mini|300px|Blick auf Weilheim von der Limburg aus mini|Grundriss von Weilheim an der Teck mini|Seit 2022: Stadtlogo Weilheim an der Teck mini|hochkant|Peterskirche, im Vordergrund der Marktbrunnen von Walter Ostermayer mini|Rathaus in Weilheim

Weilheim an der Teck ist eine schwäbische Zähringerstadt am Fuße der Schwäbischen Alb mit einer über 1200-jährigen Geschichte. Sie gehört zum Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Die Stadt gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Mit den Gemeinden Bissingen an der Teck, Holzmaden, Neidlingen und Ohmden hat die Stadt Weilheim eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. 59,3 % der Gemarkung Weilheims liegen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Geographie Geographische Lage Weilheim liegt nördlich des Albtraufs und im Vorland der mittleren Schwäbischen Alb. Diese liegt im schwäbischen Jura und zwar vom Lias eta bis zum Weißjura beta, die Stadt befindet sich dazwischen überwiegend auf dem Braunjura. Zu den Erhebungen gehören die markante Limburg () und der Egelsberg () als Weilheimer „Hausberg“, der im Volksmund auch Bürrle („Bergchen“) genannt wird. Beide sind vulkanischen Ursprungs, ebenso die Tuchbleiche (). Auf dem östlich der Stadt gelegenen Albausläufer Wolfscherre () steht gut 50 Meter unter dem Sporngipfel ein Trinkwasserreservoir mit einem 4000 m³ fassenden Hochbehälter. Ein weiterer Ausläufer der Alb ist der südöstlich gelegene Egenfirst (). Die höchste Stelle Weilheims liegt auf etwa an der oberen Hangkante des Boslers oder Boßlers beim Erdschliff. Die amtliche Höhe am Rathaus ist .

Der größte Bach ist die Lindach. Sie entspringt in der Nähe der etwa 7 km entfernten Burgruine Reußenstein beim Nachbarort Neidlingen über einem kleinen Wasserfall und fließt mitten durch Weilheim. Nach einem Lauf von fast 17 km mündet sie im Stadtgebiet von Kirchheim unter Teck in die Lauter. Nebenbäche von ihr auf Gemeindemarkung sind der linke Zipfelbach, der im Randecker Maar entspringt und den Stadtteil Hepsisau durchfließt, der Kohlesbach und der Schmiedbach, beide münden von rechts, und als letzter der linke Federnbach. Den Westrand der Markung durchzieht der Ehnisbach, rechter und Haupt-Oberlauf des Windbachs, der weit unterhalb des Gemeindegebietes über den Gießnaubach in Kirchheim-Nabern auch in die Lindach mündet. Ein weiterer Bach, der Lachenbach, fließt aus der Gemarkung zu deren Nordgrenze, auf der hier abschnittsweise der Seebach läuft, der dann Über den Trinkbach ebenfalls weit unterhalb schließlich in die Lindach entwässert.

Die Markflur Weilheims zeigt das für das Albvorland typische Landschaftsbild und wird rege landwirtschaftlich genutzt: Es gibt hier Äcker und Wiesen, Streuobstwiesen, viele Kirschbaumwiesen und an den Hängen der Limburg auch Weinberge. Daneben gehören einige Waldgebiete und Baumschulen zur Gemarkung. Auch sind durchaus noch die für die Schwäbische Alb typischen Wacholderheiden zu finden.

Stadtgliederung Neben der Kernstadt gehört zu Weilheim noch der ca. 3,5 km weiter im Süden liegenden Stadtteil Hepsisau mit ca. 750 Einwohnern, der am 1. Januar 1972 eingemeindet wurde. Etwa 3,5 km südöstlich des Stadtgebiets liegt der kleine Weiler Häringen am Ursprung des Häringer Bachs, der linker Oberlauf des Schmiedbachs ist. Weitere alte Aussiedlerhöfe am Fuß des Albaufstiegs sind der südöstlich gelegene Pfundhardthof und die östlich gelegene Herzogenau. Am Reutenberg liegen einzelne alte Villen und Wohnhäuser außerhalb des Siedlungsgebietes verstreut. Westlich von Weilheim liegt am Fuß des gleichnamigen Bergkegels der neu entstandene Stadtteil Egelsberg mit ungefähr 2000 Einwohnern.

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Weilheim an der Teck: Holzmaden im Norden, Aichelberg im Nordosten, Gruibingen im Osten, Neidlingen im Südosten, Bissingen an der Teck im Südwesten und Westen sowie Kirchheim unter Teck im Nordwesten.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Weilheim an der Teck. Statistisches Landesamt.

Geschichte Von der Vorgeschichte zum Mittelalter mini|Burgberg der Burg Limburg Funde aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit weisen auf eine sehr frühe Besiedlung des Weilheimer Raumes hin. Die älteste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich am 1. Oktober 769 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch. In den Jahren 1050 bis 1070 gründete Herzog Berthold mit dem Bart aus dem Geschlecht der Zähringer die Burg Limburg und eine Propstei in Weilheim, das während rund 20 Jahren der Hauptsitz der Zähringer blieb. Noch bis 1093 blieb die Propsteikirche Weilheim die Grablege der Familie. Seit dem 1. Oktober 2024 führt Weilheim die offizielle Zusatzbezeichnung „Zähringerstadt“.

Im Jahre 1319 erhob Graf Ulrich von Aichelberg Weilheim zur Stadt, die befestigt wurde und wegen des Marktrechts rasch an Bedeutung gewann. 1334 verkaufte Graf Brun von Kirchberg den Ort für 7.500 Gulden an die Grafen von Württemberg. Um 1370 verpfändeten die Württemberger diesen Besitz an die Herren von Lichtenstein. 1432 wiederum verkauften Peter von Liebenstein und sein Schwiegersohn Kaspar von Schlat die Pfandschaftsrechte an Hans von Wernau. Dieser übertrug das Pfand später an seinen Vetter Eitel. Von dessen Söhnen löste Württemberg die Pfandschaft 1478 schließlich wieder aus.

1461 verwüstete ein Stadtbrand den Siedlungskern. 1489 wurde anstelle einer Kirche von 1089 die Peterskirche mit ihrer reichhaltigen Ausstattung im spätgotischen Stil erbaut.

Frühe Neuzeit 1534 befahl der evangelische Herzog Ulrich, dass Württemberg und damit auch Weilheim von nun an evangelisch sein sollte. In den Jahren 1634 bis 1638 wütete die Pest in der Stadt, wobei 1505 Personen starben. 1647 plünderten während des Dreißigjährigen Kriegs schwedische Truppen den Ort.

1777 entstand am Marktplatz der Altbau des Rathauses.

19. Jahrhundert Bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg zu Anfang des 19. Jahrhunderts blieb Weilheim dem Oberamt Kirchheim zugeordnet.

Am Ende des 19. Jahrhunderts setzte zögernd die industrielle Entwicklung ein. 1858 wurde die Post Kirchheim-Weilheim eingerichtet, 1884 entstand eine Weberei, der erste größte Industriebetrieb, und im Jahre 1908 wurde die Bahnstrecke Kirchheim (Teck) Süd–Weilheim (Teck) in Betrieb genommen, auf der der Personenverkehr am 25. September 1982 eingestellt wurde, im Jahre 1986 dann auch der Güterverkehr.

20. und 21. Jahrhundert Von 1922 bis 1924 wurde die städtische Wasserversorgung durch Wasserleitungen eingerichtet.

Von 1934 bis 1937 wurde die Autobahn A 8 gebaut, die ganz im Norden die Gemarkung durchzieht. Die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg führte 1938 zur Zugehörigkeit Weilheims zum Landkreis Nürtingen. Am Bosler, einem Felsen am Albtrauf, verunglückten seit 1940 mehrere Flugzeuge durch Aufprall auf den abrupt ansteigenden Berg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Weilheim zum Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Mit der Gründung Baden-Württembergs 1952 wurde Weilheim Bestandteil des heutigen Bundeslandes. Durch die Kreisreform in Baden-Württemberg 1973 gelangte Weilheim zum Landkreis Esslingen. Im Jahre 1975 wurde eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Bissingen, Holzmaden, Neidlingen und Ohmden eingerichtet.

2009 erhielt das Rathaus einen modern gestalteten Anbau mit einer Tiefgarage.

Eingemeindungen

40px|links|Hepsisau Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Hepsisau nach Weilheim eingemeindet. Das 1952 angenommene Wappen der Altgemeinde zeigt in Blau einen goldenen Schrägrechtsbalken, belegt mit einem natürlichen Kirschenzweig. Hepsisau liegt rund 4 Kilometer von Weilheim entfernt direkt am Albtrauf und hat heute rund 750 Einwohner. Während der Ortsadel, die Herren von Hepsisau, bereits 1237 und 1241 urkundlich nachgewiesen ist, tritt die Gemeinde selbst erstmals 1504 in Erscheinung. Weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt ist das in der Trägerschaft des Landkreises Esslingen stehende Schullandheim Lichteneck.

Religion Seit der Reformation war Weilheim evangelisch geprägt. Es gibt die beiden evangelischen Kirchengemeinden Weilheim und Hepsisau, die beide im Bezirk Kirchheim der Württembergischen Landeskirche liegen. Die heutige Pfarrkirche in Weilheim wurde 1522 fertiggestellt, die aus einer Kapelle hervorgegangene Kirche in Hepsisau datiert ebenfalls aus dem frühen 16. Jahrhundert, besitzt aber erst seit 1846 eine eigene Pfarrei.

Die in der Nachkriegszeit verstärkt zugezogenen Katholiken gehören zur Gemeinde St. Franziskus, die seit 1958 eine eigene Pfarrei besitzt. Die Kirchengemeinde ist Bestandteil einer Seelsorgeeinheit des Dekanats Esslingen-Nürtingen.

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 3. Dezember 1834 ¹ 3.152 1. Dezember 1871 ¹ 3.001 1. Dezember 1900 ¹ 3.072 17. Mai 1939 ¹ 3.242 13. September 1950 ¹ 4.783 6. Juni 1961 ¹ 6.521 27. Mai 1970 ¹ 7.443 25. Mai 1987 ¹ 8.145 Jahr* Einwohner 1991 9.135 1995 9.366 2000 9.473 2005 9.670 2015 10.052 2020 10.351 * ab 1991 jeweils 31. Dezember

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus den gewählten 19 ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. In Weilheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem EndergebnisWahlinformationen auf komm.one.

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 FWV Freie Wählervereinigung Weilheim an der Teck 32,57 6 30,49 6 UWV Unabhängige Wählervereinigung Weilheim an der Teck und Hepsisau 29,13 6 27,31 5 SBV Soziale Bürgervereinigung Weilheim an der Teck 23,33 4 29,74 4 BDF Bürgerdemokratische Fraktion Weilheim an der Teck 14,96 3 18,45 3 Gesamt 100 19 100 18 Wahlbeteiligung 65,06 % 61,48 %

Bürgermeister 1889–1916: Stadtschultheiß Scheu 1916–1937: Karl Schmid 1937–1972: Georg Kandenwein 1972–2009: Hermann Bauer (Freie Wähler) seit 1. April 2009: Johannes Züfle (parteilos)

Züfle wurde 2017 und 2025 wiedergewählt.

Wappen und Flagge mini|Flagge der Stadt Weilheim an der Teck

mini|Das Wappen nach David Wolleber in der Chorographia Württemberg von 1591 Eine weiß-blaue Flagge wird mindestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts amtlich geführt.

Partnerschaften Weilheim gehört mit den elf Stadtgründungen der Zähringer dem Bund der Zähringerstädte an. Zu Weilheim in Oberbayern bestehen freundschaftliche Beziehungen.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Ehemaliges Bahnhofsgebäude Von Neidlingen im Südosten kommend und dem Lindachtal folgend durchquert die L 1200 Weilheim und führt weiter nach Kirchheim unter Teck im Nordwesten. Die L 1252 verbindet nach Westen mit Dettingen unter Teck, die L 1214 in Richtung Aichelberg bietet nach weniger als 2,5 km ab der Ortsmitte über die Auffahrt Aichelberg Anschluss an die A 8. Ebenso wie diese ersteigt die L 1213 ostwärts den Albtrauf und führt nach Gruibingen.

Am auf der Straße etwa 9 km entfernten Bahnhof von Kirchheim unter Teck haben die Weilheimer Anschluss an die Teckbahn. Bis 1982 hatte die Stadt über die Bahnstrecke Kirchheim (Teck) Süd–Weilheim (Teck) auch direkten Schienen-Anschluss. Die Strecke liegt seit 1994 still.