mini|Ludwigshafen mini|Blick auf Bodman vom Bodensee mini|Badehaus in Bodman Bodman-Ludwigshafen ist eine Gemeinde, die am 1. Januar 1975 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Bodman und Ludwigshafen am Bodensee (ehemals Sernatingen) hervorgegangen ist. Die Gemeinde liegt am Bodensee und gehört zum baden-württembergischen Landkreis Konstanz in Deutschland.

Geographie Geographische Lage Bodman-Ludwigshafen liegt am westlichen Ende des Überlinger Sees und des Bodanrücks mit Bodman auf der Süd- und Ludwigshafen auf der Nordseite des Seearms. Die Gemeinde gehört zum Hegau. Zwischen Bodman und Ludwigshafen erstreckt sich das Naturschutzgebiet Aachried, in dem seltene Vögel und Pflanzen ein Refugium gefunden haben.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Bodman und Ludwigshafen am Bodensee mit insgesamt 15 Dörfern, Weilern, Höfen und Häusern. Zur ehemaligen Gemeinde Bodman gehören das Dorf Bodman, der Weiler Bodman-Sommerhalde, die Höfe Bodenwald, Mooshof und Rehmhof und die Häuser Frauenberg und Späth, Espasinger Straße. Zur ehemaligen Gemeinde Ludwigshafen am Bodensee gehören das Dorf Ludwigshafen am Bodensee, die Höfe Blumhof, Bühlhof, Ober-Laubegg, Unter-Laubegg und Weierhof, Haus und Gehöft Regentsweiler und die Häuser Laubegg-Forsthaus. In Bodman aufgegangenen ist die Ortschaft Weiler und im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Bodman liegt die Burgruine AltbodmanDas Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 784–786 und das heutige Bodendenkmal der ehemaligen Wallburg Burg Hals.

Geschichte Bodman alternativtext=|links|89x89px|Wappen In Bodman wurden Pfahlbauten aus der Stein- und Bronzezeit gefunden. Unter dem Namen „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ hat die UNESCO im Juni 2011 insgesamt 111 Pfahlbaufundstellen in sechs Alpenländern als grenzüberschreitendes Weltkulturerbe anerkannt, darunter auch die Fundstelle in Bodman-Schachen.

Aus römischer Zeit ist zwei Kilometer westlich des heutigen Dorfes Bodman im Gewann „Auf Mauren“ am Ausgang des Dettelbachtales eine villa rustica mit Hypokaustenheizung wohl aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts nachweisbar, sie wurde bereits 1686 ergraben.L. Ley: Römische Niederlassung bei Bodman am Bodensee. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, V, 1874, S. 160–164. Ebenso fanden sich hier zwei Bronzegefäße.

Im Gewann „Fraasen“ unterhalb der sogenannten „Bodenburg“ liegt ein Grabhügel.Bodman. In: Franz Xaver Kraus, Josef Durm, Ernst Wagner: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Band 1: Die Kunstdenkmäler des Kreises Konstanz: Beschreibende Statistik im Auftrage des Grossherzoglichen Ministeriums der Justiz. Akademische Verlagsbuchhandlung von J.C.B. Mohr (P. Siebeck), 1887, S. 461.

Aus der Völkerwanderungszeit stammt ein alemannisches ReihengräberfeldJörg Aufdermauer, Franz Götz: Römische Niederlassung bei Bodman Ausgrabungsbericht mit Plänen aus dem Jahr 1686, In: Herbert Berner (Hrsg.): Bodman. Band 1: Dorf, Kaiserpfalz, Adel, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1977, S. 65–68. nordöstlich des Dorfes auf halber Bergeshöhe bei der „Bodenburg“.

Im 9. Jahrhundert stand in Bodman eine Pfalz der Karolinger mit dem Namen Potamico (diente als Namensgebung für den Bodensee), die von Ludwig dem Deutschen und Karl dem Dicken genutzt wurde. Hier wurde schon 759 Othmar gefangengesetzt. 1277 erwarb Johann von Bodman die Pfalz von König Rudolf von Habsburg.

