+ Endstand nach acht Etappen 20px|Gelbes Trikot (Gesamtwertung) THR 33:25:18 h 2. THR + 0:52 min 3. AST + 1:34 min 4. AST + 3:06 min 5. C.A + 3:27 min 6. GCE + 3:35 min 7. RAB + 3:56 min 8. LIQ + 4:10 min 9. SDV + 4:44 min 10. FDJ + 4:53 min 20px|Schwarzes Trikot (Punktewertung) THR 80 Punkte 2. THR 73 Punkte 3. FDJ 52 Punkte 20px|Rot-gepunktetes Trikot (Bergwertung) VBG 18 Punkte 2. THR 14 Punkte 3. THR 13 Punkte 20px|Weißes Trikot (Nachwuchswertung) THR 33:26:10 h 2. AST + 0:42 min 3. AST + 2:14 min 20px|Mannschaftswertung SDV 100:22:54 h 2. AST + 0:43 min 3. GCE + 1:13 min

Die 10. Deutschland Tour fand vom 29. August bis zum 6. September 2008 statt.

Das einwöchige Rad-Etappenrennen startete mit einem 4 km langen Prolog in Kitzbühel und endete mit einem Einzelzeitfahren in Bremen. Die Gesamtdistanz betrug 1409 Kilometer. Die Rundfahrt war Teil der UCI ProTour 2008.

Erstmals bei einer Radsportveranstaltung wurden die Fahrer auf Insulin-Doping getestet.

Gleich nach der ersten Etappe nach Hochfügen, die schon im Vorfeld als Königsetappe bestimmt worden war, führte Linus Gerdemann vom Team Columbia das Klassement an. Diese Führung konnte er in den folgenden Etappen und im abschließenden Einzelzeitfahren vor seinem Mannschaftsgefährten Thomas Lövkvist verteidigen, welcher in der Punkte- und der Nachwuchswertung siegte. Die Bergwertung gewann Daniel Musiol. __TOC__

Teilnehmerfeld

+ Teilnehmende TeamsUCI ProTeams Quick Step Silence-Lotto Team CSC-Saxo Bank Gerolsteiner Team Milram ag2r La Mondiale Bouygues Télécom Cofidis Crédit Agricole Française des Jeux Lampre Liquigas Astana Rabobank Caisse d’Epargne Euskaltel-Euskadi Scott-American Beef Team Columbia Professional Continental Teams Skil-Shimano Team Volksbank-Corratec Neben den 18 UCI ProTeams nahmen die Professional Continental Teams Volksbank und Skil-Shimano teil, die jeweils eine Wildcard erhielten.rad-net.de: Deutschland-Tour: Wildcard für Volksbank, abgerufen am 21. Juni 2008. Das Team Scott-American Beef (ehemals Saunier Duval-Scott) wurde nach den Dopingfällen bei der Tour de France 2008 offiziell von den Organisatoren ausgeladen. Es durfte aber als ProTour-Team an der Rundfahrt teilnehmen.

Das erfolgreichste Team der Tour wurde das Team Columbia, welches insgesamt vier Etappensiege verbuchen konnte. Zudem gewannen mit Linus Gerdemann und Thomas Lövkvist auch zwei Columbia-Fahrer die Gesamt-, Sprint- und Nachwuchswertung. Dennoch gewann nicht Columbia, sondern das Team Scott-American Beef die Mannschaftswertung, außerdem holte es durch David de la Fuente einen Etappensieg. Weitere Teams mit Etappensiegen waren das Team Milram, Liquigas, Française des Jeux sowie Cofidis.

Bei den Fahrern verpasste Jens Voigt den dritten Sieg in Folge deutlich, er wurde in Bremen letztendlich 63. Auch der als Mitfavorit angereiste Denis Menschow sowie der beste Bergfahrer der Tour de France 2008, Bernhard Kohl, enttäuschten. Menschow stieg aus, Kohl wurde 92. Den Dreikampf um die Spitze lieferten sich beim letzten Zeitfahren die ebenfalls favorisierten Fahrer Linus Gerdemann und Janez Brajkovič sowie der Schwede Thomas Lövkvist.

+ Favoriten für die GesamtwertungJens VoigtCSCSieger Deutschland Tour 2006 und 2007Gustav LarssonCSCOlympiazweiter Zeitfahren 2008 und Neunter Deutschland Tour 2007Janez BrajkovičASTFünfter Tour de Suisse 2006Wladimir KarpezGCESieger Katalonien-Rundfahrt 2007 und Tour de Suisse 2007Markus FothenGSTVierter Tirreno–Adriatico 2008 und Zwölfter Giro d’Italia 2005Haimar ZubeldiaEUSZweimal Fünfter Tour de FranceLinus GerdemannTHRSieger Tour de l’Ain 2008Cyril DesselALMSechster Tour de France 2006Leonardo BertagnolliLIQVierter Deutschland Tour 2007Maxime MonfortCOFFünfter Baskenland-Rundfahrt 2008Christian KneesMRMSieger Bayern-Rundfahrt 2008 Die maximale Fahreranzahl pro Team betrug 8 Fahrer. Es waren 154 Fahrer aus 28 Nationen gemeldet.

Etappen mini|Streckenverlauf Deutschland Tour 2008 Wie bei der Tour de France 2008 wurden die Zeitgutschriften bei Zwischensprints oder im Ziel abgeschafft, sodass das Gesamtklassement alleine auf der gefahrenen Zeit beruhte. Den Auftakt gab ein Prolog, mit der ersten Etappe von Kitzbühel nach Hochfügen folgte dann gleich die Königsetappe. Anschließend kamen sechs weitere, meist flache Etappen, die Entscheidung fiel im abschließenden Zeitfahren.

Übersicht

+ Etappenübersicht Etappe Typ Start–Ziel Sieger Zweiter Dritter Prolog EZF Kitzbühel (AUT)–Kitzbühel Brett Lancaster MRM Gustav Larsson CSC Gerald Ciolek THR 1. Etappe 20px|Hochgebirgsetappe Kitzbühel–Hochfügen (AUT) Linus Gerdemann THR Thomas Lövkvist THR Janez Brajkovič AST 2. Etappe 20px|Hügelige Etappe München–Hesselberg David de la Fuente SDV Pietro Caucchioli C.A Thomas Lövkvist THR 3. Etappe Herrieden–Wiesloch Leonardo Bertagnolli LIQ Rigoberto Urán SDV Thomas Lövkvist THR 4. Etappe Wiesloch–MainzAndré Greipel THR Robbie McEwen SIL Robert Förster GST 5. Etappe 20px|Hügelige Etappe Mainz–Winterberg Gerald Ciolek THR Rubens Bertogliati SDV Leonardo Bertagnolli LIQ 6. Etappe Bad Fredeburg–Neuss Jussi Veikkanen FDJ Maxim Iglinski AST Thierry Hupond SKS 7. Etappe Neuss–Georgsmarienhütte Stéphane Augé COF Thierry Hupond SKS Mauro Da Dalto LIQ 8. Etappe EZF Bremen–Bremen Tony Martin THR Bert Grabsch THR Gustav Larsson CSC

Prolog: Kitzbühel + Die ersten Fünf – Prolog20px|1 Brett Lancaster MRM 0:03:59 h2 Gustav Larsson CSC + 0:00 min3 Gerald Ciolek THR + 0:02 min4 Markus Fothen GST + 0:03 min5 Mark Renshaw C.A + 0:04 min Der mit 3,6 Kilometer vergleichsweise kurze Prolog startete am Schwarzsee und führte die Fahrer nach einer Durchfahrt der Altstadt zur Talstation der Hahnenkammbahn. Lange Zeit hielt Mark Renshaw (Crédit Agricole) die Führung, er wurde nach über einer Stunde an der Führung allerdings um mehrere Sekunden von Brett Lancaster (Milram) distanziert. Auch dessen Zeit schien gefährdet, doch durch einen Sturz verlor Tony Martin (Columbia) einige Sekunden und verpasste nach einer Zwischenbestzeit die Führung.

