mini|Turm und Hangar am Flugplatz Neumünster
Der Flugplatz Neumünster ist ein Verkehrslandeplatz am westlichen Rand der schleswig-holsteinischen Stadt Neumünster im Stadtteil Böcklersiedlung-Bugenhagen. Er wird vom Flugsportclub Neumünster e. V. betrieben. Am Platz befinden sich eine Segelflughalle, eine Motorflughalle, ein Hangar aus dem Zweiten Weltkrieg, eine Tankstelle mit den Luftfahrtkraftstoffen UL 91, AvGas, Diesel und Öl sowie der Tower.
Zulassung Der Flugplatz ist für alle Hubschrauber, Motorsegler, Segel- und Ultraleichtflugzeuge, Ballone, Luftschiffe, Fallschirmspringer und Flugmodelle bis zu 5700 kg Gewicht zugelassen. Der Modellflugplatz befindet sich auf der südlichen Seite des Platzes.
Geschichte Im April 1940 begann das Unternehmen Weserübung. Dabei spielten die Flugplätze in Schleswig-Holstein (z. B. Flugplatz Uetersen/Heist und Neumünster) eine wichtige Rolle. In Neumünster waren ab dem 2. April Gebirgsjäger und andere Infanterieverbände zusammengezogen worden, um sie dann ab dem 9. April 1940 nach Narvik und Oslo-Fornebu zu fliegen. Zu diesem Zweck wurden die 'Kampfgruppe zur besonderen Verwendung 102' (mit Ju 52) und die 'Kampfgruppe zur besonderen Verwendung 107' (mit Ju 90 und G 38) nach Neumünster verlegt. Bei Beginn des Westfeldzuges lag die I. Gruppe des Lehrgeschwaders 2 hier. Im April 1944 wurde der Flugplatz zum ersten Mal von US-Tieffliegern angegriffen. Britische Truppen besetzten im Verlauf des 4. Mai 1945 den unbeschädigten Flugplatz. An diesem Tag wurden auch die über tausend Zwangsarbeiter aus allen Teilen Europas befreit, die für die 'Land und See GmbH' in Neumünster arbeiteten. Am Abend des 4. Mai 1945 kapitulierte Hans-Georg von Friedeburg im Auftrag des letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz bei Lüneburg vor dem britischen Feldmarschall Montgomery; dies war das faktische Ende aller Kampfhandlungen in Norddeutschland, Dänemark, Norwegen und den nördlichen Niederlanden (also dem weitaus größten Teil jenes Territoriums, das zu diesem Zeitpunkt noch von deutschen Truppen gehalten wurde). (pdf, 16. S.; 455 kB)
Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht die hier zwischen 1939 und 1945 stationiert waren.
Von Bis EinheitHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), abgerufen am 29. August 2014.August 1939November 1939III./ZG 26 (III. Gruppe des Zerstörergeschwaders 27)September 1939Oktober 1939Stab, II./JG 77 (Stab und II. Gruppe des Jagdgeschwaders 77)März 1940Mai 1940I.(Jagd)/LG 2 (I. (Jagd-)Gruppe des Lehrgeschwaders 2)November 1939Februar 1940II./ZG 1Februar 1940März 1940II./KG 26Juli 1941Juli 19412./JG 51Mai 1943Juni 1943III./JG 11April 1945Mai 1945I./KG 66
1950 musste ein Teil des Flugplatzes der neu errichteten Böcklersiedlung weichen.Marianne Dwars, Dr. Klaus Fahrner, Bärbel Nagar (Hrsg.): Neumünster Lexikon. Wachholtz Verlag, Neumünster 2003, ISBN 3-529-01711-6, S. 40.
Sonstiges Ende der 1930er Jahre wurde in Kleinkummerfeld ein Scheinflugplatz eingerichtet. Sein Zweck war es, das Interesse feindlicher Aufklärungsflugzeuge von Neumünster abzulenken. Neumünster mit seiner umfangreichen Textilindustrie, dem großen Reichsbahn-Ausbesserungswerk und dem Flugplatz galt als ein lohnendes Ziel.
Weblinks
Website des Flugsport-Club Neumünster e. V. Militärflugplatz Neumünster von 1935–45
Einzelnachweise
Neumunster Kategorie:Verkehrsbauwerk in Neumünster Neumunster Neumunster Neumunster Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren