mini|Das Landhaus ist der Sitz der Städtischen Galerie Dresden. Die Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung ist das Kunstmuseum der sächsischen Landeshauptstadt. Mitte 2002 wurde Gisbert Porstmann als Gründungsdirektor berufen, 2005 wurde die Städtische Galerie Dresden eröffnet. Die Gründung wurde im Jahr 2000 vom Dresdner Stadtrat beschlossen und verwirklichte eine auf den Kunsthistoriker Fritz Löffler (1900–1988) zurückgehende Idee aus dem Jahr 1957 zur Schaffung eines Ausstellungsortes für das, „was in mehr als 250 Jahren Dresden als Sonderleistungen zum Kunstschaffen der Welt beigetragen hat“so zitiert bei Gisbert Porstmann, Eine Neugründung auf dem Weg - die "Städtische Galerie Dresden", in: Dresdner Geschichtsbuch 9, Dresden 2003, S. 241–254, S. 243.. In der Städtischen Galerie erhielt der Kunstbesitz der Stadt Dresden mit seinen bedeutenden Werken des 19. und 20. Jahrhunderts einen eigenen, angemessenen Ausstellungsort. Die Städtische Galerie Dresden gehört zum Museumsverbund der Museen der Stadt Dresden, der seit 2015 als eigenständiges Amt der Dresdner Stadtverwaltung geführt wird. Amtsleiter ist in Personalunion mit der Leitung der Galerie Gisbert Porstmann.
Standort Die Präsentation der Sammlung und die Sonderausstellungen der Städtischen Galerie Dresden befinden sich in der ersten Etage des Dresdner Landhauses, das zwischen 1770 und 1775 nach Entwürfen des Hofbaumeisters Friedrich August Krubsacius als Tagungsgebäude für die sächsischen Landstände erbaut wurde. Andere Dresdner Museen in der Nähe sind das Stadtmuseum Dresden im selben Haus, das Museum Festung Dresden sowie die staatlichen Museen im Albertinum.
Geschichte Die Geschichte der Kunstsammlung begann durch den 1869 gegründeten Verein zur Geschichte und Topographie Dresdens und seiner Umgebung. Dessen Mitglieder haben sowohl Zeugnisse der bürgerlichen Stadtkultur als auch die ersten Gemälde zusammenzutragen. Einen Schwerpunkt bildeten Porträts bedeutender Persönlichkeiten, weiterhin Ansichten der Stadt sowie Landschaftsbilder der Umgebung. Die schnell anwachsenden Bestände der Städtischen Sammlungen waren über Jahre in verschiedenen Gebäuden untergebracht, bis sie ihren Ort am 1. Oktober 1910 in den Räumen rings um den Lichthof im neu erbauten Rathaus bekamen, in denen sie bis zu ihrer kriegsbedingten Auslagerung während des Zweiten Weltkriegs blieben.
Mit Paul Ferdinand Schmidt, der von 1919 bis 1924 Direktor der Städtischen Sammlungen war, begann die Neugestaltung der Kunstsammlung. Schmidt orientierte sich bei seinen Ankäufen an kunsthistorischen Kategorien. Unter seiner Leitung entstanden aus dem Dresdner Stadtmuseum die Städtischen Sammlungen Dresden. Schmidts Schwerpunktsetzung lag auf der von ihm ins Leben gerufenen Sammlung zeitgenössischer Kunst. Er kaufte unter anderem Arbeiten von Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Dix, Oskar Kokoschka, Lasar Segall und Kurt Schwitters und baute so eine hochkarätige Sammlung zur Kunst des deutschen Expressionismus auf.
Bei der Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmten die Nationalsozialisten 498 Einzelwerke aus der Städtischen Kunstsammlung. Der größte Teil der Kunstschätze gilt bis heute als verschollen, nur wenige Werke gelangten später in bedeutende nationale und internationale Museen. Während des Krieges und in der unmittelbaren Nachkriegszeit gingen weitere wichtige Kunstwerke verloren. Ein vollständiger Bestands- und Verlustkatalog ist in Bearbeitung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der städtische Kunstbestand in das Institut und Museum für Geschichte der Stadt Dresden integriert, das 1990 in Stadtmuseum Dresden umbenannt wurde und sich vorrangig der Erforschung der Stadtgeschichte widmete.
Im Jahr 2000 beschloss der Dresdner Stadtrat die Gründung eines städtischen Kunstmuseums. Parallel dazu entstand ein Förderverein, der am 1. Juni 2002 die Gründung der Städtischen Galerie Dresden feiern konnte. Mit dem Vermächtnis der Dresdner Physiotherapeutin und Kunstsammlerin Ursula Baring (1907–2002) kam 2002 eine renommierte Sammlung an Zeichnungen und Druckgrafiken in den Bestand, darunter Arbeiten von Ernst Barlach, Peter August Böckstiegel und Albert Wigand. Die Städtische Galerie übernahm den Kunstbestand des Stadtmuseums Dresden und konnte am 2. Juli 2005 ihre Ausstellungsräume in der ersten Etage im Landhaus eröffnen. Seither widmet sich das Kunstmuseum der sächsischen Landeshauptstadt der Geschichte und Gegenwart der Kunst in der Region sowie den Entwicklungen und Tendenzen der zeitgenössischen Kunst in Deutschland und Europa. In einer ständigen Ausstellung im Westflügel werden Werke von Malern und Bildhauern von 1900 bis in das 21. Jahrhundert präsentiert. Im Ostflügel werden in wechselnden Sonderausstellungen die Werke einzelner Künstler vorgestellt und die Kunst der Gegenwart sowie kunsthistorische Themen präsentiert.
DREWAG-Preis für Gegenwartskunst Mit Eröffnung des städtischen Kunstmuseums stiftete die DREWAG den DREWAG-Preis für Gegenwartskunst, der Künstler förderte, deren hauptsächliche Produktionsstätte sich in der Stadt Dresden oder deren Umland befindet. Er umfasste ein Preisgeld, eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Dresden und die Produktion eines Ausstellungskataloges. Der DREWAG-Preis für Gegenwartskunst wurde insgesamt zwei Mal vergeben: 2006 an den Bildhauer Sebastian Hempel und 2008 an die Künstlerin Britta Jonas.
Sammlung Die städtische Kunstsammlung umfasst ca. 1.800 Gemälde, 800 plastische Arbeiten und mehr als 20.000 Arbeiten auf Papier. Die Spanne der Entstehungszeiten der Werke reicht vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Wesentliches Ziel ist es, fortan durch den Erwerb von zeitgenössischer Kunst die Sammlung fortzuführen.
Auswahl von vertretenen Künstlern: Maler und Grafiker: Anton Graff Johann Christian Klengel Romantik: Caspar David Friedrich Woldemar Hottenroth Ernst Ferdinand Oehme Ludwig Richter Impressionismus: Ferdinand Dorsch Gotthardt Kuehl Robert Sterl Neue Sachlichkeit: Otto Dix Conrad Felixmüller Otto Griebel Curt QuernerDresdner Künstler des 20. Jahrhunderts: Hermann Glöckner Ernst Hassebrauk Hans Jüchser Siegfried Klotz Bernhard Kretzschmar Wilhelm Lachnit Wilhelm Müller A. R. Penck (Ralf Winkler) Wilhelm Rudolph Thomas Scheibitz Albert Wigand Willy Wolff Rainer Zille Zeitgenössisch: Peter Graf Angela Hampel Peter Herrmann Andreas Hildebrandt Veit Hofmann Ralf Kerbach Gerda Lepke Stefan Plenkers Sophia Schama Jürgen Schieferdecker Max UhligBildhauer: Karl Albiker Lothar Beck Robert Diez Eugen Hoffmann Frank Maasdorf Peter Makolies Ernst Rietschel Sebastian Walther Willy Wolff
Am 10. Dezember 2007 konnte die Städtische Galerie Dresden einen bedeutenden Zuwachs in ihrer Sammlung verkünden. Mit dem Erwerb einer umfangreichen Sammlung mit Werken von A. R. Penck (Ralf Winkler) aus dem Besitz von Jürgen Schweinebraden und einer großzügigen Schenkung des Sammlers erhielt die Städtische Galerie Dresden etwa 40 Gemälde, Objekte und Assemblagen, 330 Aquarelle und Zeichnungen, 340 Übermalungen, 80 druckgrafische Arbeiten sowie über 100 Werke aus dem Umkreis der Künstlergruppe „Lücke“, in der A. R. Penck maßgeblich mitwirkte.
Edition Dresden Seit ihrer Gründung engagiert sich die Städtische Galerie Dresden für die zeitgenössische Kunst in Dresden. Anlässlich der Eröffnung der Galerie haben zehn Künstler – Franz Ackermann, Katalin Deér, Eberhard Havekost, Sabine Hornig, Kerstin Kartscher, Olaf Nicolai, Frank Nitsche, Manfred Pernice, Thomas Scheibitz und Silke Wagner – jeweils eine Arbeit für eine erste Grafik-Edition zur Verfügung gestellt. Die Edition Dresden erschien in einer Auflage von 50 Exemplaren, davon gelangen 33 nummerierte in den Verkauf. Der Preis der Edition beträgt 3.424 Euro. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Edition dient dem Erwerb zeitgenössischer Kunst für die Sammlung der Städtischen Galerie Dresden.
Bisherige Ausstellungen 2005: Die Eröffnung – 200 Jahre Kunst in Dresden 2006: sehen, was da ist – Menschenbilder von Dix und anderen aus der Sammlung Frieder Gerlach 2006: Willy Wolff zum Hundertsten 2006: 1. DREWAG-Preis für Gegenwartskunst 2006 – Sebastian Hempel „Strom“ 2006: Conrad Felixmüller & Peter August Böckstiegel – Arbeitswelten 2006: Jürgen Schön – Im Winkel 2007: Gegenwelten – Informelle Malerei aus der DDR. Das Beispiel Dresden 2007: Learning from Moscow – Positionen aktueller Kunst aus Moskau 2007: Günter Horlbeck – 40 Jahre Dresden 2008: Sein und Wesen – Der unbekannte A. R. Penck 2008: 50 Jahre Grafikwerkstatt Dresden. Im Refugium ein Universum 2008: 2. DREWAG-Preis für Gegenwartskunst 2008 – Britta Jonas – Die Kreistänze des Papagoyen 2009: Stille. Holzrisse und Gemälde von Werner Wittig 2009: hinsehen – Malerei und Zeichnung von Gerda Lepke 2009: Predigt in Bildern. Ein wiederentdeckter Gemäldezyklus aus der Dresdner Sophienkirche 2010: Hans Jüchser – Friedrich Press. Bekenntnis in Form und Farbe 2010: Lichtspur durch Deutschland – impressionistische Malerei 2010: Welt und System. Zeitgenössische Kunst zwischen Analyse, Verständnissuche und Dilemma 2011: boomerang. sophia schama malerei 1998–2011 2011: Stefan Plenkers – Raum und Zeichen 2011: Der Maler Robert Sterl 2012: Refugium und Melancholie. Wilhelm Lachnit. Malerei 2012: Behauptung. Malerei von Christian Macketanz 2012: Existenz. Theodor Rosenhauer und Werner Stötzer 2013: Thoralf Knobloch. Hinterland 2013: Bernd Hahn. Malerei und Zeichnung 2013: Das Jahr 1914. Ludwig Meidner in Dresden 2014: Manfred Luther. Der lange Weg zum Kreis 2014: STEFAN HEYNE. NAKED LIGHT. Die Belichtung des Unendlichen 2014: Wilhelm Rudolph. Das Phantastischste ist die Wirklichkeit. Malerei und Holzschnitte 2015: Ralf Kerbach. Weltinnenraum. Malerei 2015: Claus Weidensdorfer. Tanzen zur Musik der Zeit 2015: Das muss man gesehen haben! 10 Jahre Städtische Galerie Dresden – Erwerbungen und Schenkungen 2016: Dieter GoltzscheBLAUER PFIRSICH – Arbeiten auf Papier 2016: Wohin mit der Schönheit? – 20 Jahre Sächsische Akademie der Künste 2016: Hubertus Giebe Schein & Chock 2017: Otto Griebel. Im Panoptikum der Zeit 2017: Günther Hornig. Farbe Rhythmus Raum 2017: Martin Mannig. folkfuturism 2018: Deutung des Daseins. Bernhard Kretzschmar Malerei, Grafik 2018: Sery C. Investigation 2018: Strawalde / Jürgen Böttcher. Zeichnung, Malereien, Film 2019: CORPUS. Annedore Dietze 2019: Signal zum Aufbruch! 100 Jahre Gründung der Dresdner Sezession – Gruppe 1919 2019: Das Ende der Eindeutigkeit. Malerei aus der X. Kunstausstellung der DDR 2020: Frank Lippold. Die heimliche Perspektive 2020: 30 Jahre Künstlerbund Dresden 2020: Figuren. Constanze Deutsch – Zeichnungen und Skulpturen – Klaus-Michael Stephan 2021: Von der Kunst, Kunst zu fördern 2021: Prototypen. Muster und Vision – kuratiert von Andreas Hildebrandt
Projektraum Neue Galerie 2006: Ralf Hellmann – Arbeiterbilder 2006: Eckehard Fuchs – Nachbilder 2007: Meisterklasse! Mira Bergmüller, Stefanie Bühler, Britta Jonas und Susanne Starke 2007: Ernst Bursche – Zum 100. Geburtstag 2007: Matthias Kistmacher – Queequegs Landgang 2008: Vom Bodensee zurück nach Dresden. Eine Schenkung des Malers Herbert Vogt 2008: Hegenbarth-Stipendiaten 2007 – Svea Duwe und Julia Körner 2008: Neue Erwerbungen zeitgenössischer Kunst 2008: Thomas Ranft entdeckt H.P. – Eine Ausstellung über die Macht der Phantasie 2009: Hegenbarth-Stipendiaten 2008 – Stefan Eichhorn und Franziska Leonhardi 2009: Bündnis der Freundschaft – Das Carus-Album. Eine Porträtsammlung und ihre Geschichte 2009: Memory. Malerei von Martin Mannig 2010: Erika Streit – Das frühe Werk. Zum hundertsten Geburtstag der Künstlerin 2010: Hegenbarth-Stipendiaten 2009 – Jan Kromke und Elisabeth Rosenthal 2010: Appendix – neue Arbeiten von Christoph Rodde 2010: Vorstoss. Malerei und Malereiobjekte von Andreas Hildebrandt 2011: Roland Hettner – Eine Schenkung der Familie des Künstlers