Die Kontinentale Hockey-Liga (kurz KHL; /Kontinentalnaja Chokkejnaja Liga, kurz ; international unter der englischen Bezeichnung Kontinental Hockey League vermarktet) ist die höchste Spielklasse im Eishockey Russlands, an der auch Teams aus anderen asiatischen und europäischen Staaten teilnehmen. Der KHL-Sieger erhält am Ende der Spielzeit den Gagarin-Pokal, benannt nach dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin.
Als Präsident der Liga fungiert seit Februar 2020 der Weltmeister von 2008 und 2009 Alexei Morosow. Sein Vorgänger war seit Dezember 2014 Dmitri Tschernyschenko, der zuvor Organisator der Olympischen Winterspiele in Sotschi war und im Anschluss an die KHL-Präsidentschaft stellvertretender Ministerpräsident Russlands für Tourismus, Sport, Kultur und Kommunikation wurde. Erster Präsident war Alexander Medwedew, der auch stellvertretender Vorsitzender des russischen Energiekonzerns Gazprom und Generaldirektor der Exportgesellschaft Gazprom Export ist. Vorstandsvorsitzender der KHL ist der Unternehmer Gennadi Timtschenko.hockeyfans.ch, Führungswechsel in der KHL, 29. November 2014
Die Teilnehmer sind in vier Divisionen, die nach den sowjetischen Eishockeygrößen Wsewolod Bobrow, Anatoli Tarassow, Waleri Charlamow und Arkadi Tschernyschow benannt sind, eingeteilt. In der ersten Spielzeit wurden die Divisionen sportlich gleichwertig besetzt, seit 2009 werden sie regional gebildet und sind in zwei Konferenzen organisiert.
Zur Saison 2016/17 wurde die Liga auf 29 Teams aufgestockt. Mit Kunlun Red Star aus Peking war erstmals ein Franchise aus der Volksrepublik China in der KHL vertreten.chinasportsinsider.com: Beijing set to unveil new KHL club Artikel vom 25. Juni 2016 (englisch)
Modus Die reguläre Saison beginnt mit der Ausspielung des Lokomotive-Pokal genannten Eröffnungsspiels der beiden Vorjahresfinalisten. Bis 2014 spielten die 28 Teams zweimal gegen jede der 27 anderen Mannschaften, wodurch jede Mannschaft 54 Spiele bestreiten musste. Zur Saison 2014/15 wurde ein neuer Spielplan eingeführt, der regionale Aspekte stärker berücksichtigt. In der regulären Saison sind die Teams seither in zwei Konferenzen und vier Divisionen zu je sieben Mannschaften unterteilt. Jede Mannschaft muss dabei insgesamt 60 Spiele bestreiten: 24 Spiele gegen die anderen sechs Teams der Division (je zwei Heim- und Auswärtsspiele) 14 Spiele (jeweils ein Heim- und Auswärtsspiel) gegen die Teams der anderen Division der Konferenz 14 Spiele gegen die Teams der anderen Konferenz (dabei jeweils 7 Heim- und 7 Auswärtsspiele) jeweils 4 weitere Spiele gegen Teams der eigenen Konferenz und der anderen Konferenz unter Berücksichtigung von regionalen und logistischen Aspekten. Die Mannschaft mit den meisten Punkten nach der regulären Saison gewinnt den Kontinental-Pokal.
Im Anschluss an die reguläre Saison folgen die Play-offs, für die sich die jeweils acht punktbesten Mannschaften beider Konferenzen qualifizieren. Die Division-Sieger nehmen dabei auf der Setzliste die ersten vier Positionen ein. In den ersten beiden Jahren wurde die erste Play-off-Runde im Modus Best-of-Five ausgespielt, die folgenden drei bis einschließlich der Finalserie dann im Modus Best-of-Seven. Seit der Saison 2010/11 werden alle Play-off-Runden im Modus Best-of-Seven ausgespielt. Der Gewinner der Finalserie gewinnt den Gagarin-Pokal.
Zur Saison 2018/19 wurde die Zwei-Punkte-Regel vergleichbar zur National Hockey League eingeführt, um sportlich interessantere Tabellen-Konstellationen zu ermöglichen.
Geschichte Gründungsphase mini|200px|Internationale Version des KHL-Logos bis 2016
Die KHL löste zur Saison 2008/09 die Superliga ab und erstreckt sich mit den bisherigen Teilnehmerländern Kasachstan, Kroatien, Lettland, Russland, der Slowakei, Tschechien, Finnland, der Ukraine und Belarus auf den eurasischen Kontinent. Die Liga startete 2008 mit 24 Mannschaften aus vier verschiedenen Ländern in ihre Premierensaison.
