Artur Assilbekowitsch Beterbijew (, ; * 21. Januar 1985 in Chassawjurt, dagestanische ASSR, Sowjetunion) ist ein russisch-kanadischer Profiboxer tschetschenischer Abstammung. Er war der unbestrittene Weltmeister in der Halbschwergewichtsklasse von Oktober 2024 bis Februar 2025.

Als Amateur zählte er zu den besten Boxern weltweit. Er wurde unter anderem 2006 Europameister und Weltcupsieger, 2007 Vizeweltmeister, 2008 Weltcupsieger, 2009 Weltmeister und 2010 erneut Europameister, zudem vertrat er sein Heimatland bei den Olympischen Spielen von 2008 und 2012.

Amateurkarriere

Russische Meisterschaften Artur Beterbijew gewann 2004 und 2005 jeweils eine Bronzemedaille, nachdem er beide Male im Halbfinale gegen Michail Gala ausgeschieden war.Russische Meisterschaft 2004Russische Meisterschaft 2005 2006 besiegte er unter anderem Igor Michalkin und Jegor Mechonzew, ehe er im Finale gegen Jewgeni Makarenko disqualifiziert wurde und den Vizemeistertitel gewann.Russische Meisterschaft 2006 2007 wurde er dann erstmals russischer Meister und besiegte auf dem Weg zum Titel unter anderem Igor Michalkin, Sergei Kowaljow und diesmal auch Jewgeni Makarenko.Russische Meisterschaft 2007 All diese Erfolge erzielte er im Halbschwergewicht. 2010 wurde er russischer Vizemeister und 2011 russischer Meister im Schwergewicht.Russische Meisterschaft 2010Russische Meisterschaft 2011

Europa- und Weltmeisterschaften Im Juli 2006 gewann er im Halbschwergewicht die Europameisterschaften in Plowdiw. Er besiegte dabei Terwel Pulew, Artak Malumyan, Kenneth Egan und Ismajil Sillach.Europameisterschaft 2006 Er war dann im Oktober 2006 Teilnehmer des russischen Teams beim Mannschafts-Weltcup in Baku. Russland gewann dabei gegen China, Ukraine sowie Afrika und verlor im Finale gegen das Team aus Kuba. Beterbijew gewann jedoch die Individualwertung, nachdem er jeden seiner Kämpfe gegen Lei Yuping, Ismajil Sillach, Thabiso Mchunu und Yunier Dorticos siegreich hatte beenden können.Weltcup 2006

Im November 2007 nahm er an den Weltmeisterschaften in Chicago teil und erreichte mit Siegen gegen Washington Silva, David Tsiklauri, Imre Szellő und Daugirdas Šemiotas das Finale, wo er knapp mit 17:20 gegen Abbos Atoyev unterlag und Vize-Weltmeister im Halbschwergewicht wurde.Weltmeisterschaft 2007

Im Dezember 2008 gewann er den Weltcup in Moskau. Er siegte dabei im Halbschwergewicht gegen Vladimir Cheles, Dinesh Kumar und diesmal auch gegen Abbos Atoyev.Weltcup 2008 Im September 2009 schlug er bei den Weltmeisterschaften in Mailand Jamal Layej, Babacar Kamara, Dinesh Kumar, José Larduet sowie Elshod Rasulov und wurde dadurch Weltmeister im Halbschwergewicht.Weltmeisterschaft 2009

In dieser Gewichtsklasse gewann er dann auch noch die Europameisterschaften im Juni 2010 in Moskau. Er besiegte dabei Hrvoje Sep, Boško Drašković, Artur Khachatryan und Abdelkader Bouhenia.Europameisterschaften 2010 Bei den Weltmeisterschaften im September 2011 in Baku kämpfte er im Schwergewicht und schlug Mario Heredia und Dschahon Qurbonow, ehe er im Viertelfinale gegen Oleksandr Ussyk ausschied.Weltmeisterschaft 2011

Olympische Spiele Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking konnte er sich in der Vorrunde des Halbschwergewichts gegen Kennedy Katende durchsetzen, ehe er im Achtelfinale gegen den späteren Olympiasieger Zhang Xiaoping ausschied.Olympische Spiele 2008

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London startete er im Schwergewicht und bezwang im Achtelfinale Michael Hunter, unterlag aber im Viertelfinale gegen den späteren Olympiasieger Oleksandr Ussyk.Olympische Spiele 2012

Auswahl internationaler Turniersiege März 2012: Chemiepokal in DeutschlandChemiepokal 2012 Juli 2011: Umachanow Tournament in RusslandUmachanow Tournament 2011 März 2011: Great Silk Way Tournament in AserbaidschanGreat Silk Way Tournament 2011 April 2010: Umachanow Tournament in RusslandUmachanow Tournament 2010 Februar 2010: Strandja Tournament in BulgarienStrandja Tournament 2010 April 2009: Ahmet Cömert Tournament in der TürkeiAhmet Cömert Tournament 2009 April 2008: GeeBee Tournament in FinnlandGeeBee Tournament 2008 März 2008: Feliks Stamm Tournament in PolenFeliks Stamm Tournament 2008 August 2007: Amber Gloves Tournament in RusslandAmber Gloves Tournament 2007 Februar 2007: Strandja Tournament in BulgarienStrandja Tournament 2007 September 2004: Karl Lehmann Tournament in EstlandKarl Lehmann Tournament 2004

