Das Karpaten-Felsenblümchen (Draba lasiocarpa), auch Raufrüchtiges Felsenblümchen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Felsenblümchen (Draba) in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Beschreibung mini|links|Habitus und Blütenstände mini|Blütenstand mit vierzähligen Blüten

Vegetative Merkmale Das Karpaten-Felsenblümchen ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 8 bis 20 Zentimetern. In dichten Rosetten stehen die ledrigen Laubblätter zusammen, sie weisen eine Länge von bis zu 2 Zentimetern auf. Es sind keine Stängelblätter vorhanden.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die traubigen Blütenstände enthalten drei- bis zwanzig Blüten. Die gestielten Blüten sind zwittrig und vierzählig. Die vier gelben Kronblätter sind 4 bis 5 Millimeter lang. Der Griffel ist 2 Millimeter lang.

Die Fruchtstiele sind 5 bis 15 Millimeter lang. Die borstenhaarigen Schötchen sind 6 bis 9 Millimeter lang und oben zugespitzt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Ökologie Das Karpaten-Felsenblümchen gehört zum „Grundstock“ der nivalen Flora und ist durch immergrüne, ledrige Laubblätter an extreme Standorte ausgezeichnet angepasst. Die im Herbst vorgebildeten Blüten können auch ohne Schneeschutz überwintern. Bei schlechtem Wetter ist auch Selbstbestäubung möglich. Früchte reifen erst im Winter nach. Das Karpaten-Felsenblümchen zählt daher zu den sogenannten Winterstehern.

Vorkommen und Gefährdung Das Karpaten-Felsenblümchen in der Slowakei, Rumänien und der Balkanhalbinsel verbreitet. Zudem ist es in Österreich sehr selten am Alpenostrand. In Österreich gehört das Karpaten-Felsenblümchen zu den stark gefährdeten Arten.

Das Karpaten-Felsenblümchen gedeiht als kalkliebende Pflanze am besten in Felsspalten und Steinschutt bis in die alpine Höhenstufe. Es kommt in Pflanzengesellschaften des Verbands Potentillion caulescentis, in Ungarn auch in Gesellschaften des Verbands Seslerio-Festucion vor.

Taxonomie Die Erstbeschreibung von Draba lasiocarpa erfolgte 1810 durch Anton Rochel in Exsicc. (Pl. Hung.). Homonyme für Draba lasiocarpa sind Draba lasiocarpa und Draba lasiocarpa

Quellen Literatur Xaver Finkenzeller: Alpenblumen. Erkennen & bestimmen. Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3. Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Einzelnachweise Friedrich Markgraf: Draba. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV. 1: Berberidaceae, Lauraceae, Rhoeadales., 1958. Draba lasiocarpa auf S. 303.

Weblinks

Datenblatt Draba lasiocarpa (Draba aizoon) In: Botanik im Bild / Flora von Österreich, 2011.

Kategorie:Felsenblümchen Kategorie:Alpenflora