mini|hochkant|Rolf von Goth um 1929 auf einer Fotografie von Alexander Binder Rolf von Goth (* 5. November 1906 in Windhuk, Deutsch-Südwestafrika; † 9. November 1981 in Berlin Sterbeort, laut Angaben der Verwaltung des Friedhofs Heerstraße (Beurkundung des Sterbefalls vom Standesamt Wilmersdorf)) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielregisseur.
Leben Rolf von Goth war der Sohn eines in Deutsch-Südwestafrika geborenen Offiziers der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika. Nachdem er eine deutsche Kadettenanstalt bis zu deren Auflösung 1920 besucht hatte, spielte er ab Mitte der 1920er Jahre seine ersten Bühnenrollen. Seine Filmlaufbahn begann Goth Ende der 1920er Jahre mit kleinen Rollen in Filmen wie Metropolis, Don Juan in der Mädchenschule und Frühlings Erwachen. Seine Engagements wurden in den 1930er Jahren immer zahlreicher und er wurde zum beliebten Nebendarsteller. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören Boykott, Zwischen Nacht und Morgen, Meisterdetektiv, Ein Mädchen mit Prokura und Das Schloß in Flandern.
Im Zweiten Weltkrieg geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er bei seiner Entlassung 1950 nach West-Berlin ging.Den möcht ich sehn! Rolf von Goth, in: "Hör Zu!", Nr. 39, Jg. 1954, S. 2 mini|hochkant|Grab von Rolf von Goth auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend Goth startete eine neue Karriere als Hörspielregisseur beim NWDR Berlin, der 1954 zum Sender Freies Berlin (SFB) werden sollte. Dort wurde er für die Produktion von über zweihundert Hörspielen verantwortlich. Dazu gehörte zum Beispiel 1952 das Schauspiel Die Liebe der vier Obersten von Peter Ustinov, in einer Funkbearbeitung von Thilo Koch. Zu den Sprechern gehörten Siegfried Schürenberg, Ernst Schröder, Walther Suessenguth und Ernst Konstantin. Für andere Funkhäuser war er selten tätig, wie 1964, wo er für den WDR den sechsteiligen Krimi Glocken des Todes von Ernst Hall inszenierte. Zu den Hauptakteuren gehörten Hermann Lenschau, Alwin Joachim Meyer, Helmut Peine und Fritz Rasp.
Er war mit der Schauspielerin Karin Hardt verheiratet.
Rolf von Goth starb, nur wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag, am 9. November 1981 in Berlin. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend (Grablage: II-Ur 3-219).Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1. S. 486–487.
Filmografie (Auswahl) 1927: Metropolis 1928: Vom Täter fehlt jede Spur 1928: Don Juan in der Mädchenschule 1929: Verirrte Jugend 1929: Engel im Séparée 1929: Revolution der Jugend 1929: Frühlings Erwachen 1929: Vater und Sohn 1930: Auf Leben und Tod 1930: Der Nächste, bitte! 1930: Der König von Paris 1930: Va Banque 1930: 1000 Worte Deutsch 1930: Boykott (Primanerehre) 1930: Mach’ mir die Welt zum Paradies 1931: Schatten der Manege 1931: Zwischen Nacht und Morgen 1932: Fünf von der Jazzband 1932: Es war einmal ein Walzer 1932: Sehnsucht 202 1933: Die blonde Christl 1933: Ein Kuss in der Sommernacht 1934: Bei der blonden Kathrein 1936: Das Schloß in Flandern 1938: Ballade
Hörspiele (Auswahl) 1951: Die Brücke 1951: Zwei im Zwielicht 1952: Die Leute mit dem Pappkarton 1952: Die Chaconne Johann Sebastian Bachs 1952: Die Liebe der vier Obersten (von Peter Ustinov) 1952: Liebeskarussell 1952: Kamera Läuft 1952: Claire Laboiteuse 1952: Der glühende Robert 1953: Mr. Brown wird geholfen 1953: Es wurde dunkel vor dem Abend 1953: Schneewittchen und die Schönheitskönigin 1953: Einen Topf voll Reis für Feldherrn Tschang 1954: Siegfried 1956: Vernichtete Vergangenheit 1957: Unter falscher Flagge 1959: Nächtliches Gespräch mit einem verachteten Menschen (von Friedrich Dürrenmatt) 1959: Der Fall Dr. Sorge 1959: Der Bär (von Anton Tschechow) 1959: Die tödliche Stimme 1960: Durchgebrannt 1960: Licht in der Mansarde 1961: Der Mann vom Mond 1962: Die Kunst, Geschäfte zu machen 1962: Der vertauschte Koffer 1962: Zurück auf Null 1962: Fernsehquiz 1963: Der Nachtzug 1963: Jahrmarkt der Träume 1963: Zuviel Geld 1963: Tür an Tür (von Horst Pillau) 1964: Hoch über Island 1964: Der Mann auf der Palme 1964: Glocken des Todes (von Ernst Hall) – 6 Teile 1964: Das Testament 1964: Die Reise nach Italien 1965: Noch eine Nacht 1967: Gaslicht (von Patrick Hamilton) 1967: Ein Weihnachtskind für Cherokee (nach O. Henry) 1968: Schuld und Sühne in den Karpaten 1969: Fünf Finger machen eine Hand – 6 Teile 1972: Das Wolfsspiel 1972: Likör 1973: Angel of the Morning 1973: Über den Gebrauch winterlicher Gebirge 1974: Junge Witwe ohne Vermögen 1974: Nach dem Tage als das Fernsehen kam 1976: Frontalzusammenstoß 1977: Scheiterhaufen für Apostel 1980: Primadonna
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. John Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 332 f. Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 139.
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