mini|hochkant=1.5|Kottmarsdorf von Ebersbach aus betrachtet mini|hochkant|Bockwindmühle Kottmarsdorf

Kottmarsdorf (oberlausitzisch Kutterschdurf; ) ist ein Ortsteil der Gemeinde Kottmar im Landkreis Görlitz im Südosten Sachsens nahe der Grenze zu Tschechien. Der Name ist zu erklären als Dorf am Kottmar oder des Sorben Chotemer.

Geographie Kottmarsdorf liegt direkt an der 1828 erbauten Verbindungsstraße zwischen den Städten Löbau, Neugersdorf und Rumburk. Das Dorf erstreckt sich über den Pfarrberg (); den südlichsten Teil bildet die Tümmelei. Gegen Süden liegt im Tal des Bleichewassers der Kühle Morgen, südwestliche die Harthe und der Raumbusch.

Geschichte Am 1. Mai 1306 wurde Kottmarsdorf, vom Typ ein Waldhufendorf, erstmals als „Khotdmersdorpp“ urkundlich erwähnt. Im Jahre 1346 wurde die Kottmarsdorfer Ortskirche erstmals als Tochter der Löbauer Kirche erwähnt. 1550 war Erasmus von Gersdorf Besitzer von Kottmarsdorf. Das Jahr 1585 ging als großes Pestjahr in die Geschichte ein. Weitere Unglücksjahre waren 1607, als erneut die Pest ausbrach (70 Einwohner starben in Kottmarsdorf), 1617, als eine große Hungersnot den Ort heimsuchte und 1633, als wieder die Pest im Dorf ausbrach; die Leichen wurden nachts ohne jegliche Zeremonie auf dem Friedhof oder daheim begraben.

Seit dem 1. Januar 1999 ist der ursprünglich eigenständige Ort Kottmarsdorf ein Ortsteil der Gemeinde Obercunnersdorf.StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.1999 Seit dem 1. Januar 2013 gehört Kottmarsdorf zur Gemeinde Kottmar.

Ortsnamenformen 1306: „Khotdemersdorpp“, „Khotemersdorff“, 1419: „Cotmerßdorff“, 1430: „Kottemersdorff“, 1442: „Kotmarsdorff“, 1564: „Kuttmarsdorff“, 1657: „Cottmarsdorff“, 1768: „Kottmarsdorf“

Verwaltungszugehörigkeit 1777: Bautzener Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Löbau, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1777 18 besessene Mann,15 Gärtner, 36 Häusler 1834 811 1871 1.057 1890 977 1910 892 1925 895 1939 863 1946 926 1950 1.045 1964 933 1990 643 2013 (28. Febr.) 532

Vereine Natur- und Heimatfreunde Kottmarsdorf e. V., Volkskunstgruppe Kottmarsdorf e. V., Friseurmuseum e. V., Turnverein Kottmarsdorf e. V., Kleingartenverein Kottmarsdorf e. V.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Kirche mini|Eingang zum Sowjetischen Friedhof Funktionstüchtige, denkmalgeschützte Kottmarsdorfer Bockwindmühle (1843 auf dem 435 m hohen Pfarrberg erbaut und bis 1943 in Betrieb) Barocke Kirche Kottmarsdorf (erstmals 1346 in einer Urkunde erwähnt und in ihrer heutigen Form 1736 erbaut, 1854 um einen 50 m hohen Kirchturm erweitert) Ehrenfriedhof für gefallene russische Soldaten an der Hauptstraße Friseurmuseum (eröffnet am 11. November 2000), mittlerweile geschlossen Heimatmuseum im Mühlenhaus (Heimatstube mit wechselnden Ausstellungen)

Sohn des Ortes Walter Zschunke (1913–1985), Maler und Grafiker Quellen und weiterführende Literatur Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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