Eggermühlen ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Bersenbrück, im Norden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.
Geografie Lage Eggermühlen liegt innerhalb der Ankumer Höhe und im Nordwesten vom Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge. Höchster Punkt des Gemeindegebiets ist mit 69 Metern der Osterboll in Sussum.
Ortsgliederung mini|Ortsteile Eggermühlen Eggermühlen gliedert sich in folgende Ortsteile: Basum-Sussum Besten Bockraden Döthen
Nachbargemeinden Eggermühlen hat insgesamt sieben Nachbargemeinden: im Osten: Ankum, Kettenkamp im Süden: Merzen, Fürstenau im Westen: Bippen, Berge im Norden: Menslage
Klima In Eggermühlen herrscht ein durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusstes gemäßigtes Seeklima mit milden Wintern, warmen Sommern und ganzjährig gleichmäßig verteilten, mäßigen Niederschlägen. Die Sommer sind häufig trocken und sonnig, während im Winter gelegentlich Schnee fällt.
2023 betrug die durchschnittliche Temperatur 11,2 °C. Sie ist tendenziell steigend. Sie betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 10,6 °C und in den letzten 100 Jahren waren es durchschnittlich 9,2 °C.
Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.
Es gibt je nach Messmethode und Definition durchschnittlich etwa 1627–2275 Sonnenstunden pro Jahr.
Es fällt jährlich ca. 700 mm Niederschlag. Verkehr Im Taktverkehr fahren Busse der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück zum Bahnhof Bersenbrück mit Zuganschluss nach Osnabrück und Oldenburg.
Die ehemalige Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück durchquert das nördliche Gemeindegebiet. Auf der Strecke werden heute Draisinenfahrten angeboten.
Geschichte
Eggermühlen gehörte bis 1802 zum Hochstift Osnabrück. Nach der französischen Besetzung bis 1814 unter Napoleon Bonaparte kam Eggermühlen infolge des Wiener Kongress an das Königreich Hannover. Mit der Niederlage des Königreichs Hannover von 1866 wurde Eggermühlen Teil von Preußen.
Eingemeindungen Zum 1. Juli 1965 schlossen sich die Gemeinden Besten, Bockraden, Basum-Sussum und Döthen zur Samtgemeinde Eggermühlen zusammen. Am 28. Juni 1965 wurde Hermann Kortland (Bürgermeister in Sussum-Bassum) zum Samtgemeindebürgermeister ernannt. Die Gemeindeverwaltung wurde in der Alten Rentei untergebracht. Am 1. Juli 1972 wurden die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Eggermühlen: Basum-Sussum, Besten, Bockraden und Döthen zur neuen Einheitsgemeinde Eggermühlen zusammengeschlossen. Alle Ortsteile gehörten bis zum 30. Juni 1972 dem Landkreis Bersenbrück an und gelangten nach dessen Auflösung zum Landkreis Osnabrück.
Einwohnerentwicklung mini|300px|Bevölkerungsentwicklung in Eggermühlen seit 1987 Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Eggermühlen im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.
Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen auf Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.
Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.
Jahr Einwohner 1961 1088 1970 1123 1987 1291 1990 1312 Jahr Einwohner 1995 1689 2000 1833 2005 1832 2010 1735 Jahr Einwohner 2011 1744 2015 1703 2017 1734 2018 1749
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich aus elf Mitgliedern zusammen. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996. Rat der Gemeinde Eggermühlen: Wahlergebnisse und GemeinderäteCDUGrüneEinzel-bewerber1SPDFDP Gesamt Wahl-beteiligung Wahlperiode % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Gesamtanzahl der Sitze im Rat %2021–202673,9811,518,9 / 5,61 / 1––––1001167,12016–202176,9 92,8 07,1 111,4 11,9 01001163,52011–201677,6 94,8 06,3 19,6 11,7 01001163,62006–201176,9 82,3 07,1 113,7 2– –1001167,12001–200690,2 111,8 0– –8,0 0– –1001171,91996–200188,4 10– –– –11,6 1– –1001181,6Prozentanteile gerundet.Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie NiedersachsenLandesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311, Landkreis Osnabrück (PDF; 528 kB).Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.____________________1 2006-2021: Wilhelm Schwietert; 2021: Wilhelm Schwietert, Ruth Gerdes
Bürgermeister Seit 2006 Markus Frerker (CDU) 1972–2006 Heinz Specker (CDU) (Bürgermeister der Einheitsgemeinde Eggermühlen, Bürgermeister von Basum-Sussum von 1971-1972) DIE NIEDERSÄCHSISCHE GEMEINDE Zeitschrift für Ratsmitglieder in den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden S. 168 1971–1972 Wilhelm Schulte (Samtgemeinde Eggermühlen) 1965In Neue Osnabrücker Zeitung vom 05.09.2015: "Eggermühlen entstand gegen die Pläne des Kreises"; abgerufen am 26. März 2018–1970 Hermann Kortland (Bürgermeister der Samtgemeinde Eggermühlen und Bürgermeister von Basum-Sussum)
Wappen und Flagge mini|150px|Hissflagge der Gemeinde
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Sehenswürdigkeiten Eggermühlens werden durch die Ferienstraße Artland-Route erschlossen.
In der Nähe des Ortskerns liegt das auf einen Rittersitz aus dem 13. Jahrhundert zurückgehende Schloss Eggermühlen der Adelsfamilie von Boeselager. Sie gelangte im Jahre 1654 durch Kauf in den Besitz des Gutes, das ursprünglich vom Bischof in Osnabrück zu Lehen gegeben worden war. Die Familie von Boeselager baute das Anwesen im Jahre 1714 zu einem Schloss aus. Johann Conrad Schlaun schuf im Jahre 1754 die noch heute erhaltene Orangerie im Garten des Schlosses. Eine Schlosskapelle wurde 1869 angebaut.Stadt Bersenbrück:
Etwa einen Kilometer oberhalb des Schlosses befindet sich im Ortsteil Besten die 2001 vollständig restaurierte, funktionstüchtige oberschlächtige Wassermühle Wöstenesch am Eggermühlenbach, einem linken Nebenfluss der Hase.
Die katholische Kirchengemeinde „Mariä Himmelfahrt“ entwickelte sich aus der ehemaligen Kapellengemeinde des Schlosses und errichtete im Jahre 1957 die Kirche.
Auf dem Osterboll legte der Heimatverein 2020 eine Aussichtsplattform mit einem Steinlehrpfad zu dem Gesteinen, welche in der Eiszeit in Eggermühlen abgelagert wurden, an.
Söhne und Töchter der Gemeinde Clemens Freiherr von Boeselager (1907–1981), Politiker Theodor Kettmann (* 1938), Weihbischof
Weblinks
www.eggermuehlen.de Eggermühlen. Barockes Juwel mit modernem Adel. Jagd und Forst. 17. September 2008 Heimatverein Eggermühlen: Wassermühlen in Eggermühlen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Osnabrück Kategorie:Gemeindegründung 1972