„Durch die Abschleifung der Sprache wurden aus Potamanns Bodam, Bodan, Bodensee und das Geschlecht zu Rittern von Bodman, und der Bergrücken zwischen den beiden Seen, der hauptsächlich den Rittern gehörte, wurde zum Bodanrück und das Dorf zu Bodman.“zitiert aus: Lilly Braumann-Honsell: Bodensee ahoi! Oberbadische Verlagsanstalt Merk & Co., K.-G., Konstanz 1947. (Segelturn von der Reichenau, unter der Rheinbrücke nach Konstanz, Überlingen, Friedrichshafen, Lindau, Bad Schachen, Rorschach, Allensbach, Stein am Rhein. Eine Rundfahrt aus Seesicht im Plauderton.), S. 35.

Für Bodman gab es im 19. Jahrhundert die Schreibweise Bodmann. Das Staatsministerium genehmigte 1884 den Antrag von Johann Franz von Bodman (1835–1906) auf Angleichung an die Schreibweise seines Namens und veröffentlichte die Änderung im Staatsanzeiger für das Großherzogtum Baden.Friedrich W. Strub: Wie Bodmann sein zweites „n“ verlor. In: Südkurier vom 11. Januar 2013

mini|Bisons am Bodanrück

Ludwigshafen (am Bodensee)

alternativtext=|links|84x84px|Wappen Ludwigshafen wird als Sernatingen 1145 erstmals urkundlich erwähnt. 1810 wurde Sernatingen im Grenzvertrag zwischen Württemberg und Baden badisch. 1826 wurde der neu errichtete Hafen von Großherzog Ludwig auf den Namen Ludwigshafen getauft. Auf Wunsch der Bewohner wurde dieser Name kurz darauf für die ganze Gemeinde übernommen. Ein Zeuge der Vergangenheit ist an der Schiffsanlegestelle der langgestreckte, wuchtige Bau des Zollhauses mit der Inschrift an der Hafenseite „Großherzogliches Badisches Hauptzollamt“ mit badischem Wappen. Das Gebäude wurde um 1990 umgebaut und dient seit 1993 als Rathaus, Bürger- und Gästezentrum.Lexikon Bodensee Gesamtgebiet. Kompass Karten GmbH, Innsbruck. ISBN 3-85491-002-9. S. 37

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs war Ludwigshafen am 22. Februar 1945 im Rahmen der alliierten Operation Clarion, eines gemeinsamen Unternehmens der US-amerikanischen und britischen Luftstreitkräfte, Ziel eines Luftangriffes. Ziel der 320th Bombardment Group der USAAF mit sechs Mittelstreckenbombern vom Typ Martin B-26 Marauder aus dem lothringischen Épinal war der Rangierbahnhof von Ludwigshafen.320th Bomb Group Final mission report Ludwigshafen Marshalling Yards (Germany) (PDF; 74 kB) Die Bomber warfen innerhalb von 70 Sekunden 48 Bomben ab, davon sechs mit einem chemischen Langzeitzünder.Friedrich W. Strub: Bombiger Verdacht am See-Ufer. In: Südkurier vom 18. Juni 2004 Bereits am 24. Juli 1944 fand ein Tieffliegerangriff auf mehrere Schiffe aus Konstanz statt, die im Hafen und in der Bucht von Ludwigshafen vermeintlich sicher stillgelegt waren. Eines sank im Hafen, und zwei wurden vor Anker schwer beschädigt.

Bodman-Ludwigshafen Bis zur Kreisreform 1973 gehörten beide Orte zum Landkreis Stockach, seither zum Landkreis Konstanz. Am 1. Januar 1975 vereinigten sich Bodman und Ludwigshafen am Bodensee zur neuen Gemeinde Bodman-Ludwigshafen.

Religionen Die Bevölkerung von Bodman-Ludwigshafen ist überwiegend römisch-katholisch. So gibt es in beiden Teilorten je eine katholische Kirche und zusätzlich je eine katholische Kapelle. Aber auch die evangelische und die neuapostolische Kirche sind im Ort vertreten.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Bodman-Ludwigshafen besteht aus den 14 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 40,42 6 43,13 6 FWV Freie Wählervereinigung 32,38 5 31,18 4 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 10,35 1 11,18 2 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,23 1 14,52 2 ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei 7,62 1 – – gesamt 100,0 14 100,0 14 Wahlbeteiligung 68,19 % 64,18 %

Bürgermeister 1. Januar 1975 – 30. Juni 1975: Manfred Hilbert als Amtsverweser 1. Juli 1975 – 30. Juni 1991: Werner Debis 1. Juli 1991 – 30. Juni 1999: Helmut Herzog 1. Juli 1999 – 30. Juni 2023: Matthias Weckbach seit 1. Juli 2023: Christoph Stolz

Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2023 Christoph Stolz. Er wurde am 23. April 2023 mit 72,1 Prozent der Stimmen gewählt.

