweise
Kategorie:Historiker Kategorie:Politikwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Reichsuniversität Groningen) Kategorie:Überlebender des Holocaust Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Niederländisch) Kategorie:Essay Kategorie:Biografie Kategorie:Autobiografie Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2008 Kategorie:Mann