Das Amt Eslohe war ein Amt im Kreis Meschede in der Provinz Westfalen und in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurde das Amt zum 1. Januar 1975 aufgelöst. Ein Amt Eslohe mit ähnlichem Gebietsumfang existierte auch schon seit dem 16. Jahrhundert im Herzogtum Westfalen.
Geschichte
Herzogtum Westfalen Das historische Amt Eslohe entstand um das Jahr 1540 herum als eine der Verwaltungseinheiten im Herzogtum Westfalen.Hömberg S. 18 Es ging aus der Aufteilung des „älteren“ Amtes Fredeburg hervor, in welchem vorher die Gerichte Eslohe, Reiste und Schliprüthen das sogenannte Niederamt Fredeburg gebildet hatten.Hömberg S. 10f 1802 gelangte es mit dem Herzogtum an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Diese führten 1807 eine Neugliederung der Ämter durch. Damals wurde das Amt Eslohe aus den Gerichten Eslohe, Reiste, Schliprüthen und Stockum sowie den Freiheiten Grevenstein, Allendorf und Hagen zusammengesetzt.Manfred Schöne: Das Herzogtum Westfalen unter hessen-darmstädtischer Herrschaft 1802-1816, Olpe 1966, Seite 171f
Preußen und Nordrhein-Westfalen 1816 fiel das Herzogtum Westfalen und damit das alte Amt Eslohe, das nun eine Bürgermeisterei bildete, an Preußen.Zusammensetzung der Bürgermeisterei Eslohe, Stand 1839 1817 wurde die Bürgermeisterei Teil des neugebildeten Kreises Arnsberg, um schon 1819 wieder mit einigen Gebietsanpassungen in den Kreis Eslohe umgegliedert zu werden.Belke/Bruns/Müller S. 129 Der Kreissitz wurde kurze Zeit später nach Meschede verlegt und der Kreis Eslohe 1832 in Kreis Meschede umbenannt. Aus der Bürgermeisterei Eslohe wurde 1843 das preußische Amt Eslohe gebildet. Es umfasste vier Landgemeinden: Cobbenrode Eslohe Reiste Wenholthausen
Am 1. Januar 1975 wurde das Amt Eslohe durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz aufgelöst.Belke/Bruns/Müller S. 146 Seine Gemeinden wurden Teil der neuen Gemeinde Eslohe, die die Rechtsnachfolge des Amtes erlangte und zum neuen Hochsauerlandkreis kam.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1839 3694 Einwohnerzahl der Bürgermeisterei Eslohe in Ortschafts- und Entfernungs-Tabelle des Regierungs-Bezirks Arnsberg, 1841 1871 4334 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Westfalen 1871 1885 4224 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885 1895 4573 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1895 1910 5236 1933 5693 1939 6015 1950 8218 Volkszählung 1950 1961 7478 Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1970 7932
Wappen 90px|Wappen des ehemaligen Amt Eslohe Blasonierung Von Blau und Silber gespalten; vorn am Spalt ein halber, goldbewehrter silberner Adler, hinten eine halbe eingebogene aufsteigende schwarze Spitze.
Beschreibung Im Wappen sind das Wappen der Grafen von Arnsberg und das der Freiherren von Weichs wiedergegeben. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 25. April 1938.Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 146 ISBN 3-87793-017-4
Richter von Eslohe 1457–1484 Gerd Rupe 1507 Leonhard van dem Twicke 1522 Evert van dem Broke 1559–1566 Hermann von Broich 1576 Diedrich von dem Broiche 1599–1603 Johann Kramer 1634–1644 Simon Pape 1658–1675 Jacobus Scheffer 1679–1685 Mauritius Scheffer 1698–1706 Johann Hermann Bischoping 1711–1748 Johann Adolph Höynck 1750 Caspar Adam Herold 1756–1802 Ferdinandus Christianus HöynckDornseiffer S. 193-204
Amtsinhaber 1807–1826 Caspar Anton Gronarz, JustizamtmannDornseiffer S. 204
Literatur Joh. Dornseiffer: Geschichtliches über Eslohe, Paderborn 1896. Albert Hömberg: Kirchliche und weltliche Landesorganisation des südlichen Westfalen, Münster 1965.
Einzelnachweise
Eslohe Kategorie:Sauerland Kategorie:Geschichte (Hochsauerlandkreis) Kategorie:Eslohe (Sauerland) Eslohe Eslohe Eslohe Kategorie:Aufgelöst 1974