mini|350px|Endergebnis der Gouverneurswahlen in den Vereinigten Staaten 2010:

Die Gouverneurswahlen in den Vereinigten Staaten 2010 fanden am Dienstag, 2. November 2010, in 37 Bundesstaaten statt. Zusätzlich wurden die Gouverneure von Guam und der Virgin Islands sowie der Bürgermeister von Washington, D.C. gewählt. Im Ergebnis waren überwiegend die Kandidaten der Republikanischen Partei erfolgreich. Während vor den Wahlen das Verhältnis demokratischer zu republikanischen Gouverneuren 19 : 18 betrug, lag es nach den Wahlen bei 13:23 (ein unabhängiger Kandidat war erfolgreich). Allerdings konnten die Demokraten den bevölkerungsreichen Staat Kalifornien neu für sich gewinnen.

Besonderheiten der Wahl In den meisten Bundesstaaten sind einem Gouverneur durch die Verfassung nur maximal zwei Amtsperioden (8 Jahre Amtszeit) erlaubt (term limit). Bei den Gouverneurswahlen 2010 können aufgrund solcher Limitierungen 16 amtierende Gouverneure nicht erneut kandidieren. In den anderen 20 Staaten ist den amtierenden Gouverneuren eine weitere Amtszeit verfassungsrechtlich möglich. Eine Besonderheit bilden die Staaten Vermont und New Hampshire, in denen die Gouverneure nur eine zweijährige Amtsperiode haben (jedoch dafür keine term limit Beschränkungen).

mini|350px|Karte der Gouverneurswahlen in den Vereinigten Staaten 2010:

Demokratische Gouverneure, die nicht erneut kandidieren konnten John Baldacci in Maine Jennifer Granholm in Michigan Bill Richardson in New Mexico Brad Henry in Oklahoma Ted Kulongoski in Oregon Ed Rendell in Pennsylvania Phil Bredesen in Tennessee Dave Freudenthal in Wyoming

Republikanische Gouverneure, die nicht erneut kandidieren konnten Bob Riley in Alabama Arnold Schwarzenegger in Kalifornien Sonny Perdue in Georgia Linda Lingle in Hawaii Donald Carcieri in Rhode Island Mark Sanford in South Carolina Mike Rounds in South Dakota

Demokratische Gouverneure, die erneut kandidierten Mike Beebe in Arkansas Bill Ritter in Colorado Pat Quinn in Illinois Chet Culver in Iowa Mark Parkinson in Kansas Martin O’Malley in Maryland Deval Patrick in Massachusetts John Lynch in New Hampshire David Paterson in New York Ted Strickland in Ohio Jim Doyle in Wisconsin

Bill Ritter, Mark Parkinson und Jim Doyle hatten bereits angekündigt, dass sie nicht erneut zur Wahl antreten würden.

Republikanische Gouverneure, die erneut kandidierten Sean Parnell in Alaska Jan Brewer in Arizona Mary Jodi Rell in Connecticut Butch Otter in Idaho Tim Pawlenty in Minnesota Dave Heineman in Nebraska Jim Gibbons in Nevada Rick Perry in Texas Gary Herbert in Utah Jim Douglas in Vermont

Mary Jodi Rell, Tim Pawlenty und Jim Douglas hatten angekündigt, dass sie sich nicht erneut um das Amt bewerben würden.New York Times: Minnesota Governor Opts Against Run for Third Term

Parteiloser Gouverneur, der nicht erneut kandidierte Charlie Crist in Florida

Charlie Crist trat im Mai 2010 aus der Republikanischen Partei aus und strebt als Unabhängiger eine Kandidatur zum Senat an.

Die Staaten im Überblick Alabama Amtsinhaber Bob Riley konnte nach zweimaliger Wahl nicht erneut antreten. Für die Republikaner kandidierte Robert J. Bentley, Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Alabama, für die Demokraten der amtierende Landwirtschafts- und Industrieminister (Commissioner of Agriculture and Industries) Ron Sparks. Umfragen sahen Bentley deutlich vor Sparks.

Bentley gewann schließlich mit 58 % der Stimmen.

Alaska Sean Parnell, der während der laufenden Amtsperiode das Amt von der zurückgetretenen Sarah Palin übernommen hat, bewarb sich um eine eigene volle Amtszeit; für die Vorwahlen seiner Partei war er klarer Favorit. Bei den Demokraten bewarben sich Ethan Berkowitz, ehemaliges Mitglied des Repräsentantenhauses von Alaska, sowie Staatssenator Hollis French. In Umfragen lag Parnell deutlich vor Berkowitz und French.

Der Amtsinhaber wurde mit 59 % der Stimmen wiedergewählt, Berkowitz kam auf 38 %.

Arizona Jan Brewer, als Secretary of State für die zur Ministerin für Innere Sicherheit ernannte Janet Napolitano ins Gouverneursamt nachgerückt, stand für eine eigene komplette Amtsperiode bereit. Für die Demokraten hatte nur Terry Goddard, der Attorney General des Staates, seine Kandidatur angekündigt. Ein neues Einwanderungsgesetz in Arizona, verabschiedet von den Republikanern, führte zu steigender Popularität von Brewer, die zuletzt in Umfragen etwa 15–20 % vor Goddard lag.

Brewer erreichte bei der Wahl knapp 55 %.

Arkansas Der demokratische Gouverneur Mike Beebe trat erneut an. Sein republikanischer Herausforderer war Staatssenator Jim Keet. Beebe lag in Umfragen deutlich vor Keet.

Fast zwei Drittel der Wähler entschieden sich für Beebe.

Colorado Bill Ritter gab im Januar 2010 bekannt, dass er sich nicht erneut für das Gouverneursamt bewerben wird. So wurde für die Demokraten John Hickenlooper, der Bürgermeister von Denver, nominiert. Als sein wahrscheinlichster Gegenkandidat galt lange der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete Scott McInnis, doch dieser verlor die Vorwahlen äußerst knapp gegen den von der Tea-Party-Bewegung unterstützten Dan Maes, einen Geschäftsmann ohne politische Erfahrung.

Colorado galt als Swing State, als heiß umkämpfter Staat zwischen Demokraten und Republikanern. So zeichnete sich nach Umfragen auch ein knappes Rennen zwischen Hickenlooper und Maes ab, bei dem entscheidend gewesen sein könnte, dass der frühere republikanische Kongressabgeordnete Tom Tancredo angekündigt hat, für die Constitution Party anzutreten, womit er das konservative Lager spaltete. Hickenlooper kam auf knapp über 50 %, Tancredo auf 37 %, Maes auf 11 %.

Connecticut Die Nachfolge der nicht mehr kandidierenden Gouverneurin Mary Jodi Rell wollte Vizegouverneur Michael Fedele antreten, doch er unterlag bei der Abstimmung beim republikanischen Parteitag dem früheren Botschafter in Irland, Thomas C. Foley.

Bei der Demokratischen Partei galt die Secretary of State, Susan Bysiewicz, zunächst als Favoritin, doch sie erklärte im Januar 2010 ihren Verzicht, um stattdessen als Attorney General zu kandidieren. Daraufhin wurden zunächst dem ehemaligen Senatskandidaten Ned Lamont gute Chancen eingeräumt, der letztlich bei der State Convention der Demokraten deutlich gegen den Bürgermeister von Stamford, Dan Malloy, verlor. In einer Umfrage vom August 2010 lag Malloy 15 Prozentpunkte vor Foley.

Am Wahltag lag Malloy dann nur knapp 7000 Stimmen vor Foley (49,6 zu 48,9 %).

Florida Während der in seiner Amtszeit beschränkte Charlie Crist die Wahl zum Senator plant, lief der Kampf um die republikanische Nominierung auf Bill McCollum, den amtierenden Attorney General, sowie Rick Scott, einen Unternehmer aus der Gesundheitsbranche, hinaus. In letzten Umfragen lagen Scott und McCollum in etwa gleichauf. Die Vorwahlen fanden am 24. August statt.

Die demokratische Finanzministerin (Chief Financial Officer) von Florida, Alex Sink, hatte innerhalb ihrer Partei keinen ernsthaften Gegenkandidaten mehr, nachdem der Künstler und Autor Michael Edward Arth angekündigt hatte, sich nicht mehr um die demokratische Nominierung zu bemühen, sondern als Unabhängiger anzutreten.

Letzten Umfragen zufolge lieferten sich beide Kandidaten der Republikaner ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Sink.

Scott erreichte schließlich 48,9 % und lag somit 1,2 % vor Sink.

Georgia mini|Mehrheiten nach County: Laut Umfragen war die Nachfolge des in seiner Amtszeit beschränkten Republikaners Sonny Perdue offen. Seine Partei wies mit John Oxendine, dem Versicherungsbeauftragten der Staatsregierung, der ehemaligen Secretary of State Karen Handel und dem Kongressabgeordneten Nathan Deal drei aussichtsreiche Kandidaten auf. Bei den Vorwahlen am 20. Juli setzte sich Handel (unterstützt von Sarah Palin) vor Deal (unterstützt von Newt Gingrich) durch. Allerdings erreichte sie nicht die erforderlichen 50 %, um als Kandidatin der Republikaner festzustehen. Daher kam es am 10. August zu einer Stichwahl zwischen Handel und Deal, die letzterer mit 0,4 Prozentpunkten Vorsprung gewann.

Bei den Demokraten strebte Roy Barnes, Gouverneur von 1999 bis 2003, eine Rückkehr in dieses Amt an. Bei den Vorwahlen am 20. Juli setzte er sich deutlich gegen Thurbert Baker, den Attorney General von Georgia, durch.

Nach letzten Umfragen lag Deal neun Prozentpunkte vor Barnes.

Deal siegte mit 53 % der Stimmen.

Hawaii Für die Republikaner wollte Vizegouverneur James Aiona der amtszeitbeschränkten Linda Lingle ins Amt folgen. Sein Gegenkandidat war der Kongressabgeordnete Neil Abercrombie, der sich in den Vorwahlen der Demokraten gegen den ehemaligen Bürgermeister von Honolulu, Mufi Hannemann, durchsetzen konnte. Hawaii galt als Hochburg der Demokraten, was sich auch in den Umfragen zur Gouverneurswahl widerspiegelte: Sowohl Abercrombie als auch Hannemann lagen lange Zeit jeweils mehr als 20 Prozentpunkte vor Aiona. Zuletzt betrug Abercrombies Vorsprung noch etwa 8 Prozentpunkte.

Bei der Wahl entfielen 58,2 % auf Abercrombie, 41,1 % auf Aiona.

Idaho Amtsinhaber Butch Otter trat zur Wiederwahl an. Kandidat der Demokraten wurde der ehemalige Harvard-Professor Keith G. Allred. Idaho war ein stark republikanisch geprägter Bundesstaat, Otter lag in Umfragen etwa 20 % vor Allred. Dies widerspiegelte sich auch in der Wahl, bei der Otter 59,1 % der Stimmen gewann. Sein Herausforderer Allred kam auf 32,9 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,9 %.

Illinois Pat Quinn, Nachfolger des seines Amtes enthobenen Rod Blagojevich, wollte sich um eine zweite Amtszeit bewerben, musste allerdings gegen State Comptroller Daniel Hynes um die demokratische Nominierung kämpfen. In Umfragen galt Hynes als der aussichtsreichere Kandidat für den Sieg bei der eigentlichen Gouverneurswahl. Bei den Vorwahlen setzte sich letztendlich Quinn knapp gegen Hynes durch.,

Die republikanische Nominierung war völlig offen. Jim Ryan, Attorney General von Illinois, die Staatssenatoren Bill Brady und Kirk W. Dillard sowie Andrew McKenna, ehemaliger Parteivorsitzender in Illinois, lagen in den Umfragen etwa gleichauf. Die Vorwahlen konnte Bill Brady für sich entscheiden.

In Umfragen zur Hauptwahl lag Brady leicht vor dem Amtsinhaber Quinn; der Kandidat der Illinois Green Party, Rich Whitney, konnte zuletzt mit etwa 10 % der Stimmen rechnen.

Quinn gewann die Wahl mit 46,76 % der Wählerstimmen vor Brady, der auf 45,94 % kam.

Iowa Der demokratische Amtsinhaber Chet Culver kandidierte für eine zweite Amtszeit. Bei den republikanischen Vorwahlen setzte sich der ehemalige Gouverneur Terry Branstad durch. In Umfragen lag Branstad deutlich vor Culver.

Branstad gewann die Wahl mit 52,81 %

Kalifornien Die kalifornischen Vorwahlen für die Gouverneurswahl am 2. November 2010, zu der der im Oktober 2003 ins Amt gewählte Republikaner Arnold Schwarzenegger nach seiner zweiten Amtszeit nicht erneut antreten durfte, fanden am 8. Juni 2010 statt. (California Secretary of State) Auf republikanischer Seite gewann Meg Whitman, 1998 bis 2008 CEO von eBay, mit 64,2 % der abgegebenen Stimmen, während sich bei den Demokraten Jerry Brown, seit 2007 Attorney General des Bundesstaates, der bereits von 1975 bis 1983 das Gouverneursamt innegehabt hatte, mit 84,1 % der abgegebenen Stimmen durchsetzte.

Die Grünen schickten Laura Wells, die Libertarian Party Dale F. Ogden, die American Independent Party Chelene Nightingale und die kalifornische Peace and Freedom Party Carlos Alvarez ins Rennen. Umfragen sagten ein knappes Rennen zwischen Whitman und Brown voraus.

Kansas