mini|Heutiger Eingang an der Berliner Allee (2008) mini|Früheres „Justizpalais“, im Vordergrund der Raschplatz (um 1890) mini|Blick um 1911 auf das Vorläufer-Gebäude am Volgersweg (links im Bild) Das Landgericht Hannover ist neben den Landgerichten Bückeburg, Hildesheim, Lüneburg, Stade und Verden eines von sechs Landgerichten im Bezirk des Oberlandesgerichtes Celle. Es hat seinen Sitz in Hannover. Es ist das größte der Landgerichte im OLG-Bezirk. Tätig sind dort ca. 240 Beschäftigte, darunter 105 Richter (Stand Januar 2026).

Organisation Zum Bezirk des Landgerichtes Hannover gehören die Amtsgerichte in Burgwedel, Hameln, Hannover, Neustadt am Rübenberge, Springe und Wennigsen. Übergeordnetes Gericht ist das Oberlandesgericht Celle.

Präsident des Landgerichtes ist Ralph Guise-Rübe. Es wurden 28 Zivilkammern, davon sieben Kammern für Handelssachen, zehn große Strafkammern, acht kleine Strafkammern, davon vier große und kleine Jugendkammern sowie sechs Strafvollstreckungskammern und acht Spezialkammern gebildet. Die jeweiligen Zuständigkeiten der einzelnen Kammern und deren Besetzung ergeben sich aus den geltenden Geschäftsverteilungsplänen.

Das Landgericht Hannover ist für mehrere Arten von Rechtsstreitigkeiten ausschließlich zuständig für ganz Niedersachsen, z. B. für Kartellverfahren (Kartellverträge und Kartellbeschlüsse, Artikel 81 oder 82 des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft), Wettbewerbssachen und Verfahren nach § 102 des Energiewirtschaftsgesetzes (§ 7 Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten in der Gerichtsbarkeit und der Justizverwaltung – ZustVO-Justiz).

Geschichte Am 1. Oktober 1852 wurde das neu gegründete Obergericht Hannover als eines von zwölf Obergerichten im damaligen Königreich Hannover eröffnet. Im Zuge des neuen Gerichtsverfassungsgesetzes wurde aus dem Obergericht 1879 das Landgericht Hannover. Der Bezirk des Landgerichtes bestand aus der Stadt Hannover, den Kreisen Hameln, Hannover, Rinteln und Wennigsen sowie einem Teil des Landkreises Celle und dem Fürstentum Pyrmont. Im Landgerichtsbezirk wohnten 1888 zusammen 340.111 Personen. Dem Gericht war eine Kammer für Handelssachen mit vier Handelsrichtern angegliedert. Am Gericht waren ein Präsident, vier Direktoren und 18 Richter beschäftigt. Am Amtsgericht Celle war eine Strafkammer eingerichtet. Dem Landgericht waren 16 Amtsgerichte zugeordnet. Dies waren die Amtsgerichte Burgwedel, Calenberg, Coppenbrügge, Hameln, Hannover, Lauenstein, Münder, Neustadt am Rübenberge, Obernkirchen, Oldendorf, Polle, Pyrmont, Rinteln, Rodenberg, Springe und Wennigsen.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 408 f., online

Gebäude In der Eingangshalle des Gebäudes, erbaut in den 1950er Jahren nach Plänen von Otto Hodler, befindet sich das 1957/1958 von Kurt Lehmann geschaffene, denkmalgeschützte Wandrelief aus Kirchheimer Muschelkalkplatten Moses und die Gesetzestafel.Helmut Knocke, Hugo Thielen: Volgersweg 1. In: dies.: Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon. Neuausgabe, 4., aktualisierte und erweiterte Ausgabe. Zu Klampen, Springe 2007, ISBN 978-3-934920-53-8, S. 210Rudolf Lange: Kurt Lehmann. Ein Bildhauerleben, Hannover 1995 sowie , Website des Landgerichtes Hannover, abgerufen am 25. September 2011 Im Gebäude des Landgerichtes befindet sich die Bibliothek des Landgerichtes Hannover als juristische Fachbibliothek mit rund 50.000 Medieneinheiten, darunter u. a. über 100 lfd. gehaltene Zeitschriften und Amtsblätter und 90 lfd. Loseblatt-Sammlungen. Die Bibliothek kann von Mitarbeitern der Justizbehörden Hannovers, Rechtsanwälten, Bediensteten anderer Behörden, Studierenden und juristisch Interessierten genutzt werden.

Siehe auch Liste deutscher Gerichte Liste der Gerichte des Landes Niedersachsen :Kategorie:Richter (Landgericht Hannover)

Weblinks

Internetpräsenz des Landgerichtes Hannover Übersicht der Rechtsprechung des Landgerichtes Hannover

Einzelnachweise

Hannover Kategorie:Gericht (Hannover) Kategorie:Gerichtsgründung 1879