mini|300px|Battle of Cowpens (Ölgemälde von William Ranney, 1845)
Die Schlacht von Cowpens fand während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges am 17. Januar 1781 bei Cowpens in South Carolina nahe der Grenze zu North Carolina statt. Die amerikanischen Truppen aus kontinentalen Soldaten und freiwilligen Milizen (Anhänger der politischen Gruppierung der sogenannten Patrioten unter Brigadegeneral Daniel Morgan) errangen einen eindeutigen Sieg gegen die britische Kolonialmacht und die einheimischen Loyalisten.
Nach diesem Sieg der Amerikaner gab der britische Kommandeur Cornwallis seine Bemühungen auf, South Carolina zu befrieden. Die Schlacht von Cowpens stellt damit einen bedeutenden Wendepunkt in den militärischen Auseinandersetzungen der Amerikanischen Revolution und den Entwicklungen dar, die letztlich zur Anerkennung der amerikanischen Unabhängigkeit durch das Britische Weltreich führten.
Die Schlacht ging als Meisterstück der Taktik in die Militärgeschichte ein.Diese Beurteilung der taktischen Leistung wird neben anderen auch von Babits in seiner Monographie zu Cowpens, von Alan C. Cate in Founding Fighters: The Battlefield Leaders who Made American Independence (Seite 19) und vom „Center of Military History der United States Army“ in Kapitel 4 der American Military History (Hrsg. Office of the Chief of Military History) geteilt
Vorgeschichte mini|hochkant|General Washington mit seinem Sklaven William Lee. John Trumbull, 1780 Nach erheblichen Spannungen zwischen den amerikanischen Kolonien und dem britischen Mutterland führten Steuererhöhungen zwischen 1770 und 1775 zum Zusammenschluss der Kolonien gegen die britische Krone. Der Versuch der Briten, den sich anbahnenden Aufstand durch die Entsendung von Truppen zu unterdrücken, führte im April 1775 zum Ausbruch des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Anfangs versuchten die Briten sowohl auf dem nördlichen als auch auf dem südlichen Kriegsschauplatz die Kolonien zurückzuerobern. Nach der Schlacht von Moores Creek Bridge im Jahre 1776 und dem gescheiterten britischen Versuch, Charleston über die Seeseite einzunehmen, stiegen Selbstbewusstsein und Moral der amerikanischen Truppen und unterbanden vorerst weitere Versuche der Briten, die Kontrolle im Süden wiederzuerlangen.
Nach Abschluss des von Benjamin Franklin ausgehandelten amerikanisch-französischen Bündnisses im Jahre 1778 veränderte sich das Kräfteverhältnis im Norden. Während der daraus entstandenen pattähnlichen Situation auf dem nördlichen Kriegsschauplatz entschied sich die britische Führung für ein erneutes Engagement im Süden. Davon ausgehend, dass große Teile der Bevölkerung der Krone die Treue halten würden, wollten die Briten die Loyalisten im Süden unterstützen, um letztendlich vom Süden aus auch die Revolution im Norden zu zerschlagen. Die Anstrengungen der Briten in den Jahren 1779 und 1780 waren erfolgreich. Der größte Teil der südlichen amerikanischen Kontinentalarmee wurde in den Schlachten von Savannah, Charleston und Camden aufgerieben oder geriet in Gefangenschaft. Diese Siege gaben der britischen Armee die Zuversicht, den Süden gemeinsam mit den Loyalisten bald unter Kontrolle zu bekommen. Sie rechneten nicht mit heftigem Widerstand aus dem Hinterland und den Appalachen.
General George Washington, der Kommandeur der Kontinentalarmee, übergab die Südarmee General Nathanael Greene. Bereits nach zwei Wochen im Kommando trennte er seine Streitkräfte und schickte Brigadegeneral Daniel Morgan in den Südwesten des Catawba River, nahe der heutigen Grenze zwischen North und South Carolina, um die Nachschublinien der Briten zu durchtrennen und den Aktionsradius der Briten im Hinterland und der Grenzregion der Appalachen einzuschränken. Ziel dieser Operation war auch „to spirit up the people“ – die moralische Stärkung der Bewohner der durch den Krieg und die Vorratsbeschaffung der Truppen schwer beanspruchten Region.Theodorus Bailey Myers: Cowpens Papers, Being a Correspondence of General Morgan and Prominent Actors. Charleston 1881, S. 9–10. mini|links|hochkant=0.7|General Cornwallis (Nach einem Porträt von J. S. Copley) Der britische Kommandeur General Cornwallis setzte Morgan den aus Liverpool stammenden Lieutenant Colonel Banastre Tarleton entgegen, der in den vorangegangenen Schlachten von Camden und Waxhaw sehr erfolgreich gewesen war. Der erst 26-jährige Tarleton hatte in Waxhaw angeblich die Soldaten der Kontinentalarmee, die sich ergeben wollten und laut zeitgenössischen britischen und amerikanischen Zeugen die weiße Flagge gehisst hatten, weiter bekämpft und getötet.William Dobein James: patriotresource.com; Brief Dr. Robert Brownfields, Chirurg der britischen Truppen über das „Buford Massaker“ (Waxhaw). Seine Weigerung, sie gefangen zu nehmen (), führte zu dem geflügelten Wort „Tarleton’s Quarter“ als Begriff für „Keine Gefangenen“.G. Scott Withrow: Banastre Tarleton. National Park Service; abgerufen am 6. Juni 2008 Obwohl eine persönliche Beteiligung Tarletons an dem Massaker umstritten ist, wurde er von den Patrioten gehasst und als Schlächter betrachtet. Sowohl „Tarleton’s Quarter“ als auch „Rache für Waxhaw“ wurden zu Schlachtrufen der kontinentalen Armee.
Am 12. Januar 1781 entdeckten Tarletons Späher die Armee Morgans in Grindal’s Shoals am Pacolet River im Hinterland South Carolinas, und er begann, sie unaufhörlich zu verfolgen. Als Tarletons Armee näher rückte, zog sich Morgan Richtung Burr’s Mill am Thicketty Creek zurück.James Graham: The Life of General Daniel Morgan of the Virginia Line of the Army of the United States. New York, 1859, S. 281–283Don Higginbotham: Daniel Morgan—Revolutionary Rifleman. Chapel Hill, 1961, S. 129 Nach Meldungen, dass Tarleton um ein Vielfaches näher sei als erwartet, brach er hastig das Lager ab und marschierte Richtung Cowpens, einer bekannten Kreuzung und einem wichtigen Weidegebiet in der Grenzregion.Kenneth Roberts: The Battle of Cowpens: The Great Morale-Builder. Doubleday and Company 1958. S. 65–68
Beteiligte Kräfte Amerikanische Armee mini|Amerikanische Flagge (Cowpens Flag) Die amerikanischen Truppen standen unter dem Kommando des Brigadegenerals Daniel Morgan, der in seinem offiziellen Bericht angab, nur knapp über 800 Mann in die Schlacht von Cowpens geführt zu haben. Der Historiker Lawrence Babits, der die Schlacht eingehend untersucht hat, kommt zu folgenden Zahlen:
Abteilungen der 1. und 3. Continental Light Dragoon, der amerikanischen berittenen Infanterie (82)Abteilungen der 1. und 3. Continental Light Dragoon (überwiegend in Virginia rekrutiert) unter Lieutenant Colonel William Washington, insgesamt 82 Mann. Babits, S. 40–41 Drei Abteilungen der State Dragoons (55)Abteilungen der State Dragoons aus North Carolina und Virginia mit 30 Mann. Babits, S. 175, Fußnote 101. Eine Abteilung der South Carolina State Dragoons mit einigen Reitern aus Georgia unter Major James McCall mit 25 Mann. Babits, S. 41–42 und S. 175, Fußnote 101 Eine Kompanie Dragoner der Milizen (45)Eine Kompanie frisch ausgehobener Freiwilliger der Miliz South Carolinas unter Major Benjamin Jolly. Babits, S. 41–42 Ein Bataillon amerikanische Infanterie (300)Ein Bataillon amerikanischer Infanterie unter Lieutenant Colonel John Eager Howard, eine Kompanie aus Delaware, einer aus Virginia und drei aus Maryland, jede mit einer Stärke von 60 Mann, insgesamt 300. Babits, S. 27–29 Drei Kompanien Infanterie aus den Staatsarmeen (etwa 150)Eine Kompanie Staatstruppen aus Virginia unter Captain John Lawson mit 75 