Harald „Nippel“ Grohs (* 28. Januar 1944 in Essen) ist ein deutscher Automobilrennfahrer und Teamchef.

Karriere als Rennfahrer Harald Grohs’ Karriere als Rennfahrer begann 1973, als er seine ersten Rennen mit einem Porsche 911 T fuhr. Er startete bei zehn Rennen der Deutschen Rundstrecken-Meisterschaft, von denen er vier Rennen gewinnen konnte. Nach diesem ungewöhnlichen Erfolg durfte Grohs zwei Rennen auf einem BMW CSL für das Faltz-Team bestreiten, die er beide gewann. Wegen dieser außergewöhnlichen Debütsaison stellte ihm 1974 Heribert Küke, ein 2019 verstorbener Spediteur und Auto-Restaurator aus Grohs’ Heimat einen Renault R5 und den dazu passenden Transporter für den R5-Pokal zur Verfügung. Er erreichte mit sechs Siegen den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Daraufhin ermöglichte ihm Jochen Neerpasch, damaliger BMW-Rennleiter, zwei Gaststarts in der amerikanischen IMSA-Serie. Nach dem ersten Rennen wurde ein mündlicher Vertrag für das Jahr 1975 geschlossen. 1975 gewann er sein erstes Rennen in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft auf dem Nürburgring. Beim folgenden Rennen allerdings überschlug sich sein BMW im Bereich der Hohen Acht auf der Nordschleife, Grohs blieb jedoch unverletzt. Am Ende desselben Jahres gewann er mit Jody Scheckter in Südafrika das 9-Stunden-Rennen von Kyalami. Dies war sein erster internationaler Erfolg.

Bereits seine erste Saison in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft 1977 konnte Grohs als Fünfter der Division 2 in einem BMW 320 für das BMW-Junior-Team abschließen.

mini|Harald Grohs 1980 im Porsche 935 beim Training zum 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring mini|Grohs’ BMW 635 CSi von 1984 mini|Grohs’ BMW 635 CSi von 1985 Ab 1984 startete Grohs in der neu gegründeten Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. In einem BMW 635 CSi vom Team Vogelsang Valier konnte er das erste Rennen in Zolder gewinnen. Auch das zweite Rennen gewann Grohs, wurde aber nach dem Rennen wegen eines zu großen Ventilhubs disqualifiziert, was ihn am Ende den Titel kostete. Trotz vier Saisonsiegen musste er sich in der Gesamtwertung dem sieglosen Volker Strycek und auch Olaf Manthey geschlagen geben und wurde Dritter. Auch 1985 wurde Grohs dritter der Meisterschaft, dieses Mal mit dem Team Obermeier Racing. 1986 wechselte Grohs den Hersteller und fuhr einen Ford Sierra XR4 Ti von HWRT. Die Saison entwickelte sich zum Desaster; nur in seinem letzten Saisonrennen sah Grohs überhaupt die Zielflagge und holte mit Platz zwölf die einzigen sieben Punkte. 1987 kam Grohs zurück zu BMW und gewann auf Anhieb das erste Rennen der Saison. Mit dem Valier-M3 gewann er zwei Rennen und holte den fünften Platz der Meisterschaft. 1988 konnte der M3 von Valier nur Resultate im vorderen Mittelfeld erzielen. Die DTM wurde mehr und mehr von den Werken dominiert – Privat-Teams verloren schnell an Boden. Lediglich in Hockenheim und auf der AVUS schaffte Grohs den Sprung aufs Podest. In den folgenden zwei Saisons ging der sportliche Abstieg weiter, so dass Grohs nach der Saison 1990 die DTM verließ.

Grohs bestritt insgesamt mehr als 60 24-Stunden-Rennen. Er ist nach wie vor im Motorsport aktiv. Im Mai 2013 nahm er mit Friedrich von Bohlen und Markus Oestreich für das Team Schirra Motoring mit einem Mini am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil. Am Ende des Rennens war das Team nicht klassifiziert.

In Zusammenarbeit mit BMW Motorsport nahm er zum 30. Mal 2015 am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil, diesmal für das Team „Walkenhorst Motorsport powered by Dunlop“ auf einem BMW 235i Racing. Trotz eines insgesamt turbulenten Rennverlaufs erreichte Grohs zusammen mit seinen Rennfahrerkollegen Bernd Ostmann, Christian Gebhardt und Victor Bouveng Rang 42 im Gesamtklassement und Rang 1 in ihrer eigenen Klasse SP 8T (allerdings bei nur drei Startern in dieser Klasse).

Privates Harald Grohs ist seit 2004 mit Angelika Langner verheiratet, der früheren Lebensgefährtin des 1985 tödlich verunglückten Stefan Bellof.bild.de: Hier spricht die Witwe von Stefan Bellof.

Statistik Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1976 BMW 3.0CSL Rang 10 1979 Gelo Racing Sportswear Porsche 935 Ausfall Motorschaden 1980 Vegla Racing Team Porsche 935 Rang 8 und Klassensieg 1981 Vegla Racing Team Porsche 935K2/80 Dieter Schornstein Götz von Tschirnhaus Rang 10 1985 BMW M1 Kurt König Ausfall Getriebeschaden 1988 Porsche 962C Rang 8 1989 Porsche 962C Akahiko Nakaya Ausfall Lichtmaschine 1990 Obermeier Racing Porsche 962C Ausfall Getriebeschaden 1993 Team Paduwa Porsche Carrera 2 Cup Ausfall Motor überhitzt 1998 CJ Motorsport Porsche 911 GT2 Ausfall Unfall

Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1981 Andial Meister Racing Porsche 935M16 Rang 4

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 1976 BMW Alpina BMW 3.5 CSLBMW 3.0 CSL 10 2 4 DNF DNF 12 1977 BMW Faltz BMW320 DNF DNF 1978 BMW BelgiumBMW Faltz BMW320 10 13 3 9 4 9 DNF 1979 ZakspeedGelo Racing Lotus EuropaPorsche 935 DNF DNF 1980 Vegla RacingAndial Racing Porsche 935 7 4 5 7 8 11 1981 Andial RacingVegla Racing Porsche 935 DNF 4 DNF 1 7 10 1 1 6 1982 Joest RacingClaude HaldiKannacher GTURD Porsche 935 URD C81 12 DNF DNF 13 1983 Obermaier RacingBrun Motorsport Porsche 956BMW M1 4 DNF 4 DNF 1984 Brun Motorsport Porsche 956 4 DNF 5 3 6 1985 Vogelsang BMW M1 DNF 15 1986 Obermaier RacingJoest Racing Porsche 956 4 5 1987 Dauer RacingJoest Racing Porsche 962 8 DNF 1988 Kremer RacingJoest Racing Porsche 962 8 DNF 1989 Obermaier Racing Porsche 962 10 1990 Obermaier Racing Porsche 962 DNF 15 10 DNF DNF 17 13 10 9

Literatur Arno Wester: Fast 70 und noch heiß. Porträt Harald Grohs in: Motorsport Aktuell, Heft 22/2013, S. 25.

Weblinks

Offizielle Website von Grohs Motorsport

Einzelnachweise

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