Ib Nørholm (* 24. Januar 1931 in Søborg; † 10. Juni 2019) war ein dänischer Komponist.

Leben Nørholm spielte im Alter von neun Jahren Klavier, im Alter von fünfzehn Jahren Orgel und debütierte achtzehnjährig als Komponist mit einer Kammeroper nach Hans Christian Andersen. Er studierte dann bis 1956 am Kongelige Danske Musikkonservatorium in Kopenhagen bei Vagn Holmboe, Finn Høffding, Niels Viggo Bentzon und Bjørn Hjelmborg.

Ab 1965 unterrichtete er am Fynske Musikkonservatorium in Odense, ab 1973 als Dozent und von 1981 bis zu seiner Emeritierung 2000 als Professor am Kongelige Danske Musikkonservatorium. Er war von 1973 bis 1978 Leiter des dänischen Komitees der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) und war Vorstandsmitglied des dänischen Komponistenverbandes.

Werk Nørholms Werke der 1950er Jahre standen in der Tradition Carl Nielsens und Vagn Holmboes. Nachdem er 1960 – gemeinsam mit Per Nørgård, Helmer Nørgaard und Pelle Gudmundsen-Holmgreen – am Kölner Festival der ISCM teilgenommen hatte, wandte er sich unter dem Einfluss Stockhausens, Kagels, Boulez’ und Ligetis avantgardistischen Kompositionensstilen wie der seriellen Musik und der Aleatorik, der grafischen Notation und dem Einsatz mechanischer Musikautomaten zu. Sein Klaviertrio opus 22 gilt als erste serielle Komposition eines dänischen Komponisten.

In seinen späteren Werken kehrte Nørholm zu einer stärker tonal geprägten Musiksprache zurück. Neben 13 Sinfonien komponierte er Instrumentalkonzerte, Opern, kammermusikalische und Chorwerke sowie Lieder. In Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Ingolf Olsen komponierte er sein erstes größeres Werk für Gitarre Tavole per Orfeo (op. 42).Erling Møldrup: Gitarrenmusik in Dänemark. (Übersetzt von Jan Thomsen) In: Gitarre & Laute 6, 1984, Heft 2, S. 34–41; hier: S. 37 f.

Auszeichnungen 1964 Kompositionspreis der Stiftung Gaudeamus

Werke Sneglen og Rosenhækken, Oper, 1949 1. Sinfonie, 1956–58 Mosaic für Flöte, Violine, Viola und Cello, 1959 Varianter für Violine und Klavier, 1959 Piano Trio für Klavier, Violine und Cello, 1959 Kenotafium für Sopran, gemischten Chor und Orchester, 1960–61 September-Oktober-November, Streichquartett, 1961–62 Fluktuationer, 1961–62 Relief I–II, 1963 Exil, 1964 Invitation til Skafottet, Oper, 1965 Blomster af den danske poesis flora, für Stimme und Klavier, 1966 Stilleliv (fünf Lieder nach Poul Borum), 1968 2. Sinfonie, 1968–71 Præludium til min vintermorgen für Flöte, Violine, Viola, Cello und Klavier, 1971 12 Sange, 1972–78 3. Sinfonie, 1973 Konzert für Violine und Orchester, 1974 Sonata quasi variazioni für Violine, 1974 The Garden Wall, Oper, 1976 Sonata No. 1 für Gitarre, 1976 De Fynske Katarakter für Oboe, Klarinette, Fagott, Klavier, Violine, Viola, Cello und Kontrabass, 1976 Kontrast-Kontinuum für Flötenquartett, 1977 Så at sige für Flöte und Schlagzeug, 1978 4. Sinfonie, 1978–79 Essai prismatique für Violine, Cello und Klavier, 1979 Lys (5 Gedichte von Inger Christensen), 1979 Before Silence für Flötentrio, 1980 5. Sinfonie, 1980–81 A Discourse on Time für Klavier, 1980–82 6. Sinfonie, 1981 7. Sinfonie, 1982 Den ortodokse drøm für Flöte, Cello und Cembalo, 1984 Lux Secunda für Sopran, Bariton und Orchester, 1984 Turbulens-Laminar für Klavier, 1984 Medusa’s Shadow für Flöte, Gitarre, Viola und Cello, 1987 Konzert für Cello und Orchester, 1989 Sonata No. 2 für Gitarre, 1989 8. Sinfonie, 1990 9. Sinfonie, 1990 Saxophone Quartet, 1992 10. Sinfonie, 1998 Nu og Da für Stimmen und Streichquartett, 2000–01 A Song of Breath and Wings für Klarinette, 2002 Impressioner für gemischten Chor und Klavier, 2004 Jubilate Deo in Primavere für Flöte, Saxophon und Schlagzeug, 2005

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist klassischer Musik (21. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Dänemark) Kategorie:Komponist (Chor) Kategorie:Hochschullehrer (Königlich Dänisches Musikkonservatorium) Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann