Der Herzlberg ( oder ) ist ein Hügel und Nationalfriedhof in Jerusalem, benannt nach Theodor Herzl, dem Begründer des modernen politischen Zionismus. Herzls Grab liegt auf der Spitze des Hügels im Judäischen Bergland.

Auf dem Herzlberg wurden seit der Staatsgründung zahlreiche weitere politische Führer und bedeutende Zionisten begraben, darunter Wladimir Seʾev Shabotinski und David Wolffsohn sowie die Premierminister Levi Eschkol, Golda Meir, Jitzchak Rabin und Schimon Peres. Der Hügel ist Schauplatz verschiedener Gedenkveranstaltungen und Feierlichkeiten. Yad Vashem, die Gedenkstätte für die Schoa, liegt westlich des Herzlbergs, Israels wichtigster Soldatenfriedhof am Nordhang. Beim Eingang des Parks auf dem Herzlberg gibt es ein Museum zum Leben und Wirken Herzls.

Herzls Grab In seinem Testament schrieb Theodor Herzl 1903:

Als Herzl ein Jahr später starb, wurde er in Wien begraben.

Im Jahr 1949, 45 Jahre später, wurden seine Überreste nach Israel gebracht und in Jerusalem erneut beigesetzt. Dabei hatten die Behörden Israels seinen Wunsch ignoriert, auf dem Friedhof des Karmel-Berges bei Haifa begraben zu werden (welche Bitte er u. a. am 4. Zionistenkongress, London 1900, ausdrücklich ausgesprochen hatte). Der Ort der Beisetzung wurde durch eine speziell gebildete staatliche Kommission ausgewählt; 63 Vorschläge wurden im Wettbewerb für die Gestaltung des Grabsteins eingereicht. Gewinner war Joseph Klarwein 1951 mit einem Grabmal unter einem Opaion,Johannes Cramer, „Werksverzeichnis“, in: Ossip Klarwein: Vom »Kraftwerk Gottes« zur Knesset, Publikation des ‹Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin› mit Beiträgen von: Doron Bar, Dafna Berger Sperling, Johannes Cramer, Diana Dolev, Sigal Davidi, Jacqueline Hénard, Noah Hysler Rubin, Guy Jamo und Talia Margalit, Sue McRae und Hans Brandt (Übers.), Bönen: Kettler, 2025, S. 102–153, hier S. 133seq. ISBN 978-3-98741-197-7. das dann 1960 ohne dieses als schlichter schwarzer Granitstein verwirklicht wurde.Doron Bar (), „Gebaute Erinnurung: Gräber, Friedhöfe und Gedenkstätten“, in: Ossip Klarwein: Vom »Kraftwerk Gottes« zur Knesset, Publikation des ‹Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin› mit Beiträgen von: Doron Bar, Dafna Berger Sperling, Johannes Cramer, Diana Dolev, Sigal Davidi, Jacqueline Hénard, Noah Hysler Rubin, Guy Jamo und Talia Margalit, Sue McRae und Hans Brandt (Übers.), Bönen: Kettler, 2025, S. 50–61, hier S. 55–59. ISBN 978-3-98741-197-7.

Seine Kinder Pauline und Hans konnten erst 2006 neben ihm beigesetzt werden, seine Tochter Trude wurde im KZ Theresienstadt ermordet. Herzls einziger Enkelsohn Theodore Norman wurde im Dezember 2007 auf dem Herzlberg beigesetzt, 61 Jahre nachdem er in Washington Suizid begangen hatte, als er vom Tod seiner Eltern im Holocaust erfuhr.

Mount Herzl Plaza Mount Herzl Plaza ist der Hauptplatz, wo jeweils die Zeremonie des israelischen Unabhängigkeitstages beginnt.

Herzl-Museum Ein interaktives Museum am Eingang des Herzlbergs bietet einen Einblick in das Leben von Theodor Herzl, dem Mann mit dem Traum von einer jüdischen Heimat. Im Museum gibt es vier Räume, in denen Stationen aus Herzls Leben dargestellt werden: Wien, Paris, Basel und im vierten Raum werden Dokumentar- und andere Filme an den Wänden gezeigt, die Herzls mühevolle, doch erfolglose Bemühungen dokumentieren, weltweite Anerkennung für eine jüdische Nation in Deutschland, Österreich und beim türkischen Sultan zu erlangen, sowie seinen Besuch in Palästina und den Uganda-Vorschlag.

Denkmal für die Opfer des Terrors in Israel Das Denkmal für die Opfer von Terrorakten ehrt alle Terroropfer auf dem Gebiet von Eretz Israel von 1851 bis heute.

Halle des Nationalen Gedenkens 2017 wurde auf dem Herzlberg die neue Memorial Hall of Israel’s Fallen eröffnet mit den Namen aller gefallenen Verteidiger Israels von 1860 bis in die Gegenwart. Auf einer inneren 250 Meter langen „Wand der Namen“ innerhalb der Gedenkhalle finden sich 23.000 beige Ziegel, auf denen die Namen der gefallenen Soldaten mit ihrem Todesdatum eingraviert sind. Innerhalb der größtenteils unterirdischen Andachtshalle schraubt sich diese Wand entlang einer Fußgängerrampe drei Geschosse in die Tiefe. Für die Gedenkstätte erhielten Kimmel Eshkolot Architects 2018 den begehrten „Award for International Excellence“ vom Royal Institute of British Architects (RIBA) in London.

Gedenkstätten

Militärfriedhof Am Nordhang des Herzlberges befindet sich der wichtigste Friedhof der israelischen Streitkräfte sowie der israelischen Polizei. Soldaten bzw. Polizisten, die im Dienst gefallen sind, sind dort begraben.

Alte Grabhöhle Jüdische Grabhöhle aus dem zweiten Tempel, Soldatenfriedhof entdeckt im Jahr 1954.

Garten der vermissten Soldaten Der Garten der vermissten Soldaten auf dem Herzlberg ist ein Grabmal des unbekannten Soldaten und ein Park zur Erinnerung an Soldaten der israelischen Streitkräfte, die an einem unbekannten Ort gefallen sind, von 1914 bis zur Gegenwart.

Berg der Erinnerung Der Berg der Erinnerung (an die Opfer des Holocaust) ist eine westliche Erweiterung des Herzlberges. Mit 806 Metern über dem Meeresspiegel nimmt er den Gipfel des Berges ein und ist nach Yad Vashem benannt.

Weblinks

Herzl-Museum Neue Sakralität im modernen Israel - Der Herzlberg berühmte Grabstätten auf dem Herzlberg Simulation of the National Memorial Hall bei Ynet Mount Herzl: The Creation of Israel’s National Cemetery, Maoz Azaryahu Mount Herzl Disaster bei Haʾaretz Stamp commemorating the opening of the Garden of the Missing Soldiers Israel Postal Company Israeli Missing Soldiers Garden (“Missing in Action”)

Einzelnachweise

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