mini|Kirche und Glockenturm

Die evangelisch-reformierte Loppersumer Kirche im ostfriesischen Loppersum, Gemeinde Hinte wurde 1866 im Stil der Neugotik errichtet.

Geschichte und Baubeschreibung mini|Blick Richtung Chorraum Im Mittelalter gehörte Loppersum zur Propstei Hinte im Bistum Münster.Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. Selbstverlag, Pewsum 1974, S. 43 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6). Im Zuge der Reformation wechselte die Gemeinde zum reformierten Bekenntnis. Die ursprüngliche gotische Backsteinkirche, eine Einraumkirche aus dem 14. Jahrhundert, soll dem heiligen Antonius geweiht gewesen sein.Ude Hangen (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Loppersum (PDF; 0,8 MB), gesehen am 15. Mai 2026. Sie wurde im Jahre 1866 durch die heutige ersetzt, nachdem die Längswände des alten Gotteshauses zunehmend in Schieflage gerieten. Die heutige Kirche wurden nach Plänen von Architekt Visser im neugotischen Stil gestaltet. Die Längswände werden durch Strebepfeiler und große spitzbogige Fenster gegliedert. Die Mauern unter der Traufe werden durch einen Fries verziert. Die Ostapsis ist polygonal gestaltet und verfügt über zwei Spitzbogenfenster. Die Westseite ist reich gegliedert und mit einem kleinen Vorbau versehen, der als Windfang dient.

Neben der Kirche steht separat der Glockenturm aus dem 14. Jahrhundert mit seinen rundbogigen Schallarkaden. In ihm befinden sich drei Glocken, die die Jahreszahlen 1411, 1743 und 1965 tragen, aber zum Teil später umgegossen wurden. Letztere ist eine defekte Gedenkglocke, da sie aus Eisen statt hochwertiger Bronze gefertigt wurde. Die Stundenglocke mit dem Namen Maria auf dem Dachreiter datiert aus dem Jahr 1454.

Ausstattung mini|Innenraum der Loppersumer Kirche Der Innenraum wird durch eine flach gewölbte Holztonne abgeschlossen. Gegenüber der Kirche wurde eine Privatempore für die Besitzer der Loppersumer Burg 1872 neu errichtet, die mit sechs Wappen versehen ist. Im Chorraum finden sich Grabplatten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert: von Häuptling Aepke Beninga und seiner Frau Anna Jüchters (1566/67), dem Kirchenvogt Matthias Lehling und seiner Frau (1691/1714), der Familie von Uldrich Sibrands (1617/1657) und von Prediger Petrus Schoormann (1795). Die Kanzel wurde von einem Greetsieler Handwerker im Jahr 1865 gefertigt, die Taufe 1904.

Zu den Vasa Sacra gehören eine Taufschale (1831), Taufkanne (1883), Abendmahlskelch (1841), Teller (1875) und Kanne (1902). Die Bibel auf dem Abendmahlstisch stammt aus dem Jahr 1875. Homepage der Kirchengemeinde, gesehen am 12. Juni 2011.

Orgel Die Orgel mit elf Registern wurde 1867/1868 von den Gebr. Rohlfs geschaffen und ist noch weitgehend erhalten. Der neugotische Prospekt fügt sich organisch in das Kirchengebäude ein. In den Jahren 1996 und 2018 erfolgte eine Orgelrestaurierung durch Bartelt Immer und eine Rückführung auf den Originalzustand. Die Disposition lautet wie folgt:

I Hauptwerk C–f3 Bordun 16′ R/Iab c1 original Principal 8′ R/IInnenpfeifen ab dis1 original Rohrflöte 8′ Rtiefe Lage mit Gedackt 8′ zusammengeführt Gedackt 8′ R Gambe 8′ I Octave 4′ R Flöte 4′ R/Ikonisch, ab dis2 original Quinte 3′ R Octave 2′ R Pedal C–d1 Subbass 16′ R Violon-Cello 8′ R Koppeln: I/P

Anmerkungen

R = Rohlfs (1867/1868) I = Immer (2018)

Siehe auch Liste der historischen Kirchen in Ostfriesland

Literatur

Weblinks

Homepage der Kirchengemeinde Ude Hangen (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Loppersum (PDF-Datei; 108 kB)

Einzelnachweise

Loppersum Kategorie:Baudenkmal in Hinte Loppersum Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Niedersachsen Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Bauwerk in Hinte Kategorie:Kirchengebäude in Europa