mini|Turm von St. Johann-Baptist in Neu-Ulm mini|St. Johann-Baptist in Neu-Ulm Die Kirche St. Johann Baptist in Neu-Ulm wurde als Garnisonkirche 1857 erbaut. Heute ist sie die katholische PfarrkircheBistum Augsburg der Pfarreiengemeinschaft Neu-Ulm, welche aus mittlerweile fünf Gemeinden besteht: St. Johann Baptist/Neu-Ulm, St. Albert/Offenhausen, Hl. Kreuz/Pfuhl, St. Konrad/Burlafingen und St. Mammas/Finningen.
Architektur Veränderungen Die Kirche wurde ursprünglich als Garnisonskirche 1857 zunächst als einschiffiger neuromanischer Bau nach Plänen von Georg von Stengel erbaut. Von 1922 bis 1926 und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie nach Entwurf von Dominikus Böhm erweitert und architektonisch zur jetzigen Form umgestaltet, wobei vom Altbau im Wesentlichen nur der Turmschaft mit zeittypischen Kantenlisenen und Rundbogenfriesen stehen blieb. Das in Farbkontrasten sichtbar präsentierte Baumaterial der Fassaden aus Jurakalkstein, Ziegeln und Biberschwanzresten stammte aus abgebrochenen Befestigungsanlagen. Die durchgreifend umgebaute Kirche St. Johann Baptist gilt als Musterbeispiel ihrer Art und zählt kunsthistorisch zu den bedeutendsten deutschen Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts im expressionistischem Stil.
In den 1930er Jahren wurde die Kirche auch als Neue Krieger-Gedächtniskirche bezeichnet.Histor. Ansichtskarte Neu-Ulm, Krieger-Gedächtnis-Kirche; abgerufen am 17. September 2019. Eine letzte umfassende Restaurierung von 1980 bis 1985 gab dem Kircheninneren das heutige Aussehen.
Baubeschreibung Die Außenmauern und der Turm sind aus Material der abgebrochenen Ulmer Befestigungsanlagen (Jurakalkstein, Ziegel und Biberschwanzreste) gemauert. Im Inneren bildet der Gegensatz von hohlem Ziegelboden zu den in Licht getauchten weißen Wänden und eigenwilligen Gewölben eine frappierende Raumschöpfung, besonders bei der Taufkapelle. Von technischem Interesse ist der bei der Gewölbekonstruktion angewendete schalungslose Eisenbeton. Die Gewölbe waren durch die Konstruktionseisen sozusagen vorgezeichnet; diesen wurde auf der Unterseite ein weitmaschiges Eisengeflecht und diesem wiederum ein Ziegelgewebe (Rabitz) als Putzträger unterbunden. Schließlich erfolgte die Einführung und Verteilung des Betons von oben. Vom Innenraum aus wurde der Putz aufgetragen.
Ausstattung mini|Kircheninneres, Blick zum Altar Altar, Haupt- und Querschiff, Kapellen, Schmuck Die Ausstattung (Bronze- und Steinplastiken, Gestaltung der Fenster) stammt vom Bildhauer Reinhold Grübl.
Die Taube in der Taufkapelle stammt von Hans Wissel; ebenso die Christusfigur in der linken Seitenkapelle.
Orgel mini|Innenansicht mit Orgel Die Orgel wurde 1968 von der Orgelbaufirma Hubert Sandtner (Dillingen) erbaut und im Jahre 2000 neu intoniert und um zwei Register erweitert. Das Instrument hat heute 24 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.Informationen zur
I Hauptwerk C– Bourdun 16′ Prinzipal 8′ Rohrflöte 8′ Oktav 4′ Spitzflöte 4′ Sesquialtera II ′ Oktav 2′ Mixtur IV-V ′ Trompete 8′ II Rückpositiv C– Spitzgambe 8′ Gedackt 8′ Prinzipal 4′ Holzflöte 4′ Doublette 2′ Quinte ′ Scharff III 1′ Dulcian 8′ Tremulant Pedal C– Principal 16′ Subbass 16′ Oktav 8′ Gedeckt 8′ Choralbass 4′ Basszink V ′ Posaune 16′
Koppeln: II/I, I/P, II/P Spielhilfen: zwei freie Kombinationen, Tutti, Zungenabsteller
Glocken Die Glocken wurden in der Glockengießerei Maria Laach am 31. März 2004 gegossen und am 9. Mai 2004 geweiht.Archiv St. Johann Baptist
Die Disposition des fünfstimmigen Geläutes sind nominal: e¹ – g¹ – h¹ – d² – e²Archiv St. Johann Baptist
Siehe auch Evangelische Garnisonskirche in Ulm Katholische Garnisonskirche in Ulm
Literatur Bernadette Goebel: St. Johann Baptist in Neu-Ulm. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2025, ISBN 978-3-89870-727-5. Jakob Eberle, Edigna Schreml: Die katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist (= Kleine Kunstführer Nr. 1561). Schnell & Steiner, München/Zürich 1986, ISBN 3-7954-5268-6. Manuela Klauser: Der betende Raum. Dominikus Böhms Kirche St. Johann Baptist in Neu-Ulm. Ein Schlüsselbau der modernen Sakralarchitektur. Kunstverlag Fink, Lindenberg 2010, ISBN 978-3-89870-644-5. Klaus-Martin Bresgott: St. Johann Baptist Neu-Ulm. In: Ders.: Neue Sakrale Räume. 100 Kirchen der Klassischen Moderne. Zürich 2019. S. 36 f. Aktueller Kirchenführer der Kirche St. Johann Baptist/Neu-Ulm: Kunstverlag Josef Fink
Weblinks
St. Johann Baptist Neu-Ulm auf der Website der Kath. Kirchengemeinde St. Johann Baptist Neu-Ulm
Stadtpfarrkirche St. Johann Baptist, Neu-Ulm, Bayern. Musterbeispiel ihrer Art, auf denkmalschutz.de – Auf derselben Website: – Und später mit Wandmalereien über den Seitenaltären: – Kriegergedächtniskapelle (Vorkriegszustand), das ist die heutige Auferstehungskapelle: – Und später mit Kreuz und verändertem Fußbodenbelag: – Taufkapelle (Bauzustand 1926): – –
Einzelnachweise
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