Anschließend gelang es auch Gerald Ciolek (Columbia, 1,79 Sekunden Rückstand) sowie dem Olympiazweiten von Peking, Gustav Larsson (CSC, 0,1 Sekunden zurück) nicht, Lancaster zu verdrängen. Mitfavorit Linus Gerdemann (Columbia) wurde Siebter, der zuletzt gestartete Titelverteidiger Jens Voigt (CSC) nur 51.

Damit siegte Brett Lancaster vor Gustav Larsson und Gerald Ciolek. Lancaster übernahm folglich die Führung in der Punktewertung. Ciolek war bester Fahrer im Nachwuchsklassement.

1. Etappe: Kitzbühel–Hochfügen + Die ersten Fünf – 1. Etappe20px|1 Linus Gerdemann THR 4:42:54 h2 Thomas Lövkvist THR + 0:16 min3 Janez Brajkovič AST + 0:16 min4 Pietro Caucchioli C.A + 0:50 min5 José Rujano GCE + 0:50 min Die erste Etappe war eine 178 km lange Bergetappe. Sie führte von Kitzbühel über den Pass Thurn und den Gerlospass nach Hochfügen. Linus Gerdemann (Team Columbia) konnte sich im Schlussanstieg absetzen. Trotz technischer Probleme mit der Gangschaltung siegte er vor seinem Teamkollegen Thomas Lövkvist und dem Astana-Fahrer Janez Brajkovič. Dieses Duo hatte 16 Sekunden Rückstand auf Gerdemann. Jens Voigt hatte einen Zeitrückstand von 8:44 Minuten.

Die Führung in der Bergwertung holte Daniel Musiol (Volksbank). Er fuhr zusammen mit Kasper Klostergård (CSC), Dominik Roels (Milram) und Jérémy Roy (Française des Jeux) in der Fluchtgruppe. Ihr Vorsprung wuchs bis auf acht Minuten. Musiol wurde auch als aktivster Fahrer geehrt.

2. Etappe: München–Hesselberg + Die ersten Fünf – 2. Etappe20px|1 David de la Fuente SDV 3:48:38 h2 Pietro Caucchioli C.A + 0:02 min3 Thomas Lövkvist THR + 0:02 min4 Janez Brajkovič AST + 0:02 min5 Linus Gerdemann THR + 0:02 min mini|Zieleinfahrt auf der 2. Etappe Der zweite Tagesabschnitt der Deutschlandtour führte die Fahrer von der bayerischen Landeshauptstadt München auf den Hesselberg in Mittelfranken. Vier Fahrer bildeten die Fluchtgruppe: Bernhard Kohl (Gerolsteiner), Kasper Klostergård (CSC), Yoann Le Boulanger (Française des Jeux) und Markel Irízar (Euskaltel). Ihr maximaler Vorsprung betrug kaum mehr als zwei Minuten. Etwa sechs Kilometer vor dem Ziel wurden die Ausreißer eingeholt.

Am Schlussanstieg der dritten Kategorie attackierte Johan Vansummeren (Silence-Lotto) als Erster. Auch Christophe Le Mével (Crédit Agricole) und Rigoberto Urán (Caisse d’Epargne) griffen an. Aber alle hatten keinen Erfolg. Erst der Antritt von David de la Fuente war erfolgreich. Dies war sein erster Saisonsieg. Der Spanier gewann mit zwei Sekunden Vorsprung auf eine Gruppe mit fünf Fahrern, darunter die besten Vier der Gesamtwertung. Klostergård wurde der aktivste Fahrer.

Mindestens auf dem ersten Teil der Strecke von München nach Augsburg herrschte permanenter Rückenwind.

3. Etappe: Herrieden–Wiesloch + Die ersten Fünf – 3. Etappe20px|1 Leonardo Bertagnolli LIQ 5:20:34 h2 Rigoberto Urán GCE + 0:00 min3 Thomas Lövkvist THR+ 0:00 min4 Eros Capecchi SDV + 0:00 min5 Giovanni Visconti QST + 0:00 min Die 195 km lange dritte Etappe führte vom mittelfränkischen Herrieden im Landkreis Ansbach über die L 2247 nach Wallhausen, die B 290 nach Rot am See, L 1033 nach Gerabronn, Langenburg, Laßbach und Mäusdorf nach Künzelsau, die L 1045 von Ingelfingen und Niedernhall nach Weißbach, über die L 1050 nach Jagsthausen, die L 1025 nach Möckmühl und von dort zum Zwischenspurt in Mosbach über die Steigungen nach Aglasterhausen und auf den Königstuhl. Von dort waren es noch 23 Kilometer bis zum Ziel in Wiesloch. Der letzte Zwischenspurt war in Heidelberg.

Die erste erfolgreiche Attacke setzten – nach etwa zehn gefahrenen Kilometern – Christian Knees (Milram) und Johannes Fröhlinger (Gerolsteiner), welche beide bereits mehr als fünf Minuten im Gesamtklassement zurücklagen. Ihr maximaler Vorsprung von 7:40 Minuten reichte jedoch nicht aus. Während des Anstieges der zweiten Kategorie zum Königstuhl wurden sie von einer zehnköpfigen Gruppe um Gesamtführenden Linus Gerdemann (Columbia) wieder eingeholt. Diese Gruppe fuhr geschlossen über den Königstuhl.

Auf der Abfahrt attackierten Daniel Navarro (Astana), Leonardo Bertagnolli (Liquigas) und Jussi Veikkanen (Française des Jeux). Letzterer fiel durch einen Defekt aber wieder zurück. Mehrere weitere erfolglose Ausreißversuche erhöhten das Tempo, sodass der Vorsprung des Duos von 35 Sekunden schrumpfte und zwei Kilometer vor dem Ziel noch 11 Sekunden betrug. Bertagnolli konnte die Etappe schließlich gewinnen. Sein Sieg wurde im Jahr 2014 wegen Doping aberkannt. Auf dem Zielstrich hatte er keinen Vorsprung mehr und wurde zeitgleich mit der inzwischen gewachsenen Verfolgergruppe gewertet wurde. Daniel Navarro fiel sogar noch auf Rang sechs zurück.

Der Gesamtelfte Markus Fothen (Gerolsteiner) stürzte auf der regennassen Abfahrt und kam mit 38 Sekunden Rückstand auf den Sieger ins Ziel. Auch die Bergwertung der zweiten Kategorie auf dem Königstuhl kostete Daniel Musiol (Volksbank) seine Führung in der Bergwertung nicht, er führte nun mit 17 Punkten. Auch in der Gesamtwertung änderten sich die vorderen Ränge nicht, da alle Favoriten mit der Spitzengruppe ins Ziel kamen. Nur in der Sprintwertung gab es einen anderen Führenden, Thomas Lövkvist (Columbia) übernahm mit seinem dritten Platz das Sprinttrikot von Teamkollege Gerdemann. Als aktivster Fahrer wurde Christian Knees ausgezeichnet.

4. Etappe: Wiesloch–Mainz + Die ersten Fünf – 4. Etappe 20px|1André GreipelTHR3:59:37 h 2 Robbie McEwenSIL+ 0:00 min 3 Robert FörsterGST+ 0:00 min 4 Mark RenshawC.A+ 0:00 min 5 Graeme BrownRAB+ 0:00 min Das Profil der vierten Etappe war flach. Es gab nur zwei Bergwertungen der dritten Kategorie in Neuleiningen und Eisenberg während der 174 Kilometer von Wiesloch in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz.