Der Loreleykreis (ursprünglich Kreis Sankt Goarshausen, nach dem Zweiten Weltkrieg Landkreis Sankt Goarshausen) war ein Landkreis in der preußischen Provinz Hessen-Nassau, ab 1946 in Rheinland-Pfalz. Er bestand bis 1969. Kreisstadt war Sankt Goarshausen.

Geographie Der Landkreis grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Unterwesterwaldkreis und den Unterlahnkreis (beide in Rheinland-Pfalz), an den Untertaunuskreis und den Rheingaukreis (beide in Hessen) sowie an die Landkreise Sankt Goar und Koblenz und an die kreisfreie Stadt Koblenz (alle wiederum in Rheinland-Pfalz).

Geschichte Der Kreis Sankt Goarshausen wurde am 1. April 1886 gegründet. Mit dieser Reform sollten die 1866 eingerichteten Kreise im Gebiet des ehemaligen Herzogtums Nassau verkleinert werden. Der Kreis Sankt Goarshausen bestand aus den ehemaligen Ämtern St. Goarshausen und Braubach, die aus dem Rheingaukreis ausgegliedert wurden, und dem westlichen Teil des ehemaligen Amtes Nastätten, der aus dem Unterlahnkreis herausgelöst wurde.

Die Gemeinde Becheln wechselte am 1. Oktober 1932 aus dem Unterlahnkreis in den Landkreis Sankt Goarshausen.

Der Kreis zählte bis zum Jahr 1945 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau und deren Regierungsbezirk Wiesbaden. Ab 1946 gehörte er als Landkreis Sankt Goarshausen zum Regierungsbezirk Montabaur im Land Rheinland-Pfalz. Der Landkreis Sankt Goarshausen wurde 1961 in Loreleykreis umbenannt.Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland - Ausgabe 1961 - W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1963 (S. 780) Digitalisat Infolge der Kreisreform, die am 7. Juni 1969 in Kraft trat, wurden der Loreleykreis und der Unterlahnkreis zum Rhein-Lahn-Kreis zusammengelegt.

Einwohnerentwicklung

Datum Einwohner 1900 42.282 1910 44.758 1925 45.496 1933 48.404 1939 47.913 1950 53.922 1960 56.500 1968 57.021

Landräte 1886–1891Alfred von Bake1891–1918Ferdinand Berg1918Hans Wolff1920–1933Wilhelm Niewöhner1933–1939Franz Brunnträger (NSDAP)1939–1942Karl Lange (NSDAP)1943–1945Josef Heukeshoven (NSDAP)1945–1947Jakob Emil Schladthttp://www.archivdatenbank.lha-rlp.de/koblenz/h/h.01/860p/fb/akten/10731/1947–1954Hans Wirgeshttp://www.archivdatenbank.lha-rlp.de/koblenz/h/h.01/860p/fb/akten/10743/1954–1969Bernhard Bohmeier

Gemeinden Der Landkreis umfasste zuletzt folgende Kommunen (Einwohnerstand 1933):

Die Gemeinde Ehrenthal war 1933 nach Wellmich eingemeindet worden.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Sankt Goarshausen bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen GOH zugewiesen. Es wurde bis zum 6. Juni 1969 ausgegeben. Seit dem 8. Juli 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Rhein-Lahn-Kreis erhältlich.

Quellen Peter Brommer, Werner Dommershausen: Verzeichnis der Akten der Landratsämter und Kreisausschüsse St. Goarshausen (bzw. Loreleykreis) in St. Goarshausen (Bestand 502) und Unterlahn in Diez (Bestand 503). (Veröffentlichungen aus rheinland-pfälzischen und saarländischen Archiven, Kleine Reihe, Band 44), Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Koblenz 1987, ISBN 3-922018-53-X.

Literatur Helmut Rang, Manfred Schick: Loreleykreis, Regierungsbezirk Montabaur (= Die Landkreise in Rheinland-Pfalz, Band 5). Verlag der Zechnerschen Buchdruckerei, Speyer 1965; . Ernst Jungmann: Geschichte des Kreises St. Goarshausen in Einzelbildern. o. O. 1928. Ferdinand Luthmer: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Unter-Westerwald, St. Goarshausen, Untertaunus und Wiesbaden Stadt und Land (= Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Wiesbaden, Band 5). Keller, Frankfurt am Main 1914; . Hubert Seibert: Der Aufstieg des Nationalsozialismus im Kreis St. Goarshausen (1926–1933). In: Nassauische Annalen 95 (1984), S. 299–307; .

Einzelnachweise

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