Die Verfassunggebende Landesversammlung für Württemberg-Baden wurde am 30. Juni 1946 gewählt. Ihre wesentliche Aufgabe war es, dem in der Amerikanischen Besatzungszone eingerichteten Land Württemberg-Baden eine neue Verfassung zu geben.
Geschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Länder Baden und Württemberg zwischen der amerikanischen Besatzungszone im Norden und der französischen im Süden aufgeteilt. Innerhalb der französischen Zone wurden die Länder Württemberg-Hohenzollern und Baden gegründet, in der amerikanischen Zone das Land Württemberg-Baden.
Im entstehenden Land Württemberg-Baden wurden erste parlamentarische Aufgaben zunächst von einer Landrätekonferenz und ab Januar 1946 von der Vorläufigen Volksvertretung für Württemberg-Baden wahrgenommen. Am 11. Februar 1946 ordnete die amerikanische Militärverwaltung an, dass die Vorläufige Volksvertretung eine vorbereitende Verfassungskommission einsetzen sollte, deren Aufgabe es war, eine Verfassung vorzubereiten und einen Gesetzentwurf über die Wahl einer Verfassunggebenden Landesversammlung zu erstellen. In dieser Kommission waren die Mitglieder des Ständigen Ausschusses der Vorläufigen Volksvertretung vertreten, die durch Staatsrechtler wie Carlo Schmid ergänzt wurden. Unter Federführung Carlo Schmids erarbeitete die Kommission einen Verfassungsentwurf. Ein vom Innenministerium unter Fritz Ulrich ausgearbeiteter Gesetzentwurf über die Wahl einer Verfassunggebenden Landesversammlung wurde von der Kommission beraten, von der Militärregierung genehmigt und am 21. März 1946 verkündet.Wahlgesetz für die Verfassunggebende Landesversammlung Württemberg-Baden vom 21. März 1946
Die Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung fand am 30. Juni 1946 statt. Wahlberechtigt waren 1.685.371 Bürger des Landes Württemberg-Baden. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,7 Prozent.Das Wahlergebnis findet sich in Ergebnisse der Landtagswahlen in Württemberg-Baden bzw. bei www.wahlrecht.de
Die erste Sitzung der Versammlung fand am 15. Juli 1946 im Furtbachhaus in Stuttgart statt und wurde von Wilhelm Keil als Alterspräsident geleitet. Zum Präsidenten wurde Wilhelm Simpfendörfer gewählt. Direktor bei der Beratenden Landesversammlung war Willy Körner.
Die Versammlung setzte einen Verfassungsausschuss ein, der unter Leitung von Wilhelm Keil und mit Beratung durch Carlo Schmid den von der vorbereitenden Verfassungskommission erarbeiteten Entwurf weiterentwickelte. Am 24. Oktober 1946 nahm die Verfassunggebende Landesversammlung den Verfassungsentwurf an.http://www.verfassungen.de/bw/wuerttemberg-baden/verf46.htm Verfassung für Württemberg-Baden vom 28. November 1946, abgerufen am 9. Mai 2019 Die Volksabstimmung über die Verfassung fand zeitgleich mit der Wahl zum ersten Landtag von Württemberg-Baden am 24. November 1946 statt. Insgesamt stimmten 921.628 Bürger mit Ja und 140.657 mit Nein.
Die Verfassung trat mit dem Tage ihrer Verkündung, dem 28. November 1946, in Kraft. Somit war es die erste Verfassung eines deutschen Landes nach dem Zweiten Weltkrieg, vor der Hessischen Verfassung.
Mitglieder
Name Lebens-daten Partei Wahlkreis/Liste Anmerkung 1879–1971 SPD 4 Heidelberg 1879–1950 CDU 12 Schwäbisch Gmünd 1901–1980 CDU Liste 1900–1986 SPD 13 Göppingen 1895–1981 CDU 20 Ludwigsburg 1880–1948 CDU 11 Esslingen 1896–1960 DVP 1 Stuttgart stellvertretender Präsident 1893–1963 CDU 8 Bruchsal 1905–1977 DVP 24 Pforzheim 1892–1963 CDU 13 Göppingen 1884–1958 CDU 10 Crailsheim-Mergentheim 1892–1972 CDU 21 Mannheim-Land 1894–1975 KPD 1 Stuttgart 1889–1949 SPD 3 Mannheim 1893–1956 SPD Liste 1901–1981 CDU 26 Waiblingen 1884–1971 CDU 22 Mosbach-Sinsheim 1882–1956 CDU Liste 1888–1963 SPD 3 Mannheim 1912–1999 CDU Liste 1906–1990 KPD 1 Stuttgart 1889–1969 DVP 13 Göppingen 1888–1980 SPD 19 Leonberg-Vaihingen 1886–1976 SPD 16 Heilbronn 1888–1982 SPD 1 Stuttgart 1894–1966 CDU 7 Böblingen 1894–1950 SPD Liste 1899–1948 CDU Liste 1903–1989 DVP 1 Stuttgart 1876–1953 CDU 6 Backnang-Schwäbisch Hall 1892–1954 DVP Liste 1901–1957 SPD 11 Esslingen 1878–1960 CDU 2 Karlsruhe 1884–1963 DVP 4 Heidelberg 1913–1984 CDU 9 Buchen-Tauberbischofsheim 1896–1969 SPD 6 Backnang-Schwäbisch Hall 1900–1993 SPD Liste 1884–1958 SPD 21 Mannheim-Land 1897–1973 SPD 26 Waiblingen 1907–1996 SPD Liste 1894–1969 CDU 5 Aalen 1888–1961 CDU 2 Karlsruhe 1899–1967 CDU 4 Heidelberg 1870–1968 SPD 20 Ludwigsburg 1893–1968 DVP 2 Karlsruhe 1896–1972 KPD 2 Karlsruhe 1880–1957 CDU 23 Nürtingen 1897–1976 SPD 14 Heidelberg-Land 1878–1949 CDU 8 Bruchsal 1895–1964 KPD 16 Heilbronn 1896–1966 SPD 2 Karlsruhe 1895–1970 DVP 26 Waiblingen 1886–1968 CDU 17 Karlsruhe-Land 1886–1964 CDU 3 Mannheim 1894–1969 KPD 21 Mannheim-Land 1901–1972 SPD 1 Stuttgart 1901–1963 KPD 20 Ludwigsburg 1889–1971 DVP 1 Stuttgart 1908–1974 DVP 3 Mannheim 1891–1967 SPD 15 Heidenheim 1883–1952 CDU 1 Stuttgart 1903–1985 SPD 17 Karlsruhe-Land 1905–2001 CDU Liste 1890–1952 SPD 22 Mosbach-Sinsheim 1902–1966 KPD 13 Göppingen 1897–1955 DVP 1 Stuttgart 1910–1992 DVP Liste 1879–1965 SPD 23 Nürtingen 1874–1961 SPD 24 Pforzheim 1901–1970 CDU 24 Pforzheim 1885–1966 CDU 1 Stuttgart 1892–1967 DVP 20 Ludwigsburg 1883–1947 CDU 1 Stuttgart 1901–1974 KPD 11 Esslingen 1896–1958 CDU 14 Heidelberg-Land 1887–1970 DVP Liste 1893–1952 CDU 3 Mannheim 1886–1968 CDU 15 Heidenheim 1894–1959 SPD 1 Stuttgart 1879–1955 DVP 16 Heilbronn 1892–1948 KPD 3 Mannheim 1887–1966 CDU 22 Mosbach-Sinsheim 1888–1973 CDU 19 Leonberg-Vaihingen Präsident 1903–1991 KPD Liste 1876–1960 SPD Liste 1882–1963 SPD 1 Stuttgart 1896–1971 CDU 25 Ulm 1896–1970 CDU 18 Künzelsau-Öhringen 1891–1953 SPD 8 Bruchsal 1888–1969 SPD 16 Heilbronn 1897–1973 SPD 2 Karlsruhe 1904–1960 DVP 6 Backnang-Schwäbisch Hall 1883–1952 CDU 16 Heilbronn 1898–1972 CDU 9 Buchen-Tauberbischofsheim 1881–1966 CDU Liste 1890–1949 CDU 5 Aalen 1893–1954 SPD 25 Ulm 1890–1970 CDU 25 Ulm 1884–1962 DVP 25 Ulm 1888–1949 SPD 3 Mannheim stellvertretender Präsident
Literatur Landtag von Baden-Württemberg (Hrsg.): MdL, die Abgeordneten der Landtage in Baden-Württemberg 1946–1978. Stuttgart 1978, ISBN 3-12-911930-2, Seite 25–26.
Einzelnachweise
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