Benjamin Gottlieb Gerlach (* 7. Juni 1698 in Liegnitz; † 18. Juni 1756 in Zittau) war ein deutscher Pädagoge und Autor.

Leben Gerlach besuchte das Gymnasium in Liegnitz und Breslau. Am 11. Mai 1719 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg und absolvierte ein Studium der Philosophie. Während jener Zeit dürften Martin Hassen in Ethik, Friedrich Strunz in der Dichtkunst, Jakob Karl Spener in Geschichte, Georg Wilhelm Kirchmaier in der griechischen Sprache, Johann Matthias Hase und Johann Friedrich Weidler in Mathematik beispielsweise seine Lehrer gewesen sein.Heinz Kathe: Die Wittenberger Philosophische Fakultät 1502–1817 (= Mitteldeutsche Forschungen. Band 117). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2002, ISBN 3-412-04402-4, S. 455–468.

Gerlach muss über gute Geistesgaben verfügt haben, denn schon nach zweieinhalb Jahren erwarb er am 17. Oktober 1721 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie. Am Folgetag absolvierte er erfolgreich die Prüfung der Vorleseerlaubnis für Universitäten als Magister legens und war in der Folge als Privatdozent tätig.Fritz Juntke: Album Academiae Vitebergensis – Jüngere Reihe Teil 3; Halle (Saale), 1966, S. 177 Jedoch scheint ein akademischer Zugang zur Universität für ihn nicht möglich gewesen zu sein. Daher bewarb er sich 1728 um die Stelle des Rektors der Wittenberger Stadtschule.

Da er den Ansprüchen von Gottlieb Wernsdorf dem Älteren entsprochen hatte, wurde er von diesem am 2. Juni in sein Amt eingeführt. Lange Zeit blieb er jedoch nicht in jener Stellung.Franz Ernst Heinrich Spitzner: Geschichte des Gymnasiums und der Schulanstalten zu Wittenberg aus den Quellen erzählt. Hartmann Verlag, Leipzig, 1830, S. 94 (Online bei Google Buchsuche) Am 5. Juli 1730 trat er die besser dotierte Stelle des Rektors am Gymnasium in Mühlhausen/Thüringen anReinhard Jordan: Chronik der Stadt Mühlhausen in Thüringen. Danner, 1906, Bd. 3, S. 166 und wurde am 25. November 1738 Direktor des Gymnasiums in Zittau,Theodor Gartner: Quellenbuch zur Geschichte des Gymnasiums zu Zittau. B. G. Teubner, Leipzig, 1911, Bd. 2, S. 100 wo er bis zu seinem Lebensende wirkte. Sein umfangreiches hinterlassenes Schriftwerk behandelt theologische sowie historische Themen, Biographien und Erbauungsschriften.

Werkauswahl Progr. de Catechismo Lutheri, Augustanae Confessionis prodromo. Mühlhausen 1730 Progr. de Chr. Becmanno. Mühlhausen 1738 Leben eines gebohrnen Laubauers, M. Sam. Gottlieb Edelmann. Zittau 1739 Erbauliebe Gedanken von der durch Christi Tod auf das herrlichste bewiesenen Liebe Gottes. Zittau 1739 de Templo Sinensi portatili. 1739 Betrachtungen über die Freude in Gott, nach Anleitung der Worte Ps. 73, 28. Zittau 1739 Progr. de utilitate, ex Livio et Cornelio Nepote capienda, contra Sam. Pufendorfium. Zittau 1739 Progr. Narratio vitae M. Sam. Gl, Neubarthi. Zittau 1739 Progr. de Martino Opitzio, Poëta maximo Teutonico. Zittau 1739 Progr. I et II de neglectu litterarum humaniorum. Zittau 1740 Progr. invitatio ad actum dramaticum. Zittau 1740 Progr. de vita Seligmanni, Consiliarii Saxonici intimi. Zittau 1740 Progr. illustrans Act. XIX, 24. Zittau 1740 Diss. de templo Sinensi portatili. Zittau 1740 Progr. de Julio Caesare. Zittau 1740 Progr. von Erfindung der Buchdruckerey. Zittau 1740 Progr. de commodis institutionis publicae. Zittau 1741 Progr. de mentis Philippi Melanchthonis de re scholastica. Zittau 1742 Progr. de Fl. Theodosii M. Eugenii tyranni victore. Zittau 1743 Progr. de vita Hieron. Wolfii. Zittau 1743 Progr. de vita Donat. Groffii. Zittau 1744 Die auf die Thränensaat gewärtige Freuden – Erndte der Religion; eine Denkschrift. Zittau 1744 Progr. de vita Joh. Regii. Zittau 1745 Progr. de claris Horatita. Zittau 1745 Progr. de flore litterarum inter bella. Zittau 1745 Progr. de Tapientia cum fortitudine coniungenda. Zittau 1745 Denkschrift auf M. Ch. Stephani, 5ten Schulkollegen. Zittau 1747 Progr. de Servio Tullio. Zittau 1747 Progr. de Tarquinio Superbo. Zittau 1747 Progr. de Schola Zittaviesi. Zittau 1748 Progr. de officiis divitum et paupemm. Zittau 1749 Progr. de vi exemplorum. Zittau 1750 Progr. de hortoium amaloribus apud Romanos et Graecos. Zittau 1750 Von Waisenhäusern; bey dem Umgange der Waisenkinder. Zittau 1750 Die feste Zuversicht auf Gott, als das sicherste Mittel in zeitlicher Trübsal; eine Denkschrift. Zittau 1750 Denkschrift auf den Cantor und Coll. IV, J. C. Grünewald. Zittau 1751 Progr. de arte moriendi. Zittau 1751 Denkschrift von der Beständigkeit im Guten. Zittau 1751 Denkschrift die Gewissheit der Auferstehung der Todten. Zittau 1751 Vom wahren Werthe der Armen; bey dem Umgange der Waisenkinder. Zittau 1751 Progr. de mercatu bonarum litterarum. Zittau 1751 Progr. de Theodosio iuniori. Zittau 1751 Progr. de praemiis eruditorum. Zittau 1751 Progr. de Zittavia eruditorum ferace. Zittau 1752 Progr. de virtutibus politici. Zittau 1752 Progr. de accommodatione praeceptorum ad captum disci-pulorum. Zittau 1752 Progr. de Adoniae seditioso ingenio. Zittau 1752 Progr. de necessitate iustitutionis puerilis. Zittau 1752 Die wahren Kennzeichen der Auserwählten; eine Denkschrift. Zittau 1752 Progr. de effectibus Constantinopoleos expugnatae. Zittau 1753 Progr. de variis fatis regnorum. Zittau 1753 Progr. de rogationibus veterum. Zittau 1753 Progr. de arrogantia litteratorum. Zittau 1753 Denkschrift auf D. Joh. Gottl. Hornigk. Zittau 1753 Gedult und Hoffnung, zwey köstliche Dinge in allerley Trübsal; eine Denkschrift. Zittau 1753 Progr. de migratjonibus litterarum. Zittau 1754 Denkschrift: der geistliche Brautschmuck einer mit Jesu verlobten Seele. Zittau 1754 Denkschrift: von der Krone der Gerechtigkeit. Zittau 1754 Denkschrift: von der unermässlichen Barmherzigkeit Gottes. Zittau 1754 Denkschrift: die aus der Unruhe m die Ruhe versetzte Seele. Zittau 1755 Denkschrift: von Litaneyen. Zittau 1754 Progr. Mardochaeus sive fiducia in Deum da superbia, et crudelitate gloriose triumphans. Zittau 1755 Gottes Wort, als der beste Trost im menschlichen Elende und Sterben; eine Denkschrift. Zittau 1755 Progr. die Dankbegier einer gläubigen Seele vor alle göttliche Wohlthaten. Zittau 1755 Progr. Gott das höchste Gut und Erbtheil wahrer Christen. Zittau 1756 Progr. Der himmlische Gnadenlohn christlicher Standhaftigkeit. Zittau 1756 Lieder bey dem jährlichen Umgang der Waisenkinder…

Literatur Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Gerhard Fleischer der Jüngere, Leipzig, 1804, Bd. 4, S. 129 (Online bei Google Buchsuche)

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Einzelnachweise

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