mini|St.-Petri-Kirche Die St.-Petri-Kirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Ortsteil Aurich-Oldendorf von Großefehn.

Geschichte und Baubeschreibung Im Mittelalter gehörte (Aurich-)Oldendorf zur Propstei Leer im Bistum Münster, wird in einem Gemeindeverzeichnis um 1500 aber dem Brookmerland in der Propstei Hinte zugerechnet.Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. Selbstverlag, Pewsum 1974, S. 42 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6).

Die Einraumkirche wurde wahrscheinlich um 1270 bis 1280 gebaut und war ursprünglich dem Heiligen Petrus oder Jakobus geweiht.Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 248. Die Rundbogen-Fenster an den Längsseiten des Kirchenschiffs waren ursprünglich mit Spitzbogen höher gezogen. Die Saalkirche hat einen eingezogenen Chor mit rechteckigem Grundriss und drei kleinen rundbogigen Ostfenstern. Der frei stehende Turm des geschlossenen Typs im Nordwesten stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Das Schiff war ursprünglich mit drei Jochen überwölbt; nur das Chorgewölbe ist erhalten. Im Jahr 1755 stürzte die Westmauer der Kirche ein. Für den Wiederaufbau im selben Jahr genehmigte Friedrich der Große eine Haussammlung in Preußen. Dabei verlegte man den Eingang der Kirche in die Westmauer und vermauerte die Portale im Norden und Süden. Während das Seitenaltarfenster, ein sogenanntes Hagioskop, vor dem Chorrücksprung an der Südseite erhalten blieb, ist das Hagioskop in der Nordfassade heute vermauert.Ingeborg Nöldeke: Verborgene Schätze in ostfriesischen Dorfkirchen – Hagioskope, Lettner und Sarkophagdeckel – Unbeachtete Details aus dem Mittelalter. Isensee Verlag, Oldenburg 2014, ISBN 978-3-7308-1048-4, S. 50 ff.

Ausstattung mini|Orgel mit historischem Prospekt von 1691, der ursprünglich in Bunde stand Der Innenraum wird heute durch eine Flachdecke mit Voute abgeschlossen. An der Ostwand des Rechteckchors ist der Rest eines Wandbildes aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten geblieben. Es zeigt zwei Reiter und ein Schiff mit Mast. Offenbar ist es die einzige erhaltene mittelalterliche Schiffsdarstellung in einer Kirche in Niedersachsen.Rolf-Jürgen Grote, Kees van der Ploeg: Wandmalerei in Niedersachsen, Bremen und im Groningerland. Katalogband, Berlin 2001, S. 97. Ein kleines Bentheimer Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert ist stark beschädigt, da es zwischenzeitlich vermutlich als Tränke diente.Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 249.

Die 1691/92 von Valentin Ulrich Grotian in Aurich für die Reformierte Kirche in Bunde gebaute Orgel wurde Hinrich Just Müller für 100 Reichstaler überlassen, als dieser dort 1791 ein neues Instrument baute. Von Weener wurde sie mit einem Torfschiff bis zur Kirche transportiert. 1792 wurde in der Kirche eine Orgelempore aber erst im Jahr 1794 die Orgel fertiggestellt, worauf die Jahreszahl am Mittelturm hinweist. Im Jahr 1916 wurde sie durch ein neues Werk von P. Furtwängler & Hammer ersetzt. Die heutige Orgel stammt aus dem Jahr 1973 (Jehmlich Orgelbau Dresden). Nur der alte Prospekt von 1691 ist erhalten. Die Kanzel, die Christus und vier Evangelisten zeigt, datiert von 1698, das Lesepult von 1697.

Kirchenbücher Die Kirchenbücher reichen bis auf das Jahr 1700 zurück. Es gibt ein Ortssippenbuch.

Siehe auch Liste der historischen Kirchen in Ostfriesland

Literatur

Weblinks

Kirchenkreis Aurich: St. Petri Kirche Informationen zur Jehmlich-Orgel Genealogie-Forum Aurich-Oldendorp

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude in Großefehn Kategorie:Peterskirche Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Romanische Kirche Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert Kategorie:Kirchengebäude des Kirchenkreises Aurich Kategorie:Bauwerk der Romanik in Niedersachsen Kategorie:Baudenkmal in Großefehn Aurich-Oldendorf