Die Schwäbische Dichterstraße war eine 1977/78 eingerichtete Ferienstraße in Baden-Württemberg. Sie führte von Bad Mergentheim nach Meersburg. Als Symbol und Erkennungszeichen hatte die Schwäbische Dichterstraße ein braunes Tintenfass mit einer Feder auf weißem Grund. Aus der Schwäbischen Dichterstraße ist das Literaturland Baden-Württemberg hervorgegangen – Europas reichste literarische Landschaft mit mehr als 90 literarischen Dauerausstellungen, die vom Deutschen Literaturarchiv Marbach finanziell und konzeptionell unterstützt werden.

Museen und Gedenkstätten

Aalen

Schubarts Museum (Marktplatz 4): die Ausstellung im Museum am Markt (Altes Rathaus) zeigt Dokumente zu Leben und Werk des hier aufgewachsenen Dichters, Musikers und Publizisten Christian Friedrich Daniel Schubart. Erinnert wird auch an den Theologen und Schriftsteller Johann Gottfried Pahl. Roßstraße 4: Wohnhaus der Familie Schubart. In der Aalener Stadtkirche amtierte Schubart als Organist, neben der Kirche: die ehemalige Lateinschule, die Schubart besuchte; das Gebäude gegenüber: die von Schubart geschätzte vormalige Wirtschaft Grüner Baum. Vor dem Bahnhof: Schubartdenkmal (früher in den Bohlanlagen, Friedhofstraße).

Achstetten-Oberholzheim mini|Wielands Geburtshaus

Wieland-Gedenkzimmer im Geburtshaus (Kirchstraße 7): Erinnerungen an den Dichter, Schriftsteller und Publizisten Christoph Martin Wieland, der hier als Sohn des Pfarrers Thomas Adam Wieland geboren wurde. Zu sehen sind das Kirchenbuch mit dem Taufeintrag, eine Ahnentafel und eine Büste des Dichters sowie Ausgaben seiner Werke und Bilder zu seinem Leben. Eine Vergrößerung der Gedenkstätte ist in Planung. Über der Eingangstüre des Hauses: Gedenktafel mit Wieland-Porträt, zum 200. Geburtstag des Dichters 1933 angebracht.

Adelberg

Museum Klostervilla (Kloster 5): die Ausstellung zur Klostergeschichte enthält einen Raum für den agrarwissenschaftlichen Schriftsteller Balthasar Sprenger, Präzeptor der früheren Klosterschule und Herausgeber des Landwirtschaftskalenders. Johannes Kepler war Schüler des Klosterseminars (Gedenktafel). Ulrichskapelle: Grab von Balthasar Sprenger hinter dem Altar.

Alpirsbach

Museum für Stadtgeschichte (Ambrosius-Blarer-Platz 10): Erinnerungen an den Reformator Ambrosius Blarer. Kloster Alpirsbach (Klosterplatz 1): 1556 – 1595 evangelische Klosterschule, Wirkungsstätte von Ambrosius Blarer. Im Kalefaktorium des Klosters: Museum mit Dauerausstellung zur Klostergeschichte.

Asperg

Festung Hohenasperg: württembergisches Staatsgefängnis, berühmtester Gefangener war der Dichter und Publizist Christian Friedrich Daniel Schubart, der hier ohne Gerichtsurteil zehn Jahre festgehalten wurde. Weitere Gefangene waren: Johann Ludwig Huber, Friedrich List, Gustav Kolb, Karl August Mebold, Berthold Auerbach, Johannes Nefflen, Theobald Kerner. Ein Museum zur Gefängnis- und Gefangenengeschichte soll im Juli 2010 eröffnet werden.

Bad Boll

Blumhardts Literatursalon in der Villa Vopelius (Evangelische Akademie Bad Boll): die Ausstellung zeigt Porträts, Autographen und Bücher aus der Zeit von Johann Christoph Blumhardt und Christoph Blumhardt. Kulturhistorische Verbindungen gibt es zwischen ihnen und Eduard Mörike, Ottilie Wildermuth, Ludwig Richter, Christian Buddenbrook (Friedrich Mann), Effi Briest (Elisabeth von Ardenne), Hermann Hesse, Gottfried Benn, Richard Wilhelm, Hermann Kutter und Karl Barth. Auf dem Badfriedhof: die Familiengräber von Johann Christoph Blumhardt und Christoph Blumhardt.

Baden-Baden

Literaturmuseum im Gartenhaus der Stadtbibliothek (Luisenstraße 34): Gedenkzimmer für die Schriftsteller Otto Flake, Werner Bergengruen, Reinhold Schneider, Franz Büchler und Georg Groddeck. Das Gedenkzimmer für Otto Flake ist eine Rekonstruktion seines Arbeitszimmers. Der Erzähler und Essayist lebte von 1828 bis zu seinem Tod in Baden-Baden. Teile seiner Handbibliothek und eine Bilddokumentation zu Leben und Werk ergänzen die Ausstellung. Das Gedenkzimmer für Werner Bergengruen und Reinhold Schneider enthält Möbel und persönliche Gegenstände, auch Erstausgaben der Werke beider Autoren. Bergengruen lebte von 1858 bis zu seinem Tod in Baden-Baden, Schneider wurde als Sohn eines Hoteliers in Baden-Baden geboren. Sein Geburtshaus, das Hotel Meßmer, wurde 1956/57 abgerissen. Der Arzt und Psychotherapeut Georg Groddeck lebte und praktizierte ab 1899 im Sanatorium Groddeck in der Villa Marienhöhe (Werderstraße 14). Als berühmtes Modebad des 19. Jahrhunderts hat Baden-Baden viele deutsche und europäische Schriftsteller und Künstler angezogen, unter anderem Georg Herwegh, Ernst Moritz Arndt, Karl August Varnhagen von Ense und seine Frau Rahel Varnhagen, Sulpiz Boisserée, Ludwig Tieck, Johann Peter Hebel, Gustav Schwab, Ludwig Uhland, Justinus Kerner, Berthold Auerbach, Nikolaus Lenau, Eduard von Keyserling und Gerhart Hauptmann. Der Verleger Johann Friedrich Cotta besaß seit 1809 das Hotel Badischer Hof (jetzt Steigenberger Badhotel Badischer Hof, Lange Straße 47). Unter den russischen Gästen sind Nikolai Gogol (Hotel Holland, Sofienstraße 14), Fjodor Dostojewski (Gernsbacher Straße) und Iwan Turgenjew (Fremersbergstraße 47) zu nennen. Aus Frankreich kamen Alfred de Musset, Gérard de Nerval, Alexandre Dumas d. J. (Englischer Hof, Hotel Atlantic), Honoré de Balzac (Badhotel Hirsch), Victor Hugo (Hotel Bären). Alfred Döblin war von November 1945 bis August 1953 als Chargé de Mission der französischen Kulturverwaltung tätig (Hotel Stephanie, Römerplatz 2) und gab hier seine Zeitschrift Das goldene Tor heraus. Stadtfriedhof: Gräber von Otto Flake, Werner Bergengruen, Reinhold Schneider und dem Erzähler und Rundfunkessayisten Friedrich Bischoff.

Badenweiler

Literarisches Museum Tschechow-Salon im Kurhaus (Luisenstraße): die Ausstellung erinnert an den russischen Romancier Anton Tschechow, der sich 1904 in Badenweiler zur Kur aufhielt und hier an einem schweren Lungenleiden verstarb. Hinzu kommen weitere Autoren, die mit Badenweiler verbunden sind: Stephen Crane, Annette Kolb, René Schickele, Hermann Hesse und Gabriele Wohmann. Am Badenweiler Burgberg: Tschechow-Denkmal von 1908. Villa Hedwig: Unterkunft von Hermann Hesse.

Bad Liebenzell-Möttlingen

Die Blumhardt-Gedenkstätte im Gottliebin-Dittus-Haus (Blumhardtstraße 3) ist dem Pfarrer Johann Christoph Blumhardt gewidmet, der durch seine Gebetsheilungen bekannt wurde. Dargestellt werden auch Blumhardts Beziehungen zu zeitgenössischen Schriftstellern, vor allem zu Eduard Mörike, des Weiteren werden die Pfarrer Gottlieb Friedrich Machtolf und Christian Gottlob Barth, der Schriftsteller und Gründer des Calwer Verlagsvereins, präsentiert. In der Ortsmitte: Blumhardts Pfarrhaus und Pfarrkirche mit den Grabsteinen der Blumhardtschen Kinder.

Bad Mergentheim

Mörike-Kabinett im Deutschordensmuseum (Schloss 16): die Ausstellung erinnert an Eduard Mörikes Aufenthalt in Mergentheim 1844 – 1851. Gezeigt wird unter anderem Mörikes Mergentheimer Haushaltungsbuch. Mörikes Wohnungen: Mauergasse 33 (Herbst 1844 bis Frühjahr 1845), Marktplatz / Ecke Burgstraße (Frühjahr 1845 bis 1851; Gedenktafel). Friedhof: Grab von Mörikes jüngster Tochter Marie. Oberer Markt 18: Geburtshaus des Lyrikers und Erzählers Hans Heinrich Ehrler.

Bad Mergentheim-Wachbach

Friedhof: Grab des Mörike-Freundes, Schriftstellers und Wachbacher Pfarrers (1842–1854) Ottmar Schönhuth.

Bad Mergentheim-Hachtel

Rathaus: Gedenkstätte im Geburtshaus von Ottmar Mergenthaler, dem Erfinder der Linotype-Zeilengussmaschine.

Bad Säckingen

Scheffelzimmer im Hochrheinmuseum im Schloss Schönau (Trompeterschlösschen): gezeigt werden persönliche Erinnerungsstücke, Erstausgaben, Zeichnungen und Dokumente über die Säckinger Jahre des Dichters und Schriftstellers Joseph Victor von Scheffel in seiner Zeit als Rechtspraktikant. Scheffel machte den Ort durch sein Versepos Der Trompeter von Säckingen bekannt. Deutschordensritterhaus neben der Rheinbrücke: Wohnhaus Scheffels (Gedenktafel). Im Schlosspark: Trompeter-Denkmal. Außenwand des Fridolinmünsters: Grabmal des historischen Trompeters Franz Werner Kirchhofer.

Bad Schussenried

Das Zentrale württembergische Mundartarchiv und Museum dokumentiert die schwäbischen Mundartautoren. Im Prämonstratenserkloster mit seinem Bibliothekssaal und Refektorium fand am 10. November 1743 die erste Aufführung von Sebastian Sailers schwäbischem Mundart-Drama Adam und Eva statt.

Bad Schussenried-Kleinwinnaden Das Dorfwirtshaus in Kleinwinnaden ist das Geburtshaus des schwäbischen Erzählers und Lyrikers Wilhelm Schussen (d. i. Wilhelm Frick).

Bad Urach

Mönchshof an der Amanduskirche: ehemaliges Kloster, 1561 – 1565 Standort der Südslawischen Druckerei unter Hans Ungnad, die Primus Trubers Übersetzung des Neuen Testaments druckte; Truber wurde damit zum Begründer der slowenischen Schriftsprache (Denkmal). 1818 – 1968 Niederes theologisches Seminar: berühmte Schüler waren Johannes Mährlen, Eduard Mörike, Wilhelm Hartlaub und Wilhelm Waiblinger. Espachstraße 7: Sitz der Kolonie von Karl Raichle und des Verlags der Zwölf; dort verkehrten in den 1920er Jahren Theodor Plievier, Johannes R. Becher, Friedrich Wolf, Erich Schairer, Erich Mühsam, Alexander Abusch, Kurt Kläber, Ernst Glaeser. Burg Hohenurach: württembergisches Staatsgefängnis, berühmtester Gefangener war der Dichter Nicodemus Frischlin, der hier 1590 bei einem Fluchtversuch tödlich verunglückte.

Bad Wurzach

Sepp-Mahler-Museum im Leprosenhaus (Leprosenberg 1): das Wurzacher Siechenhaus mit angebauter Leprosenkapelle ist das Geburtshaus des Maler-Poeten Sepp Mahler. Die Ausstellung zeigt Malerei und Grafik aus allen Schaffensperioden sowie das literarische Werk des Künstlers.

Baiersbronn

Hauffs Märchenmuseum (Alte Reichenbacher Straße 1): das Museum ist dem Schriftsteller Wilhelm Hauff und seinem Märchen Das kalte Herz gewidmet.

Benningen

Pfarrhaus: Geburtshaus des Althistorikers August Friedrich Pauly (Gedenktafel).

Beuron

Bibelmuseum der Erzabtei (Abteistraße 2): Sammlung von Bibel-Handschriften.

Biberach

Wieland-Archiv, Wieland-Schauraum und Wieland-Gartenhaus erinnern an den Dichter, Schriftsteller und Publizisten Christoph Martin Wieland, der in Biberach aufwuchs und hier als Stadtschreiber und Kanzleiverwalter tätig war. Zahlreiche Wieland-Stätten haben sich in Biberach erhalten. Viehmarktstraße 8: Komödienhaus in der Schlachtmetzig, 1686 – 1858 Biberachs Theatersaal; im September 1761 fand hier die erste deutsche Shakespeare-Aufführung statt, und zwar Der Sturm unter Wielands Leitung und in seiner Übersetzung (Gedenkschrift an der Fassade). Marktplatz 2: ehemaliges Gasthaus Zum Schwarzen Bären, das Stammhaus der Familie Wieland (Gedenktafel). Waaghausstraße 3: Wielands Elternhaus (Gedenktafel). Zwingergasse 6: alte Lateinschule, die Wieland besuchte. Hindenburgstraße 3: Wielands Amtssitz als Kanzleiverwalter mit Dienstwohnung in den Jahren 1760 – 1769. Theaterstraße vor der Stadthalle: Wieland-Denkmal von 1881. Wieland-Linde: nach der Überlieferung Wielands Verlobungsort mit Sophie Gutermann (die spätere Sophie von La Roche).

Bissingen-Ochsenwang

Mörikehaus (Eduard-Mörike-Straße 15): die Ausstellung in Eduard Mörikes ehemaliger Amtswohnung zeigt Briefe, Dokumente und Zeichnungen aus Mörikes Zeit als Pfarrverweser in Ochsenwang (Januar 1832 bis Oktober 1833). Teile der Ochsenwanger Pfarrbibliothek konnten nach Mörikes Aufzeichnungen rekonstruiert werden. Gegenüber: Mörikes ehemalige Pfarrkirche. Mörike-Stätten in der Umgebung: Mörikefelsen Breitenstein am Albtrauf; die Burg Teck inspirierte Mörike zum Gedicht Auf der Teck.

Blaubeuren