Profikarriere Nach rund 300 Amateurkämpfen wechselte Beterbijew in das Profilager und unterzeichnete einen Vertrag mit dem kanadischen Promoter Yvon Michel. Seine Managerin wurde die russischsprachige Kanadierin Anna Reva, sein Trainer der Kanadier Marc Ramsay. Beterbijew lebt mit seiner Familie in Montreal.Boxer Beterbiev signs with Montreal promoter

Am 8. Juni 2013 gewann er sein Profidebüt und konnte anschließend auch vier weitere Aufbaukämpfe gewinnen, ehe er am 27. September 2014 Tavoris Cloud (Bilanz: 24-2) durch K. o. in der zweiten Runde schlug und damit den Nordamerika-Titel der NABA im Halbschwergewicht erkämpfte.Artur Beterbiev vs. Tavoris Cloud Beterbijew erzielte in seinen bis dahin sechs Kämpfen, die er alle innerhalb von vier Runden vorzeitig entscheiden konnte, insgesamt 15 Niederschläge.

Am 19. Dezember 2014 gewann er zusätzlich die Nordamerika-Titel der IBF und NABO, nachdem er Jeff Page junior (15-0) durch K. o. in der zweiten Runde besiegt hatte. In diesem Kampf ging Beterbijew in Runde 1 erstmals in seiner Karriere zu Boden, erzielte jedoch selbst drei Niederschläge seines Gegners in Runde 2.Artur Beterbiev vs. Jeff Page Jr.

Von April 2015 bis Dezember 2016 gewann er ebenfalls vorzeitig gegen Gabriel Campillo (25-6), Alexander Johnson (16-2), Ezequiel Maderna (23-2) sowie Isidro Prieto (26-1) und erzielte dabei 12 Niederschläge. Er wurde dabei zusätzlich WBO-Intercontinental-Champion und konnte als bis dahin erster Boxer den NABA-Titel mindestens dreimal verteidigen.Artur Beterbiev vs. Gabriel CampilloArtur Beterbiev vs. Alexander JohnsonArtur Beterbiev vs. Ezequiel Osvaldo MadernaArtur Beterbiev vs. Isidro Ranoni Prieto

Am 11. November 2017 gewann er den vakanten IBF-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht durch K. o. in der zwölften Runde gegen Enrico Kölling (23-1). Das Duell war eigentlich als Ausscheidungskampf zur Ermittlung des künftigen WM-Herausforderers des IBF-Titelträgers Andre Ward geplant. Nachdem Ward jedoch seine Karriere beendet und den Titel niedergelegt hatte, wurde der Kampf zwischen Beterbijew und Kölling zum WM-Kampf um den nun vakanten Titel.Artur Beterbiev vs. Enrico Koelling

Im Oktober 2018 verteidigte er den Titel durch K. o. in der vierten Runde gegen Callum Johnson (17-0)Artur Beterbiev vs. Callum Johnson und im Mai 2019 durch K. o. in der fünften Runde gegen Radivoje Kalajdzic (24-1).Artur Beterbiev vs. Radivoje Kalajdzic Inzwischen hatte Beterbijew auch Verträge beim US-Promoter Top Rank von Bob Arum und dem TV-Sender ESPN unterzeichnet.Beterbiev Ready For Spotlight In Top Rank Debut

Am 18. Oktober 2019 gewann er einen Titelvereinigungskampf durch TKO in der zehnten Runde gegen den WBC-Weltmeister Oleksandr Hwosdyk (17-0). Beterbijew wurde damit auch Linearer Weltmeister und wird vom Ring Magazine auf Platz 1 der Weltrangliste geführt.Artur Beterbiev vs. Oleksandr GvozdykRing Magazine Weltrangliste

Seine erste Titelverteidigung beider Gürtel hätte am 28. März 2020 gegen Meng Fanlong (16-0) stattfinden sollen, wurde jedoch aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben.Artur Beterbiev vs Meng Fanlong now planned for September 25th in Russia Auch ein für den 30. Januar 2021 geplanter Kampf gegen den Deutschen Adam Deines (19-1) musste nach einem positiven SARS-CoV-2-Test von Beterbijew abgesagt werden.Nächste Verschiebung: Adam Deines muss weiter auf WM-Kampf warten Den Kampf gegen Deines bestritt er schließlich am 20. März 2021 und siegte durch TKO in der zehnten Runde.Artur Beterbiev vs. Adam Deines

Am 17. Dezember 2021 gewann er seine nächste Titelverteidigung durch K. o. in der neunten Runde gegen Marcus Browne (24-1), nachdem er diesen bereits in der siebenten Runde am Boden gehabt hatte. Er war zu diesem Zeitpunkt der einzige aktive Boxweltmeister, der eine K.-o.-Quote von 100 % aufweisen konnte.Artur Beterbiev knocks out Marcus Browne in 9th round to retain WBC, IBF light heavyweight titles

Am 18. Juni 2022 gewann er einen weiteren Titelvereinigungskampf durch TKO in der zweiten Runde gegen den WBO-Weltmeister Joe Smith junior (28-3) und hatte seinen Gegner insgesamt viermal am Boden.Artur Beterbiev vs. Joe Smith Jr. Die drei Titel der IBF, WBC und WBO verteidigte er am 28. Januar 2023 durch TKO in der achten Runde gegen Anthony Yarde (23-2)Artur Beterbiev vs. Anthony Yarde und am 13. Januar 2024 durch TKO in Runde 7 gegen Callum Smith (29-1), der nach zwei Niederschlägen von seiner Ringecke aus dem Kampf genommen worden war.Artur Beterbiev blasts Callum Smith down in seven rounds to continue knockout streak and world championship reign Am 12. Oktober 2024 gewann er nach Punkten gegen den ebenfalls ungeschlagenen Dmitri Biwol (23-0) und krönte sich zum unbestrittenen Halbschwergewichtschampion in allen vier namhaften Boxverbänden.Artur Beterbiev hands Dmitry Bivol first defeat to seize undisputed crown

Am 22. Februar 2025 bestritt er einen Rückkampf gegen Dmitri Biwol und verlor diesmal durch Mehrheitsentscheidung der Punktrichter.Bivol defeats Beterbiev, becomes undisputed champ

Liste der Profikämpfe 21 Siege (20 K.-o.-Siege), 1 Niederlagen, 0 Unentschieden Jahr Tag Ort Gegner Ergebnis für Beterbijew 2013 8. Juni , Montréal, Kanada Christian Cruz Sieg / TKO 2. Runde 28. September , Montréal, Kanada Rayco Saunders Sieg / Aufgabe 3. Runde 30. November , Québec, Kanada Billy Bailey Sieg / KO 1. Runde 2014 18. Januar , Montréal, Kanada Gabriel Lecrosnier Sieg / TKO 4. Runde 22. August Complexe Sportif Sportscene, Mont-Saint-Hilaire, Kanada Alvaro Enriquez Sieg / TKO 1. Runde 27. September , Montréal, Kanada NABA-Halbschwergewicht-Meisterschaft Sieg / KO 2. Runde 19. Dezember , Québec, Kanada Jeff Page JrNABA-Halbschwergewicht-TitelverteidigungIBF-NA-Halbschwergewicht-MeisterschaftWBO-NABO-Halbschwergewicht-Meisterschaft Sieg / KO 2. Runde 2015 4. April , Québec, Kanada IBF-NA-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / KO 4. Runde 12. Juni UIC Pavilion, Chicago, USA Alexander JohnsonNABA-Halbschwergewicht-TitelverteidigungWBO-International Halbschwergewicht-Meisterschaft Sieg / TKO 7. Runde 2016 4. Juni , Montréal, Kanada Ezequiel Osvaldo MadernaNABA-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / TKO 4. Runde 23. Dezember Lac Leamy Casino, Gatineau, Kanada Isidro Ranoni PrietoNABA-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / TKO 1. Runde 2017 11. November Save Mart Center, Fresno, USA vakante IBF-Halbschwergewicht-Weltmeisterschaft Sieg / KO 12. Runde 2018 6. Oktober , Chicago, USA IBF-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / KO 4. Runde 2019 4. Mai , Stockton, USA Radivoje KalajdzicIBF-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / KO 5. Runde 18. Oktober Liacouras Center, Philadelphia, USA Oleksandr GvozdykIBF/WBC-Halbschwergewicht-Titelvereinigung Sieg / TKO 10. Runde 2021 20. März , Moscow, Russland Adam DeinesIBF/WBC-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / TKO 10. Runde 17. Dezember , Montréal, Kanada IBF/WBC-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / KO 9. Runde 2022 18. Juni , New York, USA IBF/WBC/WBO-Halbschwergewicht-Titelvereinigung Sieg / TKO 2. Runde 2023 28. Januar , London, Großbritannien IBF/WBC/WBO-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / TKO 8. Runde 2024 13. Januar , Québec, Kanada IBF/WBC/WBO-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Sieg / TKO 7. Runde 12. Oktober , Riad, Saudi-Arabien IBF/WBA/WBC/WBO-Halbschwergewicht-Titelvereinigung Punktsieg (Mehrheitsentscheidung) / 12 Runden 2025 22. Februar , Riad, Saudi-Arabien IBF/WBA/WBC/WBO-Halbschwergewicht-Titelverteidigung Punktniederlage (Mehrheitsentscheidung) / 12 RundenQuelle:

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