Die Waccamaw Sioux sind eines von acht durch den Bundesstaat North Carolina in den Vereinigten Staaten von Amerika anerkannten indigenen Völker der amerikanischen Ureinwohner. Der Stamm lebt überwiegend im Südosten des Staates in den Countys Bladen und Columbus, in den Gemeinden St. James, Buckhead und Council. Das angestammte Gebiet der Waccamaw Sioux liegt am Rand des Green Swamp etwa 60 Kilometer von Wilmington, 11 Kilometer vom Lake Waccamaw und 6 Kilometer nördlich von Bolton.Sylvia Pate and Leslie S. Stewart: Economic Development Assessment for the Waccamaw Siouan Tribe, Pembroke, NC: University of North Carolina, 2003, S. 5Thomas E. Ross: American Indians in North Carolina: Geographic Interpretations, Southern Pines, N.C.: Karo Hollow Press, 1999, Seiten 137–140.

Demographie

Nach dem U.S. Census aus dem Jahre 2000 umfasst die gesamte Population der Indianer vom Volk der Waccamaw Sioux in Columbus und Bladen County 2.343 (1.697, respektive 646) Personen und damit 2,7 % der gesamten indianischen Bevölkerung North Carolinas. Es werden 1.245 eingetragene Stammesmitglieder gezählt.U.S. Bureau of the Census, 2000 Census of Population, Social and Economic Characteristics: North Carolina (Washington, DC: United States Government Printing Office, 2003); and Pate and Stewart, Economic Development Assessment, S. 9; Patricia Lerch, „Coverage Differences in the Census of a Rural Minority Community in North Carolina: the Little Branch area of the Waccamaw Sioux Tribe,“ Final Report-1990 Decennial Census report: Ethnographic Evaluation of the 1990 Decennial Census Report (Washington, DC: Center for Survey Methods Research, Bureau of the Census, 1992); and Ross, American Indians in North Carolina, S. 140.

Zwischen 1980 und 2000 stieg die sich auf die beiden Countys verteilende Bevölkerung um 6,7 %, im gleichen Zeitraum stieg die Gesamtbevölkerung im Staat zum Vergleich um 37 %. Das Wachstum in den beiden Countys wurde überwiegend durch die indianische mit 61 % und hispanische Bevölkerung mit 295 % verursacht. Die afroamerikanische Population verzeichnete ebenfalls einen 7-%-Anstieg, während die weiße Bevölkerung um 0,6 % zurückging.Pate and Stewart, Economic Development Assessment, S. 9.

Regierung und Verwaltung

Der Stamm wird durch den Waccamaw Siouan Tribal Council, Inc. bestehend aus sechs durch die Angehörigen des Stammes gewählten Mitglieder, die für einen Zeitraum von drei Jahren ihr Amt wahrnehmen. Die Position des Chiefs wurde traditionell vererbt, ist aber inzwischen ebenfalls in ein wählbares Amt umgewandelt worden. Ein Ältestenrat nimmt leitend an den monatlichen Sitzungen teil und unterrichtet die Stammesmitglieder über Angelegenheiten, die für den gesamten Stamm von Bedeutung sind. Die Meinungen und Vorschläge der Mitglieder werden eingereicht und haben Anteil an dem Entscheidungsprozess.

Der Stamm beschäftigt einen Verwalter, der sich um die Alltagsangelegenheiten des Stammes kümmert und das jährliche Budget von etwa einer Million Dollar verwaltet. Er überwacht die Unterstützungsprogramme und erstellt einen monatlichen Bericht um diese Hilfen gegenüber lokalen, staatlichen und privaten Geldgebern, dem Stammesrat und dem Stamm selbst darzustellen.Pate and Stewart, Economic Development Assessment, p.8.

Anerkennung Die Waccamaw Sioux wurden durch den Staat North Carolina im Jahre 1971 anerkannt und 1977 als eine gemeinnützige Vereinigung anerkannt. Im Verfahren um die Anerkennung durch die Vereinigten Staaten zu erhalten, werden sie von den Lumbee Legal Services, Inc. im administrativen Prozess unterstützt.See Clarke Beach, „Congress Asked to Recognize Waccamaw Indians in State,“ Daily Times-News Burlington, N.C., (18. April 1950)„Congress Hears of Lost N.C. Tribe,“ Asheville Citizen, Asheville, N.C. (27. April 1950)Ross, American Indians in North Carolina, Seiten 137–148.

Sprache Die ersten europäischen Siedler in den Carolinas waren über die Vielfalt der indianischen Sprachen in den heutigen Südstaaten erstaunt. Im heutigen North Carolina waren drei Sprachfamilien in der Region verbreitet, beispielsweise sprachen die Hatteras, Roanoke, Chowanoke, Moratok, Pamlico, Secotan, Machapunga und die Weapemeoc der Küstenebene unterschiedliche, aber miteinander verwandte Algonkin-Sprachen. Die Cherokee, Tuscarora, Coree und Meherrin, die Gebiete von der Küstenebene bis zu den Appalachen bewohnten, sprachen Irokesische Sprachen während die Catawba, Cheraw, Cape-Fear-Indianer, Eno, Keyauwee, Occaneechee, Tutelo, Saponi, Shakori, Sissipahaw, Sugeree, Wateree, Waxhaw und die Waccamaw aus der Cape Fear River und Piedmont Region zu den siouxsprachigen Völkern gehörten.

Die historische Siouxsprache der Waccamaw-Sioux-Indianer North Carolinas ist durch die verheerenden Verluste innerhalb der Stammesbevölkerung im 18. und 19. Jahrhundert verloren gegangen.

Geschichte Die Lake-Waccamaw-Legende Seit der frühesten aufgezeichneten Erforschung der Region im Jahre 1735 durch William Bartram (der durch die Waccamaws unterstützt wurde), wurden viele Legenden über die Entstehung des Geschichten über die Entstehung des Lake Waccamaw erzählt. Viele sind nachweislich märchenhaft ausgeschmückte Geschichten der ersten weißen Siedler, während die Waccamaw Sioux erzählen, dass vor tausenden von Jahren ein riesiger Meteor im Südwesten am Nachthimmel erschien. Er fiel, hell wie unendlich viele Sonnen, zu Boden, und als er schließlich einschlug, brannte er sich tief in die Erde. Das Wasser der umgehenden Sümpfe und Flüsse floss in den Krater und kühlte ihn, dabei entstand der leuchtend blaue-grüne See. Einige gehen davon aus, dass diese Geschichte Mitte des 20. Jahrhunderts durch James E. Alexander erfunden wurde.Ross: American Indians in North Carolina, S. 137.

16. Jahrhundert

Einige Historiker diskutieren, ob die von Francisco Girebillo angeführte spanische Expedition im Jahre 1521 durch ein Waccamaw-Dorf führte. Girebillo erreichte es, indem er von der Küste Carolinas aus dem Waccamaw River und Pee Dee River folgte. Die Waccamaw werden als halbnomadische Bewohner der Flusstäler beschrieben, Girobello schrieb auch, dass die uferbewohnenden Sioux von Jagen und Sammeln lebten, begleitet von einer rudimentären Landwirtschaft. Darüber hinaus bezeichnete er die Riten der Waccamaw als einzigartig für dieses Volk, beschrieb diese aber nicht genauer.Martin T. Smith, Archaeology of Aboriginal Culture Change in the Interior Southeast: Depopulation During the Early Historic Period (Gainesville, FLA: University of Florida Press, 1987).

17. Jahrhundert Etwas weniger als 150 Jahre später begegnete der Engländer William Hilton den Waccamaw Sioux und 1670 wurden sie durch den deutschen Forscher und Arzt John Lederer in seinen Discoveries (engl. Entdeckungen) erwähnt. Am Anfang des 17. Jahrhunderts wurden die Woccon (die Waccamaw) mit anderen Stämmen des Pee Dee River-Gebietes durch Truppen der Spanier und Cusabo nach Norden vertrieben. Die gemischte Gruppe der Stämme, die an dem Zusammenfluss des Waccamaw und des Pee Dee River, splitterte sich 1705 auf und bildete eine Gruppe Woccon, die weiter in den Norden an den unteren Neuse River und Contentnea Creek zogen.For some of the earliest accounts of the Waccamaw, refer to John Lederer, The Discoveries of John Lederer (Ann Arbor, MI: University Microfilms, Inc. 1966); and John Lawson, A New Voyage to Carolina, ed. Hugh Talmadge Lefler (Chapel Hill: University of North Carolina Press, 1967).

18. Jahrhundert Die erste Erwähnung der Woccon/Waccamaw durch die englischen Siedler wurde 1712 notiert. Zu dieser Zeit versuchte die Kolonie South Carolina die Waccamaw zu überreden, sich gemeinsam mit den Cape Fear Indians dem Sohn des ehemaligen britischen Gouverneurs James Moore anzuschließen, um sich an dem Zug gegen die Tuscarora im Tuscarora-Krieg anzuschließen. Einige der frühesten englischen Reisenden, die ins Innere der Carolinas vordrangen, John Lederer im Jahre 1670 und John Lawson etwa 30 Jahre später, beschrieben die Waccamaw in ihren Reiseberichten als Sioux der östlichen Völker. Jedoch besuchte keiner von ihnen die Feuchtgebiete, in die sich einige der Waccamaw auf der Suche nach Schutz vor den eindringenden Siedler zurückgezogen hatten. Tatsächlich hörte der Stamm der Sioux, der von John Lawson als „Woccon“ bezeichnet wurde und den er in seinem Bericht New Voyage to Carolina aus dem Jahre 1700 dem Gebiet einige Kilometer südlich der Tuscarora einordnete, für die Behörden der britischen Kolonie um diese Zeit bereits auf zu existieren. Die Woccon, die sich in einer Gruppe nach Süden bewegten, wurden von da an als Waccamaw in den Dokumenten der Kolonie gelistet. Die Schreibweise in den unterschiedlichen Perioden der kolonialen Regierung variierten oder wechselten und konnten nur in etwa der Lautsprache der jeweiligen Stämme angepasst werden. Beispielsweise verschwanden die Woccon aus den historischen Berichten etwa zu der Zeit, als die Waccamaw neu auftraten.

Die Waccamaw blieben bis 1718 in der Region am Waccamaw und Pee Dee River, anschließend wurden sie zur Umsiedlung in das Weenee oder das Black River Gebiet gezwungen. 1720 schlossen sie sich fliehenden Familien der Tuscarora, Cheraw, Keyauwee und Hatteras an, die an die Ufer des Drowning Creek, dem heutigen Lumbee oder Lumber River zogen. Einige Waccamaw Familien blieben bis 1733 dort, bis sie sich erneut zurückzogen, dieses Mal an den Lake Waccamaw und den Green Swamp.

Im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts lebten viele Waccamaw, auch als „Waccommassus“ bezeichnet, etwa über 150 Kilometer nordöstlich von Charleston in South Carolina. 1749 brach ein Krieg zwischen den Waccamaw und den Kolonisten South Carolinas aus, 29 Jahre später, im Mai 1778 machte die Kolonie Versprechungen, um die Indianer zu schützen, die Versprechen wurde nicht eingehalten, und die Indianer zogen sich nach dem Waccamaw-South Carolina-Krieg in die Feuchtgebiete am Green Swamp, nahe dem Lake Waccamaw zurück. Dort siedelten sie sechs Kilometer nördlich des heutigen Bolton, in einem Gebiet, das als der Old Indian Trail bezeichnet wird.Alan Gallay: The Indian Slave Trade: The Rise of the English Empire in the American South, 1670–1717 (New Haven, CT: Yale University Press, 2002)James H. Merrell: The Indians' New World: Catawbas and Their Neighbors from European Contact through the Era of Removal (Chapel Hill: University of North Carolina Press, 1993)Patricia Lerch: „State-Recognized Indians of North Carolina, Including a History of the Waccamaw Sioux,“ in J. Anthony Paredes, ed., Indians of the Southeastern United States in the Late 20th Century (Tuscaloosa: University of Alabama Press, 1992), Seiten 44–71.Charles Hudson: The Southeastern Indians (Knoxville: University of Tennessee Press, 1976)Chapman Milling, Red Carolinians (Columbia: University of South Carolina Press, 1969)Douglas L. Rights: American Indians in North Carolina (Durham, NC: Duke University Press, 1947).

19. Jahrhundert Staatliche Landverteilungen und andere koloniale Aufzeichnungen untermauern die Ansprüche der Waccamaw Sioux auf die Region um den Green Swamp. Nach drei Jahrhunderten Erfahrungen im Umgang mit europäischen Siedlern, waren die Waccamaw Sioux sehr stark angepasst und lebten von der Landwirtschaft im europäischen Stil, für die sie auch Farmland für einzelne Farmen beanspruchten.Jo E. Aldred, „No More Cigar Store Indians: Ethnographic and Historical Representations By and Of the Waccamaw-Siouan Peoples and their Socioeconomic, Legal, and Political Consequences.“ M.A. Thesis (Chapel Hill, University of North Carolina, 1992).