Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking wurden Turniere im Beachvolleyball für Frauen und Männer ausgetragen. Bei den Frauen gewannen wie bereits 2004 in Athen die US-Amerikanerinnen Kerri Walsh und Misty May-Treanor. Ihre Landsleute Todd Rogers und Phil Dalhausser siegten bei den Männern.

Qualifikation Bei den Frauen und Männern qualifizierten sich jeweils 24 Mannschaften für das olympische Turnier. Seit Anfang des Jahres 2007 konnten die Teams bei Meisterschaften und Turnieren Punkte für die Rangliste sammeln. Die acht besten Ergebnisse jedes Paares gingen in die Wertung ein, wobei nur die beste der zwei im Qualifikationszeitraum ausgetragenen kontinentalen Meisterschaften zählte. Qualifiziert waren jeweils die Mannschaften auf den ersten 24 Plätzen. Pro Nation wurden allerdings nur zwei Paare gewertet. Da die Volksrepublik China sowie jeder Kontinentalverband einen Startplatz sicher hatte, rückte bei Bedarf das beste Team des jeweiligen Kontinents beziehungsweise das beste chinesische Paar anstelle eines in der Rangliste auf Position 24 oder höher liegenden Teams ins Hauptfeld.Regeln der Olympiaqualifikation der FIVB (PDF, englisch; 71 kB)

Die Rangliste wurde nach dem Turnier in Marseille am 20. Juli geschlossen. Bei den Männern spielten Brink/Dieckmann und Klemperer/Koreng für Deutschland, Doppler/Gartmeyer und Gosch/Horst für Österreich sowie Heuscher/Heyer und Laciga/Schnider für die Schweiz. Bei den Frauen vertraten Goller/Ludwig und Pohl/Rau Deutschland sowie die Schwaiger-Schwestern Österreich. Das zweite österreichische Duo Montagnolli/Swoboda musste die Teilnahme wegen einer Verletzung von Sabine Swoboda kurzfristig absagen. Dafür rückte das Schweizer Duo Kuhn/Schwer nach, das die Qualifikation zuvor knapp verpasst hatte.FIVB Press Release, FIVB announces final Olympic Ranking for men’s and women’s Olympic Beach Volleyball tournaments, 24. Juli 2008 (englisch) (englisch)

Modus Der Modus war bei Frauen und Männern gleich.

Am 26. Juli erfolgte die Auslosung des olympischen Turniers in Gstaad. Dabei wurden die 24 qualifizierten Mannschaften in sechs Vierergruppen eingeteilt.FIVB Press Release, FIVB confirms Preliminary Round pool composition for men's and women's Olympic Beach Volleyball Tournaments after Drawing of Lots in Gstaad, 26. Juli 2008 (englisch) Die beiden besten Teams jeder Gruppe sowie die beiden besten Gruppendritten erreichten direkt die nächste Runde. Die restlichen Gruppendritten ermittelten in zwei Playoff-Spielen („lucky loser“) die weiteren Achtelfinalisten. Bei der Ermittlung der Tabellenplätze zählte bei gleicher Anzahl von Punkten der direkte Vergleich und bei mehr als zwei punktgleichen Mannschaften der Ballpunktquotient (BPQ). Die Paarungen im Achtelfinale wurden ausgelost. Anschließend geht es im K.-o.-System weiter bis zum Finale.FIVB, Olympic Games - Beachvolleyball Media Guide (PDF, englisch; 2,9 MB)

Die Spiele wurden vom 9. bis 24. August in Peking ausgetragen. Im Chaoyang-Park wurde ein temporäres Beachvolleyball-Stadion aufgebaut, das Platz für 12.200 Zuschauer bot. (englisch) Die im freien Verkauf erhältlichen Eintrittskarten waren bereits seit Anfang Mai ausverkauft.FIVB Press Release, Olympic Volleyball and Beach Volleyball tickets sell out months ahead of Beijing 2008, 7. Mai 2008 (englisch)

Spielplan Männer Vorrunde Gruppe APlatz Team BPQ Sätze Punkte1. Xu / Wu 1,298 6:1 62. Herrera / Mesa 1,065 4:2 53. Gosch / Horst 0,835 2:5 44. Kais / Vesik 0,893 2:6 3

10. August Xu / Wu Gosch / Horst 2:0 Herrera / Mesa Kais / Vesik 2:012. August Xu / Wu Kais / Vesik 2:1 Herrera / Mesa Gosch / Horst 2:014. August Xu / Wu Herrera / Mesa 2:0 Kais / Vesik Gosch / Horst 1:2

Im ersten Spiel der Gruppe A gewann das chinesische Duo deutlich in zwei Sätzen gegen die Österreicher Gosch/Horst. Der Sieg der Spanier gegen die Esten fiel mit einem 23:21 im zweiten Satz knapper aus. Kais/Vesik gewannen zwei Tage später auch den ersten Satz gegen Xu/Wu, mussten sich aber nach einem 11:21 im zweiten Durchgang noch geschlagen geben. Für Gosch/Horst gab es die zweite Niederlage. Das Duell der zuvor sieglosen Mannschaften konnten sie jedoch gegen das estnische Duo im Tiebreak für sich entscheiden und erreichten damit das Play-off-Spiel der „lucky loser“. Xu/Wu sicherten sich mit einem klaren Erfolg gegen Herrera/Mesa ungeschlagen den Gruppensieg.

Gruppe BPlatz Team BPQ Sätze Punkte1. Samoilovs / Pļaviņš 1,037 4:3 52. Rogers / Dalhausser 1,315 4:2 53. Heyer / Heuscher 0,930 3:4 44. Conde / Baracetti 0,798 2:4 4

9. August Rogers / Dalhausser Samoilovs / Pļaviņš 0:2 Heyer / Heuscher Conde / Baracetti 2:011. August Conde / Baracetti Samoilovs / Pļaviņš 2:0 Rogers / Dalhausser Heyer / Heuscher 2:013. August Rogers / Dalhausser Conde / Baracetti 2:0 Heyer / Heuscher Samoilovs / Pļaviņš 1:2

Am ersten Spieltag der Gruppe B mussten die als amtierende Weltmeister angetretenen US-Amerikaner einen Rückschlag hinnehmen. Mit 19:21 und 18:21 verloren sie gegen Samoilovs/Plavins. Nach diesem Erfolg gewannen die Letten auch ihr zweites Spiel gegen die Schweizer Heyer/Heuscher, die zuvor das argentinische Duo besiegt hatten. Rogers/Dalhausser schafften nach dem Fehlstart zwei deutliche Siege gegen Conde/Baracetti und Heyer/Heuscher. Zum Gruppensieg reichte es trotzdem nicht, weil die Letten trotz ihrer abschließenden Niederlage vom direkten Vergleich profitierten. Die Schweizer erreichten als Gruppendritter das Playoff-Spiel. Gruppe CPlatz Team BPQ Sätze Punkte1. Ricardo / Emanuel 1,432 6:0 62. Schacht / Slack 1,127 4:2 53. Geor / Gia 1,027 2:4 44. Fernandes / Morais 0,571 0:6 3

9. August Ricardo / Emanuel Fernandes / Morais 2:0 Schacht / Slack Geor / Gia 2:011. August Schacht / Slack Fernandes / Morais 2:0 Ricardo / Emanuel Geor / Gia 2:013. August Geor / Gia Fernandes / Morais 2:0 Ricardo / Emanuel Schacht / Slack 2:0

In Gruppe C dominierten an den ersten beiden Spieltagen die Brasilianer Ricardo/Emanuel und die Australier Schacht/Slack, die ihre Spiele jeweils 2:0 gewannen. Die Außenseiter aus Angola erreichten in keinem ihrer sechs Sätze mehr als fünfzehn Punkte und unterlagen auch den für Georgien spielenden Brasilianern, die als Gruppendritter in die nächste Runde kamen. Ricardo/Emanuel entschieden das abschließende Duell gegen das australische Duo mit 21:14 und 21:17 für sich. Gruppe DPlatz Team BPQ Sätze Punkte1. Doppler / Gartmayer 1,083 6:2 62. Márcio Araújo / Fábio Luiz 1,061 5:2 53. Barsuk / Kolodinski 1,094 3:4 44. Lione / Amore 0,829 0:6 3

10. August Márcio Araújo / Fábio Luiz Lione / Amore 2:0 Barsuk / Kolodinski Doppler / Gartmayer 1:212. August Márcio Araújo / Fábio Luiz Doppler / Gartmayer 1:2 Barsuk / Kolodinski Lione / Amore 2:014. August Doppler / Gartmayer Lione / Amore 2:0 Márcio Araújo / Fábio Luiz Barsuk / Kolodinski 2:0

In Gruppe D sicherten sich die Österreicher Doppler/Gartmayer mit drei knappen Siegen den ersten Platz. Zunächst setzten sie sich mit einem 16:14 im Tiebreak gegen Barsuk/Kolodinski durch und zwei Tage später gewannen sie nach verlorenem ersten Satz auch gegen Márcio Araújo/Fábio Luiz. Zum Schluss gab es durch ein 24:22 im zweiten Satz einen 2:0-Sieg gegen die Italiener, die zuvor bereits gegen die Russen und Brasilianer verloren hatten. Barsuk/Kolodinski gehörten nach der Niederlage gegen Márcio Araújo/Fábio Luiz zu den besten Gruppendritten. Gruppe EPlatz Team BPQ Sätze Punkte1. Nummerdor / Schuil 1,255 6:1 62. M. Laciga / Schnider 1,108 4:2 53. Klemperer / Koreng 0,894 2:5 44. Kjemperud / Skarlund 0,837 2:6 3

9. August Nummerdor / Schuil Laciga / Schnider 2:0 Klemperer / Koreng Kjemperud / Skarlund 2:111. August Nummerdor / Schuil Kjemperud / Skarlund 2:1 Klemperer / Koreng Laciga / Schnider 0:213. August Kjemperud / Skarlund Laciga / Schnider 0:2 Nummerdor / Schuil Klemperer / Koreng 2:0

Das deutsche Duo Klemperer/Koreng musste in seinem ersten Spiel gegen Kjemperud/Skarlund drei Matchbälle abwehren, ehe sie sich im Tiebreak durchsetzen konnten. Die Norweger holten anschließend noch einen Satz gegen die ungeschlagenen Niederländer und schieden trotzdem sieglos aus. Klemperer/Koreng unterlagen sowohl gegen das Schweizer Duo Laciga/Schneider als auch gegen Nummerdor/Schuil und mussten als Gruppendritter in die Playoff-Runde, während die Schweizer als Gruppenzweiter weiterkamen. Gruppe FPlatz Team BPQ Sätze Punkte1. Gibb / Rosenthal 1,279 6:1 62. Asahi / Shiratori 0,974 3:5 43. Boersma / Ronnes 0,912 3:4 44. Brink / C. Dieckmann 0,876 2:4 4

10. August Brink / Dieckmann Asahi / Shiratori 2:0 Gibb / Rosenthal Boersma / Ronnes 2:012. August Boersma / Ronnes Asahi / Shiratori 1:2 Brink / Dieckmann Gibb / Rosenthal 0:214. August Gibb / Rosenthal Asahi / Shiratori 2:1 Brink / Dieckmann Boersma / Ronnes 0:2

In Gruppe F belegten die US-Amerikaner mit drei Siegen ohne Satzverlust den ersten Rang. Dahinter fiel die Entscheidung so knapp wie in keiner anderen Gruppe. Das deutsche Duo Brink/Dieckmann verschaffte sich mit dem Auftaktsieg gegen Asahi/Shiratori eine gute Ausgangsposition, verlor dann aber zweimal in zwei Sätzen gegen die Niederländer und Gibb/Rosenthal. Die Japaner unterlagen den US-Amerikanern mit 16:18 im Tiebreak und gewannen in drei Sätzen gegen Boersma/Ronnes. Schließlich musste der Punktquotient im direkten Vergleich über die Platzierungen entscheiden und in dieser Wertung schnitten die Japaner am besten ab. Während es für die Niederländer immerhin noch zum Einzug in die Playoff-Runde reichte, schieden Brink/Dieckmann bereits nach der Vorrunde aus. Playoff-Spiele der Gruppendritten (Lucky loser)14. August Heyer / Heuscher Gosch / Horst 0:2 Boersma / Ronnes Klemperer / Koreng 0:2 Im ersten Playoff-Spiel setzten sich die Österreicher nach einem deutlichen 21:11 im ersten Satz mit 2:0 gegen das Schweizer Duo durch. Die Deutschen nutzten gegen die Niederländer, die erst wenige Stunden zuvor ihr letztes Gruppenspiel absolviert hatten, ihren sechsten Matchball zum 27:25 und erreichten ebenfalls das Achtelfinale.

Finalrunde Im ersten Spiel des Achtelfinales setzten sich die US-amerikanischen Weltmeister Rogers/Dalhausser erst im Tiebreak mit 15:13 gegen die Schweizer Laciga/Schnider durch. Ebenfalls drei Sätze benötigten Geor/Gia gegen die Österreicher Doppler/Gartmayer und die Brasilianer Ricardo/Emanuel gegen die Russen Barsuk/Kolodinski. In allen anderen Spielen dieser Runde fiel die Entscheidung nach zwei Sätzen. Die Deutschen Klemperer/Koreng, die sich erst über die Playoff-Runde qualifiziert hatten, besiegten das an Nummer eins gesetzte Duo der Gastgeber. Die Österreicher Gosch/Horst stoppten das lettische Duo, das in der Vorrunde überrascht hatte. Im Viertelfinale verpassten Klemperer/Koreng trotz zweier Satzbälle gegen Rogers/Dalhausser den zweiten Sieg gegen einen Turnierfavoriten und schieden aus. Neben den US-Amerikanern setzten sich die beiden brasilianischen Duos und die für Georgien spielenden Brasilianer ebenfalls in zwei Sätzen durch. Beim ersten Halbfinale dominierten Rogers/Dalhausser mit 21:11 und 21:13 gegen Geor/Gia. Anschließend gewannen Marcio Araujo und Fabio Luiz das brasilianische Duell gegen die Titelverteidiger Ricardo/Emanuel mit 22:20 und 21:18. Letztere sicherten sich im Spiel um den dritten Platz mit einem klaren Sieg gegen Geor/Gia die Bronzemedaille. Im Finale schafften Marcio Araujo und Fabio Luiz nach einem knapp verlorenen ersten Satz (21:23) mit 21:17 den Satzausgleich. Den Tiebreak dominierten die US-amerikanischen Weltmeister jedoch eindeutig (15:4). Rogers/Dalhausser gewannen somit die Goldmedaille.

Spielplan Frauen Vorrunde Gruppe APlatz Team BPQ Sätze Punkte1. Tian Jia / Wang Jie 1,183 6:2 62. Maaseide / Glesnes 1,074 5:2 53. Van Breedam / Mouha 1,007 3:4 44. Kuhn / Schwer 0,738 0:6 3