Daniel Sambo-Richter (* 1966 in Görlitz als Daniel Richter) ist ein deutscher Maler und Bildhauer.

Leben

Daniel Sambo-Richter wuchs in Cottbus in einer Künstlerfamilie auf. Sein Vater war der Schauspieler Martin Richter, seine Mutter Rita Richter, Leiterin eines in der DDR erfolgreichen Folkloreensembles. Zeitgleich zu einer handwerklichen Ausbildung absolvierte er 1982–1985 in Cottbus bei Hans Scheuerecker u. a. ein Förderstudium für Malerei und Grafik der Hochschule für Bildende Künste Dresden, durfte dieses aber wegen seiner Zugehörigkeit zur damaligen DDR-Punkszene nicht beenden. Vermutlich auch deshalb und wegen des von ihm gestellten Ausreiseantrages wurde seine Bewerbung zum Akademiestudium der Malerei im Jahr 1986 abgelehnt. Im gleichen Jahr begann er seine künstlerische Laufbahn. 1994 erhielt er ein Stipendium der Käthe-Dorsch-Stiftung, Berlin. 1996 folgten Stipendium und Arbeitsaufenthalt der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen am Künstlerhaus Willingshausen; im gleichen Jahr wurde er mit dem Kunstpreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet. 1998 erhielt er ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds Berlin. 2000 folgten Stipendium und Arbeitsaufenthalt am Bemis Center for Contemporary Arts, Omaha, Nebraska/USA, sowie ein weiteres Arbeitsstipendium des Landes Brandenburg.

Werk In den 1990er-Jahren galt Sambo-Richters Aufmerksamkeit der abstrakten Kunst in Zeichnungen und Lackbildern, aber auch raumgreifenden Installationen. Seit ca. 2005 wandte er sich mit umfangreichen Serien fiktiver Bildnisse zunehmend der figurativen Malerei zu. Insbesondere in seinen Porträtserien eröffnet er – wie in einer Zeitreise – einen scheinbar zeitgenössischen Blick auf Persönlichkeiten der dreißiger Jahre, darunter seinen eigenen Großvater, den Widerstands-Pfarrer Paul Richter, der im Konzentrationslager Dachau ums Leben kam. Dem Thema des Totalitarismus nähert sich Sambo-Richter dabei durchaus ambivalent und in mitunter verstörender Weise, wie in der Porträtierung der Filmemacherin und Fotografin Leni Riefenstahl oder der „Ikone“ des deutschen Widerstands, Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Dadurch angeregt, beginnt er nachfolgend am Komplex des kriegerischen Menschen zu arbeiten. Umfangreiche Serien mit Darstellungen von Soldaten, Militärs, Kindersoldaten sowie Kriegskrankenschwestern bestimmen seine Arbeit der Jahre bis 2018. Parallel dazu arbeitet er mit dem klassischen Sujet der Landschaftsmalerei, welche er jedoch als Spiegel eines seelisch/psychologischen Abbildes menschlicher Gesellschaft versteht. Brennende Wälder zeichnen seine Landschaften ebenso aus, wie schmelzende Gletscher und Eisberge. Dem Thema diktatorischer Machtstrukturen widmet er sich unter anderem in der Serie Generalsekretär, einer zeichnerischen Auseinandersetzung mit dem Staatsoberhaupt der DDR Erich Honecker. Macht, Ohnmacht und Opportunismus sind auch hier die zentralen Themen seiner künstlerischen Arbeit, die bis heute sein Werk bestimmen.

Arbeiten im öffentlichen Besitz

Deutscher Bundestag World Health Organization/Regional Office for Africa, Brazzaville, Republic of Congo Residenz des Ständigen Vertreters der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen, New York Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst, Cottbus/Frankfurt (Oder) Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank ZAK – Zentrum für aktuelle Kunst / Zitadelle Spandau National Museum of Montenegro Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Frankfurt (Main) Deutsche Kreditbank AG, Berlin und Cottbus Vattenfall Europe Mining AG Finanzgericht des Landes Brandenburg Bemis Center for Contemporary Arts, Omaha, Nebraska/USA Internationales Begegnungszentrums der Wissenschaft, Cottbus Envia, Cottbus VBEW München AMI Group, Omaha, Nebraska/USA ENSA, Luanda, Angola Nossa Seguros, Luanda, Angola Fachhochschule Eberswalde Kreiskrankenhaus Nauen Eichamt Potsdam Graphothek Berlin

Einzelausstellungen

2025: ICONS, Redbud Arts Center, Houston, Texas/USA 2023: Bienenkönig, Kunstverein Schwetzingen / Orangerie, Schloss Schwetzingen The Fate of the Orchids, Galerie Sara Lily Perez, Berlin 2022: Orange over White, Kunstverein Viernheim, Viernheim 2021: Galerie Kristine Hamann, Wismar 2020: Orange over White, Zentrum für Aktuelle Kunst / Zitadelle Spandau, Berlin In Flammen, Richard-Wagner-Stätten Graupa, Pirna Eroberung des Raumes, Museum Reinickendorf, Berlin 2018: XEROS, Galerie Schadow, Berlin 2017: Freier Fall, Galerie Joost van Mar, Rostock/Warnemünde 2016: Grundeis, mit Rainer Gottemeier, Kunstverein Tiergarten / Galerie Nord, Berlin 2015: SMOKE, National Museum Of Montenegro 2014: #ICARUS, German Consulat General, New York 2013: NEUZEIT, Waschhaus Kunstraum Potsdam 2012: Magnetfeld, Galerie Listros, Berlin 2011: Horizontes, Teatro Elinga, Luanda, Angola 2009: Malerei, Vattenfall-Verwaltungsgebäude, Cottbus, 19. Mai–21. Juli 2009 Impakt, Galerie Emerson, Berlin, Vernissage am 13. März 2009 2008: German Fragments II, Galerie Rowland Kutschera, Berlin German Fragments, 84 GHz, München 2007: REAL, German House Gallery, New York Neue Arbeiten, Galerie Sonntag, Cottbus 2006: Hysteria, Inter-Galerie, Potsdam 2004: Porträts, Waschhaus, Potsdam, mit Joachim Schmid 2003: Daniel Sambo-Richter, Kunstraum GLüCK 21, Berlin 2002: Daniel Sambo-Richter, Instituto Camões, Luanda, Angola 2001: Zwischen-Durch, mit Jo Achermann, Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus 2000: Parallelen, Kunstverein Gifhorn Daniel Sambo-Richter, Bemis Center for Contemporary Arts, Omaha, Nebraska/USA EXIT 554, Sperl Galerie, Potsdam 1999: Daniel Sambo-Richter, Galerie am Marktschlößchen, Halle/Saale 1998: Daniel Sambo-Richter, Galerie Jörk Rothamel, Erfurt Schein-Schatten, Waschhaus, Potsdam 1997: Obstaculum, Galerie am Wasserturm, Berlin 1996: Bardo, mit Ralf Spadt, Galerie im Staudenhof, Potsdam Daniel Sambo-Richter, Gerhardt-von-Reutern-Haus, Willingshausen Preisträger für Bildende Kunst des Landes Brandenburg, Kunstfabrik, Potsdam 1995: Goldhimmel, Galerie am Wasserturm, Berlin 1992: Metamorphosen, Galerie Trapez, Potsdam HAHN, Galerie Haus 23, Cottbus 1990: Daniel Sambo-Richter, Galerie Haus 23, Cottbus Sandbilder, Galerie Stöckart, Leipzig 1987: Daniel Sambo-Richter, Wohnungsgalerie Böttcher, Berlin

Einzelnachweise

Weblinks

Homepage von Daniel Sambo-Richter

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