Mann. Babits, S. 28 und 77. Eine Kompanie Staatstruppen aus South Carolina unter Captain Joseph Pickens mit 60 Mann. Babits, S. 73. Eine kleine Kompanie Staatstruppen aus North Carolina unter Captain Henry Connelly (Zahl unbekannt). Babits, S. 28 Eine Brigade mit vier Bataillonen, ein weiteres Bataillon und mehrere Kompanien aus Milizen gebildete Infanterie (1255–1280)Ein Bataillon virginianischer Milizen unter Frank Triplett. Babits, S. 33 und 104. Zwei Kompanien virginianischer Milizen unter Major David Campbell mit 50 Mann. Babits, S. 34. Ein Bataillon Milizen aus North Carolina unter Colonel Joseph McDowell mit 260-285 Mann. Babits, S. 35–36. Eine Brigade bestehend aus vier Bataillonen Milizen aus South Carolina unter Colonel Andrew Pickens, bestehend aus einem Bataillon mit drei Kompanien des Spartanburg Regiment unter Lieutenant Colonel Benjamin Roebuck, einem aus vier Kompanien zusammengesetzten Bataillon des Spartanburg Regiment unter Colonel John Thomas; fünf Kompanien des Little River Regiments unter Lieutenant Colonel Joseph Hayes und weitere sieben Kompanien des Fair Forest Regiments unter Colonel Thomas Brandon. Babits stellt fest (Seite 36), dass diese Bataillone „zwischen 120 und mehr als 250 Mann umfasst haben“. Wenn Roebucks drei Kompanien 120 Mann umfasst haben und Brandons sieben Kompanien aus 250 Mann bestanden, dann lag die Truppenstärke der Kompanien Thomas um 160 Mann und Hayes fünf Kompanien etwa bei 200 Mann, insgesamt also 730 Mann. Drei kleine Kompanien Milizen aus Georgia mit 55 Mann unter Major Cunningham. Babits, S. 40 und 187, Fußnote 14.
Insgesamt ergibt sich daraus eine Truppenstärke zwischen 1887 und 1912 Mann an Offizieren und Mannschaften. Die Aufteilung auf die beteiligten Staaten ergibt etwa 855 Mann aus South Carolina, 442 aus Virginia, 290 bis 315 Mann aus North Carolina, 180 aus Maryland, 60 aus Georgia und 60 Mann aus Delaware.
Die Diskrepanz zwischen den Angaben Morgans und der tatsächlichen Truppenstärke kann unter anderem durch das Eintreffen von Freiwilligen erklärt werden, die nicht in Morgans Kampfverbänden organisiert waren. Die Nachricht von der zu erwartenden Auseinandersetzung hatte sich im Hinterland verbreitet. Neben den Truppen Pickens, der erst in der Nacht kurz vor der Schlacht bei Morgan eintrafen, fanden sich etliche kleinere Gruppen kampfwilliger Männer nach dem Vorbild der „Overmountain Men“, der freiwilligen Kämpfer aus den Appalachen, unaufgefordert auf dem Schlachtfeld ein.Graham, S. 290 Die amerikanischen Truppen Morgans bestanden überwiegend aus unerfahrenen freiwilligen Milizen. Daneben konnte er über einige kriegserfahrene Veteranen und einige wenige ausgebildete Milizen verfügen, die Erfahrung aus den Schlachten bei Musgrove Mill und Kings Mountain mitbrachten. Unter ihnen befanden sich auch einige der „Overmountain Men“ aus den Grenzregionen der Provinzen, die ebenfalls bei Kings Mountain gekämpft hatten.
Britische Armee mini|Britische Flagge (Kings Colors) Unter der Führung von Colonel Banastre Tarleton kämpften bei Cowpens auf britischer Seite: Eine Legion Loyalisten: 250 Mann Kavallerie und 200 Mann InfanterieBabits, S. 46, “British Legion Infantry strength at Cowpens was between 200 and 271 enlisted men”. However, this statement is referenced to a Note on Page 175-176, which says, “The British Legion infantry at Cowpens is usually considered to have had about 200-250 men, but returns for the 25 December 1780 muster show only 175. Totals obtained by Cornwallis, dated 15 January, show that the whole legion had 451 men, but approximately 250 were dragoons” Eine Abteilung der 17. Light Dragoons (50) Eine Batterie der Royal Artillery (24) mit zwei 3-PfündernThe Battle of Cowpens. My Revolutionary War; abgerufen am 17. Juni 2008 bewaffnet.Edwin C. Bearss: Battle of Cowpens. U.S. Department of the Interior, 1967, ISBN 1-57072-045-2; National Park Service abgerufen am 6. Juni 2008 Das 7. Regiment, die Royal Fusiliers (177) Die Kompanie der leichten Infanterie des 16. Regiments (42) Das 71. Regiment, Fraser’s Highlanders (334) Die leichte Kompanie des Prince of Wales’s American Regiments (31) Eine Kompanie Aufklärer (50)
Insgesamt über 1.150 Offiziere und Mannschaften.Alle Einheiten gemäß der Auflistung Babits