Die 24 Teilnehmer der Premierensaison setzten sich aus den bisherigen 20 Mannschaften der Superliga sowie Chimik Woskressensk und Barys Astana, die zuletzt am Spielbetrieb der Wysschaja Liga teilnahmen und in der abgelaufenen Saison den ersten und zweiten Platz belegten, zusammen. Hinzu kamen noch HK Dinamo Minsk und Dinamo Riga. Anstelle von Woskressensk sollte zunächst Awtomobilist Jekaterinburg in der KHL starten. Kurz vor Trainingsbeginn im Juli 2008 wurde Jekaterinburg allerdings aufgrund anhaltender finanzieller Probleme aus der Liga ausgeschlossen und durch den Zweitliga-Meister Chimik Woskressensk ersetzt.hockeyfans.ch, KHL wechselt Club aus Da Woskressensk im Verlauf der Spielzeit ebenfalls finanzielle Probleme ereilten und am Saisonende immer noch Gehaltszahlungen ausstanden, wurde Woskressensk zur Saison 2009/10 aus der Liga genommen. Awtomobilist Jekaterinburg hatte inzwischen eine neue Finanzierung auf die Beine gestellt und ersetzte Chimik als 24. Team.
Bereits vor Start der KHL im Jahr 2008 war für die Saison 2009/10 eine Expansion der Liga auf 30 Mannschaften geplant. Zu den Mannschaften, denen ein Teilnahmeangebot unterbreitet worden war, gehörten die schwedischen Elitserien-Klubs Färjestad BK und Frölunda HC, der finnische Klub Kärpät Oulu, der HC Energie Karlovy Vary aus Tschechien, das ukrainische Team HK Sokol Kiew und Eisbären Berlin aus der Deutschen Eishockey Ligaspox.com, Verlassen die Eisbären die DEL?. Nach dem Start der Saison 2008/09 relativierte KHL-Geschäftsführer Wladimir Schalajew jedoch die diversen Expansionsgerüchte. Laut Schalajew sollte die Liga schrittweise zunächst auf 26, dann auf 30 und schließlich auf eine Maximalanzahl von 32 Teilnehmern vergrößert werden.
Im Sommer 2009 gab es erneute Bekundungen, dass eine Erweiterung ins Auge gefasst werde. Schlussendlich wurde zur Saison 2009/10 nur der vor der Saison 2008/09 noch wegen finanzieller Schwierigkeiten ausgeschlossene russische Verein Awtomobilist Jekaterinburg aufgenommen. Der Zweitliga-Meister HK Jugra Chanty-Mansijsk zeigte Interesse, wurde aber erst zur Saison 2010/11 neu aufgenommen. Zur Saison 2010/11 fusionierten die Eishockeyabteilungen von HK Dynamo Moskau und HK MWD Balaschicha und spielen fortan unter dem neuen Namen OHK Dynamo. Zudem wurde der HK Lada Toljatti wegen finanzieller Probleme aus der Liga ausgeschlossen. Einen der frei gewordenen Startplätze übernahm der Zweitligameister HK Jugra Chanty-Mansijsk. Die Aufnahme des HK Budiwelnik aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew scheiterte aufgrund des Fehlens eines KHL-tauglichen Stadions.
Expansion Im November 2009 teilte der schwedische Zweitligist AIK Stockholm mit, ab der Saison 2010/11 in der KHL spielen zu wollen, erhielt aber keine Freigabe des schwedischen Verbandes.sport1.de Ankündigungen oder Gerüchte gab es zu Gründungen von KHL-Clubs in Leipzig (unter dem Namen Torpedo), bei den Schweizer Huttwil Falcons (Helvetics)20min.ch und in Schweden (Swedish Crowns),eurohockey.com diese kamen aber nicht zustande. Der italienische Zweitligist Hockey Milano Rossoblu äußerte im Mai 2011 ebenfalls die Absicht, zur Saison 2012/13 mit einem Team an der KHL teilnehmen zu wollen. Mangels ausreichender Finanzen wurde dieser Plan jedoch nie verwirklicht.
Aus Tschechien sollte 2010 das neu gegründete Team HC Lev Hradec Králové in der KHL spielen.hn.ihned.cz Hradec Králové träumt weiter von der KHL Nachdem die Mannschaft keine Freigabe vom tschechischen Verband bekommen hatte, spielte sie zur Saison 2011/12 als HC Lev Poprad im slowakischen Poprad. Lev war damit der erste KHL-Club außerhalb der ehemaligen Sowjetunion. 2012 zog das Team ins tschechische Prag um und wurde 2014 aus finanziellen Gründen bereits wieder aufgelöst.Eishockey News, Löwen machen Luken dicht - Lev Prag verabschiedet sich aus der KHL
Lokomotive Jaroslawl zog seine Mannschaft aufgrund des Flugzeugabsturzes bei Jaroslawl für die Saison 2011/12 vom Spielbetrieb zurück, startete aber in der folgenden Saison wieder in der KHL.
Der slowakische Meister von 2012, der HC Slovan Bratislava, und der ukrainische Klub HK Donbass Donezk nahmen ab der Saison 2012/13 am Wettbewerb teil.KHL bude so Slovanom, ale bez Popradu hokej.pravda.sk, 17. Mai 2012 Zur Saison 2013/14 wurde die Liga um KHL Medveščak Zagreb aus Kroatien sowie den neu gegründeten Club Admiral Wladiwostok auf 28 Teams erweitert.KHL Medvescak of Zagreb joins the KHL (englisch)R Sport KHL Absorbs Vladivostok, Expands to 27 Teams (englisch) mini|125px|KHL-Logo in kyrillischer Schrift bis 2016
Zur Saison 2014/15 wurde die KHL um den sechsfachen finnischen Meister Jokerit aus Helsinki erweitert, dessen Heimstadion Hartwall Areena im Juni 2013 teilweise vom Präsidenten des SKA Sankt Petersburg, Gennadi Timtschenko, sowie von Boris und Arkadi Rotenberg übernommen wurde. Darüber hinaus wurde mit dem HK Sotschi ein Team im Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 platziert und das ehemalige KHL-Team HK Lada Toljatti kehrte in die KHL zurück.KHL adds three clubs - Import quota increased, Spartak’s future open, 20. März 2014 Im Juni 2014 zogen sich der HK Donbass Donezk (aufgrund der politischen Situation in der Ostukraine) und der HK Spartak Moskau – aus finanziellen Gründen – zunächst für ein Jahr vom Spielbetrieb zurück.
Im Mai 2015 beendete Atlant Moskowskaja Oblast aufgrund finanzieller Probleme den Spielbetrieb.championat.com, ХК «Атлант» пропустит следующий сезон КХЛ, 20. Mai 2015 Der HK Spartak Moskau kehrte nach einjähriger Pause wieder in die KHL zurück und nahm den Spielbetrieb zur Saison 2015/16 wieder auf.en.khl.ru, Return of the Red-and-Whites! Ab der Saison 2016/17 expandierte die KHL nach China. In Peking gingen die Red Star Kunlun an den Start und erreichten bereits in ihrer ersten Saison die Play-offs.
Finanzielle Probleme und Verkleinerung Nach der Saison 2016/17 zog sich der KHL Medveščak Zagreb aus der Liga zurück und Metallurg Nowokusnezk wurde wegen seiner finanziellen Probleme aus der Liga ausgeschlossen. Zudem plante der KHL-Vorstand, die Ligastärke ab 2018 auf 24 Teilnehmer zu reduzieren, da die russischen Teilnehmer zu mehr als 50 % durch den russischen Staat finanziert würden und dieser Zustand „nicht zu tolerieren sei“. Die Auswahl der Clubs erfolgt nach einem Punktesystem, in dem unter anderem sportliche Leistung, Ausgaben, Stadionauslastung und Finanzierung durch öffentliche Stellen eingerechnet werden. Die Gehaltsobergrenze sollte bis 2020/21 auf 600 Millionen Rubel gesenkt werden.en.khl.ru Trotz der Verkleinerung sollen weiterhin europäische und asiatische Clubs aufgenommen werden, wobei jährlich bis zu zwei bestehende Clubs gemäß dem Punktesystem ausgeschlossen würden.hockeybuzz.com
Im März 2018 entschied der Vorstand der KHL, den HK Jugra Chanty-Mansijsk und den HK Lada Toljatti (anhand der Punkteliste) aus der KHL auszuschließen. Begründet wurde dieser Schritt vor allem mit mangelnden sportlichen Ergebnissen, einer hohen Finanzierungsrate durch die KHL selbst, fehlende TV-Einschaltquoten und niedrige Zuschaueraufkommen bei Heimspielen. Beide Klubs wurden anschließend in die Wysschaja Hockey-Liga aufgenommen. Sewerstal Tscherepowez entging einem Ausschluss, da dieser in der Saison 2017/18 sportlich konkurrenzfähig war und deutliche Zuwächse bei den Einschaltquoten aufwies.
Nach der Saison 2018/19 zog sich der HC Slovan Bratislava aus finanziellen Gründen aus der KHL zurück. Im April 2020 verlor Admiral Wladiwostok aufgrund der COVID-19-Pandemie in Russland seine beiden Hauptgeldgeber – die Regionalregierung und den Hafen von Wladiwostok – und zog sich aus finanziellen Gründen aus der KHL zurück. Damit verringerte sich die Teilnehmerstärke auf 23 Klubs.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine zogen sich das lettische Team Dinamo Riga und das finnische Team Jokerit Helsinki am 27. bzw. am 25. Februar vom Spielbetrieb der KHL zurück.
Teilnehmer der Saison 2021/22 Ost-Konferenz
Tschernyschow Diwision