mini|Lage der Gemarkung Neustadt in Dresden.
Die Neustadt ist eine Gemarkung des Stadtkerns von Dresden. In ihr sind vor allem jene rechtselbischen Flurgebiete vereinigt, die schon vor den großen Eingemeindungswellen zu Dresden gehörten.
Ausdehnung mini|300px|Die Gemarkung Neustadt (orange) mit den Grenzen des Stadtbezirks Neustadt (rot) und der statistischen Stadtteile (rot/weiß) sowie mit den Stadtteilnamen Sie dehnt sich über den historischen Stadtkern des ehemaligen Altendresden hinaus auch auf Teile der Dresdner Vorstädte aus und zählt gemeinsam mit den Gemarkungen Altstadt I und II zu den flächenmäßig größten Gemarkungen der sächsischen Landeshauptstadt.Vermessungsverwaltung des Freistaates Sachsen: Katasterstand und Fläche. Sonderausgabe aus dem Liegenschaftsbuch. Landeshauptstadt Dresden. Auszug vom 23. Dezember 2008. Auf einer Fläche von 1572 Hektar verteilen sich 5369 Flurstücke.geoindex.io: Gemarkung Neustadt (140212), abgerufen am 30. September 2026. Während sich fast alle anderen Stadtteile in eigenen Gemarkungen befinden, besteht die Gemarkung Neustadt aus mehreren Stadtteilen. Sie umfasst neben der innerhalb des 26er Rings gelegenen Inneren Neustadt auch die manchmal als Antonstadt bezeichnete Äußere Neustadt, die Leipziger Vorstadt, die Radeberger Vorstadt sowie die Albertstadt. Die Gemarkung Neustadt reicht vom Pieschener Hafen im Westen bis zur Mordgrundbrücke im Osten sowie von der Küchenbrücke über die Prießnitz im Norden bis zur Augustusbrücke im Süden.Gemarkungen im Themenstadtplan Dresden
Benachbarte Gemarkungen Angrenzende Gemarkungen sind Pieschen und Trachenberge im Nordwesten, Hellerberge und Klotzsche im Norden, die Dresdner Heide im Nordosten und Loschwitz im Osten. Südlich benachbart liegen bereits auf der linken Elbseite die Gemarkungen Friedrichstadt sowie Altstadt I und II mit der Inneren Altstadt, der Wilsdruffer Vorstadt, der Pirnaischen Vorstadt und der Johannstadt.
Gemarkung vs. Stadtbezirk Neustadt Die Neustadt als Gemarkung hat vorwiegend Bedeutung für das Katasterwesen. Für die Zwecke der Statistik bilden die fünf Stadtteile der Gemarkung in leicht veränderten Grenzen ebenso viele statistische Stadtteile gleichen Namens. Diese werden im Stadtbezirk Neustadt zusammengefasst, der somit flächenmäßig der Gemarkung Neustadt recht ähnlich ist. Da aber die alten Gemarkungsgrenzen bei der Bildung der statistischen Stadtteile häufig unbeachtet blieben, liegen einige Teile der Gemarkung Neustadt nicht im gleichnamigen Stadtbezirk. Dies betrifft insbesondere den Albertpark in der südwestlichen Dresdner Heide, der seit 1899Dresden im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis, abgerufen am 30. September 2026. zu Dresden gehört und zum Stadtbezirk Loschwitz gezählt wird, sowie den Westen (Neudorf) und Nordwesten der Leipziger Vorstadt, die somit teilweise zum Stadtbezirk Pieschen gehört.
Geschichte Die Ursprünge der Gemarkung Neustadt liegen im Weichbild von Altendresden, das mit ursprünglich rund 20 Dresdner Weichbildsteinen abmarkiert war. Dessen Festlegung begann im Jahre 1550 kurz nach der Eingemeindung unter Einbeziehung des damals neugegründeten Ortes Neudorf, das aufgrund seiner unmittelbaren Nachbarschaft zu Pieschen schon im 16. Jahrhundert eine exakt dokumentierte Grenzziehung nach Nordwesten erhielt. In nordöstlicher Richtung lag hingegen eine unbebaute Sandfläche, die in die Dresdner Heide überging. Dort wurde die Grenze des Altendresdner Weichbildes so gewählt, dass die Altstraße Bischofsweg noch knapp außerhalb davon lag. Allerdings dehnte sich Dresden schon ab der Anlage des Scheunenhofviertels am Ende des 17. Jahrhunderts über die Weichbildgrenze hinweg aus.Hans Brunner: Weichbild und Weichbildsteine von Dresden, in: Dresdner Geschichtsbuch 7, hrsg. vom Stadtmuseum Dresden, 2001, S. 23/24.
Im Zusammenhang mit der Gründung der Antonstadt wurde die alte Weichbildgrenze, die mittlerweile quer durch die zusammenhängende Bebauung verlief, 1835 aufgehoben und weiter nordöstlich eine neue Flurgrenze festgelegt. Seither besteht die Gemarkung Neustadt weitgehend in ihrer heutigen Ausdehnung. Ausnahmen hiervon sind der im ausgehenden 19. Jahrhundert von der Dresdner Heide abgetrennte Albertpark, die für die Sächsische Armee geschaffene Albertstadt, die als autarke Militärstadt bis 1945 zumindest vorübergehend selbstständig war, sowie die nördliche Leipziger Vorstadt. Letztere wuchs flächenmäßig in den 1950er Jahren durch die Angliederung des Südostteils von Trachenberge, der bis 1897 unter dem Flurnamen Jeßnitz zum eigenständigen Gutsbezirk Wilder Mann gehört hatteJürgen Naumann: Historischer Spaziergang rund um Trachenberge. Dresden 2011, S. 50 (online). und danach mit der Siedlung Oberer Hecht bebaut worden war. Das flächenmäßige Wachstum der Neustadt vor allem im 19. Jahrhundert führte dazu, dass heute nicht mehr die Innere, sondern die Äußere Neustadt im geografischen Zentrum der Neustadt liegt.
Siehe auch Liste der Gemarkungen von Dresden Liste der Kulturdenkmale in der Neustadt (Dresden)
Weblinks Gemarkungen im Themenstadtplan Dresden
Einzelnachweise
Neustadt Kategorie:Gemarkung in Sachsen