Wappen

Städtepartnerschaften Seit dem 30. Juli 2000 gibt es eine Freundschaftsvereinbarung zwischen der damaligen Gemeinde Schweta (heute Stadt Mügeln) und der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Gräfliches Schloss in Bodman mini|Ruine Altbodman Freilichtskulpturen mini|Das Triptychon Ludwigs Erbe In der Kaiserpfalzstraße in Bodman am Ortsausgang Richtung Ludwigshafen befindet sich die Freilichtausstellung zahlreicher Skulpturen von Peter Lenk. An einem Gebäudesatelliten des ehemaligen badischen Hauptzollamts am Ludwigshafener Hafen (seit 1993 Bürger- und Gästezentrum „Zollhaus“) persifliert das Relief Ludwigs Erbe von Peter Lenk die Umbenennung des Ortes von Sernatingen in Ludwigshafen und weist auf neuere Eingriffe der Politik anlässlich der Finanzkrise hin. Heftig diskutiert wurde die Darstellung von fünf Politikern als Global Players. mini|Yolanda von Miriam Lenk An der Hafenpromenade steht die Skulptur Yolanda der Künstlerin Miriam Lenk, der in Bodman wohnhaften Tochter von Peter Lenk. Die Skulptur aus Epoxidharz wurde 2017 dort aufgestellt und „feiert die selbstbewusste Weiblichkeit jenseits aller Moden und Diktate“.

Urweltmuseum Bodman im Schlosstorkel Im 2021 eröffneten Urweltmuseum BodmanWebsite des Urweltmuseums Bodman wird anhand zahlreicher Originalfunde und interaktiver Displays die Welt der Jurazeit vor 180 Millionen Jahren dargestellt. Die ausgestellten Fossilien stammen aus der Fossilfundstätte rund um Holzmaden und wurden in der Werkstatt der Präparatorenfamilie Hauff präpariert.Werkstatt/Institut auf der Website des Urweltmuseums Bodman Zu sehen sind insbesondere Ichthyosaurier, Steneosaurier und Seelilien. Darüber hinaus werden auch die erdgeschichtliche Entstehung und Entwicklung des Bodensees über einen Zeitraum von 64.000 Jahren gezeigt.

Das Museum ist in dem 1772 erbauten und 2019 restaurierten Gebäude des alten Schlosstorkels untergebracht. Die denkmalgerechte Restaurierung des Gebäudes wurde 2019 mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet. Im Inneren des Gebäudes befindet sich eine der größten erhaltenen Baumkeltern des BodenseeraumsWilly Stingl: Noch fünfzehn Torkel am Bodensee. Broschüre der Kur- und Verkehrsverwaltung Meersburg 1981. Mit der vermutlich im 17. Jahrhundert erbautenWilderich Graf von und zu Bodman: Bodman am Bodensee. Ortsführer. Schnell und Steiner, Regensburg 2003, ISBN 978-3-7954-4679-6 Torkelpresse (lat. torquere „drehen“, „pressen“) und dem bis zu fünf Tonnen Trauben fassenden Torkelbett war der Bodmaner Schlosstorkel einer der leistungsfähigsten seiner Art. Hier wurden noch bis ins 20. Jahrhundert Trauben aus dem „Königsweingarten“ gepresst.

Ehemaliges Archäologisches Museum Im Rathaus Bodman befand sich ein kleines Museum mit zahlreichen Fundstücken aus der Steinzeit. Da das Rathaus für den Neubau einer Veranstaltungshalle mit Tourist-Info, Bürgerbüro und Bistro abgebrochen wurde, besteht das Museum derzeit nicht. Es soll jedoch in moderner Form im neuen Gebäude wieder eingerichtet werden, wenn die Finanzierung gesichert werden kann. Bis dahin sind im Restaurant im neuen Gebäude „Seeum“ einige wenige Funde in Vitrinen ausgestellt.

Bauwerke In und bei Bodman: In Bodman befindet sich das gleichnamige Schloss Bodman. Es wurde 1831/32 durch Johann Baptist Wehrle (1791–1857) gebaut. Da es von der gräflichen Familie bewohnt wird, kann nur der Park besichtigt werden.