mini|Alte Gerichtsstätte mini|Feuerwehr Otze

Otze [] ist ein Dorf und Stadtteil von Burgdorf in der Region Hannover in Niedersachsen. Es liegt etwa auf halber Strecke zwischen der Stadtmitte Burgdorfs und dem Ortsteil Ramlingen.

Geschichte Otze liegt nördlich von Burgdorf in Richtung Celle. Der Ortsname könnte von „Odo“ oder von „Otto“ abgeleitet sein. Aufgrund von Fundstücken vermuten Archäologen, dass die Gegend bereits um 2000 v. Chr. besiedelt war. Der heutige Ortskern dürfte bereits seit 1000 Jahren bestehen.

Urkundlich erwähnt wird Otze erstmals 1321 in einem Güterverzeichnis des St. Michaelisklosters in Hildesheim.Uwe Ohainski, Jürgen Udolph (Hrsg.): Die Ortsnamen des Landkreises und der Stadt Hannover, Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung, Bielefeld 1998, S. 356. Im Mittelalter gehörte Otze zu den neun Freibauerndörfern der „Grafschaft über dem Moore“ um Burgwedel. Sie unterstanden dem Schutz und der Aufsicht einer Sondergerichtsbarkeit des Landesherrn, dem Freiengericht. Dieses Gericht verhandelte und richtete nur kleinere Delikte, wie Körperverletzungen, Diebstähle, Weidevergehen. Das Freiengericht tagte in der Regel zweimal im Jahr reihum in den einzelnen Dörfern, in Otze letztmals am 10. September 1661.

In Otze zählten zu den Freien 20 Halbhöfner, die am Gericht teilnehmen durften. Bauern, die ihren Hof ganz oder zum Teil von ihrem Grundherrn als Lehen bewirtschafteten, durften nicht teilnehmen. Die Gerichtsstätte befand sich in Otze auf dem Lindenbrink. Die einst mächtige Linde an diesem Platz wurde durch drei Eichen ersetzt. Der Löwe als Zeichen des Freiengerichts sowie die in der Otzer Kapelle gemalten Apostel- und Weihekreuze wurden 1957 Teil des Otzer Wappens. Im Dreißigjährigen Krieg verarmten die Höfe, und Todesfälle häuften sich. In dieser Zeit gab es viele Veränderungen bei den Familiennamen.

Am 1. März 1974 wurde Otze in die Stadt Burgdorf eingegliedert.

Einwohnerentwicklung 1961: 1647 Einwohner 1970: 1617 Einwohner 2005: 1768 Einwohner 2011: 1793 Einwohner 2016: 1796 Einwohner

Politik Ortsrat Der Ortsrat von Otze setzt sich aus zwei Ratsfrauen und drei Ratsherren zusammen.Der Ortsrat von Otze. In: Internetseite der Stadt Burgdorf. Abgerufen am 26. Juli 2017. CDU: 3 Sitze SPD: 2 Sitze (Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister ist Andreas Meyer (CDU). Sein Stellvertreter ist Karl-Heinz Dralle (SPD).

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Otze stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover erschaffen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 28. Februar 1958 durch den Niedersächsischen Minister des Innern erteilt.

Partnerschaften Es besteht eine Partnerschaft zum Ortsteil Großmühlingen der Gemeinde Bördeland in Sachsen-Anhalt.Eintrag über die Partnerschaften auf der Homepage der Stadt Burgdorf Abgerufen am 23. April 2019, 00:29

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kapelle von 1350 Bauwerke Die Kapelle mit dem hölzernen Glockenturm wurde um 1350 erbaut. Im Jahre 1461 wurde die Glocke für Otze gegossen. An der Nordseite befindet sich eine schwere alte Eichentür. Die teils im gotischen Stil errichtete Kapelle ist innen mit Malereien und Schnitzwerken reich verziert und enthält u. a. einen geschnitzten spätgotischen Flügelaltar.

Baudenkmale → Siehe: Liste der Baudenkmale in Otze

Wirtschaft und Infrastruktur Otze ist mit der Kreisstraße 121 nördlich an die Bundesstraße 3 und südlich an Burgdorf-Stadt angebunden. Es hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Lehrte–Hamburg-Harburg, der von der S-Bahn Hannover bedient wird.

Linie Verlauf Takt Betreiber

Literatur Herbert Kopmann: Otze – Chronik unseres Ortes. Stadt Burgdorf 1985

Weblinks

Otze auf der Homepage von Burgdorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Region Hannover Kategorie:Geographie (Burgdorf, Region Hannover) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Region Hannover) Kategorie:Ersterwähnung 1321 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974