Ottfried Ernst Gotthold Graf Finck von Finckenstein (* 18. April 1901 in Burg Schönberg (Ostpreußen); † 23. November 1987 in Ottawa, Kanada) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer.
Familie Ottfried Graf Finckenstein entstammte der preußischen uradeligen Familie Finck von Finckenstein. Seine Eltern waren der Parlamentarier Konrad Finck von Finckenstein und dessen Ehefrau Irene von Meerscheidt-Hüllessem (1866–1957). Sein Bruder Kunz war ebenfalls Parlamentarier. Er war seit 1934 mit Eva Berta Schubring (1903–1994) verheiratet, mit der er fünf Kinder (drei Söhne und zwei Töchter) hatte.
Leben
Ab 1917 nahm er als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg studierte er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Volkswirtschaftslehre. 1919 wurde er im Corps Saxo-Borussia Heidelberg recipiert.Kösener Corpslisten 1996, 140, 1332 Er schloss das Studium 1923 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der Promotion zum Dr. rer. pol. ab.Dissertation: Die Wirtschaft des Memelgebiets Natürliche Grundlagen, geschichtliche Entwicklung, Möglichkeiten. Danach war er bis 1931 in Bankgeschäften, so in Berlin, der Schweiz, in Holland und in den Vereinigten Staaten, tätig. 1931 zog er auf ein Fischereigehöft in Buchfelde, Kreis Rosenberg in Westpreußen. Seit jener Zeit war er als freier Schriftsteller tätig. Für seinen Roman Die Mutter erhielt er im Jahr 1938 den nationalsozialistisch umgedeuteten und von der NSDAP vergebenen Wilhelm-Raabe-Preis.Zur Einordnung des Wilhelm-Raabe-Preises und seiner Preisträger in die nationalsozialistische Kulturpolitik vgl. Horst Denkler: Der Wilhelm-Raabe-Preis – Eine deutsche Geschichte. Radio-Essay. In: Hubert Winkels (Hrsg.): Rainald Goetz trifft Wilhelm Raabe: der Wilhelm Raabe-Literaturpreis, seine Geschichte und Aktualität. Wallstein Verlag, 2001, ISBN 3-89244-489-7, S. 20–46 (Finckenstein ist als Preisträger des Jahres 1938 erwähnt auf ). Finckenstein war Teilnehmer der Ersten Großdeutschen Buchwoche 1938 in Weimar.Weimarer Blätter. Festschrift zur Ersten Großdeutschen Buchwoche 1938 in Weimar
Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Leiter des Landeskulturverbands Schleswig-Holstein und arbeitete als Journalist. Er wurde Professor für Deutsch an der Universität Ottawa.
Er heiratete 1934 die spätere Politikerin Eva Schubring. Das Paar bekam fünf gemeinsame Kinder.
Ehrungen 1936 Neue Linie Erzählerpreis 1938 Wilhelm-Raabe-Preis Braunschweig 1942 Johann-Gottfried-von-Herder-Preis 1942 Max-Halbe-Preis
Werke 1933 Möven am Bruch (Serienroman in „Deutsche Allgemeine Zeitung“) 1936 Fünfkirchen 1937 Der Kranichschrei 1937 Das harte Frühjahr 1938 Die Mutter 1938 Von den Quellen des Lebens 1942 Dämmerung 1942 Die Heimkehr nach Reiherberg (Serienroman in Völkischer Beobachter) 1949 Liebende (Novelle) 1950 Schwanengesang, Roman einer versunkenen Heimat 1959 C. Moraze, Das Gesicht des 19. Jahrhunderts. Die Entstehung der modernen Welt (Übersetzung) 1994 Nur die Störche sind geblieben
Literatur Deutsches Literatur-Lexikon, begründet von Wilhelm Kosch, Band 5, Spalte 15, bei Francke Verlag Bern und München, 1978 Deutsches Literatur-Lexikon „Das 20. Jahrhundert“, begründet von Wilhelm Kosch, Band 8, Spalte 568, bei K.G. Saur Verlag Zürich und München, 2005 Finckenstein, Ottfried Graf von, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 153
Weblinks
Autorenporträt auf westpreussen-online.de
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Heimatliteratur Kategorie:Mitglied der Reichsschrifttumskammer Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Ottfried Ottfried Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1901 Kategorie:Gestorben 1987 Kategorie:Mann