Der Harz, bis ins Mittelalter Hart (‚Bergwald‘) genannt, ist ein Mittelgebirge in Deutschland und das höchste Gebirge Norddeutschlands. Er liegt am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Anteil am Harz haben im Westen die Landkreise Goslar und Göttingen, im Norden und Osten die Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz und im Süden der Landkreis Nordhausen. Der Brocken ist mit der höchste Berg; sein Gipfel liegt in Sachsen-Anhalt.
Im Harz, der von artenreicher Flora und Fauna geprägt ist, gibt es ausgedehnte Wälder, teils landwirtschaftlich genutzte Hochflächen, tief eingeschnittene Täler mit wilden Flussläufen und Wasserfällen sowie Stauteiche und Stauseen. Vielerorts gibt es Zeugnisse einer langen Siedlungsgeschichte. Zudem sind Wintersportgebiete vorhanden und der Harz ist Wandergebiet.
Der Harz enthält den Nationalpark Harz, vier Naturparks (Harz (Niedersachsen), Harz/Sachsen-Anhalt, Naturpark Harz Sachsen-Anhalt/Mansfelder Land und Südharz) und das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Das Mittelgebirge liegt im Südteil des Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen.
Im Harz und in seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich mit Goslar, Quedlinburg, der Lutherstadt Eisleben und dem Rammelsberg sowie dem Oberharzer Wasserregal zahlreiche UNESCO-Weltkulturerbestätten.
Geographie Ausdehnung und Lage mini|Topographie des Harzes Das Gebirge ist 110 Kilometer lang und 30 bis 40 Kilometer breit, bedeckt eine Fläche von 2.226 km² und reicht von Seesen (im Westen) bis zur Lutherstadt Eisleben (im Osten). Der größte Anteil des Harzes liegt in Sachsen-Anhalt (Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz), der Westteil in Niedersachsen (Landkreise Goslar und Göttingen); nur ein kleiner Teil im Süden liegt in Thüringen (Landkreis Nordhausen).
Der Harz ist eine eigenständige naturräumliche Großregion 3. Ordnung und Haupteinheitengruppe; er trägt im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands die Kennziffer 38, beim Bundesamt für Naturschutz unter Übernahme derselben Grenzen die Kennziffer D37.
Gliederungen Den deutlich herausmodellierten Höhenschwerpunkt des Mittelgebirges bildet der Hochharz um den Brocken (), der alle Gipfel über 800 Metern Höhe enthält, darunter insbesondere den Wurmberg () bei Braunlage, den Höhenzug der ineinanderübergehenden Erhebungen Auf dem Acker () und Bruchberg (ca. ) und die Achtermannshöhe ().
Eine bereits relativ alte Bezeichnung ist die des Oberharzes, die historisch eigentlich das Gebiet der sieben Bergstädte mit Clausthal-Zellerfeld als Zentrum meinte, wobei das Ober- eine Abgrenzung von Orten an Randlagen darstellte. Im engeren physisch-geographischen Sinne indes bezeichnet er den geologisch scharf umgrenzten, über Söse, Innerste nebst Grane und obere Oker nebst Abzucht entwässerten Nordwestteil des Harzes. Damit läge die Bergstadt St. Andreasberg als einzige außerhalb des physischen Oberharzes.
Als Gegensatz zur Bezeichnung Oberharz etablierte sich die Bezeichnung Unterharz für den östlich des Hochharzes gelegenen, hauptsächlich zur Bode, im Süden auch zu linken Zuflüssen der Helme entwässernden Teil des Harzes.
In den Arbeiten des Instituts für Landeskunde im Rahmen des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands wurde in den 1950er Jahren schließlich die Einheit Mittelharz eingeführt, die neben dem Hochharz seine nördliche, östliche und südliche Abdachung zur Oker (ohne Quellläufe) mit Radau, Ecker und Ilse; oberer Holtemme nebst Zillierbach; Kalter und Warmer Bode; oberer Oder und Sieber beinhaltete. Überdies wurde der zur Wipper entwässerte Ostteil unter dem Namen Östliche Harzabdachung vom Südharz abgetrennt. Diese Gliederung in vier bzw. fünf sogenannte Haupteinheiten (Oberharz, Hochharz, Mittelharz, Unterharz, Östliche Harzabdachung) wird auch heute noch vom Bundesamt für Naturschutz zu Grunde gelegt. Sie ist indes in ihren Grenzen deutlich unschärfer als zum Beispiel die des Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirges, innerhalb der jede Haupteinheit gleichzeitig eine in sich geschlossene geologische und orographische Einheit darstellt. Insbesondere in den zentralen Hochflächen sind die Übergänge zwischen den drei östlicheren Einheiten des Harzes fließend; lediglich Ober- und Hochharz sind physisch überall deutlich von den Nachbareinheiten abgegrenzt.
Naturräumliche Feingliederung hochkant=2|mini|Unternaturräume des HarzesDie namentlich weniger bekannten Teillandschaften sind auf der Karte nicht beschriftet, können aber selbsterklärend durch die nebenstehende Auflistung bzw. durch die im Namen genannten Orte und Flüsse identifiziert werden. mini|hochkant=1.2|Im Verbund der naturräumlichen Großregionen Deutschlands mit dem Harz als Nummer 38 im Nordosten der Mittelgebirgsschwelle
In den Jahren 1963 (äußerster Westen) und vor allem 1970 wurde der Harz, vom äußersten Ostrand abgesehen, im Maßstab 1:200.000 in Einzelnaturräume gegliedert. Da die Nummernverteilung der beiden Einzelbearbeiter voneinander abweicht, sind die unten angegebenen Naturraumnummern nur als Hilfe beim Lesen der jeweiligen Quelle (verlinkte Karten) zu verstehen.
Hauptquellen der naturräumlichen Grenzziehung sind: Jürgen Spönemann in der 5. Lieferung (1957) des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands Feingliederungen 1:200.000 dazu: Jürgen Spönemann: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 99 Göttingen. (1963) Jürgen Hövermann: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 100 Halberstadt. (1970) Dabei wurde aufgrund der z. T. einander konträren Quellenlage wie folgt eingeteilt: Einteilungen in die Haupteinheiten (dort: Oberharz, Mittelharz, Östliche Harzabdachung) in der Hauptsache nach Handbuch, da diese Einteilung auch nach wie vor vom Bundesamt für Naturschutz verwendet wird. Die zusätzliche Haupteinheit Hochharz jedoch nach Blatt 100 Feinere Einheiten in der Hauptsache nach Blatt 100, im äußersten Westen auch nach Blatt 99 Zusammenfassung ansonsten auch aufgrund geologischer Einheiten Es ergibt sich insgesamt folgende Einteilung (Haupteinheiten von Westen nach Osten, innerhalb derselben je von Nord nach Süd bzw. im Uhrzeigersinn geordnet): Oberharz (Nordwestteil des Harzes, zu Söse, Innerste nebst Grane und dem Oker-Oberlauf nebst Abzucht entwässernd) Westrand des Oberharzes Westlicher Harzrand (Bezeichnung auf Blatt 99; dort: 380.0; beinhaltet auch den geologischen Iberg-Kalkstein) Sösemulde (angelehnt an die geologische Sösemulde; überdies Bezeichnung auf Blatt 99; dort: 381.0, und Blatt 100, dort 380.32) (Geologischer) Oberharzer Devonsattel (Blatt 100: Goslarer Bergland; 380.2; an der Schalke 762 m hoch) Wolfshagener Becken (Bezeichnung auf Blatt 100, dort: 380.20) Gose-Bergland (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 380.21) Innerer Oberharz Innerstetal (Bezeichnung auf Blatt 99; dort: 380.1) Altenauer Bergland (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 380.30/31) Clausthaler Hochfläche (Bezeichnung auf den Blättern 99 wie 100; jeweils: 380.4) Hochharz (Höhenschwerpunkt mit insbesondere allen Erhebungen über 800 m) Acker-Bruchberg-Zug (Bezeichnung auf Blatt 100: 381.2 Acker-Bruchberg-Rücken; mit Bruchberg und Auf dem Acker; bis 927 m) (Geologisches) Brocken-Massiv Torfhäuser Hügelland (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 381.1; mit Achtermannshöhe und Sonnenberg, bis 925 m) Östliches Brocken-Massiv (mit Brocken und Wurmberg; Bezeichnung auf Blatt 100: 381.0 Brocken; bis 1141,2 m) Mittelharz (in der Hauptsache Einzugsgebiete von Oker ohne Quellläufe mit Radau, Ecker und Ilse; oberer Holtemme nebst Zillierbach; Kalter und Warmer Bode; oberer Oder und Sieber) Ilsenburg-Wernigeroder Harzrand (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 380.7) Ilsenburger Harzrand (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 380.70) Wernigeroder Harzrand (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 380.71) Nördlicher Mittelharz Radautal (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 380.5; besteht in der Hauptsache aus dem Gebiet des Harzburger Gabbro und Eckergneis) Nördliches und Östliches Brockenvorland (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 380.6) Südlicher Mittelharz (Bezeichnung auf Blatt 100: 380.8, Südlicher Oberharz; bestehend aus Sieberbergland (380.82) und Oderbergland (380.81)) Acker-Südwestabdachung (Bezeichnung auf Blatt 100: 380.9 Südlicher Acker-Rücken; auf Blatt 99 Teil der Einheit 381.1, Auf dem Acker) Unterharz (in der Hauptsache Einzugsgebiet der Bode ohne Quellläufe inklusive Selke sowie der linksseitigen oberen Helme-Zuflüsse mit Ichte, Wieda, Zorge, Bere und Thyra) Unterharz-Nordrand (Bezeichnung auf Blatt 100 für die Landschaft abzüglich des Bodetals und des Ballenstedter Vorlandes; dort: 382.6) Benzingeroder Harzrand (Bezeichnung für den Westteil auf Blatt 100; dort: 382.60) Wienroder Bucht (Bezeichnung für den Teil südlich Blankenburgs auf Blatt 100; dort: 382.61) Bodetal (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 382.4) Ramberg-Nordabdachung (Bezeichnung auf Blatt 100: Thaler Harzrand, 382.62) Ballenstedter Abdachung (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 383.0) Selketal (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 383.1) Ramberg-Massiv (geologische Einheit, auch Ramberg-Pluton; mit dem Ramberg; auf Blatt 100 Einheit 382.5; bis 587 m) Unterharz-Hochfläche (Bezeichnung auf Blatt 100: Benneckensteiner Hochfläche 382.0, Hasselfelder Hochfläche 382.2 [beinhaltet die geologische Einheit des Elbingeroder Massenkalks im äußersten Nordwesten], Güntersberger Hochfläche 382.3) Südharz (entspricht in etwa der Einheit Unterharz-Südrand, 382.7, auf Blatt 100) Wiedabergland (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 380.80; westlich an das Ilfelder Becken anschließend und westlicher Teil der geologischen Südharz-Decke; am Stöberhai bis 720 m) Ilfelder Becken (geologische Bezeichnung; Zentralteil des Südharzes im Rotliegend; 382.71 Ilfelder Bergland auf Blatt 100; am Großen Ehrenberg im Nordwesten 635 m) Beremulde (Bezeichnung auf Blatt 100; dort 382.1; Nordteil der geologischen Südharz-Decke) Thyrabergland (Bezeichnung auf Blatt 100; dort: 382.70; östlich und geomorphologisch sich, abgesehen von deutlich geringeren Höhenlagen, ans Ilfelder Becken anschließend, jedoch geologisch eher den nördlich angrenzenden Hochflächen ähnlich.) Östliche Harzabdachung (hauptsächlich zur Wipper nebst Eine entwässernd) Ostharz Östliche Harz-Hochfläche (auf Blatt 100: 383.2/3 Leine-/Wipperabdachung) Wippraer Rücken (Bezeichnung auf Blatt 100: Wipprarer Rücken; dort: 383.4; entspricht der geologischen Wippraer Zone) Südöstlicher Harzrand (enthält die Grillenberger Abdachung, 383.5 auf Blatt 100, sowie insbesondere den Annaroder Sporn, der zum Hornburger Sattel überleitet)
Berge und Erhebungen
Der Brocken () ist der höchste Berg des gesamten Mittelgebirges Harz und von Sachsen-Anhalt, der Wurmberg () ist der höchste im niedersächsischen Harzteil und zugleich im gesamten Niedersachsen und der Große Ehrenberg () ist der höchste im thüringischen Harzteil.
Nationalpark, Naturparks und Biosphärenreservat Im Harz gibt es einen Nationalpark, ein Biosphärenreservat und vier rechtlich eigenständige Naturparks. Innerhalb der Parks befinden sich zahlreiche Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Die Parks liegen im Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen.
Der Nationalpark Harz, der 2006 gegründet wurde und 247,32 km² (24.732 ha) groß ist, liegt in Niedersachsen (Landkreise Goslar und Göttingen) und Sachsen-Anhalt (Landkreis Harz). Er wurde als erster länderübergreifender Nationalpark Deutschlands aus den bis dahin bestehenden Nationalparks Harz (ca. 158 km² in Niedersachsen) und Hochharz (ca. 89 km² in Sachsen-Anhalt